Duisburg,
September 2007 - Es war in den viel zitierten 60er Jahren, als der Sport
wie schon oft genug so etwas wie ein besonderer Lebensinhalt der
Duisburger wurde - im Amateur- bzw. Freizeitbereich versteht sich. Die
wenigen Profis gab es z. B. bei den blau-weiß Gestreiften vom Meidericher
SV bzw. MSV Duisburg.
Die aber waren ganz sicher Thema Nummer eins in der Stadt, da es ja
jetzt die Bundesliga gab. Und die war sogar regelmäßig im Fernsehen.
Damals noch mit dem Hinweis auf die dunkleren Stutzen wegen
Schwarz-Weiß-Fernsehen und so.
Die Schlote von Kupferhütte, Mannesmann, Krupp und Thyssen rauchten ohne
Ende, bei Matthes & Weber oder der DEMAG brummte es, im Ausbesserungswerk
der Bundesbahn in Wedau neben dem Sportpark waren Tausende beschäftigt -
nur im Bereich der Kohle wurde es allmählich kritisch. Die
Gewerkschaften erreichten viel für die Fußball konsumierenden
Arbeitnehmer, die noch zum Teil mit der 48- bzw. 45-Stundenwoche zu
kämpfen hatten. Der Wohnungs- bzw. Siedlungsbau in den Stadtteilen ging
weiter, da die Duisburger gut in Lohn und Brot standen. Und weil dies so
war, war die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Fußball. War ja auch
einfach. Irgendwo fand sich ein Plätzchen und ein rundes Objekt,
irgendwer machte mit und irgendwie brachte man dadurch zwei Teams - oft
unterschiedlicher Stärke zusammen - und schon ging die Post ab.
So begann es bei Willi
Kievelitz, Helmut Stegemann sowie seinem Freund W. Schneider. Über Wochen
wurde zwei gegen einen gespielt. Später stieß Friedel Heinen hinzu, dann
wurden es immer mehr Mitarbeiter des Sportamtes, die ein wenig kicken
oder ganz einfach sich nur zum Spaß bewegen wollten.
Nach einem Vierteljahr waren es dann schon zwölf Personen - und es ging
immer weiter, baute sich regelrecht auf. Zu der damaligen Zeit war im
Land die große Trimm-Dich-Aktion des Deutschen Sportbundes in aller
Munde. So war es naheliegend, dass Ende 1967 der Verein SG Trimmi
aus der Taufe gehoben wurde. Dieser Verein setzte sich aber nicht
nur aus Fußballfreunden zusammen. Freunde der unterschiedlichsten
Sportarten kamen. Die Trimmi-Familie wuchs und wurde bunter. Das
Beispiel Gewichtheben mit dem späteren Olympiasieger Rolf Milser war
dabei schon eine ganz besondere Sache.
Aus dem Boxsport stießen
die Meister Günter und Heinz Peters, Vizemeister Alfred Lapschis,
Klaus Kaufmann, Volker Lünsmann, Theo Schwarz und Peter Courvoisier, vom
Spitzen-Eishockey Ivars Weide und vom Ringen Erich Piel und Paul Opacki
hinzu.
Fußballprofis wie Hennes Pawelczyk, Udo Kuhn, Manfred „Pele“ Kroke (DVF
08 , Bayer Uerdingen), Uwe Müller (DSV) und Karl Hamacher(DVF 08,
Fortuna Düsseldorf) tauchten auf und halfen auch bei Benefiz-Spielen
oder Turnieren aus.
Fußballer in der SG Trimmi waren Jochem Anacker, Bernhard Becker, Georg
Bogatz, Klaus Dahmen, Josef Dobry, Günter Halsband sen. und jun.,
Friedel Heinen, Theo und Dieter Hartjes, Herbert Franik (auch
Langstreckenläufer), Stefan Volker und Wolfgang Jansen, Harald Jeschke,
Jürgen und Peter Jünemann, Daniel Jung, Detlev Kannegiesser, Udo Kappes,
Walter Kaus, Jürgen und Willi Kievelitz, Rolf Kost, Georg Kutscha,
Bodo Lange, Gerd Lukas, Holger Mertin, Stefan Müller, Volker Müller,
Ferdi Preuß, Klaus Ritzenhoff, Lothar Rühl, Friedel Scheuten, Bernd
Seelbach, Helmut Stegemann, Uwe Struth, Adrian Timmermann und Thomas
Winter.
Die Trimmi-Mitglieder trafen sich gern. Das ehemalige Restaurant des
Wedau-Stadions war so ein Treffpunkt. Als Spielorte standen die
Rasenplätze in Duisburg-Hamborn, im Sportpark die Spielwiese I und II
sowie Oberhausener Allee oder auch der Platz des VFL Süd zur
Verfügung.
Die Fußballmannschaft war auch in Turnieren erfolgreich. Darunter zwei
selbst ausgerichtete Turniere eines bei der DVG, beim PSV und beim
Turnier der Alten Herren in Bissingheim.
Fahrten waren so etwas wie das Salz in der Suppe. Zweimal ging es nach
München und Berlin, einmal stand Hochseeangeln in Heiligenhafen auf dem
Programm. Aber auch bei DFB-Pokalendspielen war die SG Trimmi dabei. So
beim Finale in Hannover, als der MSV auf Eintracht Frankfurt traf
und unglücklich 0:1 verlor. Aber auch das Finale zwischen den Bayern und
dem VfB (4:2) war einmal Anlass einer Berlinfahrt.
Die Gewichtheber-WM in
Stuttgart mit Weltmeister Rolf Milser und anschließendem Besuch bei den
Cannstatter Vasen war ein absolutes Fahrten-Glanzlicht der SG Trimmi.
Aber auch in Calais wurden freundschaftliche Bande durch die
Fußballmannschaft geknüpft. Die intensivsten Begegnungen gab es bei den
Touren zu
Freunden nach Nussdorf bzw. Landau i. d. Pfalz oder nach Winterberg
Anekdoten gab es reichlich. Eine ganz spezielle hatte natürlich was mit
dem Fußball zu tun.
Da wurde schon mal
der Gegner geschockt, indem des Öfteren mit 12 Mann aufgelaufen wurde.
"Der größte Clou war im Spiel gegen die Schiedsrichtervereinigung Nord,
dort hatten wir über 40 Minuten mit 12 Spielern agiert. Erst ein Zuruf
unseres Betreuers Heinz Rühl, machte den damaligen Bundesliga-Schiedsrichter
Gerd Henning darauf aufmerksam,"Gerd die spielen ja mit 12
Mann", erinnert sich Team-Mentor Willi Kievelitz schmunzelnd. Das Spiel
wurde übrigens 4:1 gewonnen.
Fast jeder Vatertag wurde von der SG mit den Frauen gefeiert. Zumeist
waren immer sportliche Aktivitäten dabei Zehnkämpfe Luftpistole,
Luftgewehr, Kugel, Diskus, Speerwerfen oder eine Runde Rollerfahren um
die Laufbahn.
Im Hintergrund waren für die Sportgemeinschaft Brigitte Dyka-Meibusch
und Klaus Ritzenhoff (beide Sportamt) sowie Klaus Dahmen und Josef Dobry
aktiv. Klaus
Ritzenhoff deckte dabei mehr als 15 Jahre den Bereich der
Geschäftsführung ab, Karl-Heinz Jünemann den des Kassierers.
Schiedsrichter waren Heinz Rühl (2. Liga), Jürgen Kievelitz
(Bezirksliga) und Wolfgang Jansen
Freundschaften bestanden mit der Einsatz-Hundertschaft der Polizei, der
damaligen Reiterstaffel und der
Sparkasse Landau in Nussdorf. Medienberichte gab es durch Harald
Jeschke.
Ehrenmitglieder sind Hermann Eichhorn, Walter Kaus (SSB Duisburg)
und Dr. Günter Erbe (Vorstand DVG)
SG Trimmis Sportler waren oft genug in den Medien zu finden. In erster
Linie gab es natürlich Fernsehberichte über Rolf Milsers Zeit nach dem
Olympiasieg 1984, dessen Hobby natürlich der Fußball
war. Der Film über ihn und Jürgen Hingsen wurde im Wedau Stadion mit
Trimmi-Komparsen gedreht. Dieser Film wurde sogar in mehreren
afrikanischen Staaten gezeigt.
Das Fazit für die Trimmi-Sportler: Harmonie bei der Arbeit durch den
Sport
Im Spitzensport beruflich engagierte Sportfachleute wie Hermann Eichhorn
brauchten auch Spitzen-Mitarbeiter, die das auch umsetzen konnten.
Dazu gehörten die Junioren-EM der Leichtathletik 1973, mehrere Ruder-
und Kanu-Weltmeisterschaften, Gewichthebermeisterschaft, Universiade
1989, Boxveranstaltungen, internationale Wasserballturnier,
Leichtathletik-Galas,
Presseaufbauten für die jeweilige
Veranstaltung und vieles mehr. Heutige bevorzugte Sportarten der SG
Trimmi sind: Fußball – Kegeln – Tischtennis.
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| Im
"Teehaus" an der Regattabahn wurde das Jubiläum kräftig
gefeiert, gefachsimpelt und in Erinnerungen gekramt.
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Der
Vorstand - unteres Bild- ehret die Verstorbenen
Mitglieder und dankte für die neue Heimat (früher
Wedau-Stadion) auf dem Gelände der VSG Duisburg.
Fotos Manfred Schneider |
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Der Mann des Sports in Duisburg wird 80
Von Harald Jeschke (Text) und Manfred Schneider (Foto)
Lesen und Radfahren ist heute bei Hermann Eichhorn angesagt. „Auf jeden
Fall bewegen“, meint der ehemalige leitende Sportdirektor der Stadt
Duisburg.
Der Mann des Sports feiert am 9. September seinen 80. Geburtstag.
Von
1965 bis 1991 war er in dieser Funktion im Amt und hat in dieser Zeit
eine Reihe hochkarätiger internationaler Veranstaltungen mit
organisiert. Junioren-Europameisterschaften der Leichtathleten,
Europameisterschaft der Wasserballer, Weltmeisterschaft der Ruderer,
Kanu-Weltmeisterschaften und die unvergessene Universiade 1989 – alles
sportliche Glanzlichter, die das Image der Stadt aufpolierten. Der
Begriff „Sportstadt Duisburg“ wurde nicht von ungefähr in diesen 26
Jahren des Wirkens von Hermann Eichhorn seiner Bezeichnung absolut
gerecht.
Vor allem 1989. Duisburg sprang ohne lange zu Fackeln kurzfristig als
Ausrichter ein. Mit unglaublichem Engagement wurde auch die
international hoch angesehene Veranstaltung mit Bravour gemeistert.
Mitten drin in der Hauptverantwortung der Organisation –
selbstverständlich Hermann Eichhorn. „Nu lott de Jung mal mache“,
wiegelte er mit Hochfelder Zungenschlag so manchen Skeptiker ab, wenn
einer aus seinem Team in der Kritik stand. Sich vor seine Leute zu
stellen war eins, sie zu motivieren konnte er auch wie kein anderer.
Eins konnte er aber besonders gut: zuhören, wenn einem Sportklub der
Schuh gewaltig drückte. Die Vereine schworen auf ihn. „Der Hermann
hilft.“
Im Hochhaus am Hauptbahnhof hatte das
Sportamt Anfang der 60er sein Domizil. „Bis mich ein Kollege vom
Hochbauamt fragte, warum wir nicht in den Sportpark in die
Räumlichkeiten der neu gebauten Tribüne beziehen“, erinnert sich Hermann
Eichhorn. Sein schon immer bestehender der Wunsch im Herzen des
Sportgeschehens zu wirken, ging damals in Erfüllung. Nach der
Kanu-Weltmeisterschaft 1979 zog das Sportamt in den Sportpark, wo
Eichhorns Nachfolger Heinz-Gerd Janßen auch heute noch mit DuisburgSport
zuhause ist.
Neben der beruflichen Amtsführung war der Mann der klaren Worte für den
Sport – da wurden Fünfe schon mal gerade gelassen – Pfalz- und
Weinliebhaber aber auch im Ehrenamt aktiv. So führte er von 1960 bis
1965 den Hochfelder Traditionsverein und damaligen
Fußball-Verbandsligisten DVF 08, der unter seiner Führung
Niederrheinmeister wurde.
Nach seiner Pensionierung 1991 war er zehn Jahre für die Senioren der
Wanheimer Sozialdemokraten im Einsatz und organisierte die eine oder
andere Veranstaltung. Sozusagen legendär waren seine Weinproben oder die
Fahrten mit der SG Trimmi, einer Sportgemeinschaft, die er
intensiv betreute. Prompt gab es so manchen sportlichen
Austausch mit der Pfalz oder auch mit Duisburgs Partnerstadt Calais, was
stets zu vielen guten und freundschaftlichen Beziehungen führte.
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