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Sechs Monate sind vergangen,
sechs Monate bleiben noch
Duisburg, 17. Juni 2010 –
Tagesaktuell sprach RUHR 2010 Pressesprecher Marc Oliver Hänig
am Montagmorgen im großen Saal der Mercatorhalle gar vom
Erreichen des „Halbfinales“ des Kulturevents. Stilgerecht
hatte man auf den Tischgarnituren der Aktion "Stilleben" auf
der A 40 Platz genommen! Nach dem unvergesslichen Auftakt
auf dem Welterbe Zollverein standen die ersten sechs Monate
ganz im Zeichen des kulturellen Aufbruchs in der Metropole
Ruhr: Die neuen Netzwerke der Museen, der Theater, der
Musikinstitutionen, der Künstlerbünde und Kunstvereine haben
mit ihren innovativen künstlerischen Konzepten und
außergewöhnlichen Präsentationsformen neue Maßstäbe für eine
Kulturmetropole von Rang gesetzt. Besonders bemerkenswert aber
ist, wie die Menschen die Kulturhauptstadt für sich entdeckt
haben. „Alle Städte und Gemeinden, alle Bürgerinnen und
Bürger machen mit“, sagt Fritz Pleitgen, Vorsitzender der
Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH, „dieser
Gesamtauftritt ist ein unglaublicher Gewinn. Kultur kann viel
- hier im Ruhrgebiet sogar Halden versetzen, Halden alten
Denkens“. Beispielhaft für die emotionalen Höhepunkte
sind außer der Eröffnungsfeier sicherlich die Local Heroes,
SchachtZeichen und
!SING – Day of
Song. „Hierbei wurde ein vielstimmiger Ruf der
Bevölkerung nach Wiederholung laut“, gab der Duisburger
Fritz Pleitgen (72) bei seinem „Heimspiel“, um in der WM
Sprache zu bleiben, der Redaktion zu verstehen.
Beipflichten konnten ihm hierbei auch Kulturdezernent Karl
Jansen und Dr. Söke Dinkla, Leiterin Kulturhauptstadtbüro
Duisburg RUHR 2010, die besonders auf den Auftakt der Local
Heroes Woche auf der Mercatorinsel in Ruhrort verwiesen. Für
Karl Jansen stand auch der Anstieg der touristischen Nachfrage
in Duisburg um 19 % im Mittelpunkt!

v. l.: Dieter Gorny, Steven Sloane, Karl-Heinz Petzinka, Dr.
Fritz Pleitgen - Vors. Geschäftsführung, Geschäftsführer
Oliver Scheytt, Asli Sevindim und Marc Oliver Hänig
RUHR.2010 macht Staunen: „Jeden Tag haben wir
unsere Besucher auf außergewöhnliche Entdeckungsreisen
eingeladen. RUHR.2010 hat damit alle zum Staunen gebracht. Ob
hoch anspruchsvolle Angebote wie die Odyssee Europa oder
publikumswirksame Mitmachereignisse wie SchachtZeichen - das
Ruhrgebiet wird als einzigartiger Kulturraum neu wahrgenommen.
Unsere Programmstrategie ist voll aufgegangen“, zieht
Geschäftsführer Oliver Scheytt Zwischenbilanz. „Meine
Hoffnungen sind im ersten Halbjahr übertroffen worden. Auch
weil die Ruhris tolle Gastgeber sind.“
RUHR.2010 zieht an: 4,8 Millionen Besucher - 15
Prozent aus dem Ausland (Anstieg von rund 18 Prozent im
Vorjahresvergleich, vor allem aus den Niederlanden, Frankreich
und Großbritannien) - registrierte die Metropole Ruhr in
Halbjahr eins. Wird dieser Trend bestätigt, und dafür sprechen
anstehende Publikumsmagneten wie das Still-Leben
Ruhrschnellweg, Loveparade oder die
Impressionisten-Ausstellung im Herbst im Museum Folkwang, kann
RUHR.2010 zu einer der erfolgreichsten Kulturhauptstädte in
der 25-jährigen Geschichte werden. Bislang liegt Liverpool
(9,7 Millionen im Jahr 2008) in der Touristengunst vorn.
RUHR.2010 ist interessant: Medial erfreut
sich Ruhr einer nie zuvor erlebten Aufmerksamkeit. 31.491
Beiträge sind bislang über RUHR.2010 erschienen, 1.000 allein
im Ausland in 40 Ländern; im Web 2.0 setzt RUHR.2010 mit mehr
als 21.000 Freunden auf facebook Maßstäbe - Apps, Twitter und
Co gelten schon als Standard. Der Anzeigengegenwert allein im
nationalen Printbereich beträgt über 35 Millionen Euro. Da die
Berichterstattung von Respekt und Anerkennung geprägt ist, ist
hier ein Ansatzpunkt geschaffen, dass veraltete Image des
Ruhrgebiets auf den zeitgemäßen Stand zu bringen.
RUHR.2010 überrascht: Ein Oscar-Preisträger wie Danny
Boyle im Filmseminar in Unna, eine Goya-Ausstellung in
Dinslaken, Honigzucht im Autobahnkreuz oder Aida auf der Halde
in Bottrop - auch das ist die Kulturhauptstadt.
Unkonventionell und polyzentrisch. RUHR.2010 ist
erlesen: Programm-Buch Nummer drei, 220 Seiten stark,
ist ab sofort im Buchhandel. Es stellt ausführlich alle
Kulturhauptstadtprojekte des zweiten Halbjahres vor und zeigt
in einem stimmungsvollen Bilderbogen überdies die bisherigen
Impressionen. RUHR.2010 bleibt: Viele
Projekte werden eine dauerhafte Wirkung entfalten; z.B. das
Dortmunder U, EMSCHERKUNST.2010, das Viktoriaquartier und
andere. Besonders wertvoll ist die Entwicklung, dass die
chronische und kraftraubende Rivalität zwischen den Städten
wie auch den Kultureinrichtungen mehr und mehr einem Geist der
Zusammenarbeit weicht - bei Wahrung der eigenen Identität.
Herausragende Beispiele dafür sind Odyssee Europa,
RuhrKunstMuseen, KulturKanal und das Henze-Projekt.
RUHR.2010 selbstkritisch: Es ist sehr gut
gelungen, Besucher aus dem In- und Ausland für die
Kulturhauptstadt-Veranstaltungen zu interessieren. Die
Nachfrage nach Tickets ist enorm. Doch die Systeme
funktionieren noch nicht perfekt. Deshalb soll im nächsten
Halbjahr das Ticketing insgesamt effizienter und
kundenfreundlicher gestaltet werden. Auch beim Thema
Programminformation wurde auf Kritik reagiert und über das
komplexe Internetangebot hinaus mit regelmäßigen Tagestipps,
einem 2-Monats-Kalendarium und einem Callcenter mehr
Übersichtlichkeit geschaffen. Seit dem 9. Januar erlebt die
Metropole Ruhr zum ersten Mal in ihrer Geschichte den lang
ersehnten „Ernstfall Tourismus“. Das neue
dezentrale System von Besucherlenkung und Besucherinformation
mit fünf Besucherzentren erweist sich als voll funktionsfähig.
Gleichwohl ist die Qualität des touristischen Service an
einzelnen Standorten und bei den Mobilitätsangeboten in der
Metropole Ruhr noch in vielen Fällen verbesserungswürdig.
Gemeinsam mit allen Partnern arbeitet RUHR.2010 an diesen
Aufgaben, die schließlich weit über 2010 hinausweisen.

v. l.: Dr. Fritz Pleitgen - Vors. Geschäftsführung, Dieter
Gorny, Asli Sevindim, Steven Sloane, Karl-Heinz Petzinka und
Geschäftsführer Oliver Scheytt
Das
zweite Halbjahr
RUHR.2010 geht
weiter: Das Programm des zweiten Halbjahres,
vorgestellt von den Künstlerischen Direktoren der
Kulturhauptstadt, verschreibt sich stark der europäischen,
zukunftsweisenden Dimension. Asli Sevindim gelang es,
Nobelpreisträger Günter Grass für die Literaturreihe zu
gewinnen - bei Mehr Licht! wird die Aufklärung weiter gedacht.
MELEZ wird als interkulturell und international geprägtes
Festival sogar auf die Schiene gesetzt: im Zug. Steven
Sloane präsentiert mit dem Theater der Welt Hochpolitisches
mit Elementen aus allen Erdteilen. Die Henze-Uraufführung
„Gisela“, eine Kooperation mit der Ruhrtriennale, wird er
selbst dirigieren. Dieter Gorny verweist mit dem Dortmunder
U auf ein vielfaches Symbol des Wandels durch Kultur - als
Werbeträger aktuell auf der EXPO in Shanghai, als
Kulminationszentrale der Kreativwirtschaft und Schauplatz des
Medienkunstfestivals ISEA. Karl-Heinz Petzinka widmet sich
nicht nur neuen Architekturen wie der Alten Synagoge in Essen
oder dem Nordsternturm in Gelsenkirchen, sondern wird sich
mittels internationaler Symposien der Wirkung des modellhaften
Stadtumbaus befassen. Mit weiteren Impulsen und
Initialzündungen ist also auch in Zukunft zu rechnen.
Ausblick
RUHR.2010 in der
Pflicht: Die Kulturausschussvorsitzende des
Europäischen Parlaments, Doris Pack appelliert an die
beteiligten Städte, auch nach dem Ende der Kulturhauptstadt
ihre Kooperation in Fragen der urbanen und kulturellen
Entwicklung fortzusetzen: „Mit RUHR.2010 hat die gesamte
Region gewonnen und die Weichen in eine moderne Zukunft
gestellt; die Nachhaltigkeit der angestoßenen Ideen und
Projekte ist das eigentliche Ziel.“
RUHR.2010 nimmt den Ball auf: „Das Ruhrgebiet
muss Kulturhauptstadt bleiben!“, fordert Fritz Pleitgen.
Es gäbe keinen Grund, in die alte Bescheidenheit zurück
fallen. „Wir haben das Zeug dazu, die gewonnene Position
zu halten und mit neuen Themensetzungen sogar auszubauen.“
Mit dem gigantischen Renaturierungsprojekt „Emscherumbau“
und dem vom Initiativkreis Ruhr aufgelegten ökologischen
Modellprojekt InnovationCity verwandelt sich die ehemalige
Hauptstadt der fossilen Energie in den nächsten Jahren in eine
weltweit beachtete europäische Modellregion für intelligenten
Umgang mit erneuerbaren Energien.
Das in seiner
Dimension ebenfalls einzigartige interkommunale
Stadtumbauprogramm „Neues Emschertal“ wird in den Jahren bis
2020 neue Maßstäbe setzen für die Erneuerung postindustrieller
Landschaften. Kulturelle Projekte wie die EMSCHERKUNST.2010,
Modellprogramme für Integration und Kulturelle Bildung sowie
2010 erfolgreich erprobte Konzepte für Bürgerbeteiligung
können dieses Modernisierungsprogramm begleiten und forcieren.
Die Themen Energie, Stadtumbau und Kultur können die neuen
Leitthemen für die weitere Entwicklung und Vermarktung der
Metropole Ruhr sein. Oliver Scheytt: „Wenn die Städte,
das Land und die einzelnen Träger dieser Projekte im Interesse
eines international erfolgreichen Gesamtauftritts
zusammenspielen, könnten sie das nach IBA und RUHR.2010 dritte
Kapitel in der Geschichte des Wandels dieser Region
aufschlagen.“ RUHR.2010 fasst zusammen:
„Wichtig ist, dass der Schwung, den die Kulturhauptstadt
erzeugt hat, weiter für die Metropole Ruhr genutzt wird“,
sagt Fritz Pleitgen. „Unsere Erfahrung werden wir den
Oberbürgermeistern, Bürgermeistern und Landräten vorlegen.
Vielleicht entsteht daraus, verbunden mit anderen großen Ideen
wie zum Klimaschutz, ein neues attraktives Ziel für das Jahr
2020. Am besten in einer Allianz mit dem Land und der
Wirtschaft.“ Einig waren sich die Vortragenden in der
Losung für das zweite Halbjahr: „Wo das geht,
geht's weiter!“ Harald
Molder (Text, Foto) . |