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Duisburg, September 2007 - Im Neudorfer
Süden wird die Lebenssituation in den Bereichen Lotharstraße – für
die Anwohner gilt der Begriff „Alte Lotharstraße“, Waldhorn- und
Steinbruchstraße immer schlechter. Der Bereich ist ein „Lärm-
und Feinstaub-Belastungsdreieck“ der besonders, sogar in ganz
Europa einzigartigen, belastenden Art geworden.
Wie Duisburg-Bissingheim liegt
dieser Teil von Neudorf-Süd zwischen der Bundesautobahn A 3 und den
Bahngleisen, ist aber im Gegensatz zu Bissingheim von
Güterzugstrecken viel enger - alles im Umkreis von 150 Meter
Luftlinie - eingeschlossen, liegt keine Bissingheimer Straße als
minimaler "Puffer" dazwischen, wohl aber eine Grundschule in
unmittelbarer Näher aller Belastungsstrecken. "Das ist schon
einzigartig belastend", so eine EU-Verkehrsausschuss-Abgeordnete aus
Österreich.

Die von der EU
prognostizierten Verkehrsaufkommen mit Zuwächsen bis zu 60 Prozent
von heute schon enorm belastenden Frequentierung der Güterzugstrecke
wie der Bundesautobahn liest sich wie ein Horrorszenario.
Die Investitionen
der Bahn AG an der Duisburger Strecke (Knotenpunkt) in Höhe von 50
Millionen Euro mit elektronischen Stellwerkseinrichtungen im
letzten Jahr zielen nach Aussagen der Verantwortlichen darauf ab,
die Frequentierung der Güterstrecke auf eine deutliche zweistellige
Zahl ansteigen zu lassen. Die grundsätzliche politische Ausrichtung
für den Güterverkehr "weg von der Straße und rauf auf die Scheine"
ist nachvollziehbar.
Weiter ist zu bemerken, dass die Bahn
AG Immobilienwirtschaft keinerlei Akquiseaktivitäten mehr in ihrem
eigenen Terrain betreibt, da die Lärm- und Erschütterungssituation
eine Vermarktung gar nicht zulässt.
Der aktuelle Stand
nach Kampf des Bürgervereins Duisburg-Neudorf um Lärmschutz aktiver
wie passiver Art sowie Geschwindigkeitsreduzierung auf der A 3 - mit
Forderung nach Flüsterasphalt bei geschätzten 200 000 Fahrzeugen am
Kaiserberg täglich - und der Güterzustrecken: vom Petitionsausschuss
des Bundestages und der Bundestagsabgeordneten der SPD im
Bundesverkehrsausschuss:
"Die
Planungsphase für die Lärmsanierung in den Bereichen Bissigheim und
Neudorf ist in vollem Gange. Für den Bereich Neudorf gibt es erste
Ergebnisse der schalltechnischen Untersuchungen auf der abzweigenden
Strecke 2323, an deren Verlauf die Grundschule an der Mozartstraße
liegt Danach besteht hier ein Anspruch auf Lärmschutz. Petra Weis:
"Das ist ein Segen für die Schülerinnen und Schüler - und natürlich
auch für die Lehrerschaft - der Grundschule, die nun in absehbarer
Zeit hoffentlich wieder einem ungestörten Schulbetrieb nachgehen
können."
Heißt für die Bürger im Klartext, dass Lärmsanierung nur im
Konjunktiv stattfindet und dass weiterhin trotz Zusagen das
Eisenbahnbundesamt sowie das ausführende Unternehmen DB-Projektbau
die Priorität bestimmen. Hier aber gibt es aus dem gesamten
Bundesgebiet nur Klagen über eben jene Institutionen. Bei Nachfragen
der Gemeinden heißt es lapidar: "Wir müssen uns an Förderrichtlinien
halten." Dabei hat z. B. der Hauptnutzer der Güterstrecken DB-Railon
an der Masurenallee in Duisburg-Neudorf mit nur 1200
Mitarbeitern 3,2 Mrd Umsatz erwirtschaftet - die Menschen, die damit
belastet wurden, wurden aber der erhöhten Belastungen ausgesetzt -
und der Gesetzgeber sowie Eisenbahnbundesamt verniedlichen,
verzögern und verstecken sich hinter Formeln der Frequentierung oder
Höchstbelastungen.
Nicht wenige Umweltexperten glauben, dass aufgrund des hohen
Fahrzeugaufkommens auf A3 sowie den vielen Dieselloks, die die Bahn
AG einsetzt, dass die Feinstaubbelastung im Neudorfer Süden und
Bissingheim so hoch sein könnte, dass eigentlich Sperrungen angesagt
wären. Beweisen kann das niemand - es wurde trotz Aufforderung des
Neudorfer Bürgervereins bis heute keine Messstation eingerichtet.
Kostet zu viel und übrigens ist ja der KVR seit dem letzten Jahr für
die Einteilung der "Umweltzonen" in den Städten Oberhausen, Mülheim
und Duisburg zuständig lautet wieder die lapidare Erklärung.
Chronologie
der Belastungen
Seit der Verbreiterung der Bundesautobahn A 3 von vier auf sechs
Spuren in den 90-er Jahren und der erheblichen Erhöhung der
Güterzugauslastung durch die Bahn AG im Gleis-Knotenpunkt (einige
Bahngleise kreuzen den Wohnbereich) seit der Jahrtausendwende sind
die Belästigungen unterschiedlicher Art für die Anwohner drastisch
gestiegen. Dies gilt für Lärm, Abgase, Feinstäube durch den
Autobahnverkehr, aber auch durch die Güterzugstrecke. Zusätzlich
erleiden die Menschen erhebliche Beeinträchtigung der Gesundheit
durch die dauerhaften Erschütterungen des Güterzugverkehrs mit
bedrohlichem Ausmaß an Gebäuden, aber auch durch Schlafstörungen,
Herzrhythmus- und Kreislaufproblemen. Bei der immer öfter stabilen
Wetterlage mit Ostwinden ist auch der Anflugbereich zum Airport
Düsseldorf für den Bereich der dann bevorzugten Landesbahn 05
(Anflugbereich linksrheinisch gegen den von Osten kommenden Wind)
ist der Neudorfer Süden verstärkt Überflugsgebiet geworden.
Die Errichtung der
Schallschutzwand entlang der verbreiterten A 3 zwischen dem Bereich
Duisburg-Kaiserberg in Fahrtrichtung Abfahrt Duisburg-Wedau sowie
die durchgeführten passiven Lärmschutzmaßnahmen werden die
Lärm-Beeinträchtigungen für die in diesem Bereich lebenden Menschen
kaum geringer – dies durch die beträchtlich erhöhte
Fahrzeug-Frequentierung des Streckenabschnitts. Der enorm gestiegene
Güterzugverkehr - mit zum Teil starker Nutzung während der Nacht –
ist zudem mit sehr vielen Vollbremsungen im Wohnbereich vor dem
Kreuzungsbereich in Richtung Duisburg-Wedau verbunden. Dies führt zu
den Schäden an Gebäuden und den gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Der
Staatskonzern errichtet auf Entscheidung des Altbundeskanzlers für
750 Millionen Euro den neuen Hauptstadtbahnhof. Bahnchef Mehdorn
kauft das US-Unternehmens bax global 1 Mrd., um auf dem
Welt-Transportmarkt konkurrenzfähig als so genannter global player
auftreten zu können. Es wird aber zeitgleich behauptet, für
Lärmschutz oder Modernisierung der Strecken oder der Bahnhöfe keine
weiteren Gelder zu haben.
Muss man sich
über ansteigende Politikverdrossenheit wundern?
Der Eindruck:
Tausende von Duisburger Haushalten und Kinder werden mit ihren Nöten
und Ängsten allein gelassen. Diverse Schriftwechsel mit dem
Ministerium in Berlin, in denen lapidar auf die
Planfeststellungsverfahren hingewiesen wird und dem Bürger nur den
"aussichtlosen" Rechtsstreit vor Augen führt, sind da nicht
hilfreich. Versagt die Politik hier den Menschen eine Perspektive zu
bieten, muss sie sich nicht wundern, wenn es Wahlergebnisse mit
Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent geben wird. Der Bürger traut
der Politik nicht mehr zu, die Daseinsvorsorge im elementarsten
Bereich Sicherheit am Lebensmittelpunkt zu garantieren. Eine fatale
Entwicklung. Bürgervereine oder Initiativen zeigen den nur in
beschränkten Zeitperioden (Wahlen) denken und handelnden Politikern
auf, was bürgerschaftliches Engagement langfristig als
Unterstützungsnetz sieht.
Wenn Anwohner den Verursacher von
Schäden auffordern, diese zu beheben, werden sie sozusagen entrüstet
abgewiesen, man solle doch erst einmal nachweisen, dass die Bahn
tatsächlich Verursacher sei. Andererseits hat die Bahn AG Käufer
ihrer Grundstücke und Immobilen vertraglich die Entschädigung bei
Gebäudeschäden durch den Streckenbetrieb zugesichert. Bemerkenswert
ist zudem, dass ausländische Güterzüge wesentlich geräuschärmer und
langsamer fahren. Auch sind hier modernere Wagentypen erkennbar. Die
uns mitgeteilte Ansicht des Verkehrsministeriums langsameres Fahren
würde nur zu verlängerter Schalleinwirkung führen, wird hier
allgemein von Betroffenen wie auch Umweltexperten als - so das
Zitat- „grober Unfug“ eingestuft.
Jede Geschwindigkeitsreduzierung bringt eine deutliche Entlastung im
Schallpegelbereich, vor allem aber werden die Anwohner im
Erschütterungssektor entlastet.Dies ist rein psychologisch gesehen
der Faktor schlechthin. Dass dazu die Gebäudeschäden reduziert
werden könnten, versteht sich von allein. Grundsätzlich sollte
dieses Minimum an Einschränkung mit oberster Priorität „Sicherheit
für die Menschen geht vor Ökonomie“ klar im Vordergrund stehen. |
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Links ist die Ost-West-Güterstrecke zu
sehen, daneben die Bundesautobahn A 3 und unten die seit 2001 viel
stärker frequentierte Güterzugstrecke 2321, die auch Bissingheim in
Richtung Ratingen passiert. Nicht auf dem Bild die zweite
West-Ost-Strecke, die direkt an der Grundschule Mozartstraße (Grafik
oben) vorbeiführt sowie ebenfalls nicht auf dem Bild die von Süden
nach Osten abknickende Strecke vor der "Alten Lothartstraße" im
Einmündungsbereich der Bissingheimer Straße. Die vier
Güterzugstrecken sowie die A 3 "umzingeln" sozusagen den Bereich von
direkt betroffenen 110 Wohneinheiten.
Rund 16 Millionen
Menschen sind in Deutschland von gesundheitsschädlichem
Schienenverkehrslärm betroffen. Darauf weist der Verkehrsclub
Deutschland (VCD) anlässlich des Tags gegen Lärm am 25.
April hin. Herz-Kreislaufprobleme, Schlafstörungen sowie die
Beeinträchtigung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit könnten
die Folgen von erhöhten Lärmpegeln sein. In Hessen stellt vor allem
die viel befahrene Strecke im Mittelrheintal zwischen Lorch und
Eltville eine starke Belastung der Bevölkerung dar.
Jan Stielike, Sprecher des VCD-Landesverbandes Hessen: „Die Bahn ist
hinsichtlich der Schadstoffe und des CO2-Ausstoßes der
umweltverträglichste Verkehrsträger. Ihr großes Umweltproblem ist
jedoch die Lärmbelastung, die bisher stark vernachlässigt wurde. Wir
fordern Bund und Bahnen auf, deutlich mehr zu tun, um die
Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung zu verringern.“ Es gehe vor
allem darum, den Lärm an der Quelle zu bekämpfen. Hauptursache des
Schienenlärms sei die veraltete Technik von rund 95 Prozent der
Güterwagen bei gleichzeitig starker Zunahme des Güterverkehrs. Viele
Waggons seien an die 30 Jahre alt und überwiegend mit Bremsblöcken
aus Gusseisen ausgerüstet. Diese verursachten einen hohen Verschleiß
der Räder, wodurch sich das Rollgeräusch auf der Schiene erhöhe.
Notwendig sei deshalb, die Waggons auf sogenannte Flüsterbremsen
umzurüsten.
Frauke Spottka, VCD-Expertin für Schienenlärm: „Die Bahn darf ihren
Umweltvorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern nicht verspielen.
Würden die Waggons auf den neuesten Stand der Technik gebracht,
könnte der Lärm auf ein Viertel gesenkt werden. Wir fordern den Bund
auf, lärmabhängige Trassenpreise einzuführen sowie die Mittel des
Lärmsanierungsprogramms für die Umrüstung von Güterwaggons zu
öffnen. Zusätzlich müssen die Eisenbahnunternehmen ihrerseits
verstärkt in leise Fahrzeuge investieren.“
Darüber hinaus fordert der VCD
• die Deutsche Bahn AG auf, den Rückbau von Überholgleisen zu
stoppen und deren Ausbau zur Ausweitung der Kapazitäten im
Tagesverkehr voranzutreiben.
• eine gesetzliche Verpflichtung zur Einführung lärmbezogener
Trassenpreise zu schaffen, um die Anreize für den Einsatz leiserer
Fahrzeuge und Waggons zu erhöhen.
• die Aufstockung des Lärmsanierungsprogramms des Bundes und die
Beschleunigung der Sanierung bestehender Schienenwege sowie die
bevorzugte Behandlung des Mittelrheintals bei der Umsetzung aktiver
und passiver Schallschutzmaßnahmen.
• neue gesetzliche Regelungen und Grenzwerte für Lärmemissionen im
Schienenverkehr sowie Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge.
• kurzfristig den „Schienenbonus“ beim Lärmschutz zu überprüfen und
gegebenenfalls zu streichen, bis eine neue gesetzliche Regelung
verabschiedet ist.
Lärmbedingte Schlafstörungen erhöhen erheblich das Risiko, an
Allergien, Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Migräne zu
erkranken. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Berliner
Forschungsverbundes Lärm und Gesundheit nach ihrer Auswertung von
Daten der europäischen LARES-Studie (Large Analysis and Review of
European Housing and Health Status).
In der Studie waren im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO
im Zeitraum von 2002 bis 2003 in acht europäischen Städten
Wohnbedingungen und Gesundheitsstatus der Teilnehmer erfragt worden.
Die Analyse der Berliner Forscher zeigt nun, dass allein
lärmbedingte Schlafstörungen das Risiko für Allergien um 46 Prozent,
für Herz-Kreislauf-Symptome um 45 Prozent, für Bluthochdruck um 49
Prozent und für Migräne um 56 Prozent steigerten.
Nicht verantwortlich für diesen Anstieg sind Faktoren wie die
Wohnungstemperatur im Winter, Licht- und Luftqualität,
Schimmelbildung oder die subjektive Zufriedenheit mit dem
Wohnumfeld, welche die Gesundheit der Befragten möglicherweise
zusätzlich beeinflussen können. Um gesundheitliche Gefährdungen zu
vermeiden, so der Sprecher des Forschungsverbundes Christian Maschke,
werde insbesondere dem nächtlichen Lärm immer noch nicht die
notwendige Aufmerksamkeit gewidmet.
Chronischer Verkehrslärm erhöht das Herzinfarkt-Risiko
Eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) untermauert einen
Zusammenhang zwischen Straßenverkehrslärm und Herzinfarkt und kommt
zu dem Ergebnis: Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt
bei Männern um etwa 30 Prozent, falls sie längere Zeit in Gebieten
mit hohem Verkehrslärm wohnen, deren mittlerer Schallpegel im
Außenbereich am Tag über 65 Dezibel liegt. Dieses Ergebnis bestätigt
vorliegende Erkenntnisse einer vor zehn Jahren durchgeführten
Untersuchung auf der Grundlage der Berliner Lärmkarte.
In dem Forschungsprojekt wurden mögliche Risikofaktoren für den
Herzinfarkt untersucht - speziell der Straßenverkehrslärm sowie der
Arbeitslärm. An der Studie nahmen insgesamt 4115 Patienten aus 32
Berliner Kliniken teil, die einen Fragebogen zu Lärm-Störungen in
ihrem Wohnumfeld ausfüllten und Lage und Beschaffenheit ihrer
Wohnung beschrieben. Dabei wurden auch andere bekannte
Risikofaktoren für den Herzinfarkt - wie Diabetes, Herzinfarkte in
der Familie, Rauchgewohnheiten oder soziale Schicht - erfasst.
Lotharstraße
Die Lotharstraße führt von der Mülheimer Straße in südlicher
Richtung am Waldrand entlang zur Koloniestraße, auf die sie in Höhe
der Bahnlinie Speldorf-Lintorf trifft. Bis in die dreißiger Jahre
endete sie an dieser Bahnunterführung und wurde auf der anderen
Seite vom Rehweg fortgesetzt.
Ihr Verlauf ist
bereits auf der Katasterkarte von 1824 eingezeichnet. Sie wird im
Adressbuch von 1867 als „Weg am Duisburger Wald vom Freischütz zur
Colonie“ und 1872 als „Weg von der Mülheimer Chaussee längs dem
Walde zum Schimkes-Wege“ (heutige Kammerstraße) bezeichnet. Der Name
erscheint erstmals im Adressbuch von 1879. Damals führte die
Lotharstraße von der Mülheimer Straße zum Speldorf-Lintorfer
Bahndamm.
Der Name der
Straße erinnert an den deutschen König Lothar lll. (1125-1137), der
1129 in Duisburg weilte und einen Streit zwischen den Einwohnern
Duisburgs und dem Verwalter des königlichen Forstes, Herzog Walram
von Limburg, vor seinem Gericht in Duisburg beendete. Den Duisburger
Bürgern wurde erlaubt, im Wald nach ihrem Bedarf Steine zu brechen.
Die hierüber ausgestellte Urkunde ist die älteste, die im
Stadtarchiv Duisburg vorhanden ist.
Steinbruchstraße
Südlich der von Hochfeld kommenden und nach Mülheim-Speldorf
führenden Eisenbahnlinie zweigt die Steinbruchstraße ostwärts ab,
führt unter der Nord-Süd-Eisenbahn von Oberhausen nach Wedau
hindurch und trifft auf die Lotharstraße, die dort in unmittelbarer
Nähe der Autobahn A 3 verläuft. Sie nimmt damit genau Richtung auf
den in Luftlinie etwa 500 m entfernten sogenannten Steinbruch im
Duisburger Stadtwald.
Im Adreßbuch
von 1879 steht zum erstenmal, daß die Steinbruchstraße „von der
Coloniestraße bis zum Steinbruch“ führe. Zwei Jahre später, 1881,
wird im Adreßbuch das erste Haus mit der Nummer 34 erwähnt, in dem
die beiden Tagelöhner Wilhelm Büschken und Wilhelm Fuchs wohnen.
Erst um die Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
kommen einige neue Häuser hinzu.
Dieser Steinbruch erscheint bereits im Jahre 1129 in der ältesten im
Stadtarchiv Duisburg vorhandenen Urkunde, in der vor dem Gericht
König Lothars III. ein Streit zwischen den Einwohnern Duisburgs und
dem Verwalter des königlichen Forstes, dem Herzog Walram von
Limburg, geschlichtet und entschieden wird, daß die Duisburger
Bürger nach Belieben dort entsprechend ihrem Bedarf Steine brechen
könnten, „soviel sie zu ihren Häusern und sonstigen Anlagen nötig
hätten“.
Waldhornstraße
Vom südlichen Ende der Lotharstraße verläuft die kurze
Waldhornstraße nach Westen und trifft vor der von Wedau-Bissingheim
nach Norden führenden Eisenbahnlinie leicht abknickend auf die
Steinbruchstraße.
Die ersten
Überlegungen zur Anlage dieser Straße gehen auf einen Antrag des
früheren Kolonialwarenhändlers und derzeitigen „Rentners“ (im Sinne
von Rentier) Heinrich Weimann, Zechenstraße (heute Memelstraße) 32
von 1904 zurück, der in diesem Bereich eine „aus kleinen Häusern
bestehende Arbeiterkolonie“ errichten wollte. Diese Pläne nahmen
erst 1911 Gestalt an, denn in diesem Jahr erscheint die
Waldhornstraße zum erstenmal - allerdings noch unbebaut – im
Duisburger Adreßbuch. Ein Jahr später, also 1912, finden sich in
dieser Straße die beiden ersten Häuser Nr. 17 und 18, (deren
Besitzer H. Weimann ist und) denen bald darauf der größte Teil der
heutigen zwanzig Häuser folgt.
Offiziell erhielt
die neue Straße ihren Namen bereits durch Beschluß der Städtischen
Baukommission am 13. Januar 1909.
Da die neue
Siedlung am bzw. damals noch im Walde lag, eine Waldstraße aber
schon bestand, scheint man die Verbindung zum Walde im Waldhorn
gefunden zu haben „jenem Musikinstrument, das zunächst als reines
Jagdhorn gedient hatte, dann jedoch, mehr und mehr verfeinert, zum
Orchesterbestandteilgeworden war. |