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Kochbücher - Buchbesprechungen

Wolfgang F. Stammler / Hans - Joachim Pagel (Hrsg.):
So kochen wir in Duisburg
; Alcorde - Verlag Essen ohne Jahresangabe; ISBN: 978-3-939973-04-1

Über 300 Duisburger haben hier ihr Lieblingsrezept zusammengetragen. Doch sie listen nicht nur die Zutaten auf und beschreiben die Zubereitung. Sie erzählen auch, welche Geschichte sie mit dem Gericht verbinden und was sie der Stadt für die Zukunft wünschen.
Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist hier genauso vertreten wie Bürgermeister Manfred Osenger, Marcus Strümpe (Kantor an der Salvatorkirche), Angela Schoofs (Leiterin der Duisburger Agentur für Arbeit), Okko Herlyn (Kabarettist), Kai Magnus Sting (Kabarettist), Bernhard Weber-Brosamer (Leiter des Haniel-Museums), Rolf Milser (Hotelier), Hermann Hövelmann (Getränkehersteller), Walter Hellmich (Bauunternehmer), Hans-Martin Große-Oetringhaus (Schriftsteller) und die Unternehmerin Gabriella Grillo. Viele unbekannte Duisburger kommen hinzu. Sie stellen Vorspeisen, Suppen, Eintöpfe, Hauptgerichte, Desserts und Gebäck vor.

Tischgebete kommen als geistige Nahrung hinzu. Ein eigenes Kapitel beschreibt die Eß- und Tischkultur aus früheren Zeiten, zumindest aus literarischer Sicht. Außerdem können sich die Tochtergesellschaften der Stadt und andere Duisburger Unternehmen am Ende des Buches (als Sponsoren) kurz vorstellen.
Das Buch ist ein hübsch gestaltetes Kochbuch. Soweit ich es als Laie beurteilen kann, gibt es hier keine kulinarischen Experimente. Es gibt eine heimische Küche, die mit hiesigen Produkten leicht und schnell zuzubereiten ist. Mit hohen Kosten für den Einkauf dürfte dementsprechend nicht zu rechnen sein.
Das Buch ist natürlich auch Schleichwerbung für Duisburg. Die lokalen Honoratioren kommen hier zu Wort und können auch so ganz nebenbei auf ihr Unternehmen aufmerksam machen. Der Leser hält auf jeden Fall ein hochwertiges Kochbuch in den Händen. Es ist sehr persönlich geschrieben. Die Personen, von denen die Rezepte stammen, werden per Foto vorgestellt. Unterschiedlich große Fotos vermitteln einen Eindruck von Duisburg; Bilder von Lebensmitteln, die in den jeweiligen Rezepten vorkommen, lockern die Seitengestaltung auf. So ist es auch unter optischen Gesichtspunkten eine Freude, zu dem Buch zu greifen. KaMa


Alfred Biolek: Gemüse Erbsen Möhren & Co. Die beliebtesten Gemüserezepte aus der alfredissimo!-Küche; Pabel - Moewig - Verlag Rastatt; 96 Seiten; ISBN: 3-8118-1759-0
Nach einem kurzen Teil, in dem er etwas über Kauf, Lagerung und Zubereitung von Gemüse sagt, kommt der Fernsehmoderator ganz schnell zum Rezepteteil. Unterstützt von kleinformatigen Schwarzweißfotos, die Biolek bei der Arbeit zeigen, und großformatigen Farbzeichnungen, die Gemüse zeigen, gibt es dann 1 Rezept pro Seite. Keine Experimente - Biolek nutzt heimische Produkte und meidet exotische Gerichte. Der Leser trifft hier auf Gemüsesorten wie Lauch, Schalotten, Knoblauch, Zucchini, Dill, Wirsing, Auberginen, Weißkohl und Artischocken. Die Rezepte sehen so aus, als ob sie leicht zuzubereiten seien. Wer die heimische Küche schätzt und Alternativen zum gutbürgerlichen Einerlei sucht, wird hier gut aufgehoben sein.

Sabine Kieslich: Saucen und Dips; Falken - Verlag Niedernhausen 1995; 64 Seiten; ISBN: 3-8068-1582-8
"Was wären viele Gerichte ohne eine Sauce," fragt die Inhaltsangabe und gibt auch gleich eine Antwort: "Sie rundet die Speise ab, gibt ihr den letzten Pfiff und unterstreicht ihren Eigengeschmack. Die Zubereitung von Saucen ist bei weitem nicht so schwer, wie immer angenommen wird. Hier finden Sie das passende Rezept für jedes Gericht: Grill- und Fonduesaucen, Dips und Salatsaucen, Saucen zu Fisch, Fleisch und Gemüse, Nudelsaucen sowie Dessertsaucen."
Das Buch folgt dem klassischen Layout der Falken - Kochbücher. In der Regel gibt es zwei bis drei Rezepte pro Seite; die Rezepte werden mit einem Foto illustriert. Nichts Neues also im Verlag.
Es war das Thema "Saucen", das mich zu dem Buch greifen ließ. Da ich ein Saucen - Fan bin, war ich doch neugierig, was mir hier geboten wird. Die Autorin bietet eine heimische Küche, die vertraute Produkte verwendet und auch vom Hobbykoch zubereitbar ist. Ein Klassiker wie die Sauce hollandaise ist hier genauso vertreten wie die Buttermilchsauce, die Pflaumensauce oder die Orangensauce - eben für jeden Geschmack etwas. Schade, dass ich nicht kochen kann. Einige der Rezepte hätte ich schon gerne ausprobiert.

Anonymus: Gaumenfreuden zwischen Iller und Lech Prominente aus Bayerisch-Schwaben präsentieren ihre Lieblingsgerichte; Hoffmann und Campe - Verlag 2008; 144 Seiten; ISBN: 978-3-455-50082-0
Von Kochrezepten und Menschen. Von Berg und Tal. Ein Küchenporträt Bayerisch - Schwabens mit Profis und Prominenten. Hier wird Bayerisch - Schwaben in den Topf geguckt: Prominente und Profis servieren landestypische Spezialitäten nach alten, neuen und persönlichen Rezepten. Mit Tips zu Region und Küche, mit Porträts von Land und Leuten.
Maultaschen, Kässpatzen und Obatzter, Schweinekrustenbraten, Tafelspitz, Holunderküchlein, selbst gemachter Leberkäs, Waller und Saibling - Prominente und Profis aus Bayerisch - Schwaben zeigen, was Stadt, Land und Fluss hergeben, köstliche Schätze für Gaumen und Seele nach alten und neuen Rezepten, zum Teil aus eigener Küche und Omas Rezeptbuch. Geschichten von Land und Leuten zwischen Rezepten und Küchentips - von der Sennerin über den Kräuterwirt bis zum Krebszüchter - porträtieren die Region zwischen Berg und Tal, laden ein auf eine kleine kulinarische Reise. Ein regionales Kochbuch, das Appetit macht und für Reisefieber sorgt," stellt der Verlag das Buch in einer Pressemitteilung vor.
Neun Teelöffel, jeweils mit einem Wappen versehen, liegen auf einem Tisch - ziemlich unspektakulär sieht das Buch auf dem vorderen Buchdeckel aus. Neugierig, wie ich bin, nehme ich das Buch zur Hand. Als ich es aufschlage, steigt mir - und das können Sie wörtlich nehmen, lieber Leser! - ein ganz besonderer Duft in die Nase. Dieses Buch riecht wirklich nach Buch, gutem Papier und solider Druckkunst. Es weckt die Neugierde auf mehr. So lange ich auch schon mit Freuden gute Bücher lese, so selten sind doch so sinnliche Bücher.
Donata Gräfin Fugge, Claudia Roth - es gibt nur wenige Autoren, die überregional bekannt sind. Die meisten Autoren sind lokale Politiker oder gehören den regionalen "Oberen 10.000" an. Ihre Rezepte bieten - unterstützt durch diverse Fotos (Porträts der Autoren und der Gerichte) - eine deftige, gutbürgerliche und bodenständige Küche, die auch vom nichtbayerischen (Freizeit-)Koch zubereitet werden kann.
Doch das Buch bietet mehr. Gelegentlich kommt Warenkunde hinzu. So werden beispielsweise diverse Fische, Brände oder Pilze vorgestellt. Doch damit nicht genug. Jeder Autor wird mit einem prägnanten Zitat vorgestellt. Unter den Stichworten "Berge", "Wiese", "Flüsse", "Wälder" und "Felder" werden eine Sennerin, ein Rinderzüchter, ein Forstwirt und ein Bierbrauer in ihrem beruflichen Umfeld vorgestellt. Gut lesbar und auch spannend beschreiben diese Texte ein bodenständiges und urwüchsiges Lebensgefühl. "So stelle ich mir Bayern vor," sage ich als jemand, der bislang noch nicht viel Bayern kennengelernt hat.
Hier liegt wahrlich kein liebloses Kochbuch vor, in dem ein Rezept auf das andere folgt. Dieses Buch ist eine hochwertige Produktion, die sowohl vom Inhalt als auch vom Layout her gefällt.
 

Stefanie Roediger-Streubel: Joghurt Die besten 100 Rezepte mit ausführlicher Warenkunde; Mosaik-Verlag München 1989; 96 Seiten; ISBN: 3-570-04637-0
"Das Buch liefert ausführliche Informationen über Produkte, Sorten, Fettstufen und gesundheitliche Aspekte, über hauseigene Joghurt- und Frischkäsezubereitung. 100 internationale Rezepte für kalte und warme Saucen, Dips, Drinks und Suppen gibt es; außerdem duftende Currys und Schmorgerichte aus der orientalischen Küche und traumhaft leichte Desserts und Kuchen, eine Reihe von Diätrezepte für Figur- und Fitneßbewusste und viele Rezeptfotos, die jeden auf den Geschmack bringen," berichtet die Inhaltsangabe.
Hört sich nach viel an, nicht wahr? Wie sieht aber die Praxis aus? "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht." Diese Redensart geht mir durch den Kopf, als ich mir die Rezepte anschaue. Hier gibt es keine Gerichte für das werktägliche Mittagessen, sondern sehr gehobene Küche. Was, bitte, sind Scampi, Shii-Take, Kardomomsamen oder Balsamicoessig? Wo kann man das kaufen? Einige Rezepte würden einem Laien wie mich schon durcheinanderbringen.
Doch Vorsicht, lieber Leser, lassen Sie sich von meiner Unwissenheit nicht abschrecken. Die Autorin bietet doch überwiegend heimische Zutaten und Gerichte, die so aussehen, als seien sie einfach zuzubereiten. Insbesondere die Drinks, Dips und Suppen dürften sogar recht zügig zuzubereiten sein. Wer also keine Angst vor exklusiver Küche hat, darf sich also gerne daran versuchen.
Und was ist mit dem warenkundlichen Teil? Was ist von ihm zu halten? Er beschreibt die Herstellung von Joghurt, seine ernährungsphysiologische Bedeutung (incl. Joghurt als Heilmittel) und die Bedeutung des Joghurts für die Küche. Dieser Teil, der gleicht am Anfang steht, ist sehr informativ und enthält all' die Informationen, die man für das Alltagswissen braucht.

 

Adelheid Beyreder: Brotaufstriche; Gräfe und Unzer Verlag München 1999; 64 Seiten; ISBN: 3-7742-1719-x
"Dieses Buch sorgt für kulinarische Abwechslung auf Ihrem Brot mit tollen Aufstrichen wie Basilikumcreme, Kartoffel-Knoblauch-Paste, Heilbutt-Tatar oder Apfelbutter," verspricht die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel.
Hinsichtlich seines Aufbaus folgt das Buch einem Grundmuster. 1 Rezept gibt es pro Seite. Die Autorin benennt die Zutaten und beschreibt die Zubereitung. Ein Foto zeigt dann das fertige Gericht. Hinsichtlich Aufbau und Layout ist das Buch guter Durchschnitt.
Und der Inhalt - was ist von ihm zu halten? Hier werden Zutaten genommen, die aus der heimischen Küche bekannt sind und im normalen Lebensmittelhandel gekauft werden können. Die Rezepte sehen so aus, als ob sie leicht zuzubereiten seien. Einige Rezepte sind jedoch zeitaufwendig. Die Spannbreite reicht von 10 Minuten bis 2 Stunden.
Für den alltäglichen Gebraucht sind diese Brotauschnitte nicht geeignet, eher dem besonderen Anlass entsprechend - dem Stehempfang, der Ausstellungseröffnung, um nur einige Beispiele zu nennen.
 

Anneliese und Gerhard Eckert: Mixgetränke mit Milch mehr als 150
Rezepte mit und ohne Alkohol;
Verlag Wolfgang Hölker Münster 1987; 120
Seiten; ISBN: 3 - 88117-4370
"Milch ist ein ganz besonderer Saft. Sie ist nicht nur reich an Nährstoffen unterschiedlichster Art, sondern ihr Aroma lässt sich ideal mit einer Fülle von Zutaten verbinden und vielfach abwandeln. Zu Milch passt einfach alles, von Ananas bis Zitrone, von Arrak bis Zwetschgenwasser. Von Obst und Gemüse bis zu alkoholischen Geschmacks- und Prozentgebern reicht also die Palette," berichtet das Vorwort.
Schlägt man das Buch auf, versprüht es einen historischen Charme. Das liegt zum Teil an dem dicken, schweren Papier, aber auch an dem blauen Balken mit den Sektgläsern und Luftblasen, der auf fast jeder Seite auf der linken Seite prankt. Gelegentliche Stilleben, historische Küchenutensilien und historisch wirkende Personenporträts zieren die Seiten an den unterschiedlichsten Stellen. Allein schon dies lässt das Buch in einem angenehmen Licht erscheinen. Und die Rezepte? Was ist von ihnen zu halten? Sie sind leicht zuzubereiten; die Zutaten sind im normalen Lebensmitteleinzelhandel erhalten.

Di Wilhelm Kindermann: Pralinen von A bis Z;
Hugo Matthaes Druckerei und Verlag, Stuttgart 1981; 252 Seiten; ISBN: 3 - 87516 - 239 - 0

Glaubt man der Werbung, ist er die längste Praline der Welt: der Duplo-Riegel. Das vorliegende Buch beschreibt richtige Pralinen. Nougat-Kreationen gehören genauso dazu wie Krokants, Marzipanmischungen oder Pralinen mit Alkohol. Doch es gibt nicht nur Rezepte. Der einführende
Teil beschreibt - beispielsweise -, wie man Marzipan verarbeitet, wie man Orangeat und Canache herstellt und wie man die dazugehörigen Arbeitsabläufe durchführt.
Jedem Rezept ist ein farbiges Foto zugeordnet, so dass der angehende Pralinenbäcker sehen kann, wie das Endprodukt aussieht. Eine Sache ist bei den Rezepten auffällig: Die sonst übliche Trennung zwischen Mengenangaben und Beschreibung des Herstellungsprozesses fehlt hier. "Irgendwie ist das schon lästig.
Bei der Vorbereitung möchte ich doch wissen, was und wie viel ich kaufen muss," schießt es mir beim Lesen durch den Kopf. Als ich die Rezepte lese, habe ich schnell den Eindruck, dass man viel handwerkliches Geschick, Phantasie und Liebe zu hochwertigen Süßigkeiten mitbringen muss, um sich an die Umsetzung der Rezepte zu machen. Getränke sind einfach zuzubereiten, also auch für zuhause und durstige Kinder geeignet. Das Buch gefällt durch seine Schlichtheit und die einfachen Rezepte.

Fisch und Meeresfrüchte Frische Köstlichkeiten aus Fluss, Meer und See
100 Genießerrezepte leicht zubereitet; Planet Medien AG ohne Jahresangabe; 160 Seiten; ISBN: 3-625-11052-0; ohne Preisangabe
"Fische, Krusten- und Schalentiere - drei Köstlichkeiten, die höchsten kulinarischen Genuss versprechen! in diesem Buch finden Sie über 100 Rezepte aus aller Welt mit Hering, Kabeljau, Hummer, Miesmuscheln und ihren schmackhaften Varianten. Ob Salate, Cocktails oder Carpaccios,
Suppen, Eintöpfe oder im Sud Gegartes, Pfannengerichte, Gerichte aus dem Backofen oder aus der Fritteuse - für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei," berichtet die Inhaltsangabe. Zwei erste kurze Kapitel am Anfang beschäftigen sich mit der Warenkunde und Küchenpraxis.

Ganz egal, ob Sushi, Kabeljaugratin, frittierte Sprotten oder Bouillabouisse - das Buch führt den Leser in die große weite Welt der Fischgerichte ein. Die Rezepte führen die Zutaten auf, die Beschreibung
der Zubereitung und nennen Zubereitungszeit und Kalorienangabe. Fotos illustrieren das Rezept. Wenn nötig, wird auch die Zubereitung durch ein Foto ergänzt.

Soweit ich es beurteilen kann, werden hier überwiegend handelsübliche Produkte verwendet. Auch die Rezepte sehen so aus, ob seien sie zwar teilweise zeitaufwendig, würde aber trotzdem gut von der Hand gehen.  Doch Vorsicht! Hier wird keine gutbürgerliche Hausmannskost geboten. Hier gibt es gehobene Küche, die den anspruchsvollen Gaumen zufriedenstellen soll. Hier wird gute Literatur mit hochwertigem Genuss verbunden.

Elsa Petersen-Schepelern: Kühle Rezepte für heiße Tage; DuMont Buchverlag Köln 2000; ISBN: 3-7701-8550-1; 64 Seiten
"Auch Sie haben Ihr Lieblingseis: fruchtig-leichte Zitrone, kräftig-dunkles Schoko oder sahnig-süßes Stacciatella," meint die Inhaltsangabe und führt fort: "Eis weckt Kindheitsträume, Urlaubserinnerungen, italienische Gefühle, geheime Gelüste. Vom Sorbet zum Parfait, von den italienischen Klassikern zu exotischen Raffinessen, pur oder mit heißer Soße" ist hier alles vertreten.

Auf den ersten Blick sieht das Buch hübsch aus. Dekorative Fotos ergänzen die Rezepte, die durch Tips bereichert werden. Die Rezepte sehen so aus, als ob sie leicht zuzubereiten seien. An dieser Stelle
ist jedoch Vorsicht geboten. Wer Alkohol meiden möchte, der muss schon überlegen, wie er die Liköre sinnvoll ersetzt. Ob Gewürznelken, Ingwer oder Maracuka unbedingt in ein Eis gehören, kann der Leser selbst entscheiden. Was Macadamianüsse, Kardamomkapseln oder Zitronengras ist, wird hier nicht erklärt.
Das Buch ist bedingtalltagstauglich. Es bietet außergewöhnliche Rezepte für die gehobene Küche; die normale Hausfrau wird viele der hier beschriebenen Schleckereien bestimmt nicht herstellen wollen. Für den Hausgebrauch ist das Speiseeis, das wir im Supermarkt erhalten, besser geeignet.
Die Gastronomie, die ihren Gästen anspruchsvolle Alternativen bieten möchte, darf aber gerne zu diesem Buch greifen.

Marion Kiesewetter: Hering & Co Matjes Bückling und Konsorten Meine besten 80 Rezepte; Verlag Zabert Sandmann München 1996; 95 Seiten;ISBN: 3-924678-88-X

Glaubt man dem hinteren Buchdeckel, stammt Kiesewetter aus Norddeutschland. Zu der Zeit, als das Buch herausgegeben wurde,
arbeitete Kiesewetter wohl als Fernsehköchin in der Serie "Bi uns to Hus", die im Norddeutschen Rundfunk läuft. "Neugierig machen Rezepttitel wie `Steife Briese' oder `Grand Monarchs Festtagsmahl', hinter denen sich ihre kulinarischen Herings-Hits verbergen. Amüsante kleine Anekdoten, die sie aus ihrer Schauspiel- und Musical-Karriere beisteuert, und in denen sich ihre Liebe zur See und Schifffahrt wieder spiegelt, garantieren eine vergnügliche Lektüre," berichtet die Inhaltsangabe.

Und irritiert mich damit auch. Jede Menge Rezepte gibt es in dem Buch, aber keinerlei persönliche Anekdoten der Autorin. Die kleinen, kurzen Texte, die die Rezepte ergänzen, beschreiben eher den regionalen Volksglauben. Die Texte sind zwar amüsant und aufheiternd; ich bin mir aber nicht sicher, ob sie unbedingt in ein Kochbuch gehören.
Die Rezepte wirken so, als seien sie lecker und schmackhaft. Sie dürften auch leicht zuzubereiten sein. Beim Lesen habe ich jedenfalls nicht den Eindruck, als ob größere Vorbereitungen oder ein größerer Arbeitsaufwand vonnöten sein. Wer Alternativen zu "Bremern" oder anderem Fisch-Fast-Food sucht, ist hier sicherlich gut aufgehoben.
 

Dorothea Kugelmeier: Das große 1 x 1 der Tiefkühlkost;
Südwest - Verlag München 1974; ISBN: 351700474; 173 Seiten
Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Das habe ich bei meiner Oma gelernt. Bei ihr hat das Essen aber auch immer geschmeckt. Wenn möglich, hat sie frisch gekocht. Ich wüsste gar nicht, ob sie überhaupt eine Tiefkühltruhe hatte.
In einem ersten Teil beschreibt Kugelmeier Fachbegriffe des Tiefkühlens. Das letzte Kapitel des Buches beschreibt die Geräte, die beim Tiefkühlen eingesetzt werden. Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel, Fleisch und Wurst, Wild, Gemüse, Spezialitäten (wie Pizza und Kroketten), Obst, Backwaren, und Eis - dies sind die Lebensmittel, mit denen sich Kugelmeier in Kapiteln dazwischen beschäftigt. Zu Beginn eines jeden Kapitels beschäftigt sich die Autorin mit der jeweiligen Lebensmittel - Gruppe. Worauf ist bei Kauf, Lagerung und Zubereitung der jeweiligen Lebensmittel zu achten? Worin liegt der ernährungsphysiologische Wert der Lebensmittel? Dies sind einige der Punkte, auf die Kugelmeier eingeht. Sind diese Fragen beantwortet, liefert die Autorin Kochrezepte. Teilweise sehr exotisch sind diese Rezepte. "Rentierbraten nach norwegischer Art", "Risotto mit Meeresfrüchten", "Cacciucco" (Fischeintopf von Elba) und "Cranberry-Relish" (Amerikanisches Preiselbeermix) seien als Beispiele dafür genannt. Mit gutbürgerlicher, einfacher und heimischer Küche hat dies nichts zu tun.
"Das Buch ist über 30 Jahre alt. In dieser Zeit hat sich im Handel, technologisch und ernährungsphysiologisch viel verändert. Warum soll ich mich also mit diesem Buch beschäftigen?" Ich höre schon, wie so mancher Leser diese Frage stellt. Allein schon die Rezepte sind lesenswert. Welches Kochbuch beschäftigt sich sonst - beispielsweise - mit Rentieren, Braunbären und Wildschweinen? Auch viele der praktischen Tipps, die hier enthalten sind, wirken nicht so, als ob sie veraltet seien. Wer mit Tiefkühlkost arbeitet, sollte also überlegen, welchen Nutzen er aus diesem Buch ziehen kann.

Elisabeth Biedermann: Rund ums Ei - Über 200 Rezepte vom Frühstück bis zum Abendessen; Verlag Aenne Burda 1982; 141 Seiten; ISBN: 3 - 88199 - 508 - 0

Das Buch ist in der Burda-Kochbuchreihe erschienen. "Alle Rezepte sind so klar und verständlich, dass man selbst schwierige Gerichte mühelos zubereiten kann. Jedes Gericht wurde im Kochstudio ausprobiert und beschrieben. Viele Farbabbildungen erleichtern die Auswahl," berichtet die Inhaltsangabe.
Ein kurzes Kapitel enthält einige wenige ernährungsphysiologische Aussagen über das Naturprodukt Ei. Wie bindet, legiert, paniert man mit Eiern? In einem zweiten, größeren Kapitel beschreibt Biedermann, wie man das Ei in der Küche verwenden kann. Ein Laie wie ich erfährt auch, welche eibezogenen Küchengeräte und Garmethoden existieren.
Dann folgt der umfangreiche Rezeptteil. Rühreier werden genauso beschrieben wie Omeletts, Spiegeleier und Eierpfannekuchen. Die Rezepte enthalten in der Regel auch Kalorienangaben. Ob die Rezepte unbedingt hausfrauengeeignet sind, können die Leser schon selbst entscheiden. Wer aber gerne (und professionell) kocht, findet hier Rezepte, die lecker und auch schnell zuzubereiten sein dürften und sich an der heimischen Küche orientieren.

Heiner Finkbeiner / Adalbert Schmitt / Alfons Schuhbeck: Der perfekte Gast im Restaurant; Augustus Verlag Augsburg 1997; ISBN: 3 - 8043 - 3070 - 3; 160 Seiten

"Gutes Benehmen ist heute für viele Menschen (wieder?) zu einem Problem geworden. Und nahezu nirgends ist die Angst vor der Blamage so groß wie beim Besuch von Restaurants. Die Probleme beginnen schon mit der Suche nach dem richtigen Restaurant, beim Reservieren von Tischen und bei der Auswahl der angemessenen Kleidung.
Sie vergrößern sich "am Ort", wenn man sich fragt, was all die Dinge auf dem Tisch zu suchen haben und wie bestimmte Wörter ausgesprochen werden," berichtet die Inhaltsangabe.
Die drei Autoren sind selbst (erfolgreiche?) Gastronomen in Bayern. Sie bieten hier Hintergrundwissen und praktische Benimmregeln. Die Autoren orientieren sich dabei an der gutbürgerlichen, wenn nicht gar gehobenen Gastronomie. Der Gastwirt erhält genauso Hinweise, wie er ansprechend Gästebewirtung gestaltet, wie der Gast Verhaltensregeln an die Hand bekommt. Für mich ist dies ein nützlicher Ratgeber, um sich bei Tisch wohlzufühlen.
 

Yvonne Thalheim / Harald Nadolny: Festliche Tischdekorationen selbst
gestalten
; Falken - Verlag Niedernhausen 1990, 80 Seiten; ISBN: 3-8068-0984-4;

"An einem schön und dekorativ gedeckten Tisch nimmt jeder gerne Platz. Dieses Buch präsentiert phantasie- und liebevoll Kompositionen, die Familie und Gäste begeistern. Zahlreiche Schritt-für-Schritt-Fotos zeigen, wie einfach es ist, Tischdecken, Tischsets, Menue- und Tischkarten je nach Anlass zu gestalten. Selbstgebundene Blumendekorationen, kunstvoll gestaltete Servietten und natürlich
Kerzen verstollständigen die Arrangements. Beispielhaft gedeckte Tische - zu verschiedenen Anlässen, wie Geburtstag, Polterabend, Hochzeit, Ostern, Weihnachten, mit ausgefallenen Schmuckelementen - zeigen, dass jeder nach eigenem Geschmack variieren und gestalten kann," berichtet die Inhaltsangabe.

Ganz egal, ob es um Tischdecken, Sets oder Servietten geht, das Buch benennt die Utensilien, die auf den gepflegten Tisch gehören. Es gibt auch viele praktische Tipps, wie diese Utensilien hübsch auf dem Tisch angeordnet werden können. Doch Vorsicht! Hier geht es nicht um Allerweltsdekoration. Hier geht es um gepflegte, hochwertige Repräsentation, wie sie beispielsweise in der gehobenen Gastronomie
vorkommt. Wer die hier genannten Tischdekorationen nutzen möchte, braucht schon handwerkliches Geschick, einen Sinn für Proportionen, Geschmack und einen Sinn für Formen und Farben. Die benutzten Materialien, der Aufwand, mit dem der Tisch dekoriert wird - sie sind nur bei besonderen Anlässen gerechtfertigt. Für den Alltag sind sie übertrieben.
Kurze Texte, schwülstige Fotos - sie ergänzen einander. Und trotzdem stehen die Fotos irgendwie im Vordergrund. Das Buch ist - hinsichtlich des Layouts - ansprechend gestaltet. Ob der Inhalt tatsächlich
praktische Tipps gibt, wird der Praktiker besser beurteilen können. Was soll ich sagen? Wem an anspruchsvoll gestalteter Gästebewirtung gelegen ist, dem sei dieses Buch empfohlen.

Gerhard Poggenpohl: Schnitzel Variationen eines Klassikers;
Edition XXL Reichelsheim 2001; 84 Seiten; ISBN: 3-89736-113-2

"Bei dem Wort `Schnitzel' läuft den meisten Menschen das Wasser im Mund zusammen. Sie denken sofort an panierte, lecker gewürzte, dünne Fleischscheiben, die warm mit Sauce oder auch kalt gegessen werden. Ob das klassische Schweineschnitzel mit Pommes frites oder Straußenschnitzel Asiatisch, ob Hähnchen-, Puten- oder Kalbsschnitzel - es gibt viele Möglichkeiten, Schnitzel zu genießen," berichtet die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel.

Zwei Seiten sind pro Rezept vorgesehen. Der Autor nennt die Zutaten und beschreibt die Zubereitung. Ein großformatiges Foto zeigt dann appetitanregend das fertige Gericht.

Wie in der Inhaltsangabe angedeutet, gibt es die Klassiker wie Schnitzel mit Pommes frites oder Jägerschnitzel oder Exoten wie das Schweineschnitzel mit pikanter Backpflaumen - Sauce. Die Rezepte sind leicht verständlich geschrieben und sehen so aus, als ob sie leicht zuzubereiten seien.
Der Ratgeber gleich zu Beginn des Buches erstreckt sich über 2 Seiten.
Wirklich informativ ist er nicht. Es fehlen Themen wie Küchenutensilien, Zubereitungstipps und Warenkunde. Das mag man nun als Makel ansehen oder nicht. Dies ist aber auch der einzige Mangel, den ich hier entdecken kann.
Unter optischen Gesichtspunkten ist das Buch durchaus gelungen. Wer Alternativen zum Wieder Schnitzel sucht, dem sei dieses Buch anempfohlen.