BZ-Home   Kultur aktuell Hörbuch                Film



BZ-Sitemap

Kultur-Sitemap

Veranstaltungen
Was-Wann-Wo
Bunte Tupfer für DU
Buch-Besprechungen
Archiv

Sonderseiten Kultur

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 






Buchbesprechungen - Vorstellungen
Frauen-Erinnerungen zum Muttertag

Die weibliche Sicht auf schwere Jahre. 1939-1945

Berlin/Duisburg, April 2012 - Passend zum Muttertag, am 13. Mai, stellt dieses Buch authentische Als wir Frauen stark sein mußten
Frauen-Erinnerungen aus den Jahren 1939 bis 1945 vor. Eindrucksvoll und anrührend erzählen 45 Geschichten von Trennung und Schmerz, Bangen und Hoffen, von kleinen Wundern und großen Tragödien.
Als wir Frauen stark sein mussten gibt aus erster Hand Einblicke in die heute nur noch schwer vorstellbaren Lebensumstände in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. Entstanden ist ein anschauliches Frauenbild jener Zeit, das in dieser Vielfalt seinesgleichen sucht.


Mauerzeit: Als fliehen tödlich sein konnte. 1961-1689
320 Seiten mit vielen Abbildungen, Ortsregister, Chronologie, Zeitgut Verlag.
Mauerzeit28 Jahre trennten Mauern, Stacheldraht, Selbstschußanlagen und Minen die Deutschen in Ost und West. Das Buch Mauerzeit enthält authentische Erinnerungen an den Alltag in der DDR und an riskante Fluchtversuche über die tödliche Grenze.
Es wird erzählt, wie Besuche in Ost und West abliefen, mitsamt schikanösen Grenzkontrollen und Begegnungen mit der Stasi.

Gebundene Ausgabe - ISBN 978-3-86614-192-6, Euro 13,90
Taschenbuch Ausgabe - ISBN 978-3-86614-159-9.
Euro 10,90 www.zeitgut.de
 

Mittelrhein - Wein

Ein dionysisches Porträt von Jens Burmeister
Books on Demand GmbH - ISBN: 978-3-8448-0680-9 - Paperback, 224 Seiten: 17,90 €


Duisburg, 22. Februar 2012 - Wer einen Johnson erwartet, muss sich noch etwas gedulden. Der Verfasser arbeitet an einer Weinbewertung nach Punkten. Man darf auf diese gespannt sein, denn was hier vorgelegt wird ist kein Weinführer im hergebrachten Sinn. Hier wird über Wein, Winzer und Allem was dazu gehört, erzählt, berichtet. Das beginnt mit so nebensächlichen Dingen (?) wie das Wetter zu Beginn eines Reisetages an den Mittelrhein.
Die Beschreibung dieser Reise findet einen Platz in den jeweiligen, wie soll man es ausdrücken, Geschichten. Der Autor, ein promovierter Chemiker aus der Gegend um Köln, muss über ein "Weingüter Findungs - Navi Gerät " verfügen. Wie erklärt es sich sonst, dass er zielsicher Weingüter aufspürt? Darunter auch sog. Garagenwinzer. Wie um alles in der Welt, findet man diese in einem Tausend-Einwohner-Dorf?
Unser Autor hat sie gefunden und beschreibt ausführlich die Geschichte dieser beiden Menschen die in der Garage die Stahltanks und die Barrique-Fässer und im Keller die Flaschen lagern. Badetuchgroße Rebflächen wurden angepachtet, insgesamt neun, summieren sich auf einen Hektar. Spannungsreich wird die Geschichte dieser Winzer erzählt, die; das kommt noch hinzu, jeweils an die 100 Kilometer von Ihrem Wohnort beruflich tätig sind.
Eine interessante Geschichte. Und nicht nur diese. Insgesamt unternimmt der Autor zwölf Reisen und trifft siebzehn dieser Spezies. Damit aber nicht genug. Denn nun kommt die profunde Beschreibung der Weine, die der Autor bei seinen Besuchen kostet. Der Autor, verfügt über eine Gaumen-Kathedrale. Der Zugang dorthin erfolgt über seine Nase. Es gelingt ihm scheinbar mühelos alle, aber auch wirklich alle Ingredienzen, aufzuspüren. Und mit der Ihm eigenen Akribie visualisiert er diese. Selbstredend werden auch die Städte und Burgen am Mittelrhein gesehen und skizziert. Sowohl der Kenner, als auch der Erstbesucher des Mittelrhein-Gebietes ist gut beraten, wenn er dieses Buch in sein Handschuhfach legt, um es, wohin er auch reist, parat zu haben.  DeJo
 

Ein Bildband über Duisburgs historische Kneipenlandschaft

Duisburg, 2. Februar 2012 - Nach dem großen Erfolg ihres Bildbandes „Duisburg-Großenbaum und -Rahm“ widmen sich Harald Molder und Reinhold Stausberg auf 128 reich illustrierten Seiten erneut der Geschichte der Ruhrgebietsmetropole. Über 200 zumeist unveröffentlichte Bilder und Postkarten aus den umfangreichen Sammlungen der Autoren zeigen die Schauplätze des gesellschaftlichen Lebens zwischen 1900 und den 1960er-Jahren. Dieser historische Kneipenbummel durch die zahlreichen Gaststätten, Kneipen, Cafés und Restaurants von Duisburg lädt zum Erinnern, Neu- und Wiederentdecken ein.
Der Streifzug durch Duisburgs Kneipen beginnt im Norden der Stadt. Die seltenen Aufnahmen zeigen
einst beliebte Gaststätten wie das Ausflugslokal „Zur Wacht am Rhein“ mit Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe. Weiter geht es entlang der linken Rheinseite. Zu sehen sind die „Krupp’sche Bierhalle“, in der sich die Werksangehörigen der Friedrich-Alfred-Hütte trafen, oder das Restaurant „Rheinpreussen“, das sich in der Nähe der gleichnamigen Zeche befand.
Rund um den Ruhrorter Hafen stellen die Autoren zahlreiche Kneipen vor, für die der Hafen eine wichtige Einnahmequelle war. „Zum Onkel Willi“ war eine beliebte Gasstätte, in der Berliner Bier und Magenbitter ausgeschenkt wurden. Ausführlich widmen sich die Autoren der Altstadt Duisburgs mit ihrer Vielzahl an Cafés und Wirtschaften, wie dem für sein gutes Essen weit bekannten „Wilhelmshof“ oder dem „Restaurant Lutterbeck“.
Anschließend geht es vom Kaiserberg entlang des Duisburger Waldes bis in den Süden der Stadt. Die einmaligen Aufnahmen zeigen historische Kneipen wie die Wirtschaft „Longerich“ oder die Gaststätte der Familie Wirtz, die 141 Jahre in deren Besitz war. Der Leser begegnet auf diesem Bummel dem Duisburger beim Feierabendbier im „Café Industrie“, beim Billardspiel im „Restaurant Kleinbongartz“ oder beim Konzert im „Café Rheingold.“

Damals bei Oma und Opa

Buch-Information:
Duisburg, Dezember 2011 - „Ich bin nicht sicher, ob ich mit Worten beschreiben kann, wie wichtig meine Oma für mich war“, beginnt eine Geschichte in diesem Buch. So wie Brigitta Wöstefeld darin ein Loblied auf ihre „Oma Reinicke“ singt, erzählen auch die meisten anderen der hier versammelten 27 Autorinnen und Autoren von ihren tiefen Bindungen zu den Großeltern.
Oft schwingt große Dankbarkeit mit, etwa bei Anne-Liese Peters, die sich als Kind mit der schwangeren Mutter und drei Geschwistern nach beschwerlicher Flucht „Geborgen bei Oma und Opa“ fühlen konnte und dort trotz schwerer Zeiten eine fröhliche Kindheit verbrachte. Für Nora Kaube war „Großma“ der gute Geist ihrer frühen Jahre im estnischen Dorpat zwischen 1920 und 1939. Und bei Hans Werner Krafft vertrat die Oma sogar Mutterstelle. Was die beiden gemeinsam mit „Großvaters Fahrrad“ erlebten und wie die „Osterreise mit Großmutter“ in der ersten Nachkriegszeit einer beschwerlichen Expedition glich, ist ein Stück Alltagsabenteuer.
Bei der Lektüre dieses Buches wird so mancher Leser schmunzeln. Zum Beispiel, wenn Horst
Beckmann von „Großmutters Fensterplatz“ erzählt und „Omas erste Autofahrt“ Anfang der 30er Jahre
beschreibt, als Autofahren noch ein Abenteuer war. Allzu eigenwillig mutet heute so manche
Meinung der alten Dame an. Dennoch errichtet ihr der Enkel mit seinen Erinnerungen ein liebevolles
Denkmal.
Wenn Meinhard Schröder in „Opa, mein Opa“ und „Das Familiengeheimnis“ seiner beiden Großväter
gedenkt, erzählt er Familiengeschichte, die fast bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreicht.
Obendrein werden dabei – wie auch bei vielen anderen Erinnerungen dieses Bandes – die Auswirkungen der politischen Ereignisse auf das Leben der Menschen sehr deutlich.
Kurioses wissen Günter Lehnhardt mit „Der neue Haarschnitt“ und Erika Roba mit „Das verpatzte
Rendezvous“ zu berichten. Um der Pointe willen sei hier nichts weiter verraten.

Ganz und gar heiter geht es in Romano C. Failuttis Geschichte „Camping mit dem tollen Hecht“ zu. Der muntere Alte, voll jugendlichem Elan und verrückter Ideen, beschert seinen beiden Enkeln in den 50er Jahren unvergessliche Ferien mit Zelt und einem völlig überbelegten winzigen Auto. Susann Böttcher thematisiert ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit: Über die deutsch-deutsche Grenze hinweg schreibt ein Mädchen aus der DDR Briefe an ihren Opa in der Bundesrepublik.
Mit diesen „Zauberformeln“ können die beiden wenigstens miteinander reden. Das Buch ist eine Hommage der Enkel an ihre Großeltern. Bei der Lektüre werden so manche Leserin und so mancher Leser immer wieder aufblicken und in Dankbarkeit der eigenen Großeltern gedenken, bevor sie sich wieder von der Vielfalt der hier erzählten Geschichten fesseln lassen. Damals bei Oma und Opa 30 Zeitzeugen erinnern sich an ihre Großeltern.
192 Seiten, viele Abbildungen, Ortsregister
Originalausgabe, gebundene Geschenkausgabe
Zeitgut Verlag, Berlin - ISBN 978-3-86614-179-7, Euro 8,95

 

Gerhard Wagner

SCHWEIN gehabt - Redewendungen des Mittelalters
2011 –ISBN Nummer 978-3-939722-31-1  - Aufgeteilt in 7 Kapitel, mit ausführlichem Register  und Literatur Verzeichnis. Preis deutlich unter 10 €


Duisburg, Dezember 2011 - Der Verfasser, als amtierende Geschäftsführer der Deuteschen Burgenvereinigung somit ein Kenner des Mittelalters und einer den wenigen Menschen, die von sich behaupten können, auf einer Burg zu arbeiten und auch dort zu leben.
Dadurch bedingt ist er nicht weit von den Lebensgewohnheiten im Mittelalter entfernt, teilweise lebt er mit den Redewendungen und Begebenheiten des Mittelalters. Leider sind die Begrifflichkeiten und der Sinn der Redewendungen, den jungen Menschen heut völlig verloren gegangen.
Es sind immerhin an die 200 Redewendungen, die Wagner nicht nur vorstellt und erklärt, nein er findet sie auch. Der  Leser wird sicher mit großem Vergnügen entdecken, dass die eine oder andere Redensart ihm bekannt vorkommt, er jedoch den Hintergrund, den tiefen Sinn oder die Herkunft nicht kennt. Spaß hat man als Leser sicherlich bei der Lektüre des Buches. dejo

 

Welterbe-Atlas: Unterwegs im Tal der Loreley

Von Rüdesheim und Bingen bis Koblenz - 2. aktualisierte Auflage 2011
Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal - Wellmicher Str.25, 56346 St. Goarshausen - Konzeption und Idee Claudia Schwarz, Detlef Oster - 4,00 € plus Porto


Duisburg, November 2011 -
Für dieses Werk hat der, für die Rheinland Pfälzer sehr bekannte, Detlef Oster Frau Schwarz mit ins Boot geholt und zusammen mit ihr die 67 Stromkilometer sowohl auf dem Fluss als auch auf beiden Ufern bereist.
Auf 200 Seiten haben die beiden hochinteressante Dinge für den interessierten Leser zusammen getragen. Was immer der Leser auch sucht, er wird es sicherlich hier finden. Wussten Sie zum Beispiel, dass es am Fuße der Loreley ein siebenfaches (l) Echo gab und zum Teil noch gibt. Leider wurde dies durch die Baumaßnahmen der Neuzeit stark eingeschränkt.
Seit 2002 ist das Rheintal als “Weltkulturerbe Oberes Rheintal“ anerkannt und kann sich mit der Chineschen Mauer, den Pyramiden von Gizeh oder dem Grand Canyon in USA messen. Ein ungeheurer Vorteil für die Gegend mit allen Dingen die dazu gehören. In erster Linie (natürlich) für den Tourismus. Nun müssen diese 200 Seiten mit Fakten, Geschichten, Hinweisen, ja Annekdoten gefüllt werden. Es gilt auf die Burgen und Schlösser einzugehen Natürlich auch die z. Zt. hoch aktuelle Wanderbewegung. Auch versteckte Sehenswürdigkeiten wollen gefunden und erklärt werden.
Den Winzer mit seiner Weinstube und seinen Weinen
- z.B. auf der Rheingau-Riessling-Route - zu entdecken und dem Besucher die Gegend zu erläutern.
Gerade der Weinanbau hat in der letzten Jahren eine Blüte erfahren, die seinesgleichen sucht. Qualität ist angesagt. Das hat die junge Generation der Winzer klar erkannt und setzt diese neuen Erkenntnisse kompromisslos durch und um. Der Erfolg ist unbestritten. Aber nicht nur die Winzer haben die Zeichen der Zeit erkannt. Auch die jungen (wilden) Gastronomen und Hoteliers sind hellwach und haben das Ohr an den Wünschen der Gäste, die nicht zuletzt durch Bücher und Schriften, wie dieses, auf den Mittelrhein aufmerksam geworden sind.
Die Herausgeber haben die Strecke in Stromkilometer aufgeteilt und beginnen die Reise in Rüdesheim und enden rheinabwärts in Koblenz. Auf dieser Strecke lassen Sie nichts, aber auch gar Nichts aus oder unerwähnt. Wie schon zu Beginn beschrieben, gilt Detlef Oster als Kenner der Gegend. Selbst erfahrene “Mittelrhein-Kenner“ müssen anerkennen, dass sie dass eine oder andere Detail nicht kennen. Jeder Ort wird mit seiner Kirche, seinem Museum oder seiner Besonderheit, kurz, aber sehr informativ beschrieben. Wer kennt eine der größten Privatsammlungen an BMW-Motorrädern überhaut in Weisel, oberhalb Stromkilometer 548 auf Seite 73, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Ein ‘Muss“ für den Rheinreisenden. und das zu dem Preis. Wenn er Glück hat, der Rheinreisende, findet er dieses Buch bei seinem Hotelier oder Winzer, dort sicher kostenlos. Die jungen Mittelrheiner werden gemerkt haben, wie wichtig dieses Buch für sie, Ihre Heimat und für ihre Gäste sein kann.
dejo

Frauen und Ihre Schlösser - mehr als Glanz und Gloria
Jeanette Gräfin Beissel von Gymnich

Vorwort: Isa Gräfin von Hardenberg mit Fotografien von Stefan Schaal
Verlag Knesebeck, 29,95 €. - 2. Auflage 2011 / ISBN Nr.: 978-3-86873-252-8


Duisburg, November 2011 - Auf 172 Seiten gestatten 19 Damen hoch interessante Blicke hinter die Fassaden ihrer Burgen und Schlösser, ja auch in Ihre Lebensläufe. Sie schildern, wie man mit diesen Gebäuden, Denkmälern, umgeht, diese erhält, bewohnt und zeitgemäß "fit" macht.
Die Autorin versteht es, die Damen zu Wort kommen zu lassen. Es gelingt ihr zudem sachliche und hoch interessante Berichte zu Papier zu bringen. Der Leser erfährt, wie es möglich ist, die Häuser zu erhalten, für Konzerte, Veranstaltungen und auch für Hochzeiten zu öffnen, ja sogar das Golfspielen n zu ermöglichen.
Sehr anschaulich war der nicht einfache Weg zu einem der führenden Hotels im Postleitzahlen Gebiet 5, in dem 1811 Napoleon übernachtete. In einem zusätzlich vorgestellten erfahren wir, dass man hier in der "einzigen Schlossruine Deutschlands" prächtig übernachten oder feiern kann. 
Dies alles erklärt die Autorin mit einer tiefgründigen Sachkenntnis.

Der hinzugezogene Fotograf beweist sein Können von (Farb)Foto zu Foto, erstaunliche Blickwinkel erkennt und es schafft, den Berichten zusätzliches Leben zu bieten. Es ist kein Märchen aus uralten Zeiten, sondern ein modernes Modell, das als Vorbild taugt. Ein gelungenes Werk, von dem zu hoffen ist, dass die Autorin weitere Frauen mit Schlössern findet, die bereit sind, ein weiteres Buch zu füllen.
dejo

 
UDE: Neuerscheinung - Tätowierungen setzen Zeichen

Duisburg, Februar 2011 - Für immer. Blumen, Figuren oder Symbole werden in die Haut gestochen. Ein Tattoo ist ein Standpunkt. Das – früher stigmatisierte – Zeichen hat mittlerweile seinen Weg in die Popkultur gefunden und sorgt doch immer noch für Diskussionen. Ein faszinierendes Feld, auch für den Kommunikationswissenschaftler und Soziologen Dr. Oliver Bidlo von der Universität Duisburg-Essen (UDE). In seinem neu erschienenen Buch „Tattoo. Die Einschreibung des Anderen“ hinterfragt er dieses Phänomen.
Was drückt ein Tattoo aus, und wie reagiert die Gesellschaft darauf? Warum lassen sich Menschen stechen oder werden zum Tätowierer? Der Autor untersucht unter anderem die Ästhetik von Tattoos und den Dialog, der vorab stattfindet: „Das Verhältnis zwischen Kunden und Tätowierer ist aus kommunikativer Sicht besonders spannend. Es ist eine
besondere soziale Situation, die sich da abspielt. Man geht zwar mit einer Vorstellung in das Studio, doch die eigentliche Umsetzung – wie groß soll das Tattoo sein und wo genau soll es hin – entwickelt sich erst im Gespräch.“ Tätowierer seien heute mehr als Nadelstecher, sie verstehen sich als Künstler, wobei die Haut ihre Leinwand ist. Ihre Arbeit sei ein zeichenbehafteter Prozess. „Ein Tätowierer hinterlässt so seine Spuren und wird zum Kommunikator“, erklärt Bidlo, der selbst übrigens nicht tätowiert ist.
Auf der einen Seite soll das Bild individuell sein, auf der anderen verliert es durch die begrenzte Auswahl der Motive an Wert. „Heutzutage hat jeder Musiker, Schauspieler oder auch Sportler ein Tattoo und versucht dadurch seine unverwechselbare Persönlichkeit auszudrücken“, so der Wissenschaftler. Für ihn ist das Tattoo deshalb ein theatrales Zeichen und zugleich eine konservative Geste. „Denn der Akt des Tätowierens will ja auch etwas konservieren, etwa eine Idee, eine aktuelle Liebe oder eine Überzeugung.“
Tätowierungen haben sich etabliert, man dreht sich nicht mehr danach um. Aber es gibt Grenzen wie das Gesicht, den Hals oder die Hände, die auch heute noch nicht so geduldet sind. Daher lautet ein Fazit: „Das Tattoo ist beheimatet in einer Zwischenwelt.“

 

Auf dem Weg zum "starken Stück Deutschland"

Duisburg, Januar 2011 - Anhand einer Fülle von Werbematerialien aus den Städten Essen, Duisburg und Bottrop hat die Historikerin Daniela Fleiß untersucht, wie das Ruhrgebiet zu seinem Image gekommen ist und wie sich dieses Image gewandelt hat. Die Ergebnisse ihrer historischen Studie liefern einen spannenden Einblick in den vielfältigen Imagewandel des Ruhrgebiets und sind sicherlich nicht nur für Historikerinnen und Historiker interessant. Nicht zuletzt bieten sie den Menschen des Ruhrgebiets Einsichten über die unterschiedlichen Bilder und Vorstellungen, die über das Ruhrgebiet transportiert wurden und werden — Vorstellungen, die auch die eigene Identität beeinflusst haben.

 

"Der Kaiser kommt“ - Zeitreise in das Mittelalter der Stadt Duisburg

Im Zuge des Kulturhauptstadt-Jahres Ruhr2010 präsentiert das Duisburger Kultur- und Stadthistorische Museum eine große Sonderausstellung über Duisburg im Mittelalter. Das gleichnamige Buch „Der Kaiser kommt" aus dem Mercator-Verlag lässt das Leben und den Alltag in der Stadt in fünf Lebensbildern lebendig werden und vertieft den Eindruck der Ausstellung nachhaltig. Als Leser fühlt man sich aufgrund der realistisch erzählten Episoden in der Zeit zurückversetzt. 

Sind vom Ergebnis begeistert! V.lks.: KSM Museumsdirektorin Dr. Susanne Sommer, Kulturdezernent Karl Janssen, Planungsdezernent Jürgen Dressler sowie Buchautor und Stadtarchäologe Dr. Volker Herrmann

Grundlage für Buch und Ausstellung sind faszinierende Illustrationen des Kemptener Grafikers Roger Mayrock, der fünf detailfreudige Szenen aus der Duisburger Vergangenheit festgehalten hat. In dem reichlich bebilderten Buch kann man auch anhand zahlreicher historischer Fotos die Struktur der Pfalz und die alte Stadt wiederentdecken. 

Der Leser nimmt mit dem 12 jährigen Konrad, dessen Eltern für den Kaiser arbeiten, am Einzug des Kaisers in seine Pfalz im Jahr 986 teil. Er erlebt mit Heinrich aus Lakum das quirlige Treiben am Hafen im Jahr 1189 und bekommt mit Karl dem Einbeinigen einen Einblick in die Johanniter - Kommende im Bereich der heutigen Marienkirche im Jahr 1195. Ebenso kann er gemeinsam mit dem Fuhrwerkbesitzer Antonius im Jahr 1305 den Bau des Koblenzer Turms in der Stadtmauer verfolgen und schließlich mit Johanna von Deventer einen Markttag im Jahr 1313 im Schatten der Ruinen der alten Kaiserpfalz. 
Die Stadt zeigt sich hier als quirlige Hafen- und Handelsstadt, die Wirtschaftsbeziehungen bis weit in den Osten Europas und darüber hinaus unterhielt und durch die bevorzugte Lage am Schnittpunkt von Rhein und Ruh zwischen dem 10. und dem 14. Jahrhundert eine besondere Blütezeit erlebte.
Das Buch zur Ausstellung belässt es aber nicht bei den Zeichnungen von Roger Mayrock und vielen vergrößerten Ausschnitten. Vielmehr erzählt es im Abschnitt „Der Geschichte nachgespürt“ mit einer Dokumentation der Ausstellungsstücke sowie der Arbeit der Archäologen viel Wissenswertes über den Alltag der Menschen in der Pfalz bis hin zur Schifffahrt an der alten Stadtmauer. Auch erhält der Leser einen Einblick in die Bestände des Stadtarchivs mit seinen Beständen an alten Akten, Urkunden und anderen Dokumenten. 
Auch gibt es einen „Streifzug durch die ältere Geschichte Duisburgs“. Man blickt zurück in die Zeit, als sich die ersten Siedler vor mehr als 10.000 Jahren in Duisburg niederließen oder als die Römer an den Rhein kamen.   
Autor des Bandes ist der Duisburger Stadtarchäologe Dr. Volker Herrmann, der als Ideengeber für die Ausstellung und einen neuen historischen Rundgang rund um die Kaiserpfalz gelten kann.  
In den Tagen vor der Ausstellungseröffnung wurden 20 wegweisende Tafeln mit den Zeichnungen von Roger Mayrock und kurzen Begleittexten eingeweiht, die der Verein pro DUISBURG im Zuge seines 100-jährigen Bestehens unterstützt hat. Der Mercator-Verlag beteiligt sich an dem Projekt, indem von jedem verkauften Buch ein Büro zum Erhalt der Tafeln zur Verfügung gestellt wird.

Volker Herrmann Der Kaiser kommt! Hafen, Markt und Stadt - Duisburg im Mittelalter
Herausgegeben von Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg
96 Seiten in Farbe, gebunden, Format 30,3 x 23 cm, ISBN 978-3-87463-466-3
€ 18,- (inklusive l,- Büro Spende)  Mercator-Verlag, Duisburg  HaMo

 

Gemischte Werke -  Buchbesprechungen über Duisburg DU-speziell

Hanns Dieter Hüsch: Mein Traum vom Niederrhein; Mercator-Verlag Duisburg 1996; 72 Seiten; ISBN: 3-87463-251-2
Die Texte in diesem Buch stammen von Hanns Dieter Hüsch, die Zeichnungen vom Emmericher Künstler Hein Driessen. Hüsch ist wohl der bekannteste Kabarettist, der sich in seinen Texten mit dem Niederrhein beschäftigt und sich mit der Landschaft im deutsch-niederländischen Grenzgebiet auseinandersetzt. Zumindest wüßte ich keinen anderen Kleinkünstler, der das so erfolgreich tut. Das Buch trägt verschiedene Texte zusammen, in denen Hüsch auch aus seinem eigenen Leben berichtet. Wer Hüsch mag, wird bestimmt seine Freude an dem Buch haben.
Sind die Zeichnungen von Driessen Tuschezeichnungen? Keine Ahnung; ich bin in solchen Sachen nicht so ganz bewandert. Es sind aber hübsche Bilder, die Impressionen der Landschaft zeigen. KaMa


Helmut Schrey: Meine gesammelten Morde und Wiederbelebungsversuche; Verlag Gilles & Francke Duisburg 1994; 80 Seiten; ISBN: 3-925348-39-4
Angereichert um verschiedene, vom Autor selbst als "dilettantisch" bezeichnete Zeichnungen und Gedichte bietet das Buch diverse Texte, die sich um das Thema Mord und Totschlag drehen. Wie von dem Autoren nicht anders zu erwarten, sind sie sehr satirisch angelegt. Die Texte sind weder Kurzgeschichten noch klassische Krimis; sie lassen sich literarisch nur schwer irgendwo einordnen. Es fehlen sowohl ein Detektiv wie seine Ermittlungen und Lösung. Es ist fast schon eine akademisch-wissenschaftliche Herangehensweise, die das geistige Vergnügen sucht. KaMa

 

Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld; grafit - Verlag Dortmund 2008; 378 Seiten; ISBN: 978-3-89425-607-4
Emil Hartenau ist Fabrikant im preußischen Morgenthal. Als er ermordet wird, findet die Polizei ein demagogisches Gedicht in seiner Jackentasche. Man schreibt das Jahr 1845, also drei Jahre vor der Paulskirche - ist der Mord etwa politisch motiviert? Justus von Kleist kommt als Sonderermittler von Berlin in die Kleinstadt in der Provinz.
Wollenhaupt folgt hier einem aktuellen Trend in der deutschsprachigen Kriminalliteratur. Sie verlegt die Handlung in die Vergangenheit, genauer gesagt in den Vormärz. So kann sie sogar Heinrich Heine auftreten und zu Wort kommen lassen. Die Autorin vermengt dabei Krimi mit Liebesgeschichte.
Und offenbart dabei auch eklatante Schwächen. Hinsichtlich der Erzählweise wirkt das Buch wie ein Expose, in dem beispielsweise Adjektive fehlen, die ein Handlung anschaulich beschreiben. Die Geschichte bleibt eher oberflächlich. Die Gegensätze zwischen Arbeit und Adel, Revolution und Reaktion, Zäsur und Zensur werden nicht deutlich genug herausgearbeitet. In der vorliegenden Form ist das Buch einfach nur flott lesbare Unterhaltung. KaMa

 

Neues Buch bringt Licht in ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte
Das „Braune Duisburg“ steht im Mittelpunkt der Betrachtungen von Bibliothekschef Dr. Jan-Pieter Barbian, Sigurd Praetorius, Leiter der Universitätsbibliothek und Stadtarchivleiter Hans Georg Kraume.

Auf dem Titelbild ist der nationalsozialistisch „gleichgeschaltete” Rat unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Ernst Keller am 2. Oktober 1934 zu sehen. Auf dem Arm des Stenographen erkennt man einen schwarzen Fleck. Hier wurde das Hakenkreuz nach dem Krieg entfernt. Die Grüne sind nur zu vermuten!
Bereits in der Weimarer Republik konnte die NSDAP in Duisburg bei Kommunalwahlen Erfolge erzielen. Bei den Reichstagswahlen vom Juli 1932 erreichte sie sogar den höchsten Stimmenanteil aller Parteien. Nach dem 30. Januar 1933 und den Reichstagswahlen vom 5. März besetzte die NSDAP das Amt des Oberbürgermeisters und schaltete die gesamte Verwaltung gleich. Auch das gesamte gesellschaftliche Leben, die Kultur und der Sport hatten sich in den kommenden zwölf Jahren den Vorgaben des NS-Staates unterzuordnen.
Die Verfolgung und Ermordung politischer Gegner ebenso wie die Entrechtung, Deportation und Ermordung jüdischer Bürger zählten zum Alltag. Als Stahlstandort leistete Duisburg einen wesentlichen Beitrag zur Aufrüstung der Wehrmacht und zur Führung des Zweiten Weltkrieges. Der Band bietet einführende Aufsätze zur politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Geschichte und Vernichtung der Jüdischen Gemeinde.
Der direkte und lokale Blick auf die Stadt Duisburg im 3. Reich macht die Ereignisse auf fast 200 Seiten greifbarer und zeigt auch, wie tief das Regime sich in alle Schichten der Bevölkerung hinein eingegraben hatte.
Ein Tor zu unerzählten Geschichten wird aufgestoßen! Geschichten, die man oft gehört aber nie im Detail erforscht hat.
Duisburg war nicht irgendeine Stadt, sondern spielte in der Geschichte des Regimes schon eine nicht untergeordnete Rolle. Oft genug taucht der Name der Montanstadt, oder auch von Rheinhausen, Hamborn oder Friemersheim in den Tagebüchern von Reichspropagandaminister Josef Goebbels auf. Gerade Goebbels hatte auch eine familiäre Beziehung zur Stadt. Sein Schwiegervater lebte in Duisburg. Der Reichspropagandaminister weihte u.a. auch die „Admiral Graf-Spee-Brücke“ zwischen Hochfeld nach Rheinhausen ein.
Einen Blick auf die politischen Geschehnisse in der Stadt gibt Co-Autor Michael A. Kanther im Kapitel „Duisburg und der Nationalsozialismus”. Und die „Shoa“ der jüdischen Gemeinde unserer Stadt wird von Ludger Heid im Kapitel „Verfolgung der Juden in Duisburg unter der Nazi-Diktatur 1933-1945” erläutert.
Eine sehr große Auswahl der umfangreichen Sammlung mit Fotos des Duisburger Fotografen Hermann Hill (1888-1963)aus dem Ruhr Museum Essen dokumentiert die unterschiedlichen Facetten des Duisburger Alltags während der NS-Diktatur. Dazu gibt es ein kurzes Kapitel von Sigrid Schneider vom Ruhr-Museum Essen. Es verfügt über den Hill-Nachlass, aus dem die zahlreichen Fotos stammen, die einen lebendigen Eindruck der Stadt zwischen 1933 und 1945 vermitteln. Zahlreiche bislang noch nicht gezeigte Fotos zeigen das „Braune Duisburg“.
Wer sich noch intensiver mit dem Thema befassen möchte, steht im Buch eine Bibliografie zur Verfügung, in der Eberhard Kröger, Lektor für Heimatkunde der Stadtbibliothek Duisburg, rund 400 Titel aufführt, die überwiegend in Duisburg zu finden sind! Hierunter auch bislang veröffentlichte Monografien, Sammelbände und Aufsätze zum Nationalsozialismus in Duisburg.
Alles in allem ist das Buch eine hervorragende Grundlage für die lokale Geschichtsforschung zum Thema und sollte gerade für die Schüler unserer Stadt zur Pflichtlektüre werden. Das Buch „Nationalsozialismus in Duisburg – 1920 bis 1945” ist für 16,95 Euro im Handel erhältlich; ISBN 978-3-8375-0124-7. 

Jörg Juretzka; Fallera; Klartext-Verlag Essen 2007; 159 Seiten; ISBN: 978-3-89861-797-0
"Es geht bergauf für Kristof Kryszinski. Wortwörtlich. Den von Erfolg unverwöhntesten aller Privatdetektive zieht es in die Schweizer Berge im Auftrag der Polizei. Daß es soweit kommen konnte! Es steht schlecht um den Mülheim-Marlowe.
Kryszinski soll ein harmlos scheinendes Resozialisierungs-Projekt begleiten. Die steinige Tour entwickelt sich jedoch zu einem wahren Himmelfahrts-Kommande. Ganoven setzen den Bergwanderern zu und der Tod hat alle Hände voll zu tun. Im Frühtau zu Berge geht es ums nackte Überleben und tonnenweise Gold," berichtet die Inhaltsangabe.
Die Werbung nennt Juretzka den "Ruhrgebies-Chandler". Dies ist jedoch zu hoch gegriffen. Wirr, sprunghaft, platt und oberflächlich ist die Handlung; das Wort "nicht vorhersehbar, weil nicht logisch aufgebaut" sei hier nicht vergessen. Ortsbeschreibungen und Charakterisierungen fehlen genauso. Actionreich ist die Geschichte dafür schon. Es gibt noch einen zweiten Grund, warum Juretzka nicht ein Ruhrgebiets-Chandler sein kann. Die amerikanischen hard-boiled Krimis möchten das Leben schonungslos so beschreiben, wie es ist, nämlich hart und brutal. Davon ist hier nichts zu spüren.

Herbert Günther: Die Reihe Archivbilder Der Elberfelder Westen;
Sutton Verlag Erfurt 2007; 128 Seiten; ISBN: 978-86680-095-3
"Arrenberg, Nützenberg, Eskesberg und Varresbeck waren lange Zeit dünn besiedelte Außenbezirek Elberfelds. Mit der Industrialisierung verloren sie zwischen den 1860er und 1960er Jahren ihren ländlichen Charakter. Die letzte Kuh verließ 1966 den Varresbecker Hof. Bis zur Eingemeindung nach Elberfeld 1888 hatte sich Sonnborn in rund 1.000 JAhren zu einem eigenständigen Dorf entwickelt, das erst ab 1832 mit der Provinzialstraße von Elberfeld nach Kön gut zu erreichen war," berichtet die Inhaltsangabe.
Michael Magner: Die Reihe Archivbilder Wuppertal - Elberfeld Briller Viertel unjd Nordstadt; Sutton - Verlag Erfurt 2003; 128 Seiten; ISBN: 3-89702-533-7
"Das Briller Viertel und die Elberfelder Nordstadt sind denkbar gegensätzliche Quartiere: Das Villenviertel am Nützenberg war und ist die bevorzugte Wohngegend der Industriellen und Honoratioren der Stadt, das Petroleumviertel am Ölberg der Lebens-, Arbeits- und Wohnraum der sogenannten kleinen Leute. Durch den Kontrast zwischen diesen beiden Vierteln, der längs der Briller Straße einen sanften Übergang findet, entsteht ein lebendiges Bild der so unterschiedlichen Lebensverhältnisse," berichtet die Inhaltsangabe auf dem hinteren, schwarzen Buchdeckel.

Michael Magner: Die Reihe Archivbilder Wuppetal - Elberfeld; Sutton - Verlag 2000;
128 Seiten; ISBN: 3-89702-194-3
"In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundertes erlebte Elberfeld im Tal der Wupper einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Damit waren - vor allem nach 1871 - ehrgeizige Projekte der Stadtplanung und des Ausbaus der Infrastruktur verbunden. Der vorliegende Bildband begibt sich auf die Suche nach einem verlorenen Stadtbild, an das heute noch einige Gebäude und Straßenzüge erinnern," berichtet die Inhaltsangabe.
Ein Inhalt - ein Aufbau - was liegt also näher, als gleich drei Bücher auf einmal zu besprechen? Die historischen Schwarzweißfotos zeigen das historische Elberfeld, seine Entwicklung und das öffentliche Leben. Wer sich für die Geschichte seiner bergischen Heimat interessiert, wird hier sicherlich lohnenswerte Bücher in den Händen halten. Zum Glück wird hier auf privaten Kitsch verzichtet, so dass auch ein auswärtiger Leser einen Einblick in das damalige Leben erhält.

 

Lewis Carroll: Alice hinter den Spiegeln; Insel - Verlag Frankfurt am Main 1974; 145 Seiten; ISBN: 3-458-31797-x
"Alice hinter den Spiegeln (auch: Durch den Spiegel und was Alice dort fand; im Original: Through the Looking-Glass, and What Alice Found There) ist der 1871 erschienene und ebenfalls von Lewis Carroll verfasste Nachfolger von Alice im Wunderland.
Im Gegensatz zum ersten Band, bei dem Spielkarten als durchgehendes Thema dienen, baut Carroll hier die Handlung des Buches rund um eine Schachpartie auf. Die Züge dieser Schachpartie werden zu Beginn des Buches präsentiert, die mit einigen Ausnahmen eine reguläre Partie darstellen. Ausnahmen sind: Weiß bewegt den König nicht aus einer Schach-Konstellation; anstelle der Regel, dass Weiß und Schwarz (in England: Rot) abwechselnd ziehen, tritt die, dass Alice, die in der Partie die Rolle des weißen Damebauern eingenommen hat, abwechselnd mit einer der beiden Farben am Zuge ist. Auch ist es hier den Figuren möglich, nach einem Schlag auf den alten Platz zurückzukehren (vgl. Märchenschach).
Besonders bekannt sind das Nonsensgedicht Jabberwocky, das Ei auf der Mauer Humpty Dumpty und die Zwillinge Tweedledee und Tweedledum. Weiterhin war die Figur der Roten Königin Namensgeberin für die Red-Queen-Hypothese zur Evolution. Zu den zwölf regulären Kapiteln gibt es ein dreizehntes ursprünglich nicht für die Veröffentlichung vorgesehenes: Der Wesperich mit der Perücke. 1998 wurde das Buch unter dem Titel Alice Through The Looking-Glass (dt. Alice im Spiegelland) mit Kate Beckinsale in der Hauptrolle als Fernsehfilm verfilmt," stellt die Internetenzyklopädie Wikipedia den Klassiker unter den Kinder- und Jugendbüchern vor.

Das Buch, das ich in den Händen halte, hat einen rosafarbenen Buchdeckel. Der Text wird durch viele hübsche Zeichnungen ergänzt. Ich gestehe es gerne: Ich habe das Buch als Kind nie gelesen. Ich greife erst im Erwachsenenalter dazu. Eine weitere Sache gestehee ich an dieser Stelle auch gerne: Ich lebge das Buch sehr schnell wieder beiseite. Die Geschichte liefert nicht die Art Phantasie, die mir vertraut ist. Was kennt man als Junge? Karl May, die Geschichten von Jules Verne, Stevensons Schatzinsel, Pinocchio (bei der klassischen Kinderliteratur) oder Die Drei ???, TKKG und Die Fünf Freunde (bei der zeitgenössischen Jugendliteratur). Das ist handfeste Literatur, die in der Welt spielt, die wir kennen. Dort kommen Action, Spannung, Kampf und fremde Welten vor. Davon ist hier nichts zu spüren. Es gibt keinen edlen und tapferen Helden, der seine Abenteuer tadellos besteht. Die Geschichte ist fast schon mädchenhaft - zart. Wohl wissend, daß ich der Geschichte damit Unrecht tue, schießen mir doch Worte wie "abstrus" und unrealistisch" durch den Kopf, als ich das Buch lese. Mein persönlicher Geschmack ist das nicht.
Lewis Caroll wurde am 27.1.1832 in Daresbury geboren. Er starb am 14.1.1898 in Guildford. Charles Lutwidge Dodgson verbirgt sich hinter diesem Pseudonym. Er ist ein menschenscheuer, eigenbrötlerischer Dozent für Logik und Mathematik am Christ Church College in Oxford. Der Sonderling wurde zum sprühenden Erzähler, wenn er mit Kindern zusammen war.

 

Erich Geldbach / Peter Noss (Hrsg.): Vielfalt und Wandel Lexikon der Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet; Klartext - Verlag Essen 2009; 608 Seiten; ISBN: 978-3-89861-817-5
"Vielfalt und Wandel sind Kennzeichen des Ruhrgebiets. Das Lexikon macht die bis heute weithin unbekannte Fülle des religiösen Lebens in der Region sichtbar. Von Anfang an waren Religionsgemeinschaften entscheidende Faktoren der Integration: als die Arbeiter und ihre Familien kamen und hier Heimat fanden. Die grundlegene Kenntnis davon, wer woran glaubt, ist die notwendige Bedingungen für dei Möglichkeit gelungenen Zusammenlebens. In einleitenden Abschnitten werden die Religionsgemeinschaften vorgestellt; es folgt die Darstellung der regionalen Entwicklung und Besonderheiten, Adresse, Bilder, Zahlen, Karten. Erstmals werden kompakt alle nötigen Informationen zusammengetragen, um die religiöse Landkarte zu entschlüsseln. Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2010 ein längst fälliges Kompendium," urteilt die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel.
Elisabeth Danou-Fuchs, Stefanie von Schnurbein, Udo Tworuschka, Nadine Arat Tierehinckx, Traugott Jähniche und Claudia Währisch-Obau sind einige der hier vertretenen Autoren. Sie stellen die christlichen Religionsgemeinschaften genauso wie wie Buddhismus, Islam, Hinduismus und sonstige Gemeinschaften.
Hier liegt ein sehr interessantes und informatives Buch vor. Es wird nicht nur Geschichte, Aufbau und Glaube der jeweiligen Religionsgemeinschaften leicht verständlich beschrieben; es folgt auch immer der regionale Bezug. Wozu auch gehört, die Ansprechpartner vor Ort zu nennen. Wer sich für religiöse Fragen interessiert und Antworten sucht, dem wird hier sicherlich weitergeholfen.

 

Silvia Kaffke: Blutleer; KBV-Verlag Hillesheim 2006; 310 Seiten; ISBN: 3-937001-74-3
Hat der Frührentner Rudi Hirschfeld wirklich die sechs Morde begangen, die er der Polizei gesteht? Entlang der S-Bahn-Linie S1, die quer durch das ganze Ruhrgebiet, von Dortmund über Bochum, Essen, Mülheimm und Duisburg nach Düsseldorf führt? An sechs völlig unterschiedlichen Menschen mit völlig unterschiedlichen Methoden? Als sich Zweifel an seiner Täterschaft ergeben, geschieht das Unglaubliche!
Kaffke wurde 1962 in Duisburg geboren. Sie kam über Geschichten für Zeitschriften zu den Kriminalromanen. Die Kriminalromane sind so gut, dass sie verfilmt und mit Preisen ausgezeichnet werden. Die regionale Herkunft ist dem Buch deutlich anzumerken. Wer sich in Duisburg und Düsseldorf auskennt, wird in dem Buch viele Orte wiedererkennen.
Dr. Barbara Hielmann-Pross ist die Hauptperson dieses Buches. Wie es sich für eine gute, moderne Ermittlerin gehört, hat sie Eheprobleme und wird prompt in eine Liebesgeschichte verstrickt. Den so entstandenen Nebenstrang nimmt man als Leser gerne in Kauf. Am Ende gibt es sogar so etwas wie Action...
Störend sind eher andere Sachen. Kommissar Zufall liefert die Lösung; ohne ihn hätte niemand den richtigen Täter gefunden. Es fehlt auch das klassische Ende, bei dem der Täter seine Untaten zugibt und den Tathergang beschreibt. Gerade diesen zweiten Mangel bedauere ich sehr. Als Leser habe ich nämlich am Ende schon wieder vergessen, um welche Morde es hier ging. Dem Buch fehlt inhaltlich der rote Faden.
Mein persönliches Fazit? Das Buch ist zwar gut lesbar geschrieben, müßte aber inhaltlich stringenter umgeschrieben werden.

 

Bernhard Mensch / Peter Pachnicke (Hrsg.): Routenführer Landmarkenkunst; Selbstverlag Oberhausen 1999; ISBN: 3-932236-08-4
Hier liegt eine Auftragsproduktion der IBA Emscher Park anlässlich der Ausstellung "Kusntt setzt Zeichen - Landmarkenkunst" vor. Das Heft stellt die Halde Schurenbach Essen genauso vor wie die Halde Haniel und Bottrop, den Altstadtpark am Innenhafen in Duisburg, den Landschaftspark Nord (gleichfalls in Duisburg) oder den Mont-Cenis-Park in Herne vor. Das Heft hat dabei den Charakter eines Reiseführers, der dem Besucher 19 interessante Orte, die überall im Ruhrgebiet verstreut liegen, vorstellt. Fotos, Anreiseskizzen und Texte ergänzen einander. Wer möchte, kann die Reiseziele einzeln ansteuern oder zu Tagestouren zusammenstellen. Trotz des zeitlichen Abstandes zum Herausgebedatum ist das Heft auch heute noch für jene Urlauber interessant, die nicht wissen, wie sie ihre freien Tage kostengünstig vor Ort verbringen können.

 

Der ehemalige evangelische Wanheimer Gemeindepfarrer Okko Herlyn ist in dem Buch genauso vertreten wie die Duisburger Autoren Hans-Martin Große-Oertringhaus, Niklaus Schmid und Elke Oerten-Twiehaus und der ehemalige sozialdemokratische Oberbürgermeister Josef Krings. Sie nähern sich in ihren Texten dem sich in den vergangenen Jahren wandelnden Innenhafen.
Ein paar Gedichte gibt es, ein paar gelegentliche Schwarzweißfotos und ganz viel Prosa. Hauptsächlich lokalgeschichtlich-(innen)hafenbezogene Informationen, aber auch ein paar belletristische Text gibt es. Duisburger Zeit- und Wirtschaftsgeschichte wird hier ansprechend erzählt. Wer sich für "seine" Stadt Duisburg interessiert, wird so manches unbekanntes Detail erfahren. Nach wem ist eine Schule benannt? Wer verbirgt sich hinter einem Straßennamen? Dies sind nur einige der Fragen, die in diesem lesenswerten Buch beantwortet werden.

 

Schräge Orte, starke Plätze - Kurioses und Entlegenes in Nordrhein - Westfalen; 1 CD 65 Minuten Gesamtspielzeit; Klartext - Verlag Essen ohne Jahresangabe; ISBN: 978-3-89861-909-7
"Scala" heißt die Kultursendung im WDR 5 - Hörfunksender. In insgesamt 7 Beiträgen werden beispielsweise die "R(h)einorange" in Duisburg-Kaßlerfeld, die Nischenabortanlagen im Mönchengladbacher Schloss Rheydt oder der Faulturm in Oberhausen-Borbeck vorgestellt. Sehr liebevoll sind die Live-Beiträge gestaltet, die alle vom Niederrhein stammen und unbekannte Orte vorstellen. Es sind ruhige Beiträge, die sich auch die Zeit nehmen, den jeweiligen Ort so gründlich wie genau dem Hörer näherzubringen. Hier geht es nicht um Tagesaktualität. Hier werden Geschichten erzählt und Zusammenhänge erklärt. So entsteht ein anschauliches Bild von dem vorgestellten Ort. Die Orte kann man in der Regel auch als Ausflugsziel nutzen. Sogar ein gewisser Humor ist hier zu hören. Dieses Hörbuch gefällt.

Hans-Martin Große-Oetringhaus (Hrsg.): Das Blaue vom Hafen Geschichten und Geschichte rund um den Duisburger Innenhafen; Klartext - Verlag Essen 2003; 143 Seiten; ISBN: 3-89861-194-9

Ruth Omphalius: Der Neandertaler Neues von einem entfernten Verwandten; Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg 2006; 272 Seiten; ISBN: 3-498-03227-5


Ruth Omphalius wurde 1963 geboren. Sie studierte Germanistik, Kunstgeschichte, Kunstpädagogik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Frankfurt. Seit 1997 ist sie beim ZDF als Redakteurin für Wissenschaft und Kultur tätig.
Wie verständigten sich die Neandertaler. Wie und was aßen sie? Kanten sie Medizin und Kunst? Waren sie religiös? Dies sind Fragen, die Omphalius interessiert. Sie möchte hier die neueren Forschungsergebnisse zusammentragen und so den Neandertaler als unseren entfernten Verwandten vorstellen.
In der Mitte des Buches sind 20 farbige Abbildungen zusammengetragen. Ansonsten ist das Buch eine Bleiwüste.
Die Autorin geht populärwissenschaftlich an das Thema heran. Sie vermeidet unverständliche Fachausdrücke, so dass der Text leicht verständlich ist. Der Text ist auch anschaulich verfasst, was zum Teil auch daran liegt, dass es hier um Forscher und ihre Arbeit sowie ein anschauliches Thema geht. Inhaltlich muss vieles Spekulation und Raterei bleiben. So modern und leistungsfähig unsere Wissenschaftlich auch sein mag, viele Fragen kann sie dann doch nicht beantworten. An dieser Stellen sind wir auf unsere Phantasie angewiesen.

 

Bernd Kebelmann / Malgorzata Ploszewska (Hrsg.): Lyrikbrücken; Dahlemer Verlagsanstalt Berlin 2009; 405 Seiten; ISBN: 978-3-928832-30-4
Bernd Kebelmann, Eero Vartio, Zsuzsa Csikos, Marcel van Maele, Ryszard Machowski und Pilar Baumeister sind einige der Autoren, die hier mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch und des Deutschen Blindenhilfswerks (das in Duisburg ansässig ist) Gedichte veröffentlichen konnten. Insgesamt 10 europäische Sprachen sind hier vertreten - Deutsch sowieso, aber auch Französisch, Polnisch und Finnisch, um nur einige Beispiele zu nennen. Jeder Text ist sowohl in Originalsprache wie in deutscher Übersetzung enthalten. Das Buch führt gute und moderne europäische Lyrik zusammen. Die deutsche Übersetzung ermöglicht auch einem hiesigen Leser ein Verständnis der Texte.
Ich bin nun kein Experte für Gedichte. Daher werde ich nichts zu Form und Inhalt sagen. Den beigefügten Biographien kann ich aber entnehmen, daß alle Autoren blind sind. Von daher kann man ihre Leistung nur bewundern.

 

Bücher aus einem Duisburger Verlag
Herbert Josef Schero: Tätowierte Sinnlichkeit Bücher, Körper, Sprache, Sinngefälligkeiten;
Verlag Phoenix-Shanti Duisburg 1990; 204 Seiten; ISBN: 3-925684-00-7
Das Buch ist eine Anthologie. Es enthält diverse Prosatexte und Poesie. Für mich als überzeugten Krimifan sind insbesondere die Gedichte sehr nichtssagend.
Für mich ist die hier abgebildete Kunst wesentlich interessanter. Fotos gibt es hier genauso zu sehen wie Malerei und Zeichnungen. Sehr modern sind die Kunstwerke, nicht immer jugendfrei, dafür aber humorvoll und teilweise großformatig. Gut gemalt / gezeichnet und auf jeden Fall ansprechend sind die Bilder. Wer zu diesem Buch greift, sollte die Kunst in den Vordergrund stellen. Wer zeitgenössische Kunst mag, wird hier bestimmt ein gutes Buch in den Händen halten.

Herbert Josef Schero: Utopie des Bedauerns - Poesie ohne Titel Die Werke der Jahre 1975 - 1985 Gemälde, Handzeichnungen, Druckgraphik, Objekte, Aktionen und Bilder; Edition-Verlag: Phoenix - Shanti Duisburg 1985; 216 Seiten; ISBN: 3-925684-00-X
Hier liegt ein Ausstellungskatalog in Buchform vor. Die dazugehörige Ausstellung fand vom 19. Januar bis 23. Februar 1986 im Städtischen Museum Wesel statt.
Oh Gott, dieses Buch ist ja alt / uralt / Steinzeit. So höre ich jetzt die Kritiker sagen. Warum auf einen Ausstellungskatalog eingehen, dessen dazugehörige Ausstellung schon lange Zeit zurückliegt?
Ganz einfach: Weil hier kein klassischer Ausstellungskatalog vorliegt. Kein Museumsdirektor begründet, warum er ausgerechnet diese Ausstellung gemacht hat. Kein vermeintlicher Kunstexperte betreibt Lobhudelei. Hier stellt sich ein Künstler selbst vor, zeigt seine Kunst und führt in seine Gedankenwelt ein.
Schero ist Jahrgang 1953. Nach der Lehre als Buchdrucker (1967 - 1969) und dem Besuch der FOS Wirtschaft und Sozialpädagogik (Fachhochschulreife) studiert er an der Kunstakademie Düsseldorf (1975 - 1979). In diese Zeit fällt ein Stipendium des Landschaftsverbandes Westfalen - Lippe (1977) sowie Gründung und Leitung der Galerie "Frühling" (1978). 1980 studiert er an der Kangraschool for Miniaturepainting bei Shree Schalu L. Raina in Himachal-Pradesh (Indien). 1983 ist er Herausgeber und Redakteur von "Der Diamantentaucher" Zeitschrift für Kunst, Kultur und Literatur. Diverse Kunstausstellungen und Buchveröffentlichungen folgen bis heute; der Verleger Schero ist sehr in der freien Duisburger Kulturszene aktiv. Diese biographischen Daten muss man als Leser schon im Hinterkopf behalten. Dann fällt der Zugang zu der Kunst auch leichter. Ansonsten wirkt sie doch sehr abseitig und modern.

AortA - Kulturverein (Hrsg.): Mana; Verlag Edition - Phoenix Shanti 1999; 184 Seiten; ISBN: 3-925684-09-3
Hier liegt ein Ausstellungskatalog zu einem Ausstellungsprojekt des Duisburger AortA-Kulturvereins vor. Die hier vorgestellte Ausstellung wurde 1997 - 1999 an verschiedenen Orten in China, Indien und Deutschland gezeigt. Was das Mana-Projekt anbelangt, ist das Buch etwas nichtssagend gelungen. Mir als eher zufälligem Leser wird nicht so ganz klar, wer und was sich dahinter versteckt. Ein paar Informationen über das Projekt wären nicht schlecht gewesen.
Und was ist von dem Buch zu halten? Über weite Strecken ist es ein ganz gewöhnlicher Katalog. Er zeigt die Kunstwerke, nennt ihre Titel und gibt gelegentlich Hintergrundinformationen. Die Kunstwerke stammen alle von Herbert Josef Schero. Dieser Katalog im Buchformat hat Hochglanzcharakter. Ich verzichte an dieser Stelle auf ein Urteil. Es fehlen einfach zu viele Informationen rund um das Mana-Projekt, als daß der Katalog wirklich gelungen wäre.

Ralf Piorr (Hrsg.): Viel mehr als nur ein Spiel 100 Jahre SC Westfalia 04 Herne; Frisch-Texte-Verlag Herne 2004; 348 Seiten; ISBN: 3-933059-38-0
Einen Rückblick auf die 100jährige Geschichte des Herner Sportvereins und auf die Faszination des Fußballs verspricht die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel. "Geschichte und Geschichten über Auf- und Abstiege, über Sport und Politik, über Tradition und Gegenwart, über Erinnerung und Begeisterung. Gerade im Ruhrgebiet war und ist Fußball eben viel mehr als nur ein Spiel. Es ist die Geschichte einer spezifischen Kultur und einer regionalen Leidenschaft."
Unterstützt durch historische Dokumente, Schwarzweißfotographien, Tabellen und Spielerporträts lassen Autoren wie Ralf Piorr, Ralf Jelitto, Sönke Wortmann und Günter Jedrny die Geschichte des Vereins von seinen Anfangstagen bis heute Revue passieren. Zum Glück liegt hier keine Hochglanzbroschüre vor, wie wir sie aus anderen sportlichen Rückblicken kennen. Das Buch wirkt gut recherchiert und teilweise sehr persönlich gehalten. Hier liegt ein vernünftiges und gut lesbares Sportbuch vor, das jeder Fan von Westfalia Herne bestimmt gerne lesen wird.

Wolfgang Viehweger: Spur der Kohle... Europa in Herne und Wanne-Eickel; FRISCH-Texte Verlag Herne 2000; 227 Seiten; ISBN: 3-933059-03-8
Das Buch möchte ein Reisebuch sein. Und das in doppelter Weise. Zum einen möchte es die Vergangenheit der Kohle vorstellen, aber auch die Geschicht zweier Ruhrgebietsstädte, die durch sie geprägt wurden. "Es ist zugleich real und märchenhaft, historisch und aktuell, für Erwachsene und für Kinder geschrieben. 12 ehemalige Zechen und ein Feuersalamander namens Achilles spielen dabei die Hauptrolle," wie die Inhaltsangabe berichtet.
Mont Cenis, Unser Fritz, Hannover, Providence / Von der Heydt, Teutoburgia, Constantin der Große, Pluto und Shamrock sind nur einige der Zechen, die hier vorgestellt werden. Die Texte sind leicht verständlich und gut lesbar geschrieben. Inhaltlich konzentrieren sie sich auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, sind also historisch ausgerichtet. Das Buch ist mir persönlich zu oberflächlich geraten. Das Zechensterben nach dem Krieg wird hier überhaupt nicht thematisiert; auch Themen wie die Entstehung der Kohle oder die Lebensbedingungen der Menschen kommen hier nicht vor. Wer sich wirklich dem Thema Kohle und Bergbau nähern möchte, muss inhaltlich schon mehr bieten.

 

Ruhrgebetsliteratur

Heinz-Dieter Busch: Die Reihe Archivbilder Herten; Sutton - Verlag Erfurt 2004; 1258 Seiten; ISBN: 3-89702-678-3
"Bis ins 19. Jahrhundert war Herten von der Landwirtschaft geprägt. Mit dem Beginn des Steinkohlenbergbaus im Jahre 1872 setzte eine rasante wirtschaftliche Entwicklung ein. Die Bevölkerungszahl stieg sprunghaft an und es entstanden zahlreiche Bergarbeitersiedlungen. Im Jahre 1936 wurde Herten zur Stadt erhoben, nachdem zehn Jahre zuvor bereits die Bauernschaften Ebbelich, Disteln Langenbochum und Scherlebeck eingemeindet worden waren," berichtet die Inhaltsangabe.

Busch gehört dem Geschichtskreis "Zeche Ewald" an. Er präsentiert rund 200 Schwarzweißaufnahmen, die zuvor noch nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickten.
Wie aus dieser Bildbandreihe gewohnt, enthält die kurze Einleitung ein paar historische Informationen über die Ruhrgebietsstadt. Dann kommt der umfangreiche Bildteil. Die Fotographien zeigen das Stadtbild genauso wie das öffentliche Leben; leider kommen aber auch viele Privatfotos (wie beispielsweise Klassenfotos) hinzu. Zieht man die oft nichtssagenden und wenig informativen Fotos ab, entsteht schon ein lebendiges Bild von Hertens Geschichte. Wer sich dafür interessiert, hält schon ein brauchbares Buch in den Händen.