2005/06
Riga, LATVIA 05.05.2006 -
 Berichte aus Riga

 

Riga 2006: Viertelfinale in Griffweite -  "Elchtest" der Teams der WM-Mittelklasse

Riga/Duisburg, 3. Mai - A-WM 2006 RigaEin Blick auf die bisherigen Kaderlisten der Teams lässt erahnen, dass Riga 2006 zur am schlechtesten besetzten WM aller Zeiten werden könnte. Heute geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Mittelklasse und unterziehen die Teams der Ukraine, Lettland, Schweiz, USA und Slowakei einem Elchtest. Mit www.hockeyweb.de bleiben Sie in den nächsten drei Wochen immer am Puck, denn in unserer zehnteiligen Artikelserie präsentieren wir Ihnen alles Wissenswerte über die Eishockeyweltmeisterschaft 2006 in Riga.

Ukraine:

Seit dem Aufstieg aus der Division I im Jahre 1998 sind die Ukrainer fester Bestandteil der A-Gruppe. Einige Male entrannen die Blau-Gelben zwar knapp dem Abstieg, doch schon ein Vorrundensieg gegen Aufsteiger Italien sollte die Ukrainer dieses Jahr vor der Relegationsrunde bewahren.

Der bekannteste Eishockeyexport der „Sbirna“ heißt Alexei Ponikarovsky und verdient seine Brötchen bei den Toronto Maple Leafs. Für die bevorstehende WM erteilte der 26-jährige Center Trainer Oleksandr Seukand allerdings eine Absage.

So müssen die altgediegenen Schlüsselspieler Sergei Varlamov (Novosibirsk), Vitaly Litvinenko (Sokol Kiew), Roman Salnikov (Keramin Minsk), Sergei Klimentiev (AK Bras Kasan) und Vadim Shakhraychuk (Dynamo Moskau) für die nötigen Erfolge sorgen. Im Tor kann sich die „Sbirna“ auf die Dienste von Konstantin Simchuk verlassen. Der Keeper von Metallurg Magnitogorsk ist seit Jahren in der russischen Superliga engagiert.

Unser Tipp: Zwischenrunde sollte gesichert sein, aber mehr ist wohl nicht drin.

Lettland:

Die Enttäuschung nach dem Olympiaturnier sitzt den Letten noch immer im Nacken. Nach einem Unentschieden gegen die USA, setzte es in Turin nur noch hohe Schlappen und zur Krönung eine peinliche 2:5-Niederlage gegen Kasachstan. Trainer Leonid Beresnevs räumte daraufhin den Trainerstuhl und wurde vom Russen Petr Vorobjev ersetzt. Bei den Heim-Weltmeisterschaften ist also Wiedergutmachung angesagt.

Vorobjev vertraut aber weitgehend auf dieselbe Truppe die in Turin im Kampf um Olympisches Metal im Einsatz war. Von Verjüngung kann also im lettischen Team nicht die Rede sein. Die Heim-WM dürfte für einige Recken allerdings auch zur Abschiedsvorstellung werden, denn viele Spieler haben den Zenit ihrer Leistungsfähigkeit schon deutlich überschritten. An Motivation wird es dem Gastgeber aber sichern nicht mangeln.

Schmerzlich ist die Abwesenheit von Verteidiger Karlis Skrastins. Der NHL-Haudegen ist mit den Colorado Avalanche ins NHL Conference-Halbfinale aufgestiegen und wird in Riga 2006 nicht dabei sein. Auch die Altstars Sandis Ozolinsh (New York Rangers) und Aigars Cipruss (HK Riga 2000) sagten für das WM-Turnier ab. Die große Zeit des legendären Artus Irbe scheint ebenfalls beendet, denn der lettische Nationalheld, welcher noch zu Zeiten der Sowjetunion im Tor stand, erhielt keine Einberufung mehr. Sein ewiger Back Up Sergejs Naumovs (Novgorod/ RUS) oder Jungstar Edgars Masalskis (Neftyanik Almetievsk/ RUS) müssen nun die Lücke im lettischen Kasten stopfen. Sonst besteht die Mannschaft schon traditionell aus zahlreichen Legionären welche in diversen europäischen Ligen ihre Brötchen verdienen. Neben Augsburg-Verteidiger Arvids Rekis bilden Viktor Ihnatjevs (Linz/ ÖST) und Atvars Tribuncovs (Mora IK/ SWE) die Eckpfeiler der Hintermannschaft.

Für die nötigen Tore sollen der Krefelder Herberts Vasiljevs, Janis Sprukts (Hämmenlinna/ FIN), Grigorijs Pantelejevs (Bozen/ ITA), Leonids Tambijevs (EHC Basel/ SUI), Aleksandrs Semjonovs (Malmö/ SWE) und Russland-Legionär Aleksanders Nizivijs (Novgorod) sorgen. Das größte Versprechen für die Zukunft des lettischen Eishockeysports ist Mikelis Redlihs. Der Jungstar war schon bei den Olympischen Spielen im Einsatz und sorgte in der abgelaufenen Spielzeit bei Björklöven in der zweiten schwedischen Liga für Aufsehen.

Unser Tipp: Viertelfinale aufgrund des Heimvorteil sicher möglich.

Schweiz:

Bei den Eidgenossen hofft man derzeit vor allem auf ein schnelles Ende der NHL-Playoff-Serie zwischen den Montreal Canadiens und den Carolina Hurricanes. Gut möglich, dass die Canadiens-Akteure David Aebischer und Mark Streit oder Hurricanes-Keeper Martin Gerber schon vor dem ersten WM-Spiel im Flugzeug in Richtung Riga sitzen. Solange Teamkapitän Mark Streit nicht mit von der Partie ist trägt jedenfalls Ivo Rüthemann (Bern) das große C auf der Brust.

Auf einige Stammspieler muss Headcoach Ralph Krueger allerdings fix verzichten. Olympiaheld Paul Di Pietro, Patrick Fischer (beide Zug) und Marcel Jenni (Kloten) erteilten Krueger eine Absage und Enfant Terrible Reto von Arx (Davos) spielt seit seinem Rausschmiss beim Olympiaturnier 2002 sowieso nicht mehr für die Nati A. Verletzt hinzu kommen noch Steve Hirschi, Falvien Conne (beide Lugano), Patrick Bärtschi (Kloten) und Thomas Ziegler aus Bern. Darüber hinaus plagt Thierry Paterlini (ZSC Lions) noch eine Schulterverletzung, somit ist auch sein Einsatz ist eher ungewiss.

Doch Ralph Krueger ist in der glücklichen Lage diese hochkarätigen Ausfälle gut kompensieren zu können und setzt weitgehend auf Spieler aus der starken heimischen NLA. Neben Schweden-Legionär Martin Plüss (Frölunda) wurde noch Timo Helbling (Tampa Bay Lightning), der allerdings in der NHL in letzter Zeit nie zum Einsatz kam, für Ambri-Verteidiger Reto Kobach ins Team geholt.

Bislang lief die Vorbereitung jedenfalls sehr viel versprechend. Nach zwei Siegen über Deutschland (jeweils 1:0) folgten ein 2:1- und ein 6:3-Erfolg über Norwegen. Weiter ging es mit einem 2:2 und einem überragenden 4:0-Erfolg gegen die Slowakei. Im letzten Vergleich gegen Gastgeber Lettland am 2.Mai kann noch an der Feinmotorik gearbeitet werden um für die Gruppenspiele gegen Italien, die Ukraine und Schweden richtig gut in Fahrt zu sein.

Unser Tipp: Viertelfinale in Sicht und vielleicht eine historische Chance auf eine Medaille?

Slowakei:

In der Vergangenheit schaffte es die Slowakei immer etliche ihrer hochkarätigen NHL-Stars für ein WM-Turnier zu motivieren. In Anbetracht der zahlreichen Absagen ihrer Topstars Gaborik, Demitra, Bondra, Satan, Visnovsky, Suchy und Stumpel und des Play Off Engagements von Zdeno Chara, Andrej Meszaros, Richard ZEdnik und Michal Handzus, sollte die Slowakische Republik bei den diesjährigen Weltmeisterschaften aber keine allzu wichtige Rolle bei der Titelvergabe spielen.

Da der eigentliche Einser Goalie Peter Budaj noch in Colorado den Back Up für Jose Theodore mimt, muss sich das Trio Jan Lasak (Pardubice), Rastislav Stana (Södertälje) und Karol Krizan (MODO Hockey) wieder einmal um die Starter-Position streiten.

Vom Olympiateam sind neben den Goalies Lasak und Krizan nur noch die Verteidiger Milan Jurcina (Boston Bruins), Martin Strbak (CSKA Moskau) und die Angreifer Richard Kapus (Novokuznezk/ RUS) und Marian Hossa (Atlanta Trashers), sowie dessen Vater und Headcoach Frantisek Hossa übrig geblieben.

Trainer Hossa geht also mit einer sehr jungen und hungrigen Truppe in das WM-Turnier. In der Defensivabteilung soll neben dem erfahrenen Strbak auch noch Dusan Milo (Nitra) für die nötige Ruhe sorgen. Richard Stehlik (Sparta Prag), Rene Vydareny und Tomas Harant (beide HC Ceske Budejovice) könnten sich bei der WM ins internationale Rampenlicht spielen.

Selbiges gilt auch für die zahlreichen talentierten Angreifer. Die Jungstars Andrej Kollar und Miroslav Kovacik (beide Nitra) verdienen ihr Geld noch in der slowakischen Heimat. Lubomir Vaic gewann mit dem HC Bili Tygri Liberec den Grunddurchgang der tschechischen Extraliga, scheiterte aber in den Viertelfinal Play-offs am achtplatzierten Team seines Landsmannes Michal Hudec aus Budejovice. Bitter für den Vaic, denn in der internen Punkteliste des HC Liberec lag er auf dem ersten Rang.

Von den Pittsburgh Penguins kommt Tomas Surovy, der gemeinsam mit Milan Bartovic (Chicago Black Hawks), Martin Cibak (Tampa Bay Lightning), Marcel Hossa (New York Rangers) und den Schweden-Exporten Rastislav Pavlikovsky (MODO Hockey)und Miroslav Zalesak (Södertälje SK) für den nötigen Angriffspower sorgen soll. Mit Ivan Ciernik (Köln) ist auch ein Spieler aus der DEL mit dabei.

Unser Tipp: Trotz der hochkarätigen Ausfälle sollte es aber dennoch für das Viertelfinale reichen.

USA:

Der Kader der US-Boys weist noch einige Lücken auf, die noch mit Spielern aus der NHL geschlossen werden könnten. Nach der Absage von Rick Di Pietro (NY Islanders) werden sich Craig Anderson (Chicago Black Hawks) und der First-Round-Draftpick Jason Bacashihua (St.Louis Blues) im Kasten des Team USA abwechseln. Beide gelten aber als relativ unerfahren und kamen in ihren NHL-Vereinen bislang nicht über den Status des Back Up hinaus.

Die nötige Erfahrung auf internationalem Parket bringen die Angreifer Marty Reasoner (Boston Bruins), Richard Park (Vancouver Canucks), Ryan Malone (Pittsburgh Penguins) und die Verteidiger Joe Corvo (LA Kings) und Hal Gill (Boston Bruins) mit. Der mittlerweile 27-jährige Mark Cullen (Chicago Black Hawks) feiert sein spätes Debüt im US-Team.

Von den Altstars Keith Tkachuck, Bill Guerin, Mike Modano, Mathieu Schneider, Chris Chelios und Darian Hatcher erwartete man sich sowieso keine Teilnahme am WM-Turnier. Aufgrund ihrer Leistung und Einstellung beim Olympischen Turnier in Turin ist Trainer Evans aber sowieso besser beraten auf jüngere und vor allem motivierte Kräfte zu setzten. Mit den talentierten Andrew Alberts (Boston Bruins), Andy Hilbert, Dustin Brown (beide LA Kings), Ryan Kesler (Vancouver Canucks), Jim Slater (Atlanta Trashers) und dem 20-jährigen Drew Stafford von der University of North Dakota (First-Round-Pick der Buffalo Sabres 2004) scheint Eavers auch die richtigen Spieler gefunden zu haben.

Ein Mitwirken der Verteidiger Jordan Leopold (Calgary) und John-Michael Liles (Colorado) sowie der Angreifer Brian Gionta, Scott Gomez und Zach PArise (alle drei New Jersey) würden dem Team sicher helfen, doch die US-Leistungsträger der Zukunft sind noch in den NHL Play-offs tätig.

Headcoach Mike Eaves weiß auf jeden Fall mit jungen Talenten umzugehen. In der abgelaufenen Spielzeit heimste er mit der University of Wisconsin den Titel der NCAA ein. 2004 errang er mit dem US-Team die bislang erste und einzige Goldmedaille bei U20-Weltmeisterschaften und stand auch bei der Goldmedaille des U18-Teams im Jahre 2002 hinter der Bande. Mit dabei waren damals auch Ryan Kessler (2002, 2004) und Drew Stafford (2004).

Unser Tipp: Viertelfinale und eventuell ein wenig mehr.

(von Simon Kazianka)

Riga 2006: Das Eishockeyfest kann beginnen

Riga, 3. Mai - A-WM 2006 RigaIn wenigen Tagen faellt der Startschuss für die Eishockey Weltmeisterschaft in Riga. Die besten Eishockeynationen sind ab dem 5. Mai zu Gast in der Hauptstadt Lettlands, um den Eishockeyweltmeister 2006 zu küren. Im Vergleich zu den Olympischen Spielen in Turin und den letztjährigen Weltmeisterschaften in Wien fehlen natürlich die großen NHL-Stars, doch der hohe Stellenwert des Eishockeysports in Lettland sollte garantieren, dass diese WM ebenfalls zu einem großen Fest wird.
Die lettische Bevölkerung ist als sehr gesangfreudig und absolut eishockeyverrückt bekannt. Wer lettische Schlachtenbummerl bei Weltmeisterschaften schon einmal erleben durfte, ahnt was einen bei Auftritten des Gastgebers in der neu errichteten "Arena Riga" erwartet. Das Multifunktions-Stadion bietet auf jeden Fall Platz für 12 500 Zuseher und dient gemeinsam mit der eishockeyerprobten "Skonto Arena" (6 500 Besucher) als Spielstätte für die diesjährige Weltmeisterschaft.

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Zum Einstieg gibt es eine kleine Vorschau, in der wir heute die vermeintlichen Abstiegskandidaten aus Slowenien, Italien, Norwegen, Kasachstan, Dänemark und Weißrussland genauer unter die Lupe nehmen.

Slowenien:
Voriges Jahr entgingen die Slowenen nur knapp dem Abstieg. In der Vorrunde der diesjährigen WM warten Titelverteidiger Tschechien, Gastgeber Lettland und das starke Team aus Finnland. Die Slowenen können sich also schon in der ersten Gruppenphase auf die Relegationsrunde vorbereiten. Trainer Frantisek Vyborny vertraut zum größten Teil auf Spieler vom aktuellen Meister HK Jesenice und den Laibacher Klubs Slavia und Olympia. Schlüsselspieler sind Tschechien-Legionär Tomas Razingar (Pardubice) und der 18jährige Jungstar Anze Kopitar, welcher in der abgelaufenen schwedischen Elitserien 8 Tore und 12 Assists für Södertälje beisteuerte.
Nach den verletzungsbedingten Absagen von Miha Rebolj (Jesenice) und Krefeld-Stürmer Ivo Jan bleiben noch Oldboy Dejan Kontrec (Slavia Laibach), Italien-Legionär Robert Ciglenecki (Cortina) und Neu-Wolfsburger Elvis Beslagic (Bremerhaven), der vergangene Spielzeit zu den punktbesten Verteidigern der Zweiten Deutschen Bundesliga zählte.
Unser Tipp: Die Division I wartet schon.

Italien:
Auch Aufsteiger Italien erwartet ein sehr harter Kampf um den Verbleib in der A-Gruppe. Einziger Legionär im Kader von Michel Goulet ist Tony Iob vom KAC aus Österreich. Neben Iob bringen Jason Cirone, Giuseppe Buzzilo, John Parco und Giorgio de Bettin zwar die nötige Erfahrung auf das Eis, doch allzu viel sollte man sich von den Azzuri nicht erwarten. Schweden, Schweiz und die Ukraine scheinen außer Reichweite und die Relegationsmühle dürfte im italienischen Team schon vorprogrammiert sein.
Detail am Rande: Dino Felicetti und Roland Ramoser, welche die Italiener voriges Jahr noch in die A-Gruppe schossen, sind aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Trainer Goulet nicht dabei.
Unser Tipp: Nach einem Jahr im Konzert der Großen sollte es wieder in die Division I gehen.

Kasachstan:
Seit Jahren die große Unbekannte und immer wieder für eine Überraschung gut. Viele Tore kann man sich zwar von den Kasachen nicht erwarten, doch das strikte Defensivkonzept von Trainer Niklai Myshagin bringt zeitweise auch große Eishockeynationen zum Verzweifeln. Bei der hochkarätig besetzten WM im letzten Jahr und bei den Olympischen Spielen überraschten die Kasachen immer wieder mit knappen Ergebnissen. Im entscheidenden Vorrundenduell gegen Weißrussland sollte man sich also kein Offensivspektakel erwarten. Ob schon hier der Klassenerhalt gesichert werden kann bleibt abzuwarten.

Schlüsselspieler im Team Kasachstan sind Nik Antropov von den Toronto Maple Leafs und Torhüter Vitaly Kolesnik (diese Saison einige Male bei den Colorado Avalanche im Einsatz) Der Großteil der Mannschaft verdient seine Rubel in der Russischen Superliga und der Rest der Akteure kommt vom nationalen Serienmeister Torpedo Ust-Kamenogorsk. Urgestein Konstantin Shafranov (Novgorod/ RUS) und die Koreshkov-Brüder Alexander und Evgeny (Ust-Kamenogorsk) spielten lange Jahre in einer Linie und verstehen sich blind. Nach nunmehr 15 Jahren in derselben Mannschaft könnten die Korehkov-Brüder allerdings nächste Saison zum ersten Mal getrennt werden. Evgeny soll nächste Spielzeit zum HC Martigny in die Schweiz wechseln.
Unser Tipp: Der Klassenerhalt sollte sich ausgehen. Zu mehr wird es wohl nicht reichen.

Weißrussland:
Ähnliche Vorraussetzungen wie beim Vorrundengegner Kasachstan gelten auch für die Weißrussen. Mit einem Sieg im direkten Duell der Vorrunde würden die Weißrussen dem beinharten Abstiegskampf der Relegationsrunde entgehen. Kleiner Vorteil für das Team Belarus: Bei der letztjährigen WM in Wien schlug man die Kasachen mit 2:0. Gegen den großen Bruder aus Russland und die Slowakei hängen die Trauben aber wahrscheinlich zu hoch.
Den renommiertesten Namen im weißrussischen Team findet man auf der Trainerbank. Washington Capitals Headcoach Glen Hanlon leitet seit mehr als einem Jahr die Geschicke der Mannschaft und sollte auch dieses Jahr wieder für den nötigen Erfolg sorgen.

Genügend NHL-Erfahrung bringt Verteidiger Ruslan Salei mit. Sein Auftritt hängt allerdings noch vom Abschneiden der Anaheim Mighty Ducks ab, die noch in den NHL-Playoffs im Einsatz sind. Weitere Schlüsselspieler: Jungstar Andrej Kostitsyn (Montreal Canadiens), der allerdings den Großteil der vergangenen Spielzeit beim AHL-Farmteam in Hamilton im Einsatz war, sowie die Russland-Legionäre Mikhail Grabovsky (Dynamo Moskau), Oleg Antonenko (HK MDV Tver) und Torhüter Andrei Mezin (Salavat Yulaev Ufa). Der ehemalige DEL-Keeper (Berlin, Nürnberg) glänzte bei den letzten Weltmeisterschaften mit einer unglaublichen Fangquote von 97,14%.
Unser Tipp: Klassenerhalt sollte gesichert sei. Eventuell auch einige Überraschungen.

Norwegen:
In Norwegen wurde in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet und mit den Vorrundengegnern Kanada, USA und Dänemark können die Norsker durchaus zuversichtlich in das Turnier gehen. Gut möglich, dass sich der Aufsteiger schon in der Vorrunde den Verbleib in der A-Gruppe sichert. Der unmittelbare Gegner Dänemark ist mit Sicherheit in Reichweite.

Headcoach Roy Johansen formte in den letzten Jahren ein gut eingespieltes Team mit zahlreichen Legionären aus den europäischen Topligen. Mit Tore Vikingstad, Tomy Jakobsen (Düsseldorf) und Mats Trygg (Iserlohn) finden sich gleich drei Akteure, die vergangene Saison in der DEL tätig waren.
Weiters kann Trainer Johansen mit Patrick Thoresen (Södertälje), Lars Erik Spets (Brynäs Gävle), Anders Bastiansen (Mora IK) und Erik Ryman (Djurgardens) auf vier erfahrene Spieler aus der schwedischen Elitserien zählen. Bleibt noch Morten Ask von SaiPa Lappeenranta aus Finnland und die beiden Übersee-Jungstars Marius Holtet (Iowa Stars/ WHL) und Ole-Kristian Tollefsen (Syracuse Crunch/ AHL) welcher abgelaufene Spielzeit sogar fünf Mal NHL-Luft bei den Columbus Blue Jackets schnuppern durfte.
Unser Tipp: Die Norweger sind in Moskau 2007 mit von der Partie.

Dänemark:
Mit Siegen gegen Österreich und Deutschland in der Relegationsrunde entrannen die Dänen beim letztjährigen WM-Turnier nur knapp dem Abstieg. Um das Relegation- Prozedere dieses Jahr zu vermeiden, muss in der Vorrunde eigentlich nur ein Sieg gegen Aufsteiger Norwegen her. Leichter gesagt als getan, doch die Dänen können sich in entscheidenden Phasen immer entscheidend steigern.
Um Oldie Jens Nielsen (Aalborg) und Torhüter Peter Hirsch (Nordsjaelland Cobras) baut Trainer Mikael Lundstrom vor allem auf die Schweden-Legionäre Peter Regin, Frans Nielsen (beide Timra IK), Morten Green und Jesper Damgaard (beide MoDo Hockey), sowie Kim Staal, der heuer mit Malmö IF den Aufstieg in die Elitserien schaffte.
Jungstar Morten Madsen (Frölunda) machte auch schon ein paar Spiele in der Elitserien und steht gemeinsam mit Jannik Hansen (Portland/ WHL) für die neue Generation im dänischen Eishockey.
Unser Tipp: Wie im vergangenen Jahr schaffen die Dänen den Klassenerhalt in der Relegationsrunde.   S. K.

Schwedens großes Ziel

Zürich/Duisburg, 2. Mai - IIHFSchweden versucht in diesem Jahr etwas, was bisher noch keinem Nationalteam gelungen ist: Das Double, bestehend aus dem Olympiasieg und dem Gewinn der Weltmeisterschaft, wartet noch auf seinen ersten Vertreter. Bisher wurden lediglich in den Jahren 1972, 1976, 1992, 1994, 1998 und 2002 olympisches und weltmeisterliches Edelmetall ausgespielt. In ein paar Tagen ist es in Lettlands Hauptstadt Riga zum siebten Mal der Fall. Das baltische Land wird als Nation der 15. WM-Gastgeber in der Geschichte sein. Der letzte Neuling war das ehemalige Jugoslawien im Jahre 1966 Laibach als jetzige Hauptstadt Sloweniens. Die BRD wurde damals lediglich durch die Schiedsrichter Keller und Kirche vertreten. Das Team spielte in der B-Gruppe im nahen Zagreb (jetzt Hauptstadt Kroatiens) und wurde damals vor Rumänien und Jugoslawien Erster.

Die DDR belegte in der A-Gruppe einen hervorragenden fünften Platz. Der schwedische Weltstar Jörgen Jönsson wird höchstwahrscheinlich seine elfte WM absolvieren. Dies würde ihn, was die Anzahl der Teilnahmen angeht, mit internationalen Legenden wie Walerij Charlamow, Boris Michailow, Sergej Makarow, Vladimir Martinec und Ivan Hlinka gleichsetzen. Der 33-jährige, der in der letzten Woche in einem Testmatch gegen Russland eine Knieverletzung erlitt, ist allerdings auf dem Weg der Besserung, und zwar schneller als erwartet. Sein Bruder Kenny, ebenfalls Goldmedaillengewinner von Turin, wird ebenfalls erwartet. Jönsson bestritt auch bereits vier olympische Turniere und gewann zum ersten Male 1994 im norwegischen Lillehammer eine Goldmedaille.

Wie bekannt, sind mit Österreich und Deutschland die Absteiger des letzten WM-Turniers wieder erstklassig. Beide Mannschaften gewannen alle Spieler ihrer Gruppe und sind im nächsten Jahr wieder in der A-Gruppe vertreten. Diese wird in den russischen Städten Moskau und St. Petersburg zwischen dem 27. April und 13. Mai über die Bühne gehen. Die 2008-er WM wird in den kanadischen Städten Quebec und Halifax ausgespielt. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Die teilnehmenden Nationen haben bis zum 4. Mai 21.00 Uhr dem Direktorat ihre Kader vorzulegen. Maximalstärke 20 Spieler plus drei Torwarte, Minimalstärke 15 Spieler plus drei Torwarte. Die restlichen Spieler (bis zum erlaubten Maximum) müssen jeweils zwei Stunden vor dem jeweiligen Spiel bekannt gegeben werden. Vor der Qualifikations- und Abstiegsrunde dürfen die Teams noch zwei Spieler zusätzlich benennen. – Die Anzahl europäischer Akteure in der NHL ging um 27,16 % Prozent herunter.

In Zahlen heißt das, dass 261 Cracks aus Europa „drüben“ ihre Brötchen und auch Steaks verdienen. In der Saison 2003/4 waren es noch genau 300. Dies bezieht sich auf Akteure, die wenigstens einmal für einen NHL-Verein in der Punktrunde aufliefen. Spitzenreiter ist Tschechien mit 65 Cracks. Es folgen: Russland (51), Schweden (46), Finnland (39), die Slowakei (32), Deutschland (8), die Schweiz (4), Weißrussland (3), Österreich (3), Polen, Kasachstan und Lettland stellten zwei, Frankreich, Norwegen, die Ukraine und Litauen jeweils einen Spieler. Die internationale Rangliste führte Schweden mit 2895 Punkten an. Verfolger sind Tschechien (2825) sowie Kanada (2790), wobei die Männer mit dem Ahornblatt vor Turin den Spitzenplatz innehatten.