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Geschichte des Zoos
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Schau’ mir in die Augen, Kleines

Duisburg, 17. Mai 2012 - In der griechischen Mythologie erschuf die Göttin Hera sein „hundertäugiges“ Federkleid aus dem vieläugigen Riesen Argos, der mit seinen sprichwörtlichen Argusaugen Io bewachte und von Hermes getötet wurde. Er gilt als Symbol von Schönheit, Reichtum, Liebe und Leidenschaft aber auch Unsterblichkeit, Arroganz und Eitelkeit. Im profanen Leben liebt er Autos, zumindest deren glänzenden Autolack, in dem er sich spiegelt. Er ist verrückt nach Blumen und doch wohl eher auf der Suche nach Käfern: der PFAU.
Der wohl älteste Ziervogel der Welt ist aus unseren Parkanlagen nicht mehr wegzudenken und kommt doch ursprünglich aus Indien und Sri Lanka. Ein höchst ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus trennt ein eher unscheinbares Weibchen vom farbenprächtigen Hahn, wenngleich die Federkrone am Scheitel noch beiden eigen ist. Der Hahn fällt durch ein leuchtendes Blau an Hals, Brust und Bauch auf. Je nach Lichteinfall kann das Gefieder grünlich und golden schimmern.
Sein charakteristisches Merkmal ist sicher die einzigartige Schleppe. Sie besteht aus stark verlängerten, bis 150 cm langen Oberschwanzdeckfedern, die zu einem fächerförmigen Rad aufgestellt werden können. Der eigentliche Schwanz ist im Übrigen mit nur knapp einem halben Meter viel kürzer, braun gefärbt und besteht aus mehrstufig angeordneten Steuerfedern. Die plastisch leuchtende Federzeichnung von großen, blau irisierenden „Augen“ soll Fressfeinde abschrecken, die diese als Augen von großen Säugetieren interpretieren sollen.
In der Verhaltensbiologie bezeichnet man das prächtige Gefieder als visuelles Ornament: es soll ein Indikator für genetische Fitness sein. Nach der Sexy-Son-Hypothese haben die umworbenen Hennen umso mehr Nachwuchs, je mehr Augen das Männchen auf seiner Schleppe zu bieten hat. Man darf sich zu Recht an den berühmten Spruch „Schau’ mir in die Augen, Kleines“ erinnert fühlen, auch wenn es sich hier um einen der hartnäckigsten und berühmtesten Zitat-Verdreher handelt. Ansonsten ist die lange Schleppe eher hinderlich und setzt das Flugvermögen herab. Das so genannte Handicap-Prinzip besagt aber, dass gerade dieser scheinbare Nachteil für die Hennen bei der Paarung ein Hinweis auf widerstandsfähigen, gesunden Nachwuchs ist. Ein Hahn, der derart gehandicapt ist und dennoch überlebt, hat wertvolle Gene!
Pfaue sind im Zoo Duisburg seit jeher Freigänger. An den Besuchern stolzieren sie nahe, aber doch in gebührendem Abstand vorbei. Passend zur jetzt zu beobachtenden Fortpflanzungszeit balzen die Hähne fast pausenlos die verfügbaren Damen an.

 

Tierischer Vatertag im Zoo

Duisburg, 15. Mai 2012 - Am Donnerstag ist es wieder soweit: Vatertag steht ins Haus! Dieser Ehrentag, an dem sich Väter aufmachen, um sich selbst zu feiern oder der Tradition nach ihre Sprösslinge in alte Sitten und Gebräuche einzuführen, bietet guten Anlass, mal den einen oder anderen Blick auf die Väter im Tierreich zu werfen, um zu vergleichen, wie diese sich um ihren Nachwuchs bemühen.
Im Zoo Duisburg hätte Gorilla-Mann MAPEMA allen Grund, sich feiern zu lassen, ist er doch nicht nur ein stolzer und muskelbepackter Silberrücken, der drei Frauen sein Eigen nennt, sondern auch ein liebevoller Vater von inzwischen 4 Jungtieren. Während der jüngste, erst wenige Monate alte Nachwuchs noch von Mutter SAFIRI herumgetragen wird, toben die drei übrigen Jungtiere zur Begeisterung der Zoobesucher über die Außenanlage.
Auch der männliche Große Tümmler IVO führt ein Leben mit 3 Frauen und bringt es aktuell gleich auf 5 Nachkommen. Noch nie in der Geschichte des Zoo Duisburg hat es solch einen Kindersegen bei den Delfinen gegeben.
Vielweiberei ist auch bei den südamerikanischen Laufvögeln, den Nandus angesagt, allerdings mit etwas vertauschten Rollen bei der Jungtieraufzucht. Nicht etwa die Nanduhennen, sondern der stolze Nandu-Hahn EDGAR, bebrütet das Gelege, das ihm gleich mehrere Hennen ins Nest gelegt haben. Wie bei diesen Laufvögeln üblich, kümmert sich der Vater alleine um die Brut und verteidigt diese vehement. Selbst die vertrauten Pfleger machen momentan während der Reinigungsarbeiten einen Bogen um ihn.
„Ein Weibchen ist genug“, denkt sich hingegen Tiger-Mann EL-ROI, dessen halbwüchsige Tochter Ahimsa für reichlich Trubel auf der Anlage sorgt.
Gänzlich Ruhe vor seinen Weibchen wünscht sich wiederum Elefanten-Mann SHAKA. Wie bei Elefanten üblich lebt er als erwachsener Bulle fast ganzjährig alleine. Nur gelegentlich besucht er seine Weibchen, die in einem Sozialverband im Nachbargehege leben.
„Jeder wie er möchte“, meint man sagen zu wollen. Unzählige Varianten des Vaterdaseins gibt es im Tierreich, ob als alleinerziehender Vater, wie z.B. bei den Seepferdchen, als reiner Erzeuger, der mit der Aufzucht der Jungtiere nichts am Hut hat, wie z.B. bei den Kattas, oder als fürsorglicher Vater und Beschützer, der sich liebevoll um den Nachwuchs kümmert, wie z.B. bei den Riesenottern.
Alle Väter, aber natürlich auch alle anderen Familienmitglieder, können sich im Zoo selbst ein Bild davon verschaffen, welchem Tier der Vater am ähnlichsten ist.
Giraffen-Mann KIRINGO, Shetandpony-Mann ANTON, Koala-Mann KUNA und alle anderen Vatertiere im Zoo Duisburg freuen sich auf den Besuch vieler menschlicher Väter mit ihren Familien.

Sex bei Zootieren

Duisburg, 2. Mai 2012 - Vielleicht haben auch Sie es schon bemerkt: lächelnde Gesichter, gut gelaunte Menschen – die Frühlingsgefühle sind da! Und wozu das ganze Hormonspektakel? Na klar, es geht um die Weitergabe seiner Gene. Passend zum Wonnemonat Mai lädt der Zoo Duisburg seine Besucher auf einen Ausflug in das Reich der Fortpflanzung ein. Und siehe da: Auch im Tierreich muss man(n) sich gewaltig anstrengen, wenn es darum geht, das Herz der Auserwählten zu gewinnen. Wie steinig ist der Weg, den ein Koala-Männchen auf sich nimmt, um zur Angebeteten zu gelangen? Führt ein Löwe in seinem Harem wirklich ein königliches Leben? Und wieso gibt es überhaupt so viele Kämpfe um die Gunst der Weibchen?
Bei der kostenlosen Sonderführung zum Thema „Sex im Zoo“ hat jeder Interessierte die Gelegenheit zu erfahren, was ein Nashorn wirklich „anmacht“. Viele spannende Geschichten um das tierische Werbeverhalten, treue Seelen und echte Machos weiß der Zoo Duisburg am 13.05.2012 um 12:00 und 14 Uhr zu berichten.
Aber um puren Sex geht es bei Zootieren bei Weitem nicht! Fortpflanzung ist nicht nur ein sozialer Bestandteil im Leben eines jeden Tieres, sondern gerade für vom Aussterben bedrohte Tierarten überlebenswichtig. Menschliche Tiergärtner haben also dafür Sorge zu tragen, dass die richtigen Partner zueinander finden, weshalb die Singlebörse für Zootiere weltweit vernetzt ist. Ein Partnertausch zwischen Australien und Griechenland, Portugal und Deutschland ist da keine Ausnahme. Doch damit ist es natürlich nicht getan: Den seltenen Zoobewohnern muss natürlich das richtige Ambiente geschaffen werden, und sind potenzielle Partner endlich gefunden, kommt die Zerreißprobe – harmoniert das Paar oder können sich die beiden womöglich gar nicht riechen?
Die Teilnehmeranzahl der Führungen ist auf jeweils 20 Personen begrenzt. Verbindliche Anmeldungen werden bis zum 11.05.2012, 13:00 Uhr unter limpinsel@zoo-duisburg.de (Stichwort: „Sex im Zoo“) entgegen genommen.

 

Noch freie Plätze für Erwachsenen-Nachtsafaris

Duisburg, 26. April 2012 - Die vom Zoo Duisburg vor Jahren ins Leben gerufenen Kinder-Nachtsafaris hatten sich derart großer Beliebtheit erfreut, dass auch an die Großen gedacht und Erwachsenen-Nachtsafaris angeboten wurden. Schnell entwickelte sich das unterhaltsam-informative Nachtschwärmen durch den Zoo am Kaiserberg zum Renner!
Rundgänge durch den Zoo unter fachkundiger Führung nach Einbruch der Dunkelheit sollen den Besuchern nicht etwa das Fürchten lehren, sondern Einblick geben in die vie-len Aktivitäten rund um diejenigen Tiere, für die Dämmerung und Dunkelheit nicht unbe-dingt Anlass sind, im Schlummerparadies der Träume zu versinken. Etwas Gänsehaut ist dabei auch garantiert: eventuell heulen ja gerade die Wölfe, wenn die Gruppe am Gehege vorbei schleicht?

Für die Veranstaltungen im Mai und im Juni sind noch Plätze frei. Eine telefonische Anmeldung ist dabei unbedingt erforderlich: von Montag bis Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr unter 02 03/30 55 979.
Preis pro Person: 16,-- €. Treffpunkt ist am Haupteingang an der Mülheimer Straße, um 19.30 Uhr starten die Führungen. Termine: 18.05.2012, 01.06.2012, 15.06.2012 und 29.06.2012

 

Vielfraß-Nachwuchs im Zoo Duisburg
Zwar ist der Vielfraß als größter Vertreter der Marderartigen ein Tier mit einem jederzeit guten Appetit, ihm jedoch eine dauernde Fresssucht zu unterstellen, wie der Name ‚Vielfraß’ suggerieren könnte, würde dem Tier nicht gerecht werden. Der Name des Vielfraßes bezieht sich keineswegs auf die Ernährungsgewohnheiten des Tieres, sondern leitet sich vielmehr vom skandinavischen Namen Fjellfräs ab, was ins Deutsche übersetzt Gebirgs- oder Felsenkatze bedeutet. Aus dem nordischen Fjellfräs ist so über die Jahre der heute im Deutschen gebräuchliche Name Vielfraß entstanden.
Die eher selten in Zoos anzutreffenden Vielfraße werden seit über 10 Jahren am Kaiserberg gehalten. 2005 klappte es erstmals mit 3fachem Nachwuchs, der später an Partnerzoos im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes abgegeben werden konnte. Nachdem das damals 7jährige Weibchen RONJA im Jahre 2008 nach viel bürokratischem Aufwand seinen neuen Partner, das junge Männchen VANÜTSCHKA aus dem Zoo Moskau, willkommen heißen konnte, stellte sich nach dem dreifachen Erstlingswurf im Jahr 2010 kürzlich erneut Nachwuchs ein.

Das Resultat der anhaltenden Vielfraß-Liebe konnten die Pfleger vor wenigen Wochen entzückt entdecken: in einem heftig von der Mutter verteidigten unterirdischen Bau hatte sie drei Jungtiere zur Welt gebracht, wovon zwei überlebten. VANÜTSCHKA hatte da nicht gut lachen, denn jegliche Annäherungsversuche quittierte die Mutter mit Gekeife: die Höhle war für ihn vorerst Tabu!
Mittlerweile sind die Jungtiere schon ordentlich gewachsen, hatten sich aber längere Zeit ausschließlich im wenig einsehbaren Teil des ansonsten frei zugänglichen, zweigeteilten Außengeheges aufgehalten. Von den Eltern sind sie aber aufgrund der geringeren Größe noch eindeutig zu unterscheiden. Sie machen sich derzeit einen Spaß daraus, die Gehegeeinrichtung auf Herz und Nieren zu testen. Vielfraße sind nicht nur hervorragende Kletterer, sondern gelten gemeinhin als wahre Ausbruchskünstler.

 

Mit Knopfaugen und Ringelschwanz – Die Kattas kommen!

Duisburg, 19. April 2012 - Manche Zoobewohner haben es einfach drauf: sie faszinieren die Massen!
Kattas, Halbaffen aus Madagaskar, gehören zweifelsfrei dazu. Allein ihr äußeres Erscheinungsbild – leuchtend-gelbe Knopfaugen und schwarze Stupsnase im fuchsartigen Gesicht sowie der überlange, schwarzweiß gekringelte Schwanz – bringt ihnen viele Sympathiepunkte ein. Ihre waghalsigen Sprünge tun ihr Übriges und wenn sich der ganze Familienverband hochsozial zu einem großen, wärmenden Fellknäuel zusammenkauert, kann es eigentlich nur noch eine Steigerung geben: Jungtiere!
So ist es auch Anfang März geschehen, als der Pfleger auf seiner morgendlichen Kontrollrunde ein Jungtier am Bauch der Mutter hängen sah. Die erfahrenen Pfleger wissen, dass sie in der ersten Zeit verstärkte Sichtkontrollen vornehmen müssen. Liegen nämlich viele Gruppenmitglieder im Körperkontakt beieinander, landen die Jungen auf der Suche nach den mütterlichen Zitzen schon mal auf einem anderen Weibchen! Die kritische Phase ist aber schon überwunden, denn der Baby-Katta ist kräftig genug, um aus eigner Kraft auf die Mutter zurückzuwechseln.
Erste Erkundungstouren stehen bereits an auf der riesigen Schauinslandreisen-Lemureninsel: Sie betreffen mittlerweile nicht mehr nur meterhohe Kletterbäume und zig-Meter an Kletterseilen, sondern auch Vertreter anderer Lemuren(=Halbaffen)arten. Ein zweites Warmhaus wurde letztes Jahr gebaut, um die bislang anderweitig im Zoo untergebrachten Schwarz-weißen wie Roten Varis sozusagen als Inselgenossen auf die Anlage zu holen. Die einzelnen Gruppen werden momentan aneinander gewöhnt, insofern kann es durchaus passieren, dass z.B. die Schwarz-weißen Varis bei den Kattas im Haus übernachten!
Lemuren sind heute recht selten geworden. Auf Madagaskar schwinden unter dem Druck einer wachsenden Bevölkerung, Kultivierung und Besiedelung die letzten Urwälder als Lebensraum so rasch dahin, dass die Tierbestände stark schrumpfen. Im Zoo Duisburg wird durch die erfolgreiche und seit vielen Jahren andauernde Nachzucht vor allem bei den Kattas ein wesentlicher Beitrag zur Arterhaltung in Menschenobhut geleistet.

 

Zoo Duisburg ist stolz auf seinen Koala-Kindergarten
Manfred Schneider

 

Katta-Baby im Zoo Duisburg vorgestellt
Manfred Schneider