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Buchbesprechungen - Vorstellungen |
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Frauen-Erinnerungen zum Muttertag |
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Die weibliche Sicht auf schwere Jahre.
1939-1945
Berlin/Duisburg, April 2012 - Passend zum Muttertag, am 13.
Mai, stellt dieses Buch authentische

Frauen-Erinnerungen aus den Jahren 1939 bis 1945 vor.
Eindrucksvoll und anrührend erzählen 45 Geschichten von
Trennung und Schmerz, Bangen und Hoffen, von kleinen Wundern
und großen Tragödien.
Als wir Frauen stark sein mussten gibt aus erster Hand
Einblicke in die heute nur noch schwer vorstellbaren
Lebensumstände in Deutschland während des Zweiten
Weltkrieges. Entstanden ist ein anschauliches Frauenbild
jener Zeit, das in dieser Vielfalt seinesgleichen sucht.
Mauerzeit: Als fliehen tödlich sein konnte. 1961-1689
320 Seiten mit vielen Abbildungen, Ortsregister,
Chronologie, Zeitgut Verlag.
28
Jahre trennten Mauern, Stacheldraht, Selbstschußanlagen und
Minen die Deutschen in Ost und West. Das Buch Mauerzeit
enthält authentische Erinnerungen an den Alltag in der DDR
und an riskante Fluchtversuche über die tödliche Grenze.
Es wird erzählt, wie Besuche in Ost und West abliefen,
mitsamt schikanösen Grenzkontrollen und Begegnungen mit der
Stasi.
Gebundene Ausgabe - ISBN 978-3-86614-192-6, Euro 13,90
Taschenbuch Ausgabe - ISBN 978-3-86614-159-9.
Euro 10,90 www.zeitgut.de
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Mittelrhein - Wein |
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Ein dionysisches Porträt von Jens Burmeister
Books on Demand GmbH - ISBN: 978-3-8448-0680-9 - Paperback,
224 Seiten: 17,90 €
Duisburg, 22. Februar 2012 - Wer einen Johnson erwartet, muss
sich noch etwas gedulden. Der Verfasser arbeitet an einer
Weinbewertung nach Punkten. Man darf auf diese gespannt
sein, denn was hier vorgelegt wird ist kein Weinführer im
hergebrachten Sinn. Hier wird über Wein, Winzer und Allem
was dazu gehört, erzählt, berichtet. Das beginnt mit so
nebensächlichen Dingen (?) wie das Wetter zu Beginn eines
Reisetages an den Mittelrhein.
Die Beschreibung dieser Reise findet einen Platz in den
jeweiligen, wie soll man es ausdrücken, Geschichten. Der
Autor, ein promovierter Chemiker aus der Gegend um Köln,
muss über ein "Weingüter Findungs - Navi Gerät " verfügen.
Wie erklärt es sich sonst, dass er zielsicher Weingüter
aufspürt? Darunter auch sog. Garagenwinzer. Wie um alles in
der Welt, findet man diese in einem Tausend-Einwohner-Dorf?
Unser Autor hat sie gefunden und beschreibt ausführlich die
Geschichte dieser beiden Menschen die in der Garage die
Stahltanks und die Barrique-Fässer und im Keller die
Flaschen lagern. Badetuchgroße Rebflächen wurden
angepachtet, insgesamt neun, summieren sich auf einen
Hektar. Spannungsreich wird die Geschichte dieser Winzer
erzählt, die; das kommt noch hinzu, jeweils an die 100
Kilometer von Ihrem Wohnort beruflich tätig sind.
Eine interessante Geschichte. Und nicht nur diese. Insgesamt
unternimmt der Autor zwölf Reisen und trifft siebzehn dieser
Spezies. Damit aber nicht genug. Denn nun kommt die profunde
Beschreibung der Weine, die der Autor bei seinen Besuchen
kostet. Der Autor, verfügt über eine Gaumen-Kathedrale. Der
Zugang dorthin erfolgt über seine Nase. Es gelingt ihm
scheinbar mühelos alle, aber auch wirklich alle Ingredienzen,
aufzuspüren. Und mit der Ihm eigenen Akribie visualisiert er
diese. Selbstredend werden auch die Städte und Burgen am
Mittelrhein gesehen und skizziert. Sowohl der Kenner, als
auch der Erstbesucher des Mittelrhein-Gebietes ist gut
beraten, wenn er dieses Buch in sein Handschuhfach legt, um
es, wohin er auch reist, parat zu haben. DeJo
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Ein Bildband über Duisburgs
historische Kneipenlandschaft |
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Duisburg, 2. Februar 2012 - Nach dem großen Erfolg ihres
Bildbandes „Duisburg-Großenbaum und -Rahm“ widmen sich
Harald Molder und Reinhold Stausberg auf 128 reich
illustrierten Seiten erneut der Geschichte der
Ruhrgebietsmetropole. Über 200 zumeist unveröffentlichte
Bilder und Postkarten aus den umfangreichen Sammlungen der
Autoren zeigen die Schauplätze des gesellschaftlichen Lebens
zwischen 1900 und den 1960er-Jahren. Dieser historische
Kneipenbummel durch die zahlreichen Gaststätten, Kneipen,
Cafés und Restaurants von Duisburg lädt zum Erinnern, Neu-
und Wiederentdecken ein.
Der Streifzug durch Duisburgs Kneipen beginnt im Norden der
Stadt. Die seltenen Aufnahmen zeigen
einst
beliebte Gaststätten wie das Ausflugslokal „Zur Wacht am
Rhein“ mit Blick auf die vorbeifahrenden Schiffe. Weiter
geht es entlang der linken Rheinseite. Zu sehen sind die
„Krupp’sche Bierhalle“, in der sich die Werksangehörigen der
Friedrich-Alfred-Hütte trafen, oder das Restaurant „Rheinpreussen“,
das sich in der Nähe der gleichnamigen Zeche befand.
Rund um den Ruhrorter Hafen stellen die Autoren zahlreiche
Kneipen vor, für die der Hafen eine wichtige Einnahmequelle
war. „Zum Onkel Willi“ war eine beliebte Gasstätte, in der
Berliner Bier und Magenbitter ausgeschenkt wurden.
Ausführlich widmen sich die Autoren der Altstadt Duisburgs
mit ihrer Vielzahl an Cafés und Wirtschaften, wie dem für
sein gutes Essen weit bekannten „Wilhelmshof“ oder dem
„Restaurant Lutterbeck“.
Anschließend geht es vom Kaiserberg entlang des Duisburger
Waldes bis in den Süden der Stadt. Die einmaligen Aufnahmen
zeigen historische Kneipen wie die Wirtschaft „Longerich“
oder die Gaststätte der Familie Wirtz, die 141 Jahre in
deren Besitz war. Der Leser begegnet auf diesem Bummel dem
Duisburger beim Feierabendbier im „Café Industrie“, beim
Billardspiel im „Restaurant Kleinbongartz“ oder beim Konzert
im „Café Rheingold.“
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Damals bei Oma und Opa |
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Buch-Information:
Duisburg, Dezember 2011 -
„Ich bin nicht sicher, ob ich mit Worten beschreiben kann,
wie wichtig
meine
Oma für mich war“, beginnt eine Geschichte in diesem Buch.
So wie Brigitta Wöstefeld darin ein Loblied auf ihre „Oma
Reinicke“ singt, erzählen auch die meisten anderen der hier
versammelten 27 Autorinnen und Autoren von ihren tiefen
Bindungen zu den Großeltern.
Oft schwingt große Dankbarkeit mit, etwa bei Anne-Liese
Peters, die sich als Kind mit der schwangeren Mutter und
drei Geschwistern nach beschwerlicher Flucht „Geborgen bei
Oma und Opa“ fühlen konnte und dort trotz schwerer Zeiten
eine fröhliche Kindheit verbrachte. Für Nora Kaube war
„Großma“ der gute Geist ihrer frühen Jahre im estnischen
Dorpat zwischen 1920 und 1939. Und bei Hans Werner Krafft
vertrat die Oma sogar Mutterstelle. Was die beiden gemeinsam
mit „Großvaters Fahrrad“ erlebten und wie die „Osterreise
mit Großmutter“ in der ersten Nachkriegszeit einer
beschwerlichen Expedition glich, ist ein Stück
Alltagsabenteuer.
Bei der Lektüre dieses Buches wird so mancher Leser
schmunzeln. Zum Beispiel, wenn Horst
Beckmann von „Großmutters Fensterplatz“ erzählt und „Omas
erste Autofahrt“ Anfang der 30er Jahre
beschreibt, als Autofahren noch ein Abenteuer war. Allzu
eigenwillig mutet heute so manche
Meinung der alten Dame an. Dennoch errichtet ihr der Enkel
mit seinen Erinnerungen ein liebevolles
Denkmal.
Wenn Meinhard Schröder in „Opa, mein Opa“ und „Das
Familiengeheimnis“ seiner beiden Großväter
gedenkt, erzählt er Familiengeschichte, die fast bis zum
Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreicht.
Obendrein werden dabei – wie auch bei vielen anderen
Erinnerungen dieses Bandes – die Auswirkungen der
politischen Ereignisse auf das Leben der Menschen sehr
deutlich.
Kurioses wissen Günter Lehnhardt mit „Der neue Haarschnitt“
und Erika Roba mit „Das verpatzte
Rendezvous“ zu berichten. Um der Pointe willen sei hier
nichts weiter verraten.
Ganz und gar heiter geht es in Romano C. Failuttis
Geschichte „Camping mit dem tollen Hecht“ zu. Der muntere
Alte, voll jugendlichem Elan und verrückter Ideen, beschert
seinen beiden Enkeln in den 50er Jahren unvergessliche
Ferien mit Zelt und einem völlig überbelegten winzigen Auto.
Susann Böttcher thematisiert ein Beispiel aus der jüngsten
Vergangenheit: Über die deutsch-deutsche Grenze hinweg
schreibt ein Mädchen aus der DDR Briefe an ihren Opa in der
Bundesrepublik.
Mit diesen „Zauberformeln“ können die beiden wenigstens
miteinander reden. Das Buch ist eine Hommage der Enkel an
ihre Großeltern. Bei der Lektüre werden so manche Leserin
und so mancher Leser immer wieder aufblicken und in
Dankbarkeit der eigenen Großeltern gedenken, bevor sie sich
wieder von der Vielfalt der hier erzählten Geschichten
fesseln lassen. Damals bei Oma und Opa 30 Zeitzeugen
erinnern sich an ihre Großeltern.
192 Seiten, viele Abbildungen, Ortsregister
Originalausgabe, gebundene Geschenkausgabe
Zeitgut Verlag, Berlin - ISBN 978-3-86614-179-7, Euro 8,95
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Gerhard Wagner |
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SCHWEIN gehabt - Redewendungen des Mittelalters
2011 –ISBN Nummer 978-3-939722-31-1 - Aufgeteilt in 7
Kapitel, mit ausführlichem Register und Literatur
Verzeichnis. Preis deutlich unter 10 €
Duisburg, Dezember 2011 -
Der Verfasser, als amtierende Geschäftsführer der Deuteschen
Burgenvereinigung
somit ein Kenner des Mittelalters
und einer den wenigen Menschen, die von sich behaupten können,
auf einer Burg zu arbeiten und auch dort zu leben.
Dadurch bedingt ist er nicht weit von den Lebensgewohnheiten im
Mittelalter entfernt, teilweise lebt er mit den Redewendungen
und Begebenheiten des Mittelalters. Leider sind die
Begrifflichkeiten und der Sinn der Redewendungen, den jungen
Menschen heut völlig verloren gegangen.
Es sind immerhin an die 200 Redewendungen, die Wagner nicht nur
vorstellt und erklärt, nein er findet sie auch. Der
Leser wird sicher mit großem Vergnügen entdecken, dass die eine
oder andere Redensart ihm bekannt vorkommt, er jedoch den
Hintergrund, den tiefen Sinn oder die Herkunft nicht kennt. Spaß
hat man als Leser sicherlich bei der Lektüre des Buches. dejo
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Welterbe-Atlas:
Unterwegs im Tal der Loreley |
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Von Rüdesheim und Bingen bis Koblenz
- 2. aktualisierte Auflage 2011
Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal - Wellmicher Str.25,
56346 St. Goarshausen - Konzeption und Idee Claudia Schwarz,
Detlef Oster - 4,00 € plus Porto
Duisburg, November 2011 -
Für dieses Werk hat der, für die Rheinland Pfälzer sehr
bekannte, Detlef Oster Frau Schwarz mit ins Boot geholt und
zusammen mit ihr die 67 Stromkilometer sowohl auf dem Fluss als
auch auf beiden Ufern bereist.
Auf 200 Seiten haben die beiden hochinteressante Dinge für den
interessierten Leser zusammen getragen. Was immer der Leser auch
sucht, er wird es sicherlich hier finden. Wussten Sie zum
Beispiel, dass es am Fuße der Loreley ein siebenfaches (l) Echo
gab und zum Teil noch gibt. Leider wurde dies durch die
Baumaßnahmen der Neuzeit stark eingeschränkt.
Seit 2002 ist das Rheintal als “Weltkulturerbe Oberes Rheintal“
anerkannt und kann sich mit der Chineschen Mauer, den Pyramiden
von Gizeh oder dem Grand Canyon in USA messen. Ein ungeheurer
Vorteil für die Gegend mit allen Dingen die dazu gehören. In
erster Linie (natürlich) für den Tourismus. Nun müssen diese 200
Seiten mit Fakten, Geschichten, Hinweisen, ja Annekdoten gefüllt
werden. Es gilt auf die Burgen und Schlösser einzugehen
Natürlich auch die z. Zt. hoch aktuelle Wanderbewegung. Auch
versteckte Sehenswürdigkeiten wollen gefunden und erklärt
werden.
Den Winzer mit seiner Weinstube und seinen Weinen
- z.B. auf der Rheingau-Riessling-Route -
zu entdecken und dem Besucher die Gegend zu erläutern.
Gerade der Weinanbau hat in der letzten Jahren eine Blüte
erfahren, die seinesgleichen sucht. Qualität ist angesagt. Das
hat die junge Generation der Winzer klar erkannt und setzt diese
neuen Erkenntnisse kompromisslos durch und um. Der Erfolg ist
unbestritten. Aber nicht nur die Winzer haben die Zeichen der
Zeit erkannt. Auch die jungen (wilden) Gastronomen und Hoteliers
sind hellwach und haben das Ohr an den Wünschen der Gäste, die
nicht zuletzt durch Bücher und Schriften, wie dieses, auf den
Mittelrhein aufmerksam geworden sind.
Die Herausgeber haben die Strecke in Stromkilometer aufgeteilt
und beginnen die Reise in Rüdesheim und enden rheinabwärts in
Koblenz. Auf dieser Strecke lassen Sie nichts, aber auch gar
Nichts aus oder unerwähnt. Wie schon zu Beginn beschrieben, gilt
Detlef Oster als Kenner der Gegend. Selbst erfahrene
“Mittelrhein-Kenner“ müssen anerkennen, dass sie dass eine oder
andere Detail nicht kennen. Jeder Ort wird mit seiner Kirche,
seinem Museum oder seiner Besonderheit, kurz, aber sehr
informativ beschrieben. Wer kennt eine der größten
Privatsammlungen an BMW-Motorrädern überhaut in Weisel, oberhalb
Stromkilometer 548 auf Seite 73, um ein weiteres Beispiel zu
nennen. Ein ‘Muss“ für den Rheinreisenden. und das zu dem Preis.
Wenn er Glück hat, der Rheinreisende, findet er dieses Buch bei
seinem Hotelier oder Winzer, dort sicher kostenlos. Die jungen
Mittelrheiner werden gemerkt haben, wie wichtig dieses Buch für
sie, Ihre Heimat und für ihre Gäste sein kann.
dejo
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Frauen und Ihre Schlösser - mehr als Glanz und Gloria
Jeanette
Gräfin Beissel von Gymnich
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Vorwort: Isa Gräfin von Hardenberg mit Fotografien von Stefan
Schaal
Verlag Knesebeck, 29,95 €. - 2. Auflage 2011 / ISBN Nr.:
978-3-86873-252-8
Duisburg, November 2011 - Auf 172 Seiten gestatten 19 Damen hoch
interessante Blicke hinter die Fassaden ihrer Burgen und
Schlösser, ja auch in Ihre Lebensläufe. Sie schildern, wie man
mit diesen Gebäuden, Denkmälern, umgeht, diese erhält, bewohnt
und zeitgemäß "fit" macht.
Die Autorin versteht es, die Damen zu Wort kommen zu lassen. Es
gelingt ihr zudem sachliche und hoch interessante Berichte zu
Papier zu bringen. Der Leser erfährt, wie es möglich ist, die
Häuser zu erhalten, für Konzerte, Veranstaltungen und auch für
Hochzeiten zu öffnen, ja sogar das Golfspielen n zu ermöglichen.
Sehr anschaulich war der nicht einfache Weg zu einem der
führenden Hotels im Postleitzahlen Gebiet 5, in dem 1811
Napoleon übernachtete. In einem zusätzlich vorgestellten
erfahren wir, dass man hier in der "einzigen Schlossruine
Deutschlands" prächtig übernachten oder feiern kann.
Dies alles erklärt die Autorin mit einer tiefgründigen
Sachkenntnis.
Der hinzugezogene Fotograf beweist sein Können von (Farb)Foto zu
Foto, erstaunliche Blickwinkel erkennt und es schafft, den
Berichten zusätzliches Leben zu bieten. Es ist kein Märchen aus
uralten Zeiten, sondern ein modernes Modell, das als Vorbild
taugt. Ein gelungenes Werk, von dem zu hoffen ist, dass die
Autorin weitere Frauen mit Schlössern findet, die bereit sind,
ein weiteres Buch zu füllen.
dejo
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UDE: Neuerscheinung - Tätowierungen setzen Zeichen |
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Duisburg, Februar 2011 - Für immer. Blumen, Figuren oder Symbole
werden in die Haut gestochen. Ein Tattoo ist ein Standpunkt. Das
– früher stigmatisierte – Zeichen hat mittlerweile seinen Weg in
die Popkultur gefunden und sorgt doch immer noch für
Diskussionen. Ein faszinierendes Feld, auch für den
Kommunikationswissenschaftler und Soziologen Dr. Oliver Bidlo
von der Universität Duisburg-Essen (UDE). In seinem neu
erschienenen Buch „Tattoo. Die Einschreibung des Anderen“
hinterfragt er dieses Phänomen.
Was drückt ein Tattoo aus, und wie reagiert die Gesellschaft
darauf? Warum lassen sich Menschen stechen oder werden zum
Tätowierer? Der Autor untersucht unter anderem die Ästhetik von
Tattoos und den Dialog, der vorab stattfindet: „Das Verhältnis
zwischen Kunden und Tätowierer ist aus kommunikativer Sicht
besonders spannend. Es ist eine
besondere
soziale Situation, die sich da abspielt. Man geht zwar mit einer
Vorstellung in das Studio, doch die eigentliche Umsetzung – wie
groß soll das Tattoo sein und wo genau soll es hin – entwickelt
sich erst im Gespräch.“ Tätowierer seien heute mehr als
Nadelstecher, sie verstehen sich als Künstler, wobei die Haut
ihre Leinwand ist. Ihre Arbeit sei ein zeichenbehafteter
Prozess. „Ein Tätowierer hinterlässt so seine Spuren und wird
zum Kommunikator“, erklärt Bidlo, der selbst übrigens nicht
tätowiert ist.
Auf der einen Seite soll das Bild individuell sein, auf der
anderen verliert es durch die begrenzte Auswahl der Motive an
Wert. „Heutzutage hat jeder Musiker, Schauspieler oder auch
Sportler ein Tattoo und versucht dadurch seine unverwechselbare
Persönlichkeit auszudrücken“, so der Wissenschaftler. Für ihn
ist das Tattoo deshalb ein theatrales Zeichen und zugleich eine
konservative Geste. „Denn der Akt des Tätowierens will ja auch
etwas konservieren, etwa eine Idee, eine aktuelle Liebe oder
eine Überzeugung.“
Tätowierungen haben sich etabliert, man dreht sich nicht mehr
danach um. Aber es gibt Grenzen wie das Gesicht, den Hals oder
die Hände, die auch heute noch nicht so geduldet sind. Daher
lautet ein Fazit: „Das Tattoo ist beheimatet in einer
Zwischenwelt.“
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Auf dem Weg zum
"starken Stück Deutschland" |
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Duisburg, Januar 2011 - Anhand einer Fülle von Werbematerialien
aus den Städten Essen, Duisburg und Bottrop hat die Historikerin
Daniela Fleiß untersucht, wie das Ruhrgebiet zu seinem Image
gekommen ist und wie sich dieses Image gewandelt hat. Die
Ergebnisse ihrer historischen Studie liefern einen spannenden
Einblick in den vielfältigen Imagewandel des Ruhrgebiets und
sind sicherlich nicht nur für Historikerinnen und Historiker
interessant. Nicht zuletzt bieten sie den Menschen des
Ruhrgebiets Einsichten über die unterschiedlichen Bilder und
Vorstellungen, die über das Ruhrgebiet transportiert wurden und
werden — Vorstellungen, die auch die eigene Identität
beeinflusst haben.

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"Der Kaiser kommt“ -
Zeitreise in das Mittelalter der Stadt Duisburg |
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Im Zuge des Kulturhauptstadt-Jahres
Ruhr2010 präsentiert das Duisburger Kultur- und Stadthistorische
Museum eine große Sonderausstellung über Duisburg im
Mittelalter. Das gleichnamige Buch „Der Kaiser kommt" aus dem
Mercator-Verlag lässt das Leben und den Alltag in der Stadt in
fünf Lebensbildern lebendig werden und vertieft den Eindruck der
Ausstellung nachhaltig. Als Leser fühlt man sich aufgrund der
realistisch erzählten Episoden in der Zeit zurückversetzt.

Sind vom Ergebnis begeistert! V.lks.: KSM Museumsdirektorin Dr.
Susanne Sommer, Kulturdezernent Karl Janssen, Planungsdezernent
Jürgen Dressler sowie Buchautor und Stadtarchäologe Dr. Volker
Herrmann
Grundlage für Buch und Ausstellung sind faszinierende
Illustrationen des Kemptener Grafikers Roger Mayrock, der fünf
detailfreudige Szenen aus der Duisburger Vergangenheit
festgehalten hat. In dem reichlich bebilderten Buch kann man
auch anhand zahlreicher historischer Fotos die Struktur der
Pfalz und die alte Stadt wiederentdecken.
Der Leser nimmt mit dem 12 jährigen Konrad, dessen Eltern für
den Kaiser arbeiten, am Einzug des Kaisers in seine Pfalz im
Jahr 986 teil. Er erlebt mit Heinrich aus Lakum das quirlige
Treiben am Hafen im Jahr 1189 und bekommt mit Karl dem
Einbeinigen einen Einblick in die Johanniter - Kommende im
Bereich der heutigen Marienkirche im Jahr 1195. Ebenso kann er
gemeinsam mit dem Fuhrwerkbesitzer Antonius im Jahr 1305 den Bau
des Koblenzer Turms in der Stadtmauer verfolgen und schließlich
mit Johanna von Deventer einen Markttag im Jahr 1313 im Schatten
der Ruinen der alten Kaiserpfalz. Die Stadt zeigt sich hier als quirlige Hafen- und Handelsstadt,
die Wirtschaftsbeziehungen bis weit in den Osten Europas und
darüber hinaus unterhielt und durch die bevorzugte Lage am
Schnittpunkt von Rhein und Ruh zwischen dem 10. und dem 14.
Jahrhundert eine besondere Blütezeit erlebte. Das Buch zur Ausstellung belässt es aber nicht bei den
Zeichnungen von Roger Mayrock und vielen vergrößerten
Ausschnitten. Vielmehr erzählt es im Abschnitt „Der Geschichte
nachgespürt“ mit einer Dokumentation der Ausstellungsstücke
sowie der Arbeit der Archäologen viel Wissenswertes über den
Alltag der Menschen in der Pfalz bis hin zur Schifffahrt an der
alten Stadtmauer. Auch erhält der Leser einen Einblick in die
Bestände des Stadtarchivs mit seinen Beständen an alten Akten,
Urkunden und anderen Dokumenten. Auch gibt es einen „Streifzug durch die ältere Geschichte
Duisburgs“. Man blickt zurück in die Zeit, als sich die ersten
Siedler vor mehr als 10.000 Jahren in Duisburg niederließen oder
als die Römer an den Rhein kamen. Autor des Bandes ist der Duisburger Stadtarchäologe Dr. Volker
Herrmann, der als Ideengeber für die Ausstellung und einen neuen
historischen Rundgang rund um die Kaiserpfalz gelten kann. In den Tagen vor der Ausstellungseröffnung wurden 20 wegweisende
Tafeln mit den Zeichnungen von Roger Mayrock und kurzen
Begleittexten eingeweiht, die der Verein pro DUISBURG im Zuge
seines 100-jährigen Bestehens unterstützt hat. Der
Mercator-Verlag beteiligt sich an dem Projekt, indem von jedem
verkauften Buch ein Büro zum Erhalt der Tafeln zur Verfügung
gestellt wird.
Volker Herrmann Der Kaiser kommt!
Hafen, Markt und Stadt - Duisburg im Mittelalter Herausgegeben von Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg 96 Seiten in Farbe, gebunden, Format 30,3 x 23 cm,
ISBN 978-3-87463-466-3 € 18,- (inklusive l,- Büro Spende) Mercator-Verlag,
Duisburg HaMo
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Gemischte Werke - Buchbesprechungen über Duisburg
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DU-speziell |
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Hanns
Dieter Hüsch: Mein Traum vom Niederrhein; Mercator-Verlag
Duisburg 1996; 72 Seiten; ISBN: 3-87463-251-2
Die Texte in diesem Buch stammen von Hanns Dieter Hüsch, die
Zeichnungen vom Emmericher Künstler Hein Driessen. Hüsch ist wohl
der bekannteste Kabarettist, der sich in seinen Texten mit dem
Niederrhein beschäftigt und sich mit der Landschaft im
deutsch-niederländischen Grenzgebiet auseinandersetzt. Zumindest
wüßte ich keinen anderen Kleinkünstler, der das so erfolgreich tut.
Das Buch trägt verschiedene Texte zusammen, in denen Hüsch auch aus
seinem eigenen Leben berichtet. Wer Hüsch mag, wird bestimmt seine
Freude an dem Buch haben.
Sind die Zeichnungen von Driessen Tuschezeichnungen? Keine Ahnung;
ich bin in solchen Sachen nicht so ganz bewandert. Es sind aber
hübsche Bilder, die Impressionen der Landschaft zeigen. KaMa
Helmut
Schrey: Meine gesammelten Morde und Wiederbelebungsversuche; Verlag
Gilles & Francke Duisburg 1994; 80 Seiten; ISBN: 3-925348-39-4
Angereichert um verschiedene, vom Autor selbst als
"dilettantisch" bezeichnete Zeichnungen und Gedichte bietet das Buch
diverse Texte, die sich um das Thema Mord und Totschlag drehen. Wie
von dem Autoren nicht anders zu erwarten, sind sie sehr satirisch
angelegt. Die Texte sind weder Kurzgeschichten noch klassische
Krimis; sie lassen sich literarisch nur schwer irgendwo einordnen.
Es fehlen sowohl ein Detektiv wie seine Ermittlungen und Lösung. Es
ist fast schon eine akademisch-wissenschaftliche Herangehensweise,
die das geistige Vergnügen sucht. KaMa
Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld; grafit - Verlag
Dortmund 2008; 378 Seiten; ISBN: 978-3-89425-607-4
Emil Hartenau ist Fabrikant im preußischen Morgenthal. Als er
ermordet wird, findet die Polizei ein demagogisches Gedicht in
seiner Jackentasche. Man schreibt das Jahr 1845, also drei Jahre vor
der Paulskirche - ist der Mord etwa politisch motiviert? Justus von
Kleist kommt als Sonderermittler von Berlin in die Kleinstadt in der
Provinz.
Wollenhaupt folgt hier einem aktuellen Trend in der
deutschsprachigen Kriminalliteratur. Sie verlegt die Handlung in die
Vergangenheit, genauer gesagt in den Vormärz. So kann sie sogar
Heinrich Heine auftreten und zu Wort kommen lassen. Die Autorin
vermengt dabei Krimi mit Liebesgeschichte.
Und offenbart dabei auch eklatante Schwächen. Hinsichtlich der
Erzählweise wirkt das Buch wie ein Expose, in dem beispielsweise
Adjektive fehlen, die ein Handlung anschaulich beschreiben. Die
Geschichte bleibt eher oberflächlich. Die Gegensätze zwischen Arbeit
und Adel, Revolution und Reaktion, Zäsur und Zensur werden nicht
deutlich genug herausgearbeitet. In der vorliegenden Form ist das
Buch einfach nur flott lesbare Unterhaltung. KaMa
Neues
Buch bringt Licht in ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte
Das „Braune Duisburg“ steht im Mittelpunkt der Betrachtungen von
Bibliothekschef Dr. Jan-Pieter Barbian, Sigurd Praetorius, Leiter
der Universitätsbibliothek und Stadtarchivleiter Hans Georg Kraume.

Auf dem Titelbild ist der nationalsozialistisch „gleichgeschaltete”
Rat unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Ernst Keller am 2.
Oktober 1934 zu sehen. Auf dem Arm des Stenographen erkennt man
einen schwarzen Fleck. Hier wurde das Hakenkreuz nach dem Krieg
entfernt. Die Grüne sind nur zu vermuten!
Bereits in der Weimarer Republik konnte die NSDAP in Duisburg bei
Kommunalwahlen Erfolge erzielen. Bei den Reichstagswahlen vom Juli
1932 erreichte sie sogar den höchsten Stimmenanteil aller Parteien.
Nach dem 30. Januar 1933 und den Reichstagswahlen vom 5. März
besetzte die NSDAP das Amt des Oberbürgermeisters und schaltete die
gesamte Verwaltung gleich. Auch das gesamte gesellschaftliche Leben,
die Kultur und der Sport hatten sich in den kommenden zwölf Jahren
den Vorgaben des NS-Staates unterzuordnen.
Die Verfolgung und Ermordung politischer Gegner ebenso wie die
Entrechtung, Deportation und Ermordung jüdischer Bürger zählten zum
Alltag. Als Stahlstandort leistete Duisburg einen wesentlichen
Beitrag zur Aufrüstung der Wehrmacht und zur Führung des Zweiten
Weltkrieges. Der Band bietet einführende Aufsätze zur politischen,
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur
Geschichte und Vernichtung der Jüdischen Gemeinde.
Der direkte und lokale Blick auf die Stadt Duisburg im 3. Reich
macht die Ereignisse auf fast 200 Seiten greifbarer und zeigt auch,
wie tief das Regime sich in alle Schichten der Bevölkerung hinein
eingegraben hatte.
Ein Tor zu unerzählten Geschichten wird aufgestoßen! Geschichten,
die man oft gehört aber nie im Detail erforscht hat.
Duisburg war nicht irgendeine Stadt, sondern spielte in der
Geschichte des Regimes schon eine nicht untergeordnete Rolle. Oft
genug taucht der Name der Montanstadt, oder auch von Rheinhausen,
Hamborn oder Friemersheim in den Tagebüchern von
Reichspropagandaminister Josef Goebbels auf. Gerade Goebbels hatte
auch eine familiäre Beziehung zur Stadt. Sein Schwiegervater lebte
in Duisburg. Der Reichspropagandaminister weihte u.a. auch die
„Admiral Graf-Spee-Brücke“ zwischen Hochfeld nach Rheinhausen ein.
Einen Blick auf die politischen Geschehnisse in der Stadt gibt
Co-Autor Michael A. Kanther im Kapitel „Duisburg und der
Nationalsozialismus”. Und die „Shoa“ der jüdischen Gemeinde unserer
Stadt wird von Ludger Heid im Kapitel „Verfolgung der Juden in
Duisburg unter der Nazi-Diktatur 1933-1945” erläutert.
Eine sehr große Auswahl der umfangreichen Sammlung mit Fotos des
Duisburger Fotografen Hermann Hill (1888-1963)aus dem Ruhr Museum
Essen dokumentiert die unterschiedlichen Facetten des Duisburger
Alltags während der NS-Diktatur. Dazu gibt es ein kurzes Kapitel von
Sigrid Schneider vom Ruhr-Museum Essen. Es verfügt über den
Hill-Nachlass, aus dem die zahlreichen Fotos stammen, die einen
lebendigen Eindruck der Stadt zwischen 1933 und 1945 vermitteln.
Zahlreiche bislang noch nicht gezeigte Fotos zeigen das „Braune
Duisburg“.
Wer sich noch intensiver mit dem Thema befassen möchte, steht im
Buch eine Bibliografie zur Verfügung, in der Eberhard Kröger, Lektor
für Heimatkunde der Stadtbibliothek Duisburg, rund 400 Titel
aufführt, die überwiegend in Duisburg zu finden sind! Hierunter auch
bislang veröffentlichte Monografien, Sammelbände und Aufsätze zum
Nationalsozialismus in Duisburg.
Alles in allem ist das Buch eine hervorragende Grundlage für die
lokale Geschichtsforschung zum Thema und sollte gerade für die
Schüler unserer Stadt zur Pflichtlektüre werden. Das Buch
„Nationalsozialismus in Duisburg – 1920 bis 1945” ist für 16,95 Euro
im Handel erhältlich; ISBN 978-3-8375-0124-7.
Jörg Juretzka; Fallera;
Klartext-Verlag Essen 2007; 159 Seiten; ISBN:
978-3-89861-797-0
"Es geht bergauf für Kristof Kryszinski. Wortwörtlich. Den von
Erfolg unverwöhntesten aller Privatdetektive zieht es in die
Schweizer Berge im Auftrag der Polizei. Daß es soweit kommen
konnte! Es steht schlecht um den Mülheim-Marlowe.
Kryszinski soll ein harmlos scheinendes
Resozialisierungs-Projekt begleiten. Die steinige Tour
entwickelt sich jedoch zu einem wahren Himmelfahrts-Kommande.
Ganoven setzen den Bergwanderern zu und der Tod hat alle Hände
voll zu tun. Im Frühtau zu Berge geht es ums nackte Überleben
und tonnenweise Gold," berichtet die Inhaltsangabe.
Die Werbung nennt Juretzka den "Ruhrgebies-Chandler". Dies ist
jedoch zu hoch gegriffen. Wirr, sprunghaft, platt und
oberflächlich ist die Handlung; das Wort "nicht vorhersehbar,
weil nicht logisch aufgebaut" sei hier nicht vergessen.
Ortsbeschreibungen und Charakterisierungen fehlen genauso.
Actionreich ist die Geschichte dafür schon. Es gibt noch einen
zweiten Grund, warum Juretzka nicht ein Ruhrgebiets-Chandler
sein kann. Die amerikanischen hard-boiled Krimis möchten das
Leben schonungslos so beschreiben, wie es ist, nämlich hart und
brutal. Davon ist hier nichts zu spüren.
Herbert Günther: Die Reihe Archivbilder Der Elberfelder Westen;
Sutton Verlag Erfurt 2007; 128 Seiten; ISBN: 978-86680-095-3
"Arrenberg, Nützenberg, Eskesberg und Varresbeck waren lange
Zeit dünn besiedelte Außenbezirek Elberfelds. Mit der
Industrialisierung verloren sie zwischen den 1860er und 1960er
Jahren ihren ländlichen Charakter. Die letzte Kuh verließ 1966
den Varresbecker Hof. Bis zur Eingemeindung nach Elberfeld 1888
hatte sich Sonnborn in rund 1.000 JAhren zu einem eigenständigen
Dorf entwickelt, das erst ab 1832 mit der Provinzialstraße von
Elberfeld nach Kön gut zu erreichen war," berichtet die
Inhaltsangabe.
Michael Magner: Die Reihe Archivbilder Wuppertal - Elberfeld
Briller Viertel unjd Nordstadt; Sutton - Verlag Erfurt 2003; 128
Seiten; ISBN: 3-89702-533-7
"Das Briller Viertel und die Elberfelder Nordstadt sind denkbar
gegensätzliche Quartiere: Das Villenviertel am Nützenberg war
und ist die bevorzugte Wohngegend der Industriellen und
Honoratioren der Stadt, das Petroleumviertel am Ölberg der
Lebens-, Arbeits- und Wohnraum der sogenannten kleinen Leute.
Durch den Kontrast zwischen diesen beiden Vierteln, der längs
der Briller Straße einen sanften Übergang findet, entsteht ein
lebendiges Bild der so unterschiedlichen Lebensverhältnisse,"
berichtet die Inhaltsangabe auf dem hinteren, schwarzen
Buchdeckel.
Michael Magner: Die Reihe Archivbilder Wuppetal - Elberfeld;
Sutton - Verlag 2000; 128 Seiten; ISBN: 3-89702-194-3
"In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundertes erlebte Elberfeld
im Tal der Wupper einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung.
Damit waren - vor allem nach 1871 - ehrgeizige Projekte der
Stadtplanung und des Ausbaus der Infrastruktur verbunden. Der
vorliegende Bildband begibt sich auf die Suche nach einem
verlorenen Stadtbild, an das heute noch einige Gebäude und
Straßenzüge erinnern," berichtet die Inhaltsangabe.
Ein Inhalt - ein Aufbau - was liegt also näher, als gleich drei
Bücher auf einmal zu besprechen? Die historischen
Schwarzweißfotos zeigen das historische Elberfeld, seine
Entwicklung und das öffentliche Leben. Wer sich für die
Geschichte seiner bergischen Heimat interessiert, wird hier
sicherlich lohnenswerte Bücher in den Händen halten. Zum Glück
wird hier auf privaten Kitsch verzichtet, so dass auch ein
auswärtiger Leser einen Einblick in das damalige Leben erhält.
Lewis Carroll: Alice hinter den
Spiegeln; Insel - Verlag Frankfurt am Main 1974; 145 Seiten;
ISBN: 3-458-31797-x
"Alice hinter den Spiegeln (auch: Durch den Spiegel und was
Alice dort fand; im Original: Through the Looking-Glass, and
What Alice Found There) ist der 1871 erschienene und ebenfalls
von Lewis Carroll verfasste Nachfolger von Alice im Wunderland.
Im Gegensatz zum ersten Band, bei dem Spielkarten als
durchgehendes Thema dienen, baut Carroll hier die Handlung des
Buches rund um eine Schachpartie auf. Die Züge dieser
Schachpartie werden zu Beginn des Buches präsentiert, die mit
einigen Ausnahmen eine reguläre Partie darstellen. Ausnahmen
sind: Weiß bewegt den König nicht aus einer
Schach-Konstellation; anstelle der Regel, dass Weiß und Schwarz
(in England: Rot) abwechselnd ziehen, tritt die, dass Alice, die
in der Partie die Rolle des weißen Damebauern eingenommen hat,
abwechselnd mit einer der beiden Farben am Zuge ist. Auch ist es
hier den Figuren möglich, nach einem Schlag auf den alten Platz
zurückzukehren (vgl. Märchenschach).
Besonders bekannt sind das Nonsensgedicht Jabberwocky, das Ei
auf der Mauer Humpty Dumpty und die Zwillinge Tweedledee und
Tweedledum. Weiterhin war die Figur der Roten Königin
Namensgeberin für die Red-Queen-Hypothese zur Evolution. Zu den
zwölf regulären Kapiteln gibt es ein dreizehntes ursprünglich
nicht für die Veröffentlichung vorgesehenes: Der Wesperich mit
der Perücke. 1998 wurde das Buch unter dem Titel Alice Through
The Looking-Glass (dt. Alice im Spiegelland) mit Kate Beckinsale
in der Hauptrolle als Fernsehfilm verfilmt," stellt die
Internetenzyklopädie Wikipedia den Klassiker unter den Kinder-
und Jugendbüchern vor.
Das Buch, das ich in den Händen halte, hat einen rosafarbenen
Buchdeckel. Der Text wird durch viele hübsche Zeichnungen
ergänzt. Ich gestehe es gerne: Ich habe das Buch als Kind nie
gelesen. Ich greife erst im Erwachsenenalter dazu. Eine weitere
Sache gestehee ich an dieser Stelle auch gerne: Ich lebge das
Buch sehr schnell wieder beiseite. Die Geschichte liefert nicht
die Art Phantasie, die mir vertraut ist. Was kennt man als
Junge? Karl May, die Geschichten von Jules Verne, Stevensons
Schatzinsel, Pinocchio (bei der klassischen Kinderliteratur)
oder Die Drei ???, TKKG und Die Fünf Freunde (bei der
zeitgenössischen Jugendliteratur). Das ist handfeste Literatur,
die in der Welt spielt, die wir kennen. Dort kommen Action,
Spannung, Kampf und fremde Welten vor. Davon ist hier nichts zu
spüren. Es gibt keinen edlen und tapferen Helden, der seine
Abenteuer tadellos besteht. Die Geschichte ist fast schon
mädchenhaft - zart. Wohl wissend, daß ich der Geschichte damit
Unrecht tue, schießen mir doch Worte wie "abstrus" und
unrealistisch" durch den Kopf, als ich das Buch lese. Mein
persönlicher Geschmack ist das nicht.
Lewis Caroll wurde am 27.1.1832 in Daresbury geboren. Er starb
am 14.1.1898 in Guildford. Charles Lutwidge Dodgson verbirgt
sich hinter diesem Pseudonym. Er ist ein menschenscheuer,
eigenbrötlerischer Dozent für Logik und Mathematik am Christ
Church College in Oxford. Der Sonderling wurde zum sprühenden
Erzähler, wenn er mit Kindern zusammen war.
Erich Geldbach / Peter Noss (Hrsg.): Vielfalt und Wandel Lexikon
der Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet; Klartext - Verlag
Essen 2009; 608 Seiten; ISBN: 978-3-89861-817-5
"Vielfalt und Wandel sind Kennzeichen des Ruhrgebiets. Das
Lexikon macht die bis heute weithin unbekannte Fülle des
religiösen Lebens in der Region sichtbar. Von Anfang an waren
Religionsgemeinschaften entscheidende Faktoren der Integration:
als die Arbeiter und ihre Familien kamen und hier Heimat fanden.
Die grundlegene Kenntnis davon, wer woran glaubt, ist die
notwendige Bedingungen für dei Möglichkeit gelungenen
Zusammenlebens. In einleitenden Abschnitten werden die
Religionsgemeinschaften vorgestellt; es folgt die Darstellung
der regionalen Entwicklung und Besonderheiten, Adresse, Bilder,
Zahlen, Karten. Erstmals werden kompakt alle nötigen
Informationen zusammengetragen, um die religiöse Landkarte zu
entschlüsseln. Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2010 ein längst
fälliges Kompendium," urteilt die Inhaltsangabe auf dem hinteren
Buchdeckel.
Elisabeth Danou-Fuchs, Stefanie von Schnurbein, Udo Tworuschka,
Nadine Arat Tierehinckx, Traugott Jähniche und Claudia
Währisch-Obau sind einige der hier vertretenen Autoren. Sie
stellen die christlichen Religionsgemeinschaften genauso wie wie
Buddhismus, Islam, Hinduismus und sonstige Gemeinschaften.
Hier liegt ein sehr interessantes und informatives Buch vor. Es
wird nicht nur Geschichte, Aufbau und Glaube der jeweiligen
Religionsgemeinschaften leicht verständlich beschrieben; es
folgt auch immer der regionale Bezug. Wozu auch gehört, die
Ansprechpartner vor Ort zu nennen. Wer sich für religiöse Fragen
interessiert und Antworten sucht, dem wird hier sicherlich
weitergeholfen.
Silvia Kaffke: Blutleer; KBV-Verlag Hillesheim 2006; 310 Seiten;
ISBN: 3-937001-74-3
Hat der Frührentner Rudi Hirschfeld wirklich die sechs Morde
begangen, die er der Polizei gesteht? Entlang der S-Bahn-Linie
S1, die quer durch das ganze Ruhrgebiet, von Dortmund über
Bochum, Essen, Mülheimm und Duisburg nach Düsseldorf führt? An
sechs völlig unterschiedlichen Menschen mit völlig
unterschiedlichen Methoden? Als sich Zweifel an seiner
Täterschaft ergeben, geschieht das Unglaubliche!
Kaffke wurde 1962 in Duisburg geboren. Sie kam über Geschichten
für Zeitschriften zu den Kriminalromanen. Die Kriminalromane
sind so gut, dass sie verfilmt und mit Preisen ausgezeichnet
werden. Die regionale Herkunft ist dem Buch deutlich anzumerken.
Wer sich in Duisburg und Düsseldorf auskennt, wird in dem Buch
viele Orte wiedererkennen.
Dr. Barbara Hielmann-Pross ist die Hauptperson dieses Buches.
Wie es sich für eine gute, moderne Ermittlerin gehört, hat sie
Eheprobleme und wird prompt in eine Liebesgeschichte verstrickt.
Den so entstandenen Nebenstrang nimmt man als Leser gerne in
Kauf. Am Ende gibt es sogar so etwas wie Action...
Störend sind eher andere Sachen. Kommissar Zufall liefert die
Lösung; ohne ihn hätte niemand den richtigen Täter gefunden. Es
fehlt auch das klassische Ende, bei dem der Täter seine Untaten
zugibt und den Tathergang beschreibt. Gerade diesen zweiten
Mangel bedauere ich sehr. Als Leser habe ich nämlich am Ende
schon wieder vergessen, um welche Morde es hier ging. Dem Buch
fehlt inhaltlich der rote Faden.
Mein persönliches Fazit? Das Buch ist zwar gut lesbar
geschrieben, müßte aber inhaltlich stringenter umgeschrieben
werden.
Bernhard Mensch / Peter
Pachnicke (Hrsg.): Routenführer Landmarkenkunst;
Selbstverlag Oberhausen 1999; ISBN: 3-932236-08-4
Hier liegt eine Auftragsproduktion der IBA Emscher Park
anlässlich der Ausstellung "Kusntt setzt Zeichen -
Landmarkenkunst" vor. Das Heft stellt die Halde Schurenbach
Essen genauso vor wie die Halde Haniel und Bottrop, den
Altstadtpark am Innenhafen in Duisburg, den Landschaftspark Nord
(gleichfalls in Duisburg) oder den Mont-Cenis-Park in Herne vor.
Das Heft hat dabei den Charakter eines Reiseführers, der dem
Besucher 19 interessante Orte, die überall im Ruhrgebiet
verstreut liegen, vorstellt. Fotos, Anreiseskizzen und Texte
ergänzen einander. Wer möchte, kann die Reiseziele einzeln
ansteuern oder zu Tagestouren zusammenstellen. Trotz des
zeitlichen Abstandes zum Herausgebedatum ist das Heft auch heute
noch für jene Urlauber interessant, die nicht wissen, wie sie
ihre freien Tage kostengünstig vor Ort verbringen können.
Der ehemalige evangelische
Wanheimer Gemeindepfarrer Okko Herlyn ist in dem Buch genauso
vertreten wie die Duisburger Autoren Hans-Martin
Große-Oertringhaus, Niklaus Schmid und Elke Oerten-Twiehaus und
der ehemalige sozialdemokratische Oberbürgermeister Josef
Krings. Sie nähern sich in ihren Texten dem sich in den
vergangenen Jahren wandelnden Innenhafen.
Ein paar Gedichte gibt es, ein paar gelegentliche
Schwarzweißfotos und ganz viel Prosa. Hauptsächlich
lokalgeschichtlich-(innen)hafenbezogene Informationen, aber auch
ein paar belletristische Text gibt es. Duisburger Zeit- und
Wirtschaftsgeschichte wird hier ansprechend erzählt. Wer sich
für "seine" Stadt Duisburg interessiert, wird so manches
unbekanntes Detail erfahren. Nach wem ist eine Schule benannt?
Wer verbirgt sich hinter einem Straßennamen? Dies sind nur
einige der Fragen, die in diesem lesenswerten Buch beantwortet
werden.
Schräge Orte, starke Plätze -
Kurioses und Entlegenes in Nordrhein - Westfalen; 1 CD 65
Minuten Gesamtspielzeit; Klartext - Verlag Essen ohne
Jahresangabe; ISBN: 978-3-89861-909-7
"Scala" heißt die Kultursendung im WDR 5 - Hörfunksender. In
insgesamt 7 Beiträgen werden beispielsweise die "R(h)einorange"
in Duisburg-Kaßlerfeld, die Nischenabortanlagen im
Mönchengladbacher Schloss Rheydt oder der Faulturm in
Oberhausen-Borbeck vorgestellt. Sehr liebevoll sind die
Live-Beiträge gestaltet, die alle vom Niederrhein stammen und
unbekannte Orte vorstellen. Es sind ruhige Beiträge, die sich
auch die Zeit nehmen, den jeweiligen Ort so gründlich wie genau
dem Hörer näherzubringen. Hier geht es nicht um Tagesaktualität.
Hier werden Geschichten erzählt und Zusammenhänge erklärt. So
entsteht ein anschauliches Bild von dem vorgestellten Ort. Die
Orte kann man in der Regel auch als Ausflugsziel nutzen. Sogar
ein gewisser Humor ist hier zu hören. Dieses Hörbuch gefällt.
Hans-Martin Große-Oetringhaus (Hrsg.): Das Blaue vom Hafen
Geschichten und Geschichte rund um den Duisburger Innenhafen;
Klartext - Verlag Essen 2003; 143 Seiten; ISBN: 3-89861-194-9
Ruth Omphalius: Der
Neandertaler Neues von einem entfernten Verwandten; Rowohlt
Verlag Reinbek bei Hamburg 2006; 272 Seiten; ISBN: 3-498-03227-5
Ruth Omphalius wurde 1963 geboren. Sie studierte
Germanistik, Kunstgeschichte, Kunstpädagogik sowie Theater-,
Film- und Fernsehwissenschaft in Frankfurt. Seit 1997 ist sie
beim ZDF als Redakteurin für Wissenschaft und Kultur tätig.
Wie verständigten sich die Neandertaler. Wie und was aßen sie?
Kanten sie Medizin und Kunst? Waren sie religiös? Dies sind
Fragen, die Omphalius interessiert. Sie möchte hier die neueren
Forschungsergebnisse zusammentragen und so den Neandertaler als
unseren entfernten Verwandten vorstellen.
In der Mitte des Buches sind 20 farbige Abbildungen
zusammengetragen. Ansonsten ist das Buch eine Bleiwüste.
Die Autorin geht populärwissenschaftlich an das Thema heran. Sie
vermeidet unverständliche Fachausdrücke, so dass der Text leicht
verständlich ist. Der Text ist auch anschaulich verfasst, was zum
Teil auch daran liegt, dass es hier um Forscher und ihre Arbeit
sowie ein anschauliches Thema geht. Inhaltlich muss vieles
Spekulation und Raterei bleiben. So modern und leistungsfähig
unsere Wissenschaftlich auch sein mag, viele Fragen kann sie
dann doch nicht beantworten. An dieser Stellen sind wir auf
unsere Phantasie angewiesen.
Bernd Kebelmann / Malgorzata
Ploszewska (Hrsg.): Lyrikbrücken; Dahlemer Verlagsanstalt Berlin
2009; 405 Seiten; ISBN: 978-3-928832-30-4
Bernd Kebelmann, Eero Vartio, Zsuzsa Csikos, Marcel van Maele,
Ryszard Machowski und Pilar Baumeister sind einige der Autoren,
die hier mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch und
des Deutschen Blindenhilfswerks (das in Duisburg ansässig ist)
Gedichte veröffentlichen konnten. Insgesamt 10 europäische
Sprachen sind hier vertreten - Deutsch sowieso, aber auch
Französisch, Polnisch und Finnisch, um nur einige Beispiele zu
nennen. Jeder Text ist sowohl in Originalsprache wie in
deutscher Übersetzung enthalten. Das Buch führt gute und moderne
europäische Lyrik zusammen. Die deutsche Übersetzung ermöglicht
auch einem hiesigen Leser ein Verständnis der Texte.
Ich bin nun kein Experte für Gedichte. Daher werde ich nichts zu
Form und Inhalt sagen. Den beigefügten Biographien kann ich aber
entnehmen, daß alle Autoren blind sind. Von daher kann man ihre
Leistung nur bewundern.
Bücher aus einem Duisburger
Verlag
Herbert Josef Schero: Tätowierte Sinnlichkeit Bücher, Körper,
Sprache, Sinngefälligkeiten; Verlag Phoenix-Shanti Duisburg
1990; 204 Seiten; ISBN: 3-925684-00-7
Das Buch ist eine Anthologie. Es enthält diverse Prosatexte und
Poesie. Für mich als überzeugten Krimifan sind insbesondere die
Gedichte sehr nichtssagend.
Für mich ist die hier abgebildete Kunst wesentlich
interessanter. Fotos gibt es hier genauso zu sehen wie Malerei
und Zeichnungen. Sehr modern sind die Kunstwerke, nicht immer
jugendfrei, dafür aber humorvoll und teilweise großformatig. Gut
gemalt / gezeichnet und auf jeden Fall ansprechend sind die
Bilder. Wer zu diesem Buch greift, sollte die Kunst in den
Vordergrund stellen. Wer zeitgenössische Kunst mag, wird hier
bestimmt ein gutes Buch in den Händen halten.
Herbert Josef Schero: Utopie des Bedauerns - Poesie ohne Titel
Die Werke der Jahre 1975 - 1985 Gemälde, Handzeichnungen,
Druckgraphik, Objekte, Aktionen und Bilder; Edition-Verlag:
Phoenix - Shanti Duisburg 1985; 216 Seiten; ISBN: 3-925684-00-X
Hier liegt ein Ausstellungskatalog in Buchform vor. Die
dazugehörige Ausstellung fand vom 19. Januar bis 23. Februar
1986 im Städtischen Museum Wesel statt.
Oh Gott, dieses Buch ist ja alt / uralt / Steinzeit. So höre ich
jetzt die Kritiker sagen. Warum auf einen Ausstellungskatalog
eingehen, dessen dazugehörige Ausstellung schon lange Zeit
zurückliegt?
Ganz einfach: Weil hier kein klassischer Ausstellungskatalog
vorliegt. Kein Museumsdirektor begründet, warum er ausgerechnet
diese Ausstellung gemacht hat. Kein vermeintlicher Kunstexperte
betreibt Lobhudelei. Hier stellt sich ein Künstler selbst vor,
zeigt seine Kunst und führt in seine Gedankenwelt ein.
Schero ist Jahrgang 1953. Nach der Lehre als Buchdrucker (1967 -
1969) und dem Besuch der FOS Wirtschaft und Sozialpädagogik
(Fachhochschulreife) studiert er an der Kunstakademie Düsseldorf
(1975 - 1979). In diese Zeit fällt ein Stipendium des
Landschaftsverbandes Westfalen - Lippe (1977) sowie Gründung und
Leitung der Galerie "Frühling" (1978). 1980 studiert er an der
Kangraschool for Miniaturepainting bei Shree Schalu L. Raina in
Himachal-Pradesh (Indien). 1983 ist er Herausgeber und Redakteur
von "Der Diamantentaucher" Zeitschrift für Kunst, Kultur und
Literatur. Diverse Kunstausstellungen und Buchveröffentlichungen
folgen bis heute; der Verleger Schero ist sehr in der freien
Duisburger Kulturszene aktiv. Diese biographischen Daten muss man
als Leser schon im Hinterkopf behalten. Dann fällt der Zugang zu
der Kunst auch leichter. Ansonsten wirkt sie doch sehr abseitig
und modern.
AortA - Kulturverein (Hrsg.): Mana; Verlag Edition - Phoenix
Shanti 1999; 184 Seiten; ISBN: 3-925684-09-3
Hier liegt ein Ausstellungskatalog zu einem
Ausstellungsprojekt des Duisburger AortA-Kulturvereins vor. Die
hier vorgestellte Ausstellung wurde 1997 - 1999 an verschiedenen
Orten in China, Indien und Deutschland gezeigt. Was das
Mana-Projekt anbelangt, ist das Buch etwas nichtssagend
gelungen. Mir als eher zufälligem Leser wird nicht so ganz klar,
wer und was sich dahinter versteckt. Ein paar Informationen über
das Projekt wären nicht schlecht gewesen.
Und was ist von dem Buch zu halten? Über weite Strecken ist es
ein ganz gewöhnlicher Katalog. Er zeigt die Kunstwerke, nennt
ihre Titel und gibt gelegentlich Hintergrundinformationen. Die
Kunstwerke stammen alle von Herbert Josef Schero. Dieser Katalog
im Buchformat hat Hochglanzcharakter. Ich verzichte an dieser
Stelle auf ein Urteil. Es fehlen einfach zu viele Informationen
rund um das Mana-Projekt, als daß der Katalog wirklich gelungen
wäre.
Ralf Piorr (Hrsg.): Viel mehr als nur ein Spiel 100 Jahre SC
Westfalia 04 Herne; Frisch-Texte-Verlag Herne 2004; 348 Seiten;
ISBN: 3-933059-38-0
Einen Rückblick auf die 100jährige Geschichte des Herner
Sportvereins und auf die Faszination des Fußballs verspricht die
Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel. "Geschichte und
Geschichten über Auf- und Abstiege, über Sport und Politik, über
Tradition und Gegenwart, über Erinnerung und Begeisterung.
Gerade im Ruhrgebiet war und ist Fußball eben viel mehr als nur
ein Spiel. Es ist die Geschichte einer spezifischen Kultur und
einer regionalen Leidenschaft."
Unterstützt durch historische Dokumente,
Schwarzweißfotographien, Tabellen und Spielerporträts lassen
Autoren wie Ralf Piorr, Ralf Jelitto, Sönke Wortmann und Günter
Jedrny die Geschichte des Vereins von seinen Anfangstagen bis
heute Revue passieren. Zum Glück liegt hier keine
Hochglanzbroschüre vor, wie wir sie aus anderen sportlichen
Rückblicken kennen. Das Buch wirkt gut recherchiert und
teilweise sehr persönlich gehalten. Hier liegt ein vernünftiges
und gut lesbares Sportbuch vor, das jeder Fan von Westfalia
Herne bestimmt gerne lesen wird.
Wolfgang Viehweger: Spur der Kohle... Europa in Herne und
Wanne-Eickel; FRISCH-Texte Verlag Herne 2000; 227 Seiten; ISBN:
3-933059-03-8
Das Buch möchte ein Reisebuch sein. Und das in doppelter
Weise. Zum einen möchte es die Vergangenheit der Kohle
vorstellen, aber auch die Geschicht zweier Ruhrgebietsstädte,
die durch sie geprägt wurden. "Es ist zugleich real und
märchenhaft, historisch und aktuell, für Erwachsene und für
Kinder geschrieben. 12 ehemalige Zechen und ein Feuersalamander
namens Achilles spielen dabei die Hauptrolle," wie die
Inhaltsangabe berichtet.
Mont Cenis, Unser Fritz, Hannover, Providence / Von der Heydt,
Teutoburgia, Constantin der Große, Pluto und Shamrock sind nur
einige der Zechen, die hier vorgestellt werden. Die Texte sind
leicht verständlich und gut lesbar geschrieben. Inhaltlich
konzentrieren sie sich auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg,
sind also historisch ausgerichtet. Das Buch ist mir persönlich
zu oberflächlich geraten. Das Zechensterben nach dem Krieg wird
hier überhaupt nicht thematisiert; auch Themen wie die
Entstehung der Kohle oder die Lebensbedingungen der Menschen
kommen hier nicht vor. Wer sich wirklich dem Thema Kohle und
Bergbau nähern möchte, muss inhaltlich schon mehr bieten.
Ruhrgebetsliteratur
Heinz-Dieter Busch: Die Reihe
Archivbilder Herten; Sutton - Verlag Erfurt 2004; 1258
Seiten; ISBN: 3-89702-678-3
"Bis ins 19. Jahrhundert war Herten von der Landwirtschaft
geprägt. Mit dem Beginn des Steinkohlenbergbaus im Jahre 1872
setzte eine rasante wirtschaftliche Entwicklung ein. Die
Bevölkerungszahl stieg sprunghaft an und es entstanden
zahlreiche Bergarbeitersiedlungen. Im Jahre 1936 wurde Herten
zur Stadt erhoben, nachdem zehn Jahre zuvor bereits die
Bauernschaften Ebbelich, Disteln Langenbochum und Scherlebeck
eingemeindet worden waren," berichtet die Inhaltsangabe.
Busch gehört dem Geschichtskreis "Zeche Ewald" an. Er
präsentiert rund 200 Schwarzweißaufnahmen, die zuvor noch nicht
das Licht der Öffentlichkeit erblickten.
Wie aus dieser Bildbandreihe gewohnt, enthält die kurze
Einleitung ein paar historische Informationen über die
Ruhrgebietsstadt. Dann kommt der umfangreiche Bildteil. Die
Fotographien zeigen das Stadtbild genauso wie das öffentliche
Leben; leider kommen aber auch viele Privatfotos (wie
beispielsweise Klassenfotos) hinzu. Zieht man die oft
nichtssagenden und wenig informativen Fotos ab, entsteht schon
ein lebendiges Bild von Hertens Geschichte. Wer sich dafür
interessiert, hält schon ein brauchbares Buch in den Händen. |
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