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Oberhausen/Duisburg, 18.
Dezember 2008 -Die Städte des Ruhrgebietes und des Bergischen Landes
suchen angesichts der dramatischen Entwicklung in den vergangenen
Monaten nach neuen Wegen aus der kommunalen Finanzkrise. Gemeinsam mit
dem Regionalverband Ruhr (RVR) und unter wissenschaftlicher Begleitung
von Prof. Dr. Martin Junkernheinrich (TU Kaiserslautern) haben sie in
einer Arbeitsgemeinschaft detaillierte Forderungen zur
Gemeindefinanzpolitik formuliert. Dieses Memorandum der Städte des
Ruhrgebiets und des Bergischen Landes wurde am Donnerstag in Oberhausen
von den Spitzen der beteiligten Kommunen sowie des RVR unterzeichnet.

Ein voller Saal mit 14 Oberbürgermeistern,
Bürgermeistern, Landräten und knapp zwei Dutzend Kämmerer, in der
Bildmitte Duisburgs OB Sauerland und Kämmerer Dr. Peter Langner, stehend
Oberhausen OB Klaus Wehling bei seiner Rede unten aufgeführten.
Es war schon beeindruckend, der gebündelte
Auftritt der Kommunen, die weder in Saus und Braus`gelebt haben, aber
dennoch als Pleitestädte gelten und als solche vom Regierungspräsidenten
haushalterisch beaufsichtigt werden. Klaus Wehling, Hausherr der
Luise-Albertz-Halle in Oberhausen war auch als Oberbürgermeister von
Oberhausen der "Lautsprecher" der von einer unglaublichen Finanzmisere
betroffenen Kommunen des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes. Diese
Kommunen sehen sich in der Vergeblichkeitsfalle, als diejenigen, die die
öffentliche und soziale Infrastruktur in Hinblick auf kommende
Generationen kaputt gespart sehen.
Dabei steht laut Grundgesetz diesen Städten eine aufgabengerechte
Finanzausstattung für die Wahrnehmung der kommunalen Selbstverwaltung
zu. Der tägliche Kampf um Kassenkredite spricht eine deutliche andere
Sprache. Wenn
Kommunen der Bundesrepublik 8,6 Mrd. Euro an Überschuss erwirtschaften,
es aber insgesamt mit einem Plus von 900 000 Millionen Euro eine
Gesamtverschuldung von 28,8 Mrd. Euro gibt, stimmt etwas nicht, zumal 45
Prozent der mit Kassenkrediten leben müssen Kommunen aus NRW kommen.
Deren Gesamtlast nun auf 13,6 Mrd. Euro gestiegen ist. Dass 63 Prozent
der Ruhrgebietsstädte und des Bergischen Landes hier mit 8,9 Mrd. Euro
dabei sind, erschreckt total. Dies betrifft nämlich 30 Prozent der
bundesdeutschen Kassenkredite bei 5,7 Millionen davon betroffenen
Menschen in diesen Kommunen.
"Da muss ich einmal fragen, wer meine Rede
Frau Merkel weiter gegeben hat", verwies Hausherr Klaus Wehling auf die
heutige Pressemeldungen aus dem Kanzleramt, das es nun analog zur
Aufbauhilfe Ost nun (endlich) eine Aufbauhilfe West geben sol. Fürwahr
trauen diese gebeutelten Kommunen solchen Worten (noch) nicht. Zu lange
haben sie auf ihre missliche Lage hingewiesen. Viel zu lange wurden sie
zum einen vertröstet, mit neuen belastenden hohen finanziellen Aufgaben
versehen und zudem mit zum Teil extremer Haushalstaufsicht in die Ecke
der fast Handlungsunfähigen gestellt.
Und: Auch wegen der Vorgehensweise der
Haushaltsaufsicht richtet sich der Zorn der geplagten Kommunen gegen den
Regierungspräsidenten. Gut verpackt wurde die "Forderungskeule" nach
einer neutralen Institution zur Überwachung erhoben. Heißt im Klartext:
Regierungspräsident und dessen Apparat soll weg.
Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling sprach Klartext
Wenn die Spitzen aller Städte und Kreise der Metropolregion Ruhr und die
Spitzen des Bergischen Städtedreiecks Remscheid-Solingen-Wuppertal ihre
Stimme gemeinsam erheben, dann sprechen Sie für viereinhalb Millionen
Menschen in unserem Land.
Wenn wir das bisher noch nie gemeinsam getan haben, dann spricht das
eindeutig für die Besonderheit dieses Anlasses. Und wenn wir das heute
in Oberhausen tun, dann sprechen die Haushaltszahlen meiner Stadt für
die Wahl des Versammlungsorts. Oberhausen, meine Damen und Herren, ist
in der öffentlichen Diskussion und Wahrnehmung derzeit der Inbegriff für
Kommunen in der Schuldenfalle, für Kommunen im Nothaushaltsrecht, für
Kommunen unter dem Spardiktat der Kommunalaufsicht.
Aber Oberhausen ist auch der Inbegriff für Kommunen, die sich diesem
blinden Spardiktat nicht beugen wollen. Oberhausen ist der Inbegriff
einer ganzen Reihe von guten Gründen, warum wir uns diesem blinden
Spardiktat nicht beugen dürfen, denn wir dürfen die Zukunftsfähigkeit
unserer Städte, Kreise und Gemeinden nicht verspielen. Nicht viel besser
als in Oberhausen sieht es in Hagen aus. Oder in Remscheid, Solingen,
Essen oder Wuppertal.
Sie werden schon bald meine Erfahrungen der letzten Monate teilen. Und
Kollege Sauerland aus Duisburg erlebt seit zweieinhalb Wochen hautnah,
wie es ist, wenn man einer Stadt von außen den Strom abdrehen will.
Meine Damen und Herren, Fast die Hälfte aller bundesweiten Kassenkredite
musste von Kommunen in NRW aufgenommen werden. Und davon wiederum der
weitaus größte Teil im Regierungsbezirk Düsseldorf. Dies ist ein
finanzieller Flächenbrand, der sich rasch ausbreitet. Heute in Duisburg
und Oberhausen, morgen vielleicht in Solingen oder Remscheid.
Und übermorgen?
An dieser Stelle wird von der Kommunalaufsicht gern über die Fehler oder
den vermeintlich fehlenden Sparwillen in diesen Kommunen gesprochen. Ich
sage deutlich: Niemand ist ohne Fehler. Weder in Oberhausen noch in
irgendeiner
anderen Kommune an diesem Tisch. Aber eine Debatte über die Pflichten
und Versäumnisse von Bezirks- und Landesregierung, die für das Wohl und
Wehe unserer Städte und Kreise genauso verantwortlich sind wie die
gewählten Räte und deren Vorsitzende, vermisse ich in diesem
Zusammenhang völlig.
Wir haben nicht in Saus und Braus gelebt. Wir stehen seit Jahren unter
permanentem Spardruck und unter permanenter Ausgabenkontrolle. Wir haben
keine vergoldeten Bürgersteige, müssen aber neidvoll sehen, dass viele
Kommunen in den neuen Bundesländern dank unserer bis heute anhaltenden
Subventionierung mittlerweile glänzend dastehen.
Anders ausgedrückt: Wir müssen Kredite aufnehmen und für die heute schon
vielfach bessere Infrastruktur in den Neuen Bundesländern zahlen.
Dieselben Investitionen sind uns in den eigenen Städten von der
Kommunalaufsicht verboten.
Meine Damen und Herren, wir haben anders als viele Banker nicht gezockt
oder geschlampt oder schlicht gepennt.
Aber: Für unsere Bürgerinnen und Bürger werden in Berlin oder Düsseldorf
zu Unrecht keine Milliardenpakete geschnürt.
Keine Frage: Wir wollen und wir werden unsere eigenen Sparbemühungen
erhöhen. Auch wenn‘s weh tut, auch über die Schmerzgrenze hinaus. Aber
alle Fachleute außerhalb der Landesregierung und der Bezirksregierungen
sind sich einig: Es geht nicht ohne Hilfe von außen.
Und damit sind wir beim gemeinsamen Memorandum „Wege aus der
Schuldenfalle“. Damit sind wir bei den Forderungen der Städte und Kreise
des Ruhrgebiets sowie des Bergischen Landes.
Ein solches Papier hat es in der fast 60-jährigen Geschichte unseres
Landes noch nicht gegeben. Es ist einerseits Ausdruck von Gemeinsamkeit
untereinander und andererseits leider auch Ausdruck von Hilflosigkeit
der einzelnen Städte, dem Thema „Kommunale Finanzen“ endlich das Gehör
zu verschaffen, das es in Regierungspräsidien, bei der Landesregierung
und beim Bund schon lange verdient.
Ich bin mir sicher, das wird ab heute anders. Mit dem Nachdruck aller
Unterzeichnerstädte, mit der Expertise renommierter Finanzwissenschaft
und über alle Parteigrenzen hinweg erhält dieses Memorandum ein
besonderes Gewicht. Und:
das öffentliche Bewusstsein für unsere Städte in Not ist gewachsen, seit
die Betroffenheit wächst.
In jeder Krise steckt eine Chance. Die Diskussion der vergangenen Wochen
bietet uns die Chance für einen dringend notwendigen Umdenkungsprozess
auf allen Ebenen staatlicher Verantwortung. Diese Chance müssen wir
nutzen.
In diesem Zusammenhang zum Abschluss noch ein ganz persönlicher Eindruck
aus meinen zahlreichen Gesprächen mit der Kommunalaufsicht in den
vergangenen Wochen und Monaten. Dort wird gebetsmühlenartig wiederholt:
Wir dürften nicht auf Kosten künftiger Generationen leben.
Ich warne ganz nachdrücklich davor, in weiten Teilen des Ruhrgebiets und
des Bergischen Landes die öffentliche und soziale Infrastruktur kaputt
zu sparen. Dies ginge erst Recht zu Lasten unserer Kinder und Enkel und
zu Lasten der Chancen unserer Region. Glückauf!
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Finanz- und
Wirtschaftsmaßnahmen für Städte und Gemeinden sind dringend erforderlich
Während andernorts bereits die möglichen Auswirkungen von Finanz- und
Wirtschaftskrise diskutiert werden, haben die Städte des Ruhrgebiets und
des Bergischen Landes immer noch nicht die Folgen der Letzten
Konjunkturfiaute überwunden. Der vergangene Aufschwung hat - trotz
überdurchschnittlichem Wirtschaftswachstum in den strukturschwachen
Städten — hier nicht zu HaushaItsüberschüssen oder gar einem
Schuldenabbau geführt. Es kam lediglich zu einer Verringerung der
Defizite und einer Abschwächung der Schulden Vielerorts ist m selbst m
Rekordjahr 2007 nicht aus den roten Zahlen herausgekommen.
Im Schatten konjunkturbedingter Einnahmenzuwächse der letzten Jahre hat
sich somit die Entkoppelung zwischen armen und reichen Städten n den
vergangenen Jahren weiter verstärkt. Die dramatischen Entwicklungen der
letzten Wochen und Tage lässt nun Schlimmes für das kommende
Haushaltsjahr erahnen. Eine ganze Region mit Millionen Menschen steht
mit dem Rücken zur Wand. Aus diesem Grund sind schnelle und
einschneidende Gegenmaßnahmen dringend erforderlich.

Harte Auflagen der Kommnunalaufsicht: Unangemessen und aussichtslos
angesichts der Strukturprobleme
Des Hauptproblem der Städte an der Ruhr und im Bergischen Land ist und
bleibt ihre prekäre strukturelle Situation:
• Die Steuereinnahmen, der strukturschwachen Städte liegen deutlich
unter dem Niveau der übrigen kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen
- von den wirtschaftsstarken Kommunen in Süddeutschland ganz zu
schweigen.
• Hinzu kommt die starke
Konjunkturanfälligkeit der kommunalen Einnahmen, die eine verlässliche
Haushaltsplanung auf Dauer unmöglich macht.
• Die massiven Belastungen aus sozialen Leistungen, dem größten
Einzelposten der kommunalen Haushalte, sind ein weiteres Problem. Sie
sind in den vergangenen Jahren - auch infolge immer neuer staatlicher
Entscheidungen - weiter stark angestiegen.
Vor diesem Hintergrund ist das Verhalten der Düsseldorfer
Bezirksregierung gegenüber Oberhausen und Duisburg unverständlich. Mit
eiserner Hand gegen die betroffenen Kommunen lässt sich das Problem
nicht lösen. Ganz im Gegenteil, auf diese Weise werden die Disparitäten
nur weiter verschärft.
Die neue Härte kann dabei nicht als Ausdruck einer angebrachten
Entschlossenheit der Kommunalaufsicht gewertet werden. Vielmehr zeigt
sich ihre Hilflosigkeit im Umgang mit der Strukturkrise. Letztlich
werden jetzt auch die Versäumnisse der Vergangenheit offenkundig. Durch
die unzureichende Finanzausstattung und ihre inkonsequente Haltung bei
der Überwachung der kommunalen Haushaltspolitik, die auch die
mangelhafte Finanzbasis aufgedeckt hätte, tragen Staat und
Kommunalaufsicht eine Mitschuld an der Schuldenfalle, in der sich
zahlreiche Kommunen befinden.
Forderungen der Ruhrgebietsstädte und der Städte des Bergischen
Landes: Neue Wege aus der Schuldenfalle
Die gegenwärtigen Herausforderungen sind gewaltig. Mit ihrem vierten
Memorandum wollen die Städte des Ruhrgebietes und des Bergischen Landes
Denkanstöße für neue Wege aus der Schuldenfalle geben. Jenseits
stereotyper Forderungen nach dem Muster „mehr Aufsicht‘ b Geld‘ geht es
um mittel und langfristig wirkende Strukturveränderungen am
Gemeindefinanzsystem. Kurzfristig müssen aber auch die Voraussetzungen
geschaffen werden, dass die strukturschwachen Kommunen überhaupt die
Möglichkeit haben, die Reformen noch zu erleben. Es ist absehbar, wann
welche Stadt nach Oberhausen und Duisburg als nächste den
Offenbarungseid leisten muss.
Hauptforderung:
Sicherstellung einer aufgabenangemessenen Finanzausstattung
Die primäre Forderung ist und bleibt die Bereitstellung einer
aufgabengerechten und stetigen kommunalen Finanzausstattung. Sie ist die
Grundvoraussetzung für die Überwindung der Krise und die Möglichkeit zur
Reform der kommunalen Haushaltssicherung. Dies bedeutet nicht „mehr
Geld“, sondern fordert zu einer Grundsatzdiskussion heraus, ob alle
Leistungsansprüche, die durch Bürger, Land und Bund an die Kommunen
gestellt werden, überhaupt finanzierbar sind. Nur danach kann sich die
Lösungsstrategie richten. Das bisherige Gemeindefinanzsystem
verschleiert zu sehr die Finanzierungsverantwortungen und trägt zu einer
Anspruchsinflation bei.
Insbesondere die kommunalen Bedarfe im Sozialbereich sind
unterfinanziert. Vor diesem Hintergrund sind die Vorschläge des
ifo-lnstituts für eine Reform des kommunalen Finanzausgleichs vollkommen
unverständlich. Sie würden zu einer massiven Umverteilung zulasten der
strukturschwachen Städte und Gemeinden führen und damit den jetzigen
Zustand noch verschärfen.
Auch die Solidarpaktfinanzierung höhlt die Finanzbasis der
strukturschwachen Städte immer weiter aus. Sie konnte in der
Vergangenheit fast nur durch Kreditaufnahme erfolgen. Deshalb darf sich
die Strukturförderung künftig nicht mehr nach der Himmelsrichten,
sondern muss nach der tatsächlichen Bedarfslage erfolgen. Zugleich muss
das Land die überzahlten Solidarbeiträge der letzten Jahre an die
Kommune zurückzahlen. Kommunales Geld darf nicht zur Sanierung des
Landeshaushalts dienen.
Baustein 1: Schuldenbegrenzung: Klare Regeln
Auf der Grundlage einer aufgabenangemessenen Finanzausstattung ist ein
erweitertes System der Haushaltssicherung zu entwickeln. Das vorhandene
Rege zur Schuldenbegrenzung ist zwar nicht grundsätzlich gescheitert,
verglichen mit Bund und Ländern hat es sogar relativ gut funktioniert.
Trotzdem weist es gravierende Lücken auf. Dies gilt vor allem für die
Kredite zur Liquiditätssicherung (die früheren Kassenkredite), die
bislang de facto keiner Beschränkung unterliegen. Auch für ihren Einsatz
und ihre Begrenzung
müssen endlich klaren Regeln entwickelt werden. Eindeutige und
verständliche Grenzen sind die Grundvoraussetzung für ein regelkonformes
Haushaltsverhalten.
Baustein 2:
Unabhängige Haushaltsaufsicht: Politisch unabhängiger Anwalt und
Kontrolleur der Kommunen
Von entscheidender Bedeutung für die finanzwirtschaftliche Sicherung der
kommunalen Selbstverwaltung ist eine institutionelle Neuansiedlung
Kommunalaufsicht als politisch unabhängige Haushaltsaufsicht. Anders als
die bisherige Kommunalaufsicht, die nur zu oft als verlängerter Arm des
Landes wahrgenommen wurde, hätte eine unabhängige Institution die
Möglichkeit, nicht nur bei einem etwaigem eigenem Fehlverhalten die
Gemeinden einzugreifen, sondern gleichermaßen auch unrechtmäßige
staatliche Eingriffe öffentlich als Ursachenfaktoren kommunaler
Finanzungleichgewichte zu kritisieren und abzuwehren.
Baustein 3: Eigenkapitalhilfe und vorausschauende Haushaltsführung
Die Städte des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes fordern eine Hilfe
gegen den übermäßigen Eigenkapitalverzehr für besonders stark belastete
Kommunen. Im Zuge der gegenwärtigen Finanzkrise sind nicht nur Banken,
sondern auch zahlreiche Kommunen von einem dramatischen Verlust ihrer
finanziellen Basis betroffen. Aufgrund der aufgelaufenen
Verbindlichkeiten ist Ihre Eigenkapitalbasis bereits so stark
zusammengeschmolzen, dass ihre Handlungs- und Überlebensfähigkeit akut
bedroht ist. Diese Städte und Gemeinden brauchen Hilfe, um nicht noch
tiefer in die Schulden- und damit Vergeblichkeitsfalle abzurutschen. Der
Staat sollte daher nicht nur den Banken, sondern auch seinen in Not
geratenen Kommunen Hilfen zur Eigenkapitalsicherung - und damit zur
Sicherung ihrer Handlungsfähigkeit - bereitstellen. Analog dem
Finanzmarktstabilisierungsfonds ist die Vergabe der Hilfsleistungen
dabei an Gegenleistungen zu binden, insbesondere an erhebliche
Konsolidierungsanstrengungen der Empfängergemeinden.
Baustein 4: Auf längere Sicht: Generationenbeitrag zum Schutz
zukünftiger Steuerzahler
In der gegenwärtigen Situation gerät die Frage der
Generationengerechtigkeit zu häufig ins Hintertreffen gegenüber
aktuellen Problemen. Die nachfolgenden Generationen ließen sich jedoch
sehr effektiv vor übermäßigen Belastungen schützen, wenn
haushaltsrechtliche Regelverstöße - etwa ein Überschreiten der
Kreditobergrenze - mit der zeitlich befristeten Erhebung eines
Generationenbeitrags verbunden wären. Dieses Instrument bietet ein hohes
Maß an politischer Verlässlichkeit und entfaltet eine starke präventive
Wirkung:
Allein die Möglichkeit seiner Erhebung hätte eine derart
disziplinierende Wirkung auf das Haushaltsverhalten, dass eine
Beitragserhebung allenfalls in Ausnahmefällen notwendig werden dürfte.
Einen solchen Beitrag leisten die Bürgerinnen und Bürger heute schon
durch überdurchschnittlich hohe Grund- und Gewerbesteuern. Diese Form
der Belastung weist aber nicht die Anreiz- und Zielfunktionen eines
eigenständigen, deutlich sichtbaren Beitrages auf.
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