Wiedergutmachung für WM-Debakel gelingt noch nicht

NationalmannschaftTurin, 20. Februar - Vielleicht merkt ja keiner, dass wir abgestiegen sind. Gute Olympische Spiele und dann sofort der Wiederaufstieg bei der B-WM, dann wird der zwischenzeitliche Gang in die Zweitklassigkeit in der Öffentlichkeit gar nicht wirklich registriert - so sahen die Planspiele beim DEB aus. In Turin spielte die deutsche Mannschaft in der Tat besser als beim WM-Debakel vor neun Monaten: Respektable Auftritte gegen Weltmeister Tschechien (1:4) und Olympiasieger Kanada (1:4), ein durchaus akzeptables 2:2 gegen den Favoritenschreck Schweiz, nur mit dem 3:3 gegen Gastgeber Italien konnte niemand zufrieden sein. Abwärtstrend gestoppt, aber die Kurve nach oben noch nicht gekriegt - so lautete die Bilanz nach vier von fünf Spielen. Eine ordentliche, aber eben keine so gute, die den Abstieg hätte vergessen lassen.

"Das gesteckte Ziel haben wir noch nicht erreicht", meinte DEB-Generalsekretär Franz Reindl vor dem letzten Spiel am Dienstag gegen Finnland, "unser Traum vom Viertelfinale ist nicht in Erfüllung gegangen." Erreicht hat die DEB-Auswahl trotz ihrer Fortschritte unter dem neuen Bundestrainer Uwe Krupp auch nicht ihr Vorhaben, vor einem großen Publikum wieder Werbung in eigener Sache zu machen. Im Gegenteil, die Fans zeigen ihr beim ersten Versuch der Wiedergutmachung für das Desaster von Wien und Innsbruck die kalte Schulter. Nur ganz wenige Anhänger aus der Heimat verirrten sich bei den deutschen Spielen in den Palasport Olimpico, die Schweizer dagegen waren zu Tausenden in die Olympiastadt gekommen. "Die Fans lassen uns spüren, dass wir abgestiegen sind", stellte Reindl überrascht fest.

Nicht nur in Turin, auch vor den Fernsehern zu Hause. ARD und ZDF klagen über mäßige bis schwache Quoten beim Eishockey, nur wenn Biathlon oder eine andere erfolgreiche Sportart drumherum geboten wird, schalten die Deutschen auch bei der Jagd nach dem Puck ein. "Das ist die Wirklichkeit. Wir sind einfach nicht besser", musste Reindl zugeben: "Wir können keine Ansprüche erheben, wir brauchen jetzt Erfolge."

Für die B-WM im April in Amiens nimmt das Krupp-Team aber einiges Positive mit. "Die Fortschritte sind deutlich zu erkennen", meinte Reindl: "Das Gerüst der Mannschaft steht." Überzeugt haben den DEB-Generalsekretär in Turin vor allem wie Florian Busch oder Alexander Sulzer. "Aber ich habe auch einige Spieler gesehen, die ihre Möglichkeiten nicht genutzt haben", sagte Reindl, ohne Namen zu nennen. Für die B-WM hofft er wieder auf Unterstützung aus der NHL: "Ich gehe davon aus, dass die kommen, die nicht die Playoffs erreichen." Einzige Ausnahme: Torhüter Olaf Kölzig hat bereits angekündigt, dass die B-WM "nichts für ihn" sei. "Er will zu seiner Familie, das war von vornherein klar", so Reindl. (TL)

 

 

Das war´s ! Deutschland ohne einen einzigen Sieg aus dem Rennen
Deutschland - Schweiz 2:2 (0:0 1:2 1:0)

Sonntag, 19. Februar 2006 - Das war´s dann wohl mit dem hehren Ziel, das Viertelfinale zu packen. Auch in Turin war unsere Nationalmannschaft nicht in der Lage, die Schweizer zu schlagen. Auf den ersten Sieg in einem großen Turnier gegen die Eidgenossen muss somit weiter gewartet werden, wie auch in den Jahren zuvor. Jetzt kann nur noch ein Wunder die Mannschaft von Bundestrainer Uwe Krupp unter die ersten Vier in der Gruppe hieven, und Wunder, wie man weiß, gibt es nur allzu selten.

Nach dem ernüchternden Unentschieden gegen Italien war die deutsche Mannschaft gegen das  Sensationsteam aus der Schweiz bemüht, eine gute Leistung zu zeigen. Zwar drehten die Adlerträger, die in Tino Boos, Tomas Martinec und Sven Felski neben Torwart Olaf Kölzig die stärksten Akteure hatten, im Schlussdrittel noch einmal auf, aber letztlich wurden die Bemühungen nicht mit drei Punkten belohnt. Lediglich Tino Boos, der die Vorarbeit seines Kölner Kollegen „Eddie“ Lewandowski verwertete, war gegen David Aebischer erfolgreich.
Zuvor hatte Sven Felski vom Deutschen Meister Eisbären Berlin im Powerplay eine hochkarätige Torchance, fand allerdings in Aebischer seinen Meister. Der erste Abschnitt, in welchem die Eidgenossen ihren Gegnern durch harte Körperattacken den Schneid abkaufen wollten, verlief ohne besondere Höhepunkte. Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Unser Team präsentierte sich wesentlich entschlossener und konzentrierter als noch am Vortag beim blamablen 3:3 gegen die Gastgeber. Im Mitteldrittel gingen die Adlerträger in Führung, als Aebischer einen Schlagschuss von Christian Ehrhoff nicht fixieren konnte und Felski in den Kasten zirkelte. Doch die Freude währte nicht lange, denn kurz nachdem Olaf Kölzig eine brenzlige Situation bereinigte, bekam der völlig freistehende Flavien Conne die Scheibe an den langen Pfosten serviert und brauchte nur noch abzustauben. Eine Solovorstellung von Paul DiPietro, dem gestern gegen Kanada die beiden Tore gelangen und der weder vom zögerlichen Sascha Goc noch von irgendeinem anderen deutschen Akteur angegriffen wurde, beendete das Drittel.  

Tore: 1:0 (22;20) Felski, 1:1 (28;17) Conne (P. Fischer), 1:2 (38;05) DiPietro (Della Rossa), 2:2 (52;09) Boos (Lewandowski, Martinec). – Schiedsrichter: van Massenhoven (Kanada). – Strafminuten: Deutschland 8, Schweiz

   GermanyDeutschland  -  Schweiz Switzerland 2:2 (0:0 1:2 1:0

Tore

Zeit

Schütze

Assist 1

Assist 2

2:2 52:09 Tino Boos Eduard Lewandowsk  
1:2 38:05 Paul di Pietro Patrick Della Rossa  
1:1 28.17 Flavien Conne Patrick Fischer  
1:0 22:20 Sven Felski Christian Ehrhoff  

 

 Germany   Deutschland
Nr Name
37  KOLZIG Olaf 
80  MULLER Robert 
40  GREISS Thomas (EG)
 
Switzerland   Schweiz
Nr Name
40  AEBISCHER David 
26  GERBER Martin 
44  BUHRER Marco (EG)

 

  Germany   Deutschland schwarz
Nr Pos Name
31  RENZ Andreas 
52  SULZER Alexander 
34  LEWANDOWSKI Eduard 
73  BOOS Tino 
32  MARTINEC Tomas 
GOC Sascha 
LEASK Robert 
46  BUSCH Florian 
57  GOC Marcel 
72  FICAL Petr 
10  EHRHOFF Christian 
13  SCHUBERT Christoph 
49  KATHAN Klaus 
16  USTORF Stefan 
26  KREUTZER Daniel 
84  SEIDENBERG Dennis 
15  SCHAUER Stefan 
11  FELSKI Sven 
29  BARTA Alexander 
58  KOPITZ Lasse 
 
Head Coach: KRUPP Uwe
 
  Switzerland   Schweiz weiß
Nr Pos Name
VAUCLAIR Julien 
33  HIRSCHI Steve 
21  FISCHER Patrick 
CONNE Flavien 
30  JENNI Marcel 
22  KELLER Olivier 
STREIT Mark 
15  di PIETRO Paul 
28  PLUSS Martin 
12  DELLA ROSSA Patric 
31  SEGER Mathias 
29  FORSTER Beat 
23  PATERLINI Thierry 
38  ZIEGLER Thomas 
32  RUTHEMANN Ivo 
57  BEZINA Goran 
BLINDENBACHER Severin 
67  LEMM Romano 
35  JEANNIN Sandy 
97  WICHSER Adrian 
 
Head Coach: KRUEGER Ralph

 

Nr Pos Name Sp. T A Pts Str +/-
LEASK Robert  -4 
GOC Sascha  -4 
10  EHRHOFF Christian 
11  FELSKI Sven  +1 
13  SCHUBERT Christoph 
15  SCHAUER Stefan  -1 
16  USTORF Stefan 
26  KREUTZER Daniel  -1 
29  BARTA Alexander 
31  RENZ Andreas  -1 
32  MARTINEC Tomas  -1 
34  LEWANDOWSKI Eduard  -3 
37  GK  KOLZIG Olaf   
40  GK  GREISS Thomas   
46  BUSCH Florian  -2 
49  KATHAN Klaus  -2 
52  SULZER Alexander  -1 
54  FURCHNER Sebastian 
57  GOC Marcel  -4 
58  KOPITZ Lasse 
72  FICAL Petr  -5 
73  BOOS Tino  -1 
80  GK  MULLER Robert   
84  SEIDENBERG Dennis  -2 
Nr Name Sp.Ges GKD Sp. MIP MIP% GA SVS SOG SVS% GAA SO W T L
37  KOLZIG Olaf  179:16  74.92  71  79  89.87  2.68 
40  GREISS Thomas  60:00  25.08  35  40  87.50  5.00 
80  MULLER Robert  00:00  0.00  0.00