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Im Krisenjahr 2009: 2,2%
mehr Beschäftigte im Gesundheitswesen |
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Wiesbaden/Duisburg, 15. Dezember 2010 -Trotz
Wirtschaftskrise gab es 2009 im Gesundheitswesen rund 103 000
Beschäftigte mehr als 2008, ein Zuwachs von 2,2%. Wie das Statistische
Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, arbeiteten in Deutschland zum 31.
Dezember 2009 im Gesundheitswesen insgesamt 4,7 Millionen Menschen.
Damit war jeder neunte Beschäftigte in Deutschland im Gesundheitswesen
tätig.
Der positive Beschäftigungstrend aus den beiden Vorjahren (2007: + 77
000 oder + 1,7% und 2008: + 92 000 oder + 2,0%) setzte sich damit auch
im Jahr 2009 fort. Zusätzliche Arbeitsplätze gab es vor allem in
Gesundheitsdienstberufen (zum Beispiel Ärztinnen/Ärzte und Medizinische
Fachangestellte) mit einem Zuwachs von 73 000 Beschäftigten oder 2,8%
und in sozialen Berufen (wie etwa bei Altenpflegerinnen/-pflegern) mit
einem Anstieg von 23 000 Beschäftigten oder 5,8%. Im Gesundheitshandwerk
(zum Beispiel Augenoptikerinnen und Augenoptiker) stieg die Zahl der
Beschäftigten um 2 000 oder 1,7% an. In den sonstigen
Gesundheitsfachberufen (zum Beispiel Pharmakantinnen und Pharmakanten)
erhöhte sie sich um 4 000 oder 4,2%. In den anderen Berufen des
Gesundheitswesens (etwa bei Verwaltungsfachleuten und Rinigungskräften)
blieb die Zahl der Beschäftigten unverändert.
Im Jahr 2009 arbeiteten rund 2,1 Millionen Beschäftigte in der
ambulanten und rund 1,9 Millionen Beschäftigte in der (teil-)stationären
Gesundheitsversorgung. Einen Beschäftigungsanstieg gab es von 2008 bis
2009 in den ambulanten Einrichtungen (+ 2,7%), insbesondere in Praxen
sonstiger medizinischer Berufe (+ 20 000 oder + 5,8%) und in der
ambulanten Pflege (+ 17 000 oder + 6,9%). In den (teil-)stationären
Einrichtungen stieg die Zahl der Beschäftigten insgesamt um 2,3% an.
Hier gab es Zuwächse vor allem in den Krankenhäusern (+ 19 000 oder +
1,8%) und in der (teil-)stationären Pflege (+ 21 000 oder + 3,5%). Nur
in den Vorleistungsindustrien (zum Beispiel Pharmazeutische Industrie)
verringerte sich die Beschäftigtenzahl gegenüber 2008, und zwar um 12
000 oder 3,7%.
Eine Teilzeit- oder geringfügige Beschäftigung übten 2009 im
Gesundheitswesen 42,5% der Beschäftigten aus. Die Zahl der auf die volle
tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten, die so genannten
Vollkräfte, lag im Jahr 2009 bei rund 3,6 Millionen. Sie erhöhte sich
gegenüber 2008 um 76 000, das entspricht einem Anstieg von 2,2%. Im Jahr
2007 stieg die Zahl der Vollkräfte um 45 000 oder 1,3%, im Jahr 2008 um
68 000 oder 2,0% an. |
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Demografischer Wandel:
Engpässe beim Pflegepersonal werden zunehmen |
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Wiesbaden/Duisburg, 6. Dezember 2010 -
Der demografische Wandel wird zu einem
Personalmangel bei Pflegekräften führen: Im Jahr 2025 werden rund 152
000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen, um die dann zu erwartende Zahl
an Krankenhauspatientinnen und -patienten und Pflegebedürftigen
versorgen zu können. Dies zeigen Modellrechnungen des Statistischen
Bundesamtes (Destatis) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
Umgerechnet auf die volle tarifliche
Arbeitszeit entspricht das etwa 112 000 Pflegevollkräften in
Krankenhäusern, ambulanten und (teil-)stationären Pflegeeinrichtungen.
Den Modellrechnungen zufolge stehen im Jahr 2025 einem Bedarf an 940 000
Pflegevollkräften lediglich rund 828 000 Pflegevollkräfte auf der
Angebotsseite gegenüber.
Berechnungen des BIBB auf Grundlage des Mikrozensus ergeben, dass im
Jahr 2005 rund drei Viertel der ausgebildeten Pflegekräfte in ihrem
erlernten Beruf arbeiteten. Hierzu zählen Gesundheits- und
Krankenpflegerinnen/-pfleger einschließlich Hebammen und
Entbindungspfleger, Gesundheits- und Krankenpflegehelferinnen/-helfer
und Altenpflegerinnen und Altenpfleger einschließlich
Altenpflegehelferinnen/-helfer. Diese stellten aber nur 56,4% aller
Beschäftigten in Pflegeberufen dar. Bereits im Jahr 2005 hätte es einen
Arbeitskräftemangel gegeben, wenn nur ausgebildete Pflegekräfte
berücksichtigt worden wären: 39 000 ausgebildete Pflegevollkräfte haben
gefehlt. Bislang konnte der Bedarf an Pflegepersonal aber noch über
ungelernte beziehungsweise angelernte Pflegekräfte kompensiert werden.
Gemäß den Modellrechnungen wird das Angebot
ausgebildeter Pflegevollkräfte im Jahr 2025 bei 747 000 liegen. Der
Arbeitskräftemangel wird sich bis dahin auf rund 193 000 erhöhen. Selbst
der bislang hohe Zugewinn an fachfremdem Pflegepersonal wird spätestens
ab dem Jahr 2018 nicht mehr ausreichen, um den steigenden Bedarf zu
decken.
Die Studien von Destatis auf Grundlage des
Mikrozensus verdeutlichen, dass dem steigenden Pflegepersonalbedarf
begegnet werden könnte, wenn in Westdeutschland dieselbe
Beschäftigungsstruktur wie in Ostdeutschland erreicht würde - mit mehr
Voll- statt Teilzeitbeschäftigten. Hierdurch würde die Zahl der
Pflegevollkräfte um 9,5% ansteigen, wodurch sich der Engpass im Jahr
2025 auf 34 000 Vollkräfte verringern würde. Erforderlich hierfür wäre
jedoch ein Trend zu mehr Arbeitsstunden beziehungsweise
Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen in den Pflegeberufen. Dieser Trend
lässt sich jedoch seit Beginn des Jahrtausends nicht erkennen. Vielmehr
stellt eine Teilzeitbeschäftigung, vor allem bei westdeutschen Frauen,
eine bewusste Entscheidung dar: So geben 69% des weiblichen
Pflegepersonals im Jahr 2005 im früheren Bundesgebiet laut Mikrozensus
persönliche oder familiäre Verpflichtungen als Hauptgrund für ihre
Teilzeitbeschäftigung an.
Bei den Modellrechnungen wurde der Bedarf
an Pflegevollkräften aus der Gesundheitspersonalrechnung und der
Vorausberechnung der Zahl der Krankenhausfälle und Pflegebedürftigen von
Destatis ermittelt. Die Entwicklung des Angebots wurde über das
BIBB-DEMOS-Modell geschätzt, indem die Pflegevollkräfte aus der
Projektion der Beschäftigten in den Gesundheitsberufen ohne Approbation
abgeleitet wurden. |
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Heute internationaler Tag
der Menschen mit Behinderung |
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Duisburg, 3. Dezember 2010 - Zum
Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember 2010
erklärt die Duisburger SPD- Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas:
"Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung erinnert uns, dass
Inklusion eine Daueraufgabe für Bund, Länder und Kommunen ist. Die
Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist seit der Ratifizierung
im Jahr 2008 ein zentrales Anliegen der SPD-Bundestagsfraktion und die
Bundesregierung muss auch im Arbeitsleben behinderten Menschen die volle
Teilhabe nach Maßgabe der UN-Konvention ermöglichen.
Die neuen Arbeitsmarktzahlen zeigen leider deutlich: Auch in Zeiten
sinkender Arbeitslosigkeit ist bei Menschen mit Behinderung ein
ungebrochen ansteigender Trend der Erwerbslosigkeit erkennbar. So waren
im November 173.563 schwerbehinderte Menschen erwerbslos, dies sind 5,6
% mehr als im November 2009. Es gibt zudem zahlreiche Menschen mit
Behinderung, die keinen Schwerbehindertenstatus wollen und
die deshalb in der Statistik versteckt sind.
Allein durch die Reden der Arbeits- und Sozialministerin von der Leyen
findet kein Mensch mit Behinderung eine Perspektive. Die verstärkte
Förderung von Integrationsfirmen und ein verstärkter Einsatz von Mitteln
aus der Ausgleichsabgabe für die Qualifikation behinderter Menschen
wären der richtige Weg, genauso wie die Einführung eines Budgets für
Arbeit." |
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„Gesund älter werden am
Arbeitsplatz“: Großes Interesse Duisburger Firmen am Kongress zur
betrieblichen Gesundheitsförderung |
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Duisburg, 3. Dezember 2010 - „Ich bin
von der Resonanz auf unseren Kongress überwältigt,“ zieht Karin Oeser,
Sprecherin der Arbeitsgruppe Prävention der Kommunalen
Gesundheitskonferenz Bilanz. Fast 100 Duisburger Firmen nahmen am 30.
November am Kongress zur betrieblichen Gesundheitsförderung mit dem
Titel ‚Gesund älter werden am Arbeitsplatz’ teil, um sich im Interesse
ihrer Belegschaften über Inhalte und Möglichkeiten zur Umsetzung in der
eigenen Firma zu informieren.
Geplant und organisiert wurde der Kongress im Fraunhofer-inHaus-Zentrum
in Duisburg-Neudorf von der „Arbeitsgruppe Prävention“, die seit sechs
Jahren ein fester Bestandteil der Kommunalen Gesundheitskonferenz ist.
Ihre Mitglieder arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, sei es in
Gesundheitsberufen, in Unternehmen des Gesundheitswesens, in
gesetzlichen Krankenkassen sowie beim Gesundheitsamt oder dem Frauenbüro
der Stadt Duisburg. Ihnen allen ist eins gemeinsam: Sie verfolgen mit
großem Engagement das Ziel, die Gesundheit der Duisburger Bevölkerung zu
erhalten und zu verbessern.
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, stellte die Arbeitsgruppe
Prävention das Thema „Gesund älter werden am Arbeitsplatz“ im Jahr 2010
in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Unterstützt wurden sie dabei von
der Kreishandwerkerschaft und von Duisburger Unternehmen. So unterstrich
Dipl.-Ing. Lothar Hellmann, Firmenchef von Elektro Venn,
Kreishandwerksmeister und Vorsitzender des Fachverbandes Elektro- und
informationstechnische Handwerke NRW, die Bedeutung der betrieblichen
Gesundheitsförderung sowohl für ihn als Unternehmer wie auch für die
Belegschaft. Wichtig sei zunächst die Analyse betrieblicher Abläufe, um
zielgruppenspezifische Aktivitäten, das bedeutet nach Aufgaben und zum
Teil geschlechtsspezifisch differenziert, in seiner Firma umzusetzen.
„Als Unternehmer versuche ich, betriebswirtschaftlich zu arbeiten und
gleichzeitig die Motivation meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
fördern. Dabei hat die Gesundheitsförderung einen hohen Stellenwert“.
Diese Meinung teilte auch die Podiumsteilnehmerin Ursula Dahmen,
Inhaberin eines Duisburger Büromöbel- und Einrichtungshauses, die
insbesondere auf die Bedeutung der Prävention hinwies: „Unser Ziel ist,
gesund zu bleiben. Wir dürfen aber nicht erst im Alter mit
gesundheitsfördernden Aktivitäten beginnen, sondern dies muss bereits in
jungen Jahren anfangen. Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz verstehe
ich als Hilfe zur Selbsthilfe.“
In weiteren Fachbeiträgen wurde die Thematik aus gesundheits- und
sportwissenschaftlicher Perspektive, aus der Sicht des Arbeitsschutzes
und anhand praktischer Vorführungen unter großem Beifall aufgenommen.
Umringt wurden auch die Informationsstände mit ihren vielen Aktionen,
die Angebote und Möglichkeiten der Betrieblichen Gesundheitsförderung
demonstrierten.
Konsens bestand darüber, dass es für Klein- und Mittelunternehmer
wichtig sei, dass die Krankenkassen solche Aktivitäten fördern und
Initialzündungen geben. Darüber hinaus ist es von Bedeutung, dass es in
Duisburg unterschiedliche Anbieter für Angebote zur betrieblichen
Gesundheitsförderung gibt. Davon konnten sich die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer der Veranstaltung an etlichen Informationsständen selbst
überzeugen.
Eigens zum Kongress wurde von der Arbeitsgruppe Prävention ein
Informationsblatt für Arbeitergeberinnen und Arbeitgeber entwickelt, das
Informationen zu den unterschiedlichen Angeboten zur betrieblichen
Gesundheitsförderung in Duisburg sowie wichtige Internet-Links erhält.
Es kann angefordert werden bei der Geschäftsstelle der Kommunalen
Gesundheitskonferenz der Stadt Duisburg, Telefon 0203/283-3938, E-Mail:
gesundheitskonferenz@stadt-duisburg.de.

Mitglieder der AG Prävention der Kommunalen Gesundheitskonferenz und die
Referentinnen und Referenten des Kongresses „Gesund älter werden am
Arbeitsplatz“ am 30.11.2010 im Fraunhofer inHaus-Zentrum.
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Krebsberatung in Duisburg
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Duisburg, 2. Dezember 2010 -Im
Rahmen der Krebsberatung sind am Dienstag, 7. Dezember, noch Termine
frei. Dipl. Sozialarbeiter Stephan Fromm steht im Konferenz- und
Beratungszentrum (roter kleiner Raum) auf der Schwanenstraße 5-7 in
Duisburg-Mitte zur Verfügung.
Damit niemand lange warten muss, wird auf jeden Fall um eine
telefonische Anmeldung in der Zeit von 9 bis 13 Uhr unter (0203)
283-3938 gebeten. |
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Bärbel Bas zum
Welt-Aids-Tag: „Erfolgreiche Aidsprävention braucht Aufmerksamkeit –
Bundesregierung darf bei HIV/Aids nicht kürzen“ |
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Duisburg, 30. November 2010 -
Aus Anlass
des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2010 erklärt Bärbel Bas, Duisburger
SPD-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Gesundheitsausschuss:
Am 12. Welt-Aids-Tag erinnern wir an alle HIV-infizierten und an Aids
erkrankten und gestorbenen Menschen. HIV und Aids werden immer weniger
als ein gesellschaftliches Problem wahrgenommen. Gerade jüngere Menschen
nehmen HIV und Aids als "nicht so gefährlich" wahr oder glauben, es
betreffe sie nicht. Dies stellt die Erfolge bei der Stabilisierung der
Infektionsraten und der Behandlung infrage und fördert die
Entsolidarisierung mit den Betroffenen.
Die SPD kann die von der Bundesregierung angekündigten
Haushaltskürzungen bei der Aufklärung über HIV/Aids – auch bei unseren
osteuropäischen Nachbarn – nicht nachvollziehen. Der deutsche Weg der
Aids-Prävention war in den vergangenen Jahren erfolgreich. Anders in
Osteuropa: Die dortigen Infektionsraten sprechen für sich. Wir müssen
unseren Nachbarn helfen. HIV macht nicht vor Grenzen halt.
In Deutschland müssen HIV und Aids weiter ein Teil der öffentlichen
Debatte sein. Die SPD wird sich dabei für ein Präventionskonzept
einsetzen, das die Auswirkungen für das Gesundheitssystem berücksichtigt
und die präventive Förderung zur individuellen HIV/Aids-Beratung junger
Menschen sicherstellt. Der Ausbau von Selbsthilfe und Aids-Hilfen ist
ein wichtiger Bestandteil der präventiven Strategie. Die von
Schwarz-Gelb auf verschiedenen Länderebenen angekündigten Kürzungen von
Fördergeldern lehnen wir Sozialdemokraten ab.
Die SPD steht für eine nachhaltige Präventionspolitik und wird diesen
Weg gemeinsam mit der Selbsthilfe- und den Aids-Hilfen begleiten und
ausbauen. |
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509 000 Pflegebedürftige in
NRW |
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Duisburg, 30. November 2010 - Ende 2009 gab
es in Nordrhein-Westfalen 509 145 pflegebedürftige Menschen im Sinne des
Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Wie Information und Technik
Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das fünf
Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Mehr als zwei Drittel (70 Prozent)
der Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon erhielten 236 000
Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld, um die Pflege durch selbst
organisierte Pflegehilfen sicherzustellen. Die übrigen fast 119 000
Personen wurden zu Hause von ambulanten Diensten betreut. In
Pflegeheimen waren weitere 155 000 Personen vollstationär untergebracht.
Die Zahl der auf Pflege angewiesenen Frauen in NRW war Ende letzten
Jahres mit etwa 343 000 mehr als doppelt so hoch wie diejenige der
pflegebedürftigen Männer (166 000).
Der häuslichen Versorgung der Pflegebedürftigen nahmen sich 2 259 in NRW
zugelassene ambulante Dienste an, die 56 000 Pflegepersonen
beschäftigten. Gegenüber 2007 stieg die Zahl der ambulanten Dienste um
fast sechs Prozent und diejenige der Beschäftigten um 17 Prozent an. Die
stationäre Versorgung erfolgte in 2 232 Pflegeheimen (+4 Prozent) mit
148 000 Beschäftigten (+6 Prozent) (IT.NRW)
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Medikamente machen Arme
noch ärmer |
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Duisburg, 25. November 2010 - Das
Psychopharmakon Ciatyl-Z ist bei der Behandlung
von
Menschen mit psychischer Erkrankung weit verbreitet. Acht von 57
Bewohnern des Wohnheims Heiligenbaumstraße der Regenbogen Duisburg GmbH
hat ihr Arzt das verordnet. Nähmen sie ihr Medikament nicht, könnte sich
ihr Gesundheitszustand schnell verschlechtern.
Überraschend für diese Bewohner und die Mitarbeiter ging im September
erstmals eine Rechnung der Stamm-Apotheke ein. Auf Nachfrage erfuhren
die Mitarbeiter des Wohnheims, dass die Krankenkasse nun weniger zahlt
und der Patient die Differenz selbst ausgleichen muss. „Für einen
unserer Bewohner bedeutet das, dass er ab sofort monatlich bis zu 40
Euro für seine Medikamente zuzahlen muss“, berichten die
Bezugsbetreuerinnen Sarah van Dorsten und Susanne Rosenkranz.
40 Euro, die kaum ein Bewohner eines Wohnheims aufbringen kann.
Menschen, die im Wohnheim leben, steht pro Monat nur ein geringer
Barbetrag zur Verfügung, mit dem sie persönliche Ausgaben, wie etwa
Weihnachtsgeschenke, decken müssen. Mit so wenig Geld bleiben auch
kleine Wünsche fast immer unerfüllte Träume.
„Damit, dass Heimbewohner jetzt für ihre
Medikamente zahlen müssen, beweisen die Akteure des Gesundheitssystems
leider, dass es doch immer noch schlimmer kommen kann“, so Michael
Bormke, Leiter des Wohnheims.
„Auch bei Medikamenten für Kinder sind die Zuzahlungen gestiegen und
dabei sind die Preise in Deutschland ohnehin die höchsten in Europa“,
unterstreicht Mohammad Hadi Rezai, Inhaber der Apotheke am Wanheimer
Dreieck, die die Medikamente für das Wohnheim liefert. Genau hier
vermutet Christof Schoppmann, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie in
Hochemmerich und Vorstandsmitglied des Regenbogen e.V., den Grund für
die katastrophale Entwicklung zu Lasten der Ärmsten. Beschlossen, so
Schoppmann, habe die Zuzahlung der „Gemeinsame Bundesausschuss“, das
oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte,
Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland.
„Wahrscheinlich steckt die Überlegung dahinter, dass die Pharmaindustrie
mit diesem Manöver gezwungen werden soll, die Preise zu senken“,
vermutet Schoppmann.
Die einzige spürbare Veränderung erfahren bislang jedoch die Bewohner,
und vielleicht mittelfristig die Krankenkassen. Denn die Gabe von
wirkstoffgleichen Ersatzpräparaten (Generika) ist, so sie vorhanden
sind, aufgrund von Dosierung oder Verpackungsgröße oft nicht günstiger.
„Es besteht jetzt die große Gefahr, dass die Bewohner ihre Medikamente
nicht mehr nehmen wollen, weil sie sich diese nur leisten können, wenn
sie an anderer Stelle verzichten“, warnt Schoppmann. „Daraus
resultierende Krankenhausaufenthalte wären viel teurer als die
zuzahlungsfreie Abgabe der Medikamente.“ Michael Bormke ergänzt: „Wenn
Menschen künftig wieder in Krankenhäuser gehen müssen, weil ihnen ein
paar Euro für Medikamente fehlen, wird die Entwicklung der Betreuung von
psychisch kranken Menschen um Jahrzehnte zurück geschleudert.“
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Das Arbeitszeitgesetz
gilt auch in Kliniken! |
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Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein fordert Landesregierung auf,
Verstöße konsequent zu ahnden
Düsseldorf/Duisburg,
20. November 2010 - Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein hat
die nordrhein-westfälische Landesregierung
aufgefordert, Verstöße von
Kliniken gegen das Arbeitszeitgesetz konsequent zu ahnden. Einen
entsprechenden Beschluss fassten heute (Samstag, 20. November 2010) die
Delegierten der Kammerversammlung in Düsseldorf. Die hohe Zahl von
Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz an den Kliniken in NRW sei nicht
hinnehmbar.
Die NRW-Landesregierung hatte kürzlich mitgeteilt, dass bei einer
Schwerpunktkontrolle in 37 von 40 geprüften Kliniken insgesamt 101
Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz festgestellt wurden. In 15 Fällen
wurde eine Schichtlänge von 24 Stunden überschritten, 22-mal wurde die
tägliche Arbeitszeit von zehn beziehungsweise zwölf Stunden nicht
eingehalten und 12-mal die Inanspruchnahme im Bereitschaftsdienst
überstiegen. In sieben Fällen leiteten die Behörden ein Ordnungswidrigkeitenverfahren
ein. „Das sind Zustände, die wir niemals akzeptieren werden!“, sagte der
Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Professor Dr. med. Jörg-Dietrich
Hoppe, vor den Delegierten.
Die Ärztinnen und Ärzte forderten Arbeitsminister Guntram Schneider
(SPD) auf, für die Kontrolle der Einhaltung der Arbeitszeitregelungen in
den nordrhein-westfälischen Kliniken ausreichend Personal vorzuhalten.
Darüber hinaus solle die Landesregierung die Namen der geprüften und
nicht beanstandeten Krankenhäuser veröffentlichen.
Rheinische Ärzte lehnen Pharmafirmen als Vertragspartner in der
integrierten Versorgung ab
Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein kritisiert Neuregelung im
Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz
Düsseldorf (ÄKNo). Die mit dem Gesetz zur Neuordnung des
Arzneimittel-marktes (AMNOG) eingeführte Möglichkeit für Arzneimittel-
und Medizinproduktehersteller, im Bereich der integrierten Versorgung (§
140 b SGB V) Versorgungsverträge mit Krankenkassen zu schließen, ist bei
der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein auf scharfe Kritik
gestoßen.
„Ärzte als Subunternehmer von Pharmakonzernen – dieses Szenario müssen
wir im Interesse unserer Patientinnen und Patienten verhindern!“, sagte
der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Professor Dr. med.
Jörg-Dietrich Hoppe, heute (Samstag, 20. November 2010) in Düsseldorf.
In Verbindung mit dem ebenfalls durch das AMNOG eingeführten § 130 c SGB
V (Verträge von Krankenkassen mit pharmazeutischen Unternehmen) verfüge
die pharmazeutische Industrie künftig über eine „legale“ Option, auf
Verordnungs- und Therapieentscheidungen unmittelbar Einfluss zu nehmen,
heißt es in einem Beschluss der Delegierten. Die Neuregelung gefährde
die „ärztliche Unabhängigkeit gegenüber Dritten“ (§ 30 Absatz 1 MBO-Ä)
und ziele auf eine Vorteilsgewährung für die Verordnung von
Arzneimitteln ab (§ 34 Absatz 1 MBO-Ä). Sie verstoße daher gegen
Berufsrecht.
Nach Ansicht der Delegierten ist es vorstellbar, dass sich die
Vertragsgestaltung nicht nur auf die Versorgung mit Arzneimitteln
beziehungsweise Medizinprodukten beschränkt, sondern dass Hersteller die
für eine integrierte Versorgung notwendigen weiteren
„Leistungserbringer“ in Form von „Subunternehmern“ mitliefern, die ihnen
als „besonders geeignet“ erscheinen. „Auf diese Weise erhielte die
Industrie eine versorgungspolitische Verantwortung und
Steuerungsfunktion, die ihren Stellenwert im Gesundheitswesen gravierend
verändert.“ Ärzte, die an Integrationsverträgen teilnehmen, könnten in
der Folge auf den Status von „Erfüllungsgehilfen“ reduziert werden. Die
Kammerversammlung forderte den Gesetzgeber daher auf, die im AMNOG
getroffenen Regelungen zu revidieren. |