|
Duisburg, 25. April 2010 - Harald Schmidt ernennt Nils Heinrich zum „Schwarzen Schaf“ 2010
Kabarettist aus Stuttgart erhält renommierten Kabarettpreis
Von Harald Schmidt als humorvoll oder gar geistreich bezeichnet zu werden, kommt in der Kabarettszene einem Ritterschlag gleich.
Vom 6. bis zum 25. März 2010 wurde das niederrheinische Publikum mit acht unterhaltsamen Kabarettabenden mit politisch gesellschaftskritischen Beiträgen unterhalten. Diese Vorrunden fanden in Wesel, Krefeld, Emmerich und Moers statt. Die Stimme des Publikums zählte in den Vorrunden und auch beim Finale.
Insgesamt hatten sich knapp 70 Kabarettisten für die Teilnahme am Wettbewerb beworben.
Das Finale des Niederrheinischen Kabarettwettbewerbs „Das Schwarze Schaf“ erhielt am 24. April 2010 im Duisburger Theater am Marientor einen würdigen Rahmen.
Der Wettbewerb „Das Schwarze Schaf“ ist entschieden: Nils Heinrich aus Stuttgart überzeugte beim großen Finale des renommierten Niederrheinischen Kabarettpreises im Duisburger Theater am Marientor Publikum, Jury und Hauptjuror Harald Schmidt.
Das "TAM", Theater am Marientor, war fast ausverkauft. Nur vereinzelt blieben Plätze frei.
Die Hengstmann-Brüder (v.l.) Tobias und Sebastian aus Magdeburg kamen nicht unter die ersten Drei.
 Joachim Zawischa kam mit "Honecker-Parodien" auf Platz zwei. Moderator
der Veranstaltung war Matthias Brodowy
Michael Sens überzeugte durch seine musikalischen Qualitäten und errang Platz drei.
Joachim Zawischa aus Jesteburg erreichte den zweiten, Michael Sens aus Wandlitz bei Berlin den dritten Platz der von der Stiftung Mercator geförderten Auszeichnung.
Ob Neues aus dem Kanzleramt, das Leben mit Hartz IV oder der übliche Wahnsinn des Alltagslebens – mit treffendem Humor und scharfem Verstand analysierten die sechs Finalisten die aktuelle politische Lage in Deutschland. Die Newcomer der Kabarettszene präsentierten vor fast ausverkauftem Haus Ausschnitte aus ihren aktuellen Programmen und zeigten gesellschaftspolitisches
Wortkabarett auf höchstem Niveau – ganz im Sinne des Wettbewerbsgründers und niederrheinischen Urgesteins Hanns Dieter Hüsch.
Mit ihrem Können stellten die sechs Finalisten Publikum und Jury vor keine leichte Aufgabe, doch schließlich war man sich einig: „Die Jury hat sich einstimmig für Nils Heinrich als Sieger des ‚Schwarzen Schafes’ entschieden und lag damit auf einer Linie mit dem Votum des Publikums. Sein Auftritt war frech, witzig, gekonnt – einfach rundum gelungen“,
so Hauptjuror Harald Schmidt.
Umringt und belagert von der Fotografenschar: Der Gewinner ...
Nils Heinrich nahm "Das Schwarze Schaf" gerne und stolz an und unter den Arm
Der erste Preisträger Nils Heinrich, der gebürtig aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt stammt, erhält zusätzlich zur Skulptur „Das Schwarze Schaf“ ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro. „Ich habe noch nie vor einem so großen Publikum gespielt. Umso mehr freue ich mich über den ersten Platz, und die Schafsskulptur wird bei mir zu
Hause einen Ehrenplatz erhalten“, freute sich Heinrich über die Auszeichnung. Außerdem wird er sein komplettes Programm am Sonntag, 25. April 2010, um 20 Uhr, im Duisburger Kleinkunsttheater „Die Säule“ präsentieren. Die Plätze zwei und drei sind mit 4.000 und 2.000 Euro dotiert.
v.l.: "Godfather of Comedy" Harald Schmidt, Gewinner Nils Heinrich, Michael Sens und Joachim Zawischa
„Mit dem Kabarettpreis ‚Das Schwarze Schaf‘ wollen wir die Nachwuchstalente des politischen Kabaretts nicht nur finanziell unterstützen, sondern ihnen auch die notwendige Aufmerksamkeit für ihre weitere Karriere schaffen. Anspruchsvolle politische und kulturelle Bildung, wie wir sie heute gesehen haben, ist ein Ziel der
Stiftung Mercator“, so Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator.
Die Auszeichnung dient den Preisträgern als Sprungbrett für eine Karriere als Kabarettist: „Für mich war es eine Ehre, in der Herde der Schwarzen Schafe ‚mitbölcken’ zu können. Durch den Preis wurde ich nicht nur am Niederrhein und im Ruhrgebiet, sondern auch überregional bekannt“, zieht Lothar Bölck, Jurymitglied und Preisträger „Das Schwarze Schaf“
2008 Resümee.
Der Wettbewerb
Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb 1999 vom „Meister des Wortkabaretts“ Hanns Dieter Hüsch. Als selbst ernanntes „schwarzes Schaf vom Niederrhein“ zog Hüsch mit intelligentem und nachdenklichem Humor durch Deutschland und prägte Generationen von Künstlern von Dieter Nuhr bis Olli Dittrich. Sein Erbe wird vom Förderverein Niederrheinischer Kabarettpreis „Das Schwarze Schaf“
e.V. durch den Wettbewerb gepflegt. Die Stiftung Mercator fördert den Kabarettpreis „Das Schwarze Schaf“ seit 2001 mit insgesamt 730.000 Euro.
Die Stiftung Mercator
Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Im Sinne von Gerhard Mercator fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen
und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.
Nach dem Nils Heinrich sich vor Harald Schmidt auf der Bühne lang gemacht hatte, war Harald Schmidts größte Sorge, dass der Gewinner sein schwarzes Schaf vergisst. Der machte sich da eher Sorgen, wie er die Skulptur in das Gepäcknetz im Zug unterbringen kann.
Harald Molder, haje, Jochem Knörzer (Text), Manfred Schneider (Text, Foto)
|