Duisburgs Hauptbahnhof

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Gestaltung Bahnhofplatz
Empfehlungen des Beirates für Stadtgestaltung zum Wettbewerbsergebnis des Gestaltungswettbewerbs Bahnhofsvorplatz

Duisburg, 26. Februar 2010 -  Der Beirat für Stadtgestaltung hat sich in seiner letzten Sitzung mit den Ergebnissen des Gestaltungswettbewerbs zum Bahnhofsvorplatz befasst. Prinzipiell ist die für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes gewählte Vorgehensweise zu begrüßen, nämlich durch ein Wettbewerbsverfahren mit hochkarätigen Fachbüros zu einer ausgezeichneten Lösung zur Gestaltung der Hauptbahnhofsplatte und des Umfeldes zu gelangen.

Es ist daher umso weniger nachzuvollziehen, dass der Preisträger aus Sicht des Beirates wesentliche Grundbedingungen für die Gestaltung eines zentralen Platzes am Hauptbahnhof nicht erfüllt. Es kann nur vermutet werden, dass durch überwiegend verkehrstechnische Vorgaben der Entwicklungsspielraum beengt war.
 Der Beirat bedauert es sehr, dass die anderen Wettbewerbsbeiträge nicht vorgelegt wurden, denn nur in Kenntnis der anderen Entwürfe und der darin steckenden Ideen und Planungsansätze ist ein Vergleich möglich. Dass diese nicht der Öffentlichkeit zugestellt und ausgelegt wurden, ist völlig unverständlich, da es sich um eines der wichtigsten Bauvorhaben in der Innenstadt von Duisburg handelt.

Der Beirat hat folgende Anregungen und Bedenken: 

1.     Die städtebauliche Situation des Bahnhofsvorplatzes wird maßgeblich geprägt      von der Ausrichtung des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes auf die Achse Friedrich-Wilhelm-Straße. Das in der Nachkriegszeit errichtete, ebenfalls denkmalgeschützte IHK      Gebäude als raumgestaltendes Pendant zum Bahnhof nimmt in seiner sachlichen Prägung diese Ausrichtung auf. Diese qualitätsvolle      städtebauliche bzw. stadträumliche Situation wird durch die vorliegende Planung nicht berücksichtigt.

Dem vorgelegten Entwurf fehlt ein übersichtlich und klar geordnetes Konzept für einen großstädtischen Bahnhofsvorplatz, der einerseits die eindeutige Beziehung zur Achse Friedrich-Wilhelm-Straße hat           und andererseits über attraktive angrenzende Platzzonen zwingend zur Königstraße überleitet. 
 

2.     Die problematische Verkehrsführung bringt eine wesentliche Reduzierung von verkehrlichen Anbindungen des Hauptbahnhofs mit sich. Ungünstig ist unter      anderem die Entfernung der Taxen von der Haupteingangshalle, da man eine unattraktive Kolonade entlang laufen muss. Insgesamt fehlt die nach Ansicht von BEST unabdingbar notwendige Vorfahrt vor den Haupteingang des Hauptbahnhofes einer Halbmillionenstadt.

Ein in die Achse des Haupteinganges gestelltes Vordach wäre wünschenswert.  

3.     Das Prinzip der Inseln, das die sicherlich übergroße Platzzone zwischen Bahnhofsgebäuden und der Neubauzeile mit dem Ziel einer guten Fußgängerlenkung  spannungsreich gliedern soll, erschwert die Orientierung am Haupteingang für ortsunkundige Personen. Die der Empfangshalle unmittelbar vorgelagerten Inseln verhindern außerdem, dass das Denkmal in seiner sachlichen Strenge und Prägung wahrgenommen wird und beeinträchtigen damit dessen Erscheinungsbild.

Die Gestaltung des Platzes wirkt weitflächig und ohne Bezug auf den Ort. Weder die besondere verkehrliche Lage dieses Knotenpunktes, noch die Identität der Stadt, noch die Gestalt der angrenzenden Bebauung sind ablesbar. Der Hinweis auf die Lage am Rhein durch die Verwendung des Kieses im Bodenbelag erscheint nicht ausreichend.

Der Knotenpunkt der Überleitung zur Königstraße ist nicht überzeugend ausgebildet und stellt nur eine Straßenquerung dar. Der Duisburger Informations-Pavillon erscheint in diesem Kontext störend. Hier müsste eine ganz spezifische Platzgestaltung mit einem besonderen Schwerpunkt entwickelt werden.


4.
     Die nördliche Spitze der geplanten Zeilenbebauung an der Mercatorstraße ist ablesbar von der Verkehrsrichtung geprägt. Sie steht dem Fußgängerstrom entgegen.


5.
     Abweichend von der Darstellung im Plan ist die Bepflanzung der Inseln mit Bäumen nicht möglich, Bäume können nur in den Randbereichen des Bahnhofvorplatzes gepflanzt werden.
 

6.     Die Anordnung einer Baumreihe entlang der Mercatorstraße trennt die Fläche vor dem Bahnhof von der Friedrich-Wilhelm-Straße. Das Weglassen eines Baumes in der Baumreihe reicht bei weitem nicht aus, die Achse in Richtung Kantpark und WLM erlebbar zu machen.


7.
     Die völlig fehlende Auseinandersetzung mit der Anbindung zur Duisburger Freiheit kann darauf zurückgeführt werden, dass hinsichtlich der Entwicklung des Güterbahnhofgeländes und des südlich an den Bahnhof angrenzenden Gebäudeflügels keine oder unzureichende Informationen im Auslobungstext gegeben wurden.

Hier müssen Mittel und Wege zu einer städtebaulich durchdachten Verknüpfung größerem Maßstab untersucht und in den zu entwickelnden Bebauungsplan der Duisburger Freiheit eingearbeitet werden.

Insgesamt ist das Umfeld des Bahnhofsvorplatzes und die angrenzenden Bebauungsfelder sowie die großräumige Verkehrsführung mit in die Überlegungen zum Bahnhofsvorplatz einzubeziehen.
 

8.     Lage und Anordnung der Fahrradstellplätze am südlichen Ende der Wettbewerbsfläche werden so nur als Platzhalter für eine noch      auszuarbeitende Lösung betrachtet. 

 

Der Beirat für Stadtgestaltung fordert weitere Einsicht in das Verfahren mit Kenntnis der anderen Lösungen sowie der Auslobungsunterlagen, um in eine noch detailliertere fachliche Diskussion über eine Modifizierung bzw. Änderung der Planung eintreten zu können.

Modernisierung des Empfangsgebäudes fast abgeschlossen

Duisburg, 22. Dezember 2009 - Die Deutsche Bahn AG hatte im Juni 2009die Pläne zur Modernisierung des Empfangsgebäudes des Duisburger Hauptbahnhofs vorgestellt. Ende Juli begannen die Sanierung der Empfangshalle und der Personenunterführung. Insgesamt wurden über 10 Mio. Euro in das Projekt investiert. Davon zahlen der Bund 7,9 Mio. Euro, das Land NRW 1,3 Mio. Euro und die Bahn 0,9 Mio. Euro.

Die Empfangshalle wurde heller und freundlicher gestaltet, da die eingezogene Hallendecke zurück gebaut wurded. Neue Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen sowie eine neue Türanlage rundeten das Paket ab. Die Schließfachanlage wurde aus der Halle näher an die Bahnsteigaufgänge in die Personenunterführung umgesetzt.

Neue Wege in die City: Gestaltung Bahnhofplatz nimmt Formen an

München/Duisburg, 7. Oktober 2009 -KLA_kiparlandschaftsarchitekten sind aus einem Auswahlverfahren um die Gestaltung des Bahnhofplatzes als Sieger hervorgegangen.  Das wurde am 6. Oktober 2009 auf der Immobilienmesse Expo Real in München bekannt gegeben.
Mit dem Ausbau der A 59 und der Überdeckelung der Autobahn zwischen dem Hauptbahnhof und der Fußgängerzone Königstraße entsteht ein neuer Bahnhofplatz. Landschaftsarchitekturbüros hat sich eine Jury, bestehend aus Stadtentwicklungsdezernenten Jürgen Dressler, Ministerialdirigenten i.R. Hans-Dieter Collinet und Dr. Ralf Oehmke, Geschäftsführer der IDE, am 30. September einstimmig für die Realisierung des Entwurfs von KLA_kiparlandschaftsarchitekten Duisburg / Milano ausgesprochen. Die Grundlage für die Planung war der Masterplan Innenstadt von Foster + Partner.

Eine Fläche wird zum Platz
Im Zusammenhang mit der geplanten Hochbauarchitektur, der weiterführenden Überdeckelung der A 59 und der landschaftsarchitektonischen Gestaltung der Freiflächen zwischen dem Hauptbahnhof und der Fußgängerzone wird die derzeit nur in Ansätzen ablesbare Fläche zum Platz und zum Auftritt der Stadt Duisburg. Die Unverwechselbarkeit der Gestaltung und der Atmosphäre des Ortes resultiert hierbei nicht aus einer Ansammlung von "Attraktionen", Formen und Materialien, sondern aus dem konsequenten Eingehen der Gestaltung auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Besucher. Der Platz ordnet sich dem Besucher unter, lenkt und leitet über eine klar ablesbare Verbindung ("Fluidum") zur Innenstadt und anderen Zielpunkten, lässt langsames flanieren, Warten und Treffen ebenso zu wie Aktivitäten, die nicht unmittelbar an die Funktion "Bahnhof" gebunden sind.
Norbert Amberg von KLA_kiparlandschaftsarchitekten erläutert die Gestaltungspläne für den Bahnhofsvorplatz Material und Form
Den harten Kanten der umgebenden Gebäude und Verkehrsflächen setzt der Platz weiche, fließende Formen entgegen. Diese lassen eine flexible, wie selbstverständlich wirkende Abgrenzung zwischen den unterschiedlich genutzten Flächen zu, ohne diese jedoch aus dem Platz herauszutrennen und zu isolieren. Die Modellierung des Platzes sowie der Bepflanzung orientiert sich hierbei in Höhe und Anordnung an der Überschaubarkeit für alle Nutzer.
Verwendet werden nur wenige, einfache aber hochwertige, natürliche Materialien: Ein Teppich (Fluidum) aus feinkörnigen, befestigten Kiesflächen (ockerfarbener Rheinkies als lenkendes Element im zentralen Platzbereich, heller Quarzkies als Rahmen entlang der Ränder) bildet einen stabilenmineralischen Untergrund. Wie selbstverständlich senkt sich dieser Teppich an mehreren Stellen ab, um Wasserflächen zu integrieren. Wasser ist hier in Bewegung, horizontal (fließend) und vertikal (Fontänen).
Erhöhte Bereiche bilden die Grüninseln; baumbestanden und eher den Charakter einer Wildnis als den einer hochgepflegten und manikürten Grünfläche wiedergebend. Holzdecks kennzeichnen Außenbereiche für die Gastronomie entlang der Westseite des Platzes. KLA_kiparlandschaftsarchitekten und die Gruppe LAND mit Bürostandorten in Duisburg (seit 1990) und Mailand (seit 1986) arbeitet mit seinen derzeit mehr als 60 Mitarbeitern als interdisziplinäre Planungsgruppe im In- und Ausland. Schwerpunkte ihrer Arbeiten liegen hierbei in der Entwicklung kommunaler und regionaler Freiraumkonzepte sowie in der Planung urbaner Freiflächen. 

Duisburgs Hauptbahnhof wird zunächst mit 10 Millionen Euro modernisiert
Sanierungspläne für Empfangshalle und Personenunterführung vorgestellt.

Duisburg, 24. Juni 2009 - Die Deutsche Bahn AG hat heute die Pläne zur Modernisierung des Empfangsgebäudes des Duisburger Hauptbahnhofs vorgestellt. Ende Juli beginnt die Sanierung der Empfangshalle und der Personenunterführung. Insgesamt werden über 10 Mio. Euro in das Projekt investiert. Davon zahlen der Bund 7,9 Mio. Euro, das Land NRW 1,3 Mio. Euro und die Bahn 0,9 Mio. Euro.Die Empfangshalle wird heller und freundlicher gestaltet, da die eingezogene Hallendecke zurück gebaut wird. Neue Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen sowie eine neue Türanlage runden das Paket ab. Die Schließfachanlage wird aus der Halle näher an die Bahnsteigaufgänge in die Personenunterführung umgesetzt. Der Service Point wird in die Fassade in Höhe des Reisezentrums integriert. "Die Wiederherstell ng der großen Eingangshalle und der neue Service Point tragen deutlich zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei", so Martin Sigmund (links im Bild) , Leiter des Regionalbereichs West der DB Station & Service AG. Die Personenunterführung wird durch eine attraktive Deckenverkleidung und neue Beleuchtungs- und Beschallungsanlagen aufgewertet. Gleichzeitig werden Empfangshalle und Personenunterführung brandschutztechnisch ertüchtigt.
Das Reisezentrum wird ab Mitte August bis Ende Dezember in einen Container auf dem südlichen Bahnhofsvorplatz ausgelagert. Reiner Latsch (2. v.r.), Konzernbevollmächtigter der Bahn in NRW freut sich über die Verbesserungen und bat auch um Verständnis für eventuelle Einschränkungen durch die Bauarbeiten: "Wir wollen die wichtigsten Arbeiten bis zum Frühjahr des Kulturhauptstadt-Jahres 2010 abgeschlossen haben."
"Die Unannehmlichkeiten durch die Großbaustelle vor unserem Hauptbahnhof und bald auch darin ertrage ich persönlich gerne, weil ich weiß, dass nach der Fertigstellung dieses wichtige Eingangstor in unsere Stadt endlich attraktiver wird", so Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland.
Die spannende Frage bei dieser Modernisierung: Was passiert mit der denkmalgeschützten und zum Teil maroden Decken? "Wir sind zunächst froh, dass der erste Schritt getan werden kann, zumal ja 10 Millionen Euro auch schon allerhand ist", betonten NRW-Konzernchef Latsch und OB Sauerland unisono. Es geh halt nur schrittweise. Nach der Modernisierung der Empfangshalle geht es darum, den Bahnhof grundsätzlich zukunftsfähig zu gestalten, hob Adolf Sauerland hervor. Zukunftsfähigkeit zielt darauf ab, dass in Duisburg auch alle Züge den Bahnhof anfahren können und nicht durch Höhe oder Tiefe behindert werden. Dann kommt es auf den Gesamt-Finanzrahmen an, der - so Reiner Latzsch - nur unter betriebswirtschaftlichen Gesichtpunkten gesehen werden kann. Die Gesamtfinanzierung unter Einbeziehung des Denkmalschutzes sei ein immens teuere Angelegenheit. "Und da reden wir nicht über zehn Millionen Euro. Da geht es um sehr viel mehr", ergänzte Duisburgs OB. Harald Jeschke

Anzeigetafel Anfang August 2009 entfernt und dahinter verbarg sich das Werk des Künstlers Otto H. Gerster aus dem Jahr 1950, das aber im Zuge der Umgestaltung der Eingangshalle wieder verdeckt wird. Fotos Jeschke/Schneider)

Denkmalschutz
Duisburg Hauptbahnhof: Modernisierung Empfangsgebäude und Personenunterführung (ZC-2008-0390), Wiederherstellung des Wandbildes aus dem Jahre 1950

November 2008

1. Einleitung
Die Stadt Duisburg ist als Untere Denkmalbehörde im Zuge des Genehmigungsverfahrens zum Umbau und der Modernisierung des Hauptbahnhofes beteiligt. Genehmigungsbehörde ist das Eisenbahnbundesamt, Außenstelle Essen.
Im Zuge einer Modernisierung des Bahnhofes soll der ursprüngliche Zustand der Bahnhofshalle so weit als möglich wiederhergestellt werden. Der Bahnhof gehört zu den 21 Kategorie 1 — Fernverkehrsknoten der DB-AG und soll in einem gehobenen Standart ausgebaut werden. Das Land NRW wird im Zug der Kulturhauptstadt 2010 Kampagne den Hauptbahnhof Duisburg sowie vier weitere Bahnhöfe fördern. Das Konzept der Umbaues sieht einen ambitionierten Umbauplan von Mitte bis Ende 2009 vor.
Die in den 1960er Jahren abgehängte Decke im zentralen Schalter-Eingangsbereich soll zurückgebaut, die in den 70er Jahren vorgebauten Verkaufsflächen begradigt werden. Im Tunnelbereich sollen eine neue Beleuchtung geschaffen sowie die Schließfächer neu gestaltet werden. In der Halle gab es an der Ausgangsseite sowie vor dem Bahnsteigtunnel großformatige Wandbilder. Diese zeigten vor dem Krieg eine Netzkarte der Deutschen Reichsbahn (Tunnelseite) sowie eine Abbildung eines Rheinkahnes bzw. ein später darüber gemaltes Bild eines Rheinschleppdampfers (Stadtseite). Anfang der 1950er Jahre wurde das dritte Wandbild an dieser Stelle angebracht. Eine Ortsbesichtigung und Begehung der heutigen Zwischenebene im Herbst 2008 ergab, das Teile dieses Wandbildes noch vorhanden sind; allerdings wurde es durch die Aufhängung der Zwischendecke beschädigt (siehe die Abbildungen unten).
Im Innenbereich der Eingangshalle soll über dem Hauptausgang (Stadtseite) die ursprüngliche und in Teilen noch vorhandene Balustrade wiederhergestellt werden. Darüber, und damit das erhaltene Wandbild von 1950 überdeckend, soll ein Werbebanner errichtet werden.

Die vorhandenen Fenster der Halle (Metallrahmen mit Einfachverglasung) sollen durch ein Pfosten-Riegel System mit Lüftungsöffnungen ausgetauscht werden.
Im Außenbereich waren die Metallstützen ursprünglich mit Kalkplatten bekleidet. Diese sind durch ein Putzsystem ersetzt worden.
Der Ostausgang soll im linken Bereich dem schon erfolgten Umbau des Bäckerladens angepasst werden. Die Bahnsteighalle ist nicht Gegenstand dieses ersten Umbauabschnitts.

2. Wandbilder
Durch den beabsichtigten Umbau der Bahnhofshalle und dem Rückbau der abgehängten Decke stellt sich aktuell die Frage nach Zustand und Wiederherstellung des, im Zuge der
Beseitigung der Kriegsschäden, 1950 entstandenen Wandbildes von Otto H. Gerster. Vorab ein kurzer Abriss der geschichtlichen Hintergründe der Wandbilder:
Nach der Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofes 1934 waren Wandbilder vorerst nicht vorgesehen. Erst im Zuge der Eröffnung wurde die Frage einer Gestaltung der freien Wandflächen zwischen dem (Reichsbahn) Präsidenten Bergemann und dem damaligen OB Dr. Kelter erörtert. Man war der Auffassung, dass die Wandflächen nicht mit Werbung. sondern künstlerisch gestaltet werden sollten. Dieses auch vor dem Hintergrund einer Arbeitsbeschäftigungsmaßnahme für notleidende Künstler. Nach einem Wettbewerb wurde das erste Wandbild von Ludwig Gies (nach dem Kriege der Bildhauer des Bonner Bundesadlers) ausgewählt und in einer Kalk-Casein Technik auf den frischen Putz gemalt.
Abb. 1; Wandbild von 1935
Das Wandbild zeigt einen überdimensionierten Lastkahn vor Duisburger lndustriekulisse und führte allen ankommenden Reisenden eindringlich die Bedeutung der Häfen für die Stadt Duisburg vor Augen.  Das Wandbild wurde im Jahr 1935 ausgeführt. Kurze Zeit später schon wurde der Künstler Ludwig Gies von den damaligen Machthabern als „entartet“ diffamiert.
Aus diesem Grund wurde ein neues Wandbild in Auftrag gegeben, das den damaligen Kunstverstand wiedergab. Der Künstler dieses Bilder war Cornelius Wagner und wird in der
National-Zeitung wie folgt zitiert.,, Meine Kunst ist absolut volksverbunden; alles soll gleich auf den ersten Blick verständlich sein“. Wagners Bild wurde über das ursprüngliche Bild von Gies gemalt. Bezahlt wurde das Gemälde durch Industriekreise.

Abb. 2: Wandbild von 1938
Darstellung eines Schleppdampfers auf dem Rhein vor den DEMAG Werken, Hütte Vulkan, Kupferhütte und Niederrheinische Hütte in Hochfeld
Durch Kriegseinwirkungen 1943/44 wurden beiden Wandbilder beschädigt und das Bild von Wagner durch Regen abgewaschen. Nach Beseitigung der Kriegsschäden wurde versucht. das Wandbild von Gies wiederherzustellen, was aber durch die Schäden unmöglich erschien. Eine Wiederherstellung des Bildes von Wagner stand nicht zur Debatte. In diese Kontroverse zur Neugestaltung wurde auch Prof. Gies hinzugezogen und nach mehr als zwei Jahren Diskussion innerhalb der Stadtverwaltung wählte man einen Entwurf von Otto H. Gerster aus. Dabei geht der Entwurf Gersters auf eine Besprechung mit OB August Seeling von 1949 zurück. Auch der damalige Städtische Baudirektor Siegfried von Tiling hatte maßgeblichen Anteil an der Wiederanbringung des Bildes. Die Stadt Duisburg „mietete die Wandfläche zur Selbstdarstellung (Werbung), da die Deutsche Bundesbahn damals kommerzielle Werbung an die Wandseiten bringen wollte.

Abb. 3: Wandbild von 1950
Darstellung eines Steuermannes vor stilisierten Häfen und lndustrieanlagen
Das Wandbild wurde, wie das erste, auf einen neuen, über dem Ursprungsbild gelegten, frischen Putz aufgetragen.
Über dem Personentunnel war das Streckennetz der Deutschen Reichsbahn im Rheinisch Westfälischen Industriegebiet dargestellt. Diese Darstellung wurde später (nach dem Krieg) durch eine Zeitungsreklame für die Rheinische Post ausgetauscht. Diese Reklame ist noch erkennbar, allerdings ohne die Leuchtschriftbuchstaben.
Abb. 4:
Wandbild Bahnsteigseite, Streckenkarte
In den Jahren 1958 bis 1961 wurde der Bahnhof in seinen jetzigen Zustand gebracht, wobei er in den 1970er und 1990er Jahren um die Läden, Einbauten und Leuchten ergänzt wurde. An Ausgang und Tunnelseite wurden 1960/61, unterhalb der abgehängten Decke, sogenannte Wandbildsteifen von dem Werbearchitekt und Kunstmaler Helmut Hoffmann angebracht, die in der Ratssitzung vom 06.02.1961 behandelt wurden.
Diese Bilder zeigten - sehr stilisiert - Gleisanlagen sowie die Industriekulisse von Duisburgs.
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung kommentierte am 19.05.1961 die „wohl Abstraktion des Eisenbahnartigen an der Tunnelseite“ sowie die „gegenständlich gehaltene symbolhafte Darstellung der ‚Stadt Montan‘ über dem Haupteingang. Beide Bilder existieren nicht mehr. An der Tunnelseite befindet sich der Zugzielanzeiger und am Hauptausgang eine Bierreklame.
Besichtigt wurde der aktuelle Zustand des Wandbildes von 1950 am 15.10.2008.
Abb. 5-7:

Aktueller Zustand des Wandbildes von 1950
Nach Auskunft der Restaurierungswerksstatt des Landschaftsverbandes Rheinland /Rheinische Denkmalpflege (LVR / RD) ist es angesichts des überraschend guten aktuellen
Erhaltungszustandes unbedingt möglich, das Bild zu Restaurieren. Eine „Aufarbeitung könnte mit relativ geringem Aufwand erfolgen. Dazu wird durch das Fachamt aktuell ein
Restaurierungskonzept erarbeitet, welches kostenlos an die DB-AG weitergeleitet wird.

Bürger-Informationsveranstaltung „Duisburger Freiheit“
Mitte Mai wurden die Mitglieder des Rates der Stadt und der Bezirksvertretung Mitte über den Masterplan informiert, den das Architektenbüro Foster + Partners für das rund 35 Hektar große Areal an der Südseite des Duisburger Hauptbahnhofes unter dem Namen „Duisburger Freiheit“ entwickelte. Jetzt laden die Stadt Duisburg, die Innenstadt Duisburg Entwicklungsgesellschaft mbH und der Eigentümer, die aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, zu einer Bürgerinformations-veranstaltung ein. Stattfinden wird die öffentliche Präsentation des Projektes am kommenden Donnerstag, den 25. Juni, ab 19 Uhr im „Kleinen Prinzen“ (gegenüber vom Duisburger Rathaus), eingeladen sind alle interessierten Bürger.
In konsequenter Weiterentwicklung des bereits 2007 von Foster entwickelten Masterplans für die Duisburger City soll auf der rund 1,6 Kilometer langen und 275 Meter breiten Fläche am alten Güterbahnhof zwischen Hauptbahnhof und der BAB-59-Anschlussstelle Hochfeld ab 2010 ein weiterer, citynaher Büro- und Dienstleistungsstandort entstehen. Über den aktuellen Stand der Planung informieren bei der Bürgerinformationsveranstaltung unter anderem Vertreter der Stadt und Ralph Schneemann, Leiter der Projektentwicklung in der aurelis-Region West.
Für die aurelis Real Estate GmbH & Co. KG gehört Duisburg zu den wichtigsten Standorten in Deutschland. Im Duisburger Portfolio der aurelis befinden sich ehemalige Bahnflächen von rund 1,6 Mio. Quadratmetern verteilt auf zwölf Grundstücke in unterschiedlichen Duisburger Stadtteilen. Angesichts der Bedeutung des Standorts Duisburg hat das Unternehmen sein Regionalbüro West zum 15. Juni 2009 von Köln nach Duisburg verlegt.

Archiv Hans-Willi Bütefür (Ansicht um 1940)

Der Duisburger Hauptbahnhof - Denkmalschutz
Aurelis und die Entwicklung der Güterbahnhofsbrache
Ruhrorter Häfen  - Brücken - Straßenbahnen - Luftfahrt

Der Hauptbahnhof Duisburg ist der größte und wichtigste Bahnhof der Halbmillionenstadt Duisburg. Er ist der zentrale Knotenbahnhof des Eisenbahnpersonenverkehrs im westlichen Ruhrgebiet und am unteren Niederrhein.
Der ehemals der Kategorie 1 zugeordnete Hauptbahnhof ist heute ein Intercity-Express- und InterCity-Bahnhof der Kategorie 2 und darüber hinaus Halt vieler Regionalverkehrslinien und der S-Bahn Rhein-Ruhr.


Lage und Bedeutung

Der Duisburger Hauptbahnhof liegt an der Rheinschiene, einer der bedeutenden Eisenbahnverbindungen von Süddeutschland und der Schweiz in die Niederlande, nach Nord- und Ostdeutschland.

Folgende Strecken laufen in Duisburg zusammen:
    * In Richtung Norden verläuft die zwei- bis dreigleisige Fortsetzung der Köln-Mindener Eisenbahn nach Dortmund über Wanne-Eickel. Von ihr zweigt in Oberhausen die Hollandstrecke nach Amsterdam über Wesel und Emmerich ab.
    * Nach Osten zweigt die durchgängig viergleisige Bergisch-Märkische Eisenbahn nach Dortmund über Mülheim (Ruhr) Hbf und Essen Hbf ab.

    * Die in Richtung Süden verlaufende Strecke über Wedau (Duisburg) zum Entenfang (die in den 1970er Jahren stillgelegte Ratinger Weststrecke) soll nach dem Wunsch vieler Anwohner wieder bis Düsseldorf verlängert werden.
    * Die weitgehend parallel verlaufende Hauptstrecke von Duisburg über Düsseldorf Flughafen nach Düsseldorf Hbf zählt zu den meistfrequentierten Deutschlands und ist im Bundesverkehrswegeplan für einen durchgehend sechsgleisigen Ausbau vorgesehen (derzeit teilweise nur vier- bis fünfgleisig).
    * Die westlich nach Mönchengladbach Hbf über Krefeld Hbf und Viersen verlaufende Strecke ist von regionaler Bedeutung. Von ihr zweigt in Rheinhausen die Niederrheinstrecke nach Xanten über Moers ab. Siehe auch Bahnstrecke Osterath – Dortmund Süd sowie Bahnstrecke Duisburg – Ruhrort – Mönchengladbach.


Obwohl der Duisburger Hauptbahnhof eine bedeutende Rolle im Regional- und Fernverkehr spielt, ist seine Bedeutung für den innerstädtischen Eisenbahnverkehr eher gering. Dies liegt in erster Linie daran, dass die nördlich der Ruhr eingemeindeten Städte bzw. Ortsteile in den Anfangsjahren der Eisenbahn eine andere verkehrstechnische Ausrichtung hatten.

Hierbei spielte vor allem eine Rolle, dass zwischen Duisburg und dem Norden der heutigen Stadt das Ruhrmündungsgebiet mit den Duisburger und Ruhrorter Häfen ein eisenbahnbaulich schwierig zu überwindendes Gebiet darstellte. So hatte sich das gesamte Gebiet nördlich der Ruhr eisenbahntechnisch auf die nordöstlichen Strecken der Köln-Mindener Eisenbahn mit Oberhausen als Zentrum ausgerichtet. Mehrere Regionalverbindungen verliefen so fächerförming in Ost-West-Richtung durch den Duisburger Norden mit Start- oder Endpunkt Oberhausen Hbf (u. a. Ruhrort, Beeck, Hamborn und Walsum).

Statistik
Bis zu 100.000 Fahrgäste erreichen täglich diesen Bahnhof, der von etwa 200 Zügen des Fernverkehrs angefahren wird. Im Schnittpunkt zwischen Ruhrgebiet und Rheinschiene ist der Bahnhof einer der größten Umsteigebahnhöfe im Nah- und Fernverkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Insgesamt wird er von rund 600 bis 650 Nah- und Fernverkehrszügen täglich angefahren.

Umgebung
In unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs in Duisburg-Duissern befindet sich die Niederlassung West der DB Netz AG, die für das Schienennetz im Westen Deutschlands zuständig ist, und eine Niederlassung von Railion.
Südlich der Bahnsteiganlage liegt der Abstellbahnhof für Reisezugwagen, dessen Werkstatt jedoch stillgelegt wurde. Südwestlich des Personenbahnhofes liegt das Gelände des ebenfalls stillgelegten Güter- und Rangierbahnhofes, an dessen wiederum südwestlichem Ende sich außerdem ein größtenteils bereits abgebrochenes Bahnbetriebswerk befand. Zu dessen für die Wartung und Versorgung von Dampflokomotiven ausgelegten Anlagen gehörten u. a. auch eine Drehscheibe mit Ringlokschuppen, letzterer und der gerade zu einem Restaurant umgebaute Wasserturm sind die einzigen übriggebliebenen Zeugen dieser Zeit.
Das gesamte Gelände ist eine der größten deutschen innerstädtischen Freiflächen, die die Deutsche Bahn AG zur Umnutzung an interessierte Investoren verkaufen will. Der Plan zum Bau des größten Einkaufszentrums Deutschland ist jedoch aufgrund der befürchteten Verödung der Duisburger Innenstadt vom Rat der Stadt Duisburg bis auf weiteres ausgesetzt worden.

Geschichte
Ehemalige Privatbahnen
Am 9. Februar 1846 begann das Eisenbahnzeitalter in Duisburg, als die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) mit ihrem Duisburger Bahnhof das zweite Teilstück ihrer Stammstrecke von Köln-Deutz nach Minden (Westf) einweihte. Im folgenden Jahr erreichte man am 15. Mai 1847 dann Hamm (Westf), sodass Duisburg nicht mehr Endbahnhof, sondern Durchgangsbahnhof auf der Strecke von Düsseldorf nach Oberhausen wurde.
Fünfzehn Jahre später, im Jahre 1862, eröffnete dann die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME) ihre Ost-West-Verbindung durchs Ruhrgebiet von Dortmund bzw. Witten nach Duisburg und erbaute ihren Bahnhof in unmittelbarer Nähe zum bereits bestehenden Bahnhof, im Gegensatz zu diesem aber nicht als Durchgangsbahnhof sondern als Kopfbahnhof, der nur von Nordost angefahren wurde.
Am 15. Februar 1870 ging schließlich eine zunächst nur drei Kilometer lange Stichbahn der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) vom Trajektbahnhof Hochfeld nach Duisburg in Betrieb, die dann im Jahre 1879 Ausgangspunkt der neuen Strecke nach Quakenbrück wurde, somit war der dritte Bahnhof am gleichen Ort auch wieder ein Durchgangsbahnhof.

Preußische Staatseisenbahnen
Die Bahnhofsgebäude der drei Eisenbahn-Gesellschaften blieben erhalten und wurden erst abgerissen, als nach der Verstaatlichung und Übergang an die Preußischen Staatseisenbahnen ein gemeinsames Empfangsgebäude in Insellage zwischen den Bahnsteigen der einzelnen Strecken gebaut werden sollte.
Die Zufahrt zu diesem Gebäude erfolgte von Norden von der Mülheimer Straße, die zu dieser Zeit noch niveaugleich und mit Bahnübergängen gesichert gekreuzt wurde. Erst Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts wurden alle Gleise in Hochlage gebracht.

Deutsche Reichsbahn
Das preußische Bahnhofsgebäude der 1920 zur Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft vereinigten ehemaligen Länderbahnen wurde erst Anfang der 1930er Jahre abgerissen, um Platz für eine deutliche Erweiterung des Bahnhofs auf die heutige Größe zu schaffen.
Das heute noch existierende Empfangsgebäude des Personenbahnhofes am Portsmouthplatz entstand in den Jahren 1931 bis 1934 unter Leitung von Regierungsbaudirektor Johannes Ziertmann (Architekt bei der Reichsbahndirektion Essen) und galt als eines der modernsten Bahnhofsgebäude seiner Zeit. Zu vergleichen ist es mit den in derselben Epoche entstandenen Empfangsgebäuden in Düsseldorf und Oberhausen. Die zwei Skulpturen an der Stirnfront der als Stahlskelettkonstruktion errichteten Schalterhalle stammen von dem Essener Bildhauer Joseph Enseling. Die Bahnsteigüberdachungen sind konstruktiv ähnlich den in den 1980er Jahren verschrotteten Überdachungen des Düsseldorfer Hauptbahnhofs (Vierendeelträger) und folgen konzeptionell den bereits vor dem Ersten Weltkrieg errichteten Überdachungen des Darmstädter Hauptbahnhofs.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hauptbahnhof bei einem schweren anglo-amerikanischen Bombenangriff auf Duisburg stark beschädigt.

Deutsche Bundesbahn
Nach dem Krieg wieder aufgebaut, wurde das Bahnhofsgebäude mehrfach umgebaut. Bei den Neugestaltungen wurde dabei das Erscheinungsbild mehrfach zugunsten der Funktionalität simplifiziert, so sind z. B. die Gemälde der Haupthalle zunächst hinter Verblendungen, später unter Farbe verschwunden.
Im Jahre 1992 wurde im Rahmen der Einweihung der Stadtbahn Duisburg die neue Verknüpfungshalle Nord im Betrieb genommen, dazu wurden alle sechs Bahnsteige mehrere hundert Meter weit in Richtung der ehemaligen Straßenunterführung von der Mülheimerstraße zur Königstraße verlängert und mit einfachen Bahnsteigdächern versehen, die sich optisch deutlich von der alten Bahnsteighalle absetzen.

Deutsche Bahn AG
Der Duisburger Bahnhof scheint von der Deutschen Bahn AG stiefmütterlich behandelt zu werden. So wird die dringend notwendige Renovierung beziehungsweise der Neubau der Gleisüberdachung und eine dem deutschen Großstadtstandard - Duisburg ist eine der 13 größten Städte Deutschlands - entsprechende Innengestaltung des Bahnhofes ebenso wie in vielen anderen NRW-Großstädten (vgl. Dortmund Hbf, Münster (Westf) Hbf) seit Jahrzehnten hinausgezögert.
Um sich diese Kosten zu sparen wurde angesichts des bevorstehenden Börsengangs der Deutschen Bahn AG der Duisburger Hauptbahnhof trotz seiner zentralen Lage und Bedeutung für das Umland zuletzt von Kategorie 1 (Fernverkehrsknoten) abgestuft nach Kategorie 2 (Fernverkehrssystemhalt), obwohl hier drei Fernverkehrsstränge zusammenlaufen (vgl. Abschnitt Fernverkehr). Diese Herunterstufung wird auch dadurch dokumentiert, dass der Eintrag des Hauptbahnhofes Duisburgs von der Internet-Site der Bahn genommen wurde.
Der desolate Zustand der Duisburger Bahnsteigüberdachung war schon lange nicht mehr zu übersehen, überall tropfte Regenwasser durch, ein Herabfallen der maroden Dachelemente auf die Reisenden nur durch notdürftig untergezogene Netze zu verhindern versucht.
Am 21. November 2008 deckte das Sturmtief-Irmela Teile der Bahnsteigüberdachung ab, der gesamte Bahnhof musste daraufhin für mehrere Stunden gesperrt werden.

Dringend benötigte Sanierung
Am Freitag, den 12. Dezember 2008, gab die Deutsche Bahn AG und das Land NRW bekannt, dass die dringend benötigten Sanierungsarbeiten Mitte des Jahres 2009 beginnen werden. Die Gesamtkosten werden auf ca. 60 Millionen Euro beziffert.
Der erste Bauabschnitt beinhaltet die Sanierung der Empfangshalle. Unter anderem sollen die störenden Zwischendecken wieder entfernt werden, und das Gebäude in einen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Fassade sind nicht geplant. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt werden mit 10,1 Mio. Euro veranschlagt.
In einem zweiten, wesentlich kostenintensiveren Bauabschnitt, sollen ab 2011 die Bahnsteige, Gleisanlagen und die marode Dachkonstruktion saniert werden," stellt die Internetplattform Wikipedia den Duisburger Hauptbahnhof vor.
Dass täglich rund 700 Züge den Hauptbahnhof ansteuern und rund 82.000 Reisende befördern, dass er 1846 eröffnet wurde und dass Eduard Lyonel Wehner der Architekt ist, steht dort auch.
Als eifrigre Bahnfahrer kenne ich natürlich den maroden Zustand des Gebäudes. Daher bin ich schon gespannt, ob die hier vorgestellten Sanierungsarbeiten tatsächlich so durchgeführt werden, wie sie angekündigt wurden. Wer möchte schon beispielsweise an einem vermeintlich trockenen Ort stehen und trotzdem nass geregnet werden?

Hauptbahnhof und Gläserner Hut

Duisburg, Juni 2008 - Die scheinbar übereinander geschobenen Baukörper, die Fassadengestaltung und die Materialwahl lassen die ehemalige Hauptpost zu einem der wenigen Beispiele des Neuen Bauens in der Duisburger Innenstadt werden. Erwähnenswert ist darüber hinaus das 1929 im Dellviertel an der Düsseldorfer Straße 161 erbaute Polizeipräsidium. Die städtebauliche Bedeutung des Hauses ist im Zusammenhang mit dem Hauptbahnhof zu sehen. An den viergeschossigen Kopfbau mit Flachdach ist nach Süden hin ein ebenfalls flach gedeckter, jedoch nur dreigeschossiger Teil angefügt. Der Hauptzugang liegt im Kopfbau, gestalterisch durch ein umlaufendes Vordach von den drei darüberliegenden Obergeschossen getrennt.
Die in der Fassade gleichmäßig aufgeteilten Fenster der Obergeschosse werden durch gleichermaßen umlaufende Fensterbank- und Sturzgesinde zusammengefasst. Unter der Traufe ist mittig eine Adlerskulptur aus Naturgestein angebracht. Die gerundete massive Gebäudeecke der Obergeschosse findet im Erdgeschoß ihr Pendant in einem gebogenen Schaufenster," berichtet die Arbeitsgemeinschaft Architektur im Ruhrgebiet in ihrem Buch über die Architektur in Duisburg.
Lang, lang ist`s her, dass die Deutsche Bundespost hier residierte. Paketpost im Erdgeschoß, Briefe, Faxe und Postbank im 1. Obergeschoß. Weiter kam man als Kunde nicht. Geschäftsstelle der WAZ / NRW und Redaktion des Wochenanzeigers im Erdgeschoß, Redaktion der WAZ und NRW im 1. Obergeschoß, irgendwo das Radio Duisburg. So sieht die Situation heute aus.
Man muss schon einen besonderen Grund haben, warum man sich heute in die heiligen Halle der beiden größten Duisburger Zeitungen wagen soll - die meisten Leute sind hier nur Passanten, die gelegentlich an den Aushängen in den Schaufenstern stehenbleiben und "Zeitung lesen". Wer Briefmarken und Telefonkarten braucht, geht heute zur Post in ihrem schlauchartigen Ladenlokal auf dem Sonnenwall. Ob sich die Post mit dem Umzug wirklich einen Gefallen getan hat, sei einmal dahingestellt. Heftigste Kritik entzündet sich schon allein daran, dass nur wenige Schalter geöffnet sind und sich dementsprechend lange Schlangen bilden.
Doch zurück zur ehemaligen Hauptpost. Etwas abseits und doch zentral. In den Jahren 1929 bis 1931 erbaut ist das Gebäude fest im Duisburger Stadtbild verankert, zumal ja auch der Hauptbahnhof gleich um die Ecke ist. Wie es wohl wäre, wenn es das Hauptpostgebäude nicht mehr geben würde und stattdessen ein anderes Gebäude dort steht? Keine Ahnung. Gedanke habe ich mir keine darüber gemacht. Andreas Rüdig

Hauptbahnhof 1955

Bahnhofvorplatz Ausführungsentwurf 1941 (Quelle Archiv Willi Bütefür)

 Hauptbahnhof


Der Vorkriegshauptbahnhof unten aus dem Jahr 1913

und 1958

und im März 2007