Duisburg, 26.
Februar 2007 -
Wieder haben viele MSV-Fans den Fernseher dem Stadion
vorgezogen, wieder nur 19217 Zuschauer. Die Gäste gehen mit
einer recht defensiven Aufstellung ins Spiel, beim MSV versucht
sich die eingespielte und zuletzt auch sehr erfolgreiche
Startelf.
Der Anpfiff ist erfolgt. Hansa beginnt vorsichtig, ganz anders
als zuletzt der KSC der von Beginn an nach vorne spielte. Das
macht es auch für die optisch überlegenen Zebras schwierig, in
den ersten fünf Minuten gab es noch keine einzige Torchance. In
der sechsten aber dann direkt zwei mal der MSV. Erst kommt
Lavric nach toller Vorarbeit von Bugera völlig frei zum
Kopfball, aber Schober rettet, nach der Ecke scheitert Schlicke
am sicheren Gästekeeper.
Die Niederlagen der Rückrunde scheinen Hansas Selbstvertrauen
angeknackst zu haben, in der Anfangsviertelstunde hat man von
den Gästen noch nichts gesehen. In der 18. Minute der erste
Torschuss durch Rahn. Für den MSV hatte zuvor Idrissou ins Netz
getroffen, aber wie so oft aus Abseitsposition.
In der 19. Minute fiel das 1:0 (li.) durch einen wunderschönen
Flugkopfball von Schlicke nach einer Ecke. Die Gäste müssen nun
nach vorne spielen und es kommt auch direkt Leben ins Spiel.
Einen Freistoß aus sicher 35 Metern lässt Beuckert regungslos an
den Pfosten klatschen,
anscheinend
hatte Filipescu den Ball noch abgefälscht (re.).
Der nächste Freistoß sitzt, die Offensivbemühungen der Gäste
werden umgehend belohnt, Yelens nächster Freistoß sitzt. Von der
Unterkante der Latte springt der diesmal von Schlicke
abgefälschte Ball ins Netz. Bereits mit dem nächsten Angriff
hätten die Gäste führen müssen, Kern kommt völlig frei vor
Beuckert zum Schuss, aber der rettet großartig.
Das Spiel nun abwechslungsreicher als in den ersten zwanzig
Minuten, Die Gäste zwar weiterhin auf eine kompakte
Abwehrbedacht, kontern aber nun besser, was im Gegenzug auch dem
MSV etwas mehr Raum gibt.
Kurz vor der Pause gibt es noch Gelb gegen Kern nach einem Foul
an Weber. Der holt sich fast im Gegenzug selbst seine Karte nach
einem taktischen Foul. Der Freistoß brachte dann fast die
Gästeführung, Dorn kam völlig frei zum Schuss, verzog aber.
Die ersten 45 Minuten sind um, nach der Chancenvereilung ein
sicherlich gerechtes Unentschieden. Der
MSV hat zwar mehr
Spielanteile, nach dem 1:0 wurden die Gäste aber gefährlicher
und deckten Schwächen in der MSV-Deckung auf. Unglücklich für
die Zebras, da die Freistoßentscheidung fragwürdig und dann der
Ball abgefälscht ins Netz flog (links).
Weiter geht's, der MSV unverändert, Hansa mit Rathgeb für Rahn.
Die Gäste wittern wohl ihre Chance
auf einen Sieg und spielen
nun deutlich druckvoller. Der eingewechselte Rathgeb sehr aktiv,
sorgt mit einem Kopfball für die erste Chance der zweiten
Hälfte. Der MSV zuerst beeindruckt, aber in der 53. hätte
Idrissou fast aus spitzen Winkel zum 2:1 getroffen, Mokhtari
setzt den Nachschuss leider in die Wolken. Kurz darauf sieht
Tararache Gelb. Die Partie gewinnt nun an Klasse, die Zebras
kämpfen sich zurück ins Spiel und machen wieder Druck. In der
62. Gelb für Madsen wegen Meckerns.
Nun ist Feuer unterm Dach. Das Stadion feiert das 2:1, einen
tollen Direktschuss von Tararache, aber das
Schiedsrichtergespann gibt das Tor wegen Abseits nicht. Schober
hatte eigentlich freie Sicht, von daher trotz der
Abseitsposition schwer nachzuvollziehen. In der 67. Wechsel
Hansa Shapourzadeh für Dorn ein, neben dem Feuerwerk auf dem
Feld brennen leider
auch ein paar Hansa-Anhänger Rauchbomben ab.
Der MSV hatte noch zwei gute Kopfballchancen nach Ecken und hat
Rostock mittlerweile wieder gut im Griff. Torschütze Yelen holt
sich noch Gelb wegen Ballwegschlagens, und als Schiedsrichter
Stark einen weiteren Treffer von Idrissou nicht gibt fliegen die
ersten Gegenstände. Der erste Hansa-Angriff nach langer Zeit
bringt die unverdiente Gästeführung, der eingewechselte Shapourzadeh trifft nach einem schönen Angriff zum 1:2, bitter.
Es wird noch schlimmer, nach einem Gerangel geht ein Rostocker
zu Boden, in der Folge erhalten Beinlich Gelb und Lavric Rot.
Bommer reagiert und bringt Kurth für Weber. Hansa nutzt die
personelle Überlegenheit gut aus, in der 81. Minute hätte Kern
bereits alles klar machen müssen, aber wieder rettet Beuckert
großartig gegen seinen alten Mannschaftskollegen. Die nächste
hundertprozentige setzt er fünf Minuten später neben den
Pfosten. Es spielt nur noch Hansa, der MSV ist platt, das sieht
nach einem Ende der Siegesserie aus.
Dann doch noch eine Chance für den MSV, bringt den Ball aber
nicht schnell genug unter Kontrolle und Mokhtari verfehlt das
von Schober verlassene Tor. Noch ein taktischer Wechsel bei
Hansa Wagefeld kommt für Yelen.
Dann ist die Partie aus und die Serie gerissen. Schiedsrichter
Stark hat sich sicherlich keine Freunde in Duisburg gemacht,
aber war nicht unbedingt der spielentscheidende Faktor. Dem MSV
fehlte einfach das Glück, was den Zebras in der Schlussphase
gegen Karlsruhe noch beistand.
Begleitschutz für den Schiedsrichter.
Es war so einiges negativ
gelaufen für die Zebras. nach 16 Spielen die erste Niederlage,
zudem auch
noch
die erste Heimniederlage. Dann zog Rostock noch am MSV vorbei
auf Rang zwei und zu allem Unglück kassierte Lavric noch den
roten Karton.
(Links, Daun, Schlicke und Mokhtari f assungslos).
Rechts Beinlich nach seinem Fall.
Da fällt der nicht so gute Zuscherzuspruch - wieder unter der 20 000er Marke - nicht mehr so ins Gewicht.
Bei aller Kritik am wenig nervenstarken Lavric muss aber
Beinlichs peinliche Aktion auch gewertet werden. Es kann nicht
angehen, dass hier das Verursacherprinzip gänzlich außen vor
bleibt und sich Schwalben lohnen. Dabei ist seine Begründung, er
sei ja schließlich sofort wieder aufgestanden schon eine
lächerliche Argumentation.
Spielerstimmen
Björn Schlicke: "Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht. Ich
weiß nicht, ob man die Tore, die wir geschossen haben auch
wirklich alle nicht anerkennen kann."
Stefan Beilich:
"Das war eine klare Tätlichkeit gegen mich. ich habe mich auch
nicht theatralisch fallen lassen, bin ja auch sofort wieder
aufgestanden."
Trainerstimmen:
Frank Pagelsdorf: Ich denke wir haben ein spannendes Spiel
gesehen. Der MSV war zu Beginn beider Spielhälften jeweils
dominierend, da waren wir zu passiv, dann kamen wir aber
immer besser ins Spiel. Aufgrund der größeren Torchancen war
der Sieg dann auch verdient, alleine Kern hätte das Spiel
mehrfach entscheiden können.
Rudi Bommer: "Ich
weiß nicht, was mit dem nicht gegebenen Tor aus der ersten
Hälfte ist. Das würde ich gern noch einmal sehen. Ich kann der
Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wer weiß, was in den letzten
tagen bei und mit Verletzungen und Krankheit alles los war, der
weiß, wie schwer es war, das diese Mannschaft heute so auflaufen
konnte. Wir haben über 90 Minuten das Spiel gemacht, haben
druckvoll gespielt und auch 1:0 geführt. Das nicht gegebene 2:0
war dann richtungweisend. Beim Konter müssen wir besser sortiert
sein, das darf so nicht passieren. Rostock hat zwei Chancen und
gewinnt. Wir können mit der Niederlage leben und werden am
nächsten Spieltag wieder angreifen. Zum Fall Lavric sage ich,
dass man nie so nah ran gehen darf. Aber wir müssen hier auch
klar über Schwalben sprechen." |