Archiv Medizinische Versorgung
Jan - Feb 2008

 

Heuschnupfen sollte immer behandelt werden Leidenszeit für Pollenallergiker hat begonnen

Düsseldorf/Duisburg, 29. Februar 2008 - Niesattacken, tränende Augen und Fließschnupfen - viele Allergiker mit Heuschnupfen würden am liebsten auf die warme Jahreszeit verzichten. Schon jetzt schwirrt der Blütenstaub, zum Beispiel von Erle und Haselnuss, durch die Luft und reizt die Nasen der Allergiker. "Wer auf verschiedene Pollenarten mit verschiedenen Blütezeiten reagiert, hat im schlimmsten Fall eine Heuschnupfen-Saison bis Oktober vor sich", verdeutlicht Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein die lange Leidenszeit von Allergikern. Die Apotheker in Nordrhein informieren jetzt über das Thema "Heuschnupfen" und geben Tipps zur Linderung.

"Jeder fünfte Deutsche leidet zu bestimmten Zeiten des Jahres an Heuschnupfen. Die Zahl der Allergiker nimmt immer weiter zu", so der Pressesprecher. Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen: "Unbehandelt können die auslösenden Stoffe im Laufe der Jahre immer mehr zunehmen, so dass sich der allergische Schnupfen in einen Dauerschnupfen wandeln kann", warnt Katzenbach. Außerdem sei die ständig gereizte Nasenschleimhaut anfällig für Infektionen, die sich auf die Nasennebenhöhlen und das Mittelohr ausweiten können. "Wird eine Allergie nicht behandelt, kann sie sich auf die unteren Atemwege ausweiten und dort zu Asthma führen", nennt Katzenbach weitere Gründe, warum bei Verdacht auf eine Allergie immer ein Arzt aufgesucht werden sollte. Mit einem Allergietest kann hier auch geklärt werden, auf welche Stoffe die Betroffenen reagieren.

Ein Mittel, das den Heuschnupfen für immer heilt, gibt es nicht. Dennoch sind Arzneimittel erhältlich die die Beschwerden deutlich mindern. "Bei konsequenter Einnahme wird der Entzündungsprozess dann unterbrochen", erklärt Katzenbach. In schweren Fällen der Pollenallergie kann auch eine Hyposensibilisierung in Betracht gezogen werden: Dabei werden in bestimmten Abständen geringe Mengen des auslösenden Allergens unter die Haut gespritzt, so dass sich der Organismus langsam an das Allergen gewöhnt und nicht mehr allergisch reagiert. "Die Erfolgsaussichten sind je nach Allergie unterschiedlich, die Behandlung dauert meist mehrere Jahre", so der Pressesprecher.

Durch vorbeugende Behandlung lassen sich allergische Reaktionen manchmal vermeiden. "Wer zum Beispiel abends vor dem Schlafengehen die Haare wäscht, entfernt die Pollen und sichert sich einen erholsameren Schlaf", lautet einer der Tipps der Apotheker in Nordrhein.

-Heuschnupfen
Der Heuschnupfen ist die bekannteste und häufigste Allergie. Er wird durch Pflanzenpollen ausgelöst. Der Fachausdruck für die Erkrankung lautet: "Pollinosis". Dieser Name beschreibt auch das Krankheitsbild viel exakter: eine durch Pollen ausgelöste entzündliche Reaktion. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer befinden sich die Pollen mit ihren allergieauslösenden Eiweißstoffen in der Luft. Schon kleinste Mengen reichen für eine allergische Reaktion.

Europäische Wissenschaft braucht Hilfe der Duisburger
Der Volkskrankheit Allergie auf der Spur

Duisburg, 20. Februar 2008 - Mit einer erneuten Umfrage will das Institut für Umweltmedizinische Forschung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf der Volkskrankheit Allergie auf die Spur kommen. 5000 ausgewählte Duisburgerinnen und Duisburger werden gebeten, sich an einer Befragungsaktion zu beteiligen. Die Briefe gehen in den nächsten Tagen in die Post. Das Gesundheits- und Umweltamt der Stadt Duisburg unterstützt die Studie und bittet die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger um eine rege Teilnahme an der Fragebogenaktion.

Juckende, brennende Augen, Ausschlag am ganzen Körper, eine stetig laufende oder verstopfte Nase, Atemnot – leider ist dieser Zustand etwa 18 Prozent aller Deutschen sehr vertraut. Gerade im Frühjahr, wenn alles blüht und die Sonne nach draußen lockt, zwingen Allergien einen Großteil der Bevölkerung dazu, sich in den eigenen vier Wänden zu verschanzen. Hilfe verspricht nur eine jahrelange Desensibilisierungstherapie, da Medikamente bislang nur die Symptome lindern, aber nicht die Ursache bekämpfen können. Allergien haben sich in den letzten 50 Jahren europaweit zu einer richtigen Plage entwickelt. Inzwischen leiden rund 30 Prozent der Bevölkerung an Allergien. Fachleute sprechen sogar schon von der Seuche des 21. Jahrhunderts.

Um die Volkskrankheit zukünftig eindämmen zu können, erforscht das neue europäische Allergie- und Asthmanetzwerk „GA²LEN“ intensiv das Phänomen Allergie. Zurzeit konzentrieren sich die Wissenschaftler auf die Frage, ob die Zunahme von Allergien in den verschiedenen europäischen Ländern gleich stark ist, oder ob geographische Unterschiede und Lebensgewohnheiten dafür verantwortlich sind. Im Rahmen der Studie wurden in 16 europäischen Ländern 24 Regionen ausgesucht, in denen eine Befragung der Bevölkerung zur Häufigkeit von Asthma und Allergien die nötigen Informationen liefern soll.

Duisburg gehört zu den Ausgewählten, die Licht ins Dunkle bringen sollen. In den nächsten Tagen werden Fragebögen an fünftausend zufällig ausgesuchte Duisburger Haushalte verschickt. Die ausgefüllten Exemplare sollten dann umgehend zurück an das Institut für Umweltmedizinische Forschung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf geschickt werden. Nur eine hohe Beteiligung an dieser Fragebogenaktion kann ein korrektes Bild der tatsächlichen Häufigkeit von Allergien im Raum Duisburg ermöglichen. Bei einem ersten Durchlauf der Fragebogenaktion im Herbst 2007 blieb leider die nötige breite Beteiligung der Angeschriebenen aus. Das Ausfüllen der Fragebögen dauert lediglich ein paar Minuten Zeit, wird aber in Zukunft dazu beitragen, den Vormarsch einer der schlimmsten Plagen unserer Zeit zu bremsen.

Shisha-Rauchen - gefährliches Rauchen mit der Wasserpfeife

Duisburg, 13. Februar 2008 - Weltweit wird geschätzt, dass über 100 Millionen Menschen täglich Wasserpfeife (Shisha genannt) rauchen und dies schon seit vielen hundert Jahren. In unseren Breiten zählt Shisha aber eher zu einer neuen Mode - allerdings mit steigender Tendenz und damit auch steigenden Gefahren.
Die Erkenntnisse über die Rauchzusammensetzung sind für Shisha weniger umfassend als bei Zigaretten. Sicher ist aber auch für Shisha, dass es mindestens genauso gefährlich ist wie das herkömmliche Rauchen. Besondere Gefahren ergeben sich durch die nur bei ca. 400 Grad C verlaufende, unvollständige Verbrennung des Tabaks, der zahlreichen Beimischungen und der Glühkohle. Aus den zugesetzten Früchten, Zuckerarten, Sirupen, Aromen, Glycerin und anderen Zusatzstoffen entwickelt sich ein unübersehbares Gemisch von Rauchbestandteilen, die häufig krebserzeugend sind .
Das Lebensmittelüberwachungsamt im Institut für gesundheitlichen Verbraucherschutz hat bisher vier Proben Shisha untersuchen lassen. Bei drei Proben war die Kennzeichnung zu beanstanden, bei einer auch der Anteil an Feuchthaltemitteln, der nach der Tabakverordnung auf 5 Prozent in Trockenmasse begrenzt ist. Bedenklich höhere Mengen Glycerin werden von den Nutzern, vermutlich auch den Verkäufern in Shisha-Bars, kurz vor dem Konsum zugefügt.

Eine Erklärung für den vermehrten Konsum von Shisha dürften u.a. einige Irrtümer sein, die sich bekanntlich immer am längsten halten:
Erster Irrtum: Shisha Rauchen ist weniger gefährlich. Dies wird durch keine Studie belegt. Vielmehr belegen alle derzeitigen Erkenntnisse, dass die Nikotinaufnahme, die Aufnahme toxischer Schwermetall und die von Kohlenmonoxid noch um ein Vielfaches über den bei Zigarettenrauch bekannten Aufnahmemengen liegen.

Zweiter Irrtum: Das Wasser in der Wasserpfeife filtert alle kritischen Stoffe heraus. Dieses aus der Chemie bekannte, primitive Waschflaschenverfahren filtert äußerst schlecht und nur wasserlösliche Inhaltsstoffe. Es wirkt zudem nur kurzzeitig, längstens bis das Wasser mit den jeweiligen Stoffen gesättigt ist. Alle Teeranteile gehen unverändert mit dem Rauch durch das Wasser.
Dritter Irrtum: Der Anteil von Glycerin ist unbedenklich. Dem Shisha wird bei der Herstellung Feuchthaltemittel zugesetzt. Erlaubt sind bis zu 5 Prozent. Die Nutzer setzen häufig vor dem Verkohlen erneut große Mengen Glycerin zu, damit sich länger Rauch bilden kann. Aus dem Glycerin bildet sich beim Erhitzen unter der glühenden Kohle insbesondere krebserregendes Acrolein. Weiterhin bilden sich aus den Tabakfeuchthaltemitteln noch andere toxische Stoffe (ungesättigte Aldehyde und Alkylepoxide (z.B. Propylenoxid).

Aus gesundheitlicher Sicht muss das Shisha-Rauchen in gleicher Weise abgelehnt werden wie herkömmliches Rauchen. Durch Aufklärung sollte daher auch in gleicher Weise vor dem Shisha-Rauchen gewarnt werden.
 

Studie der Kaufmännischen Krankenkasse:
Kinderärzte diagnostizieren bei zwei von drei Kindern ab zehn Jahren Rückenschmerzen

Hannover/Duisburg, 8. Februar 2008 – Bei rund 68 Prozent aller 10- bis 16-Jährigen, die bei einem Kinderarzt in Behandlung sind, werden Rückenschmerzen diagnostiziert — das sind zwei von drei Kindern. Dies ergab eine repräsentative Umfrage unter Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin, die das Marktforschungsinstitut TNS Healthcare im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) im Januar 2008 durchgeführt hat.
Auch Haltungsschäden machen Kindern und Jugendlichen schwer zu schaffen: Bei 73 Prozent ihrer Patienten zwischen 10 und 16 Jahren sahen sich Kinderärzte im vergangenen Jahr mit erworbenen Haltungsschäden konfrontiert. Fast zwei Drittel der befragten Kinderärzte gehen davon aus, dass Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen oder Haltungsschäden bei Kindern in Zukunft noch weiter ansteigen werden.
Mitursache ist nach Ansicht von Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), auch der unzureichende Sportunterricht: "An deutschen Schulen werden wöchentlich nur ca. zwei Stunden Sport erteilt. Das ist viel zu wenig, um Kinder auf ein gesundes Leben mit ausreichend Bewegung vorzubereiten." Dem Schulsport muss laut Kailuweit dringend mehr Bedeutung beigemessen werden. Zudem fordert Kailuweit einen Schulsport ohne Leistungsdruck und plädiert für Sportunterricht ohne Zensuren. Leistungs- und interessenbezogene Schwerpunkte könnten Kindern zudem zu mehr Freude an Sport und Bewegung verhelfen.
Weiter gaben in der Umfrage mehr als die Hälfte der Kinderärzte an, dass Muskel- und Skeletterkrankungen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen haben. "Interessant ist", so Kailuweit, "dass 94 Prozent aller Kinderärzte Bewegung als wichtigste Therapie für die Behandlung von Haltungsschäden und Rückenschmerzen ansehen." Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen ließe sich auch für das Sozialversicherungssystem und die Krankenkassen mit mehr Bewegung viel Geld sparen. "Bewegung muss daher so früh wie möglich in den Kinderalltag integriert werden", betont Kailuweit. Diesen Ansatz verfolgt auch das KKH-Pilotprojekt "Fitness für Kids", das in Kindergärten in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin erfolgreich läuft.

Apothekerverband: Arzneimittelausgaben 2007 in Nordrhein steigen moderat
Patienten werden bei Zuzahlungen entlastet

Düsseldorf/Duisburg, 5. Februar 2008 - . Ohne Sondereffekte sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel und Impfstoffe im Jahr 2007 in Nordrhein moderat gestiegen. "Die Gesundheitsreform hat zur Stabilisierung der Arzneimittelausgaben beigetragen", erklärte Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V.. Zu den Sondereffekten zählen die gesundheitspolitisch gewünschte Erstattung von Impfstoffen und die Mehrwertsteuererhöhung. Inklusive dieser Faktoren ergibt sich eine mit dem Bundesdurchschnitt vergleichbare Ausgabensteigerung in Nordrhein im Jahr 2007 um 8,2 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Darin nicht berücksichtigt sind die Einsparungen durch Rabattverträge, die direkt zwischen Herstellern und Krankenkassen geschlossen, aber nicht veröffentlicht werden.
Eine für viele Patienten erfreuliche Entwicklung, so Preis, hat sich auch in Nordrhein fortgesetzt: Die für verschriebene Medikamente zu leistenden Zuzahlungen sind erneut gesunken. Während in Nordrhein im Jahr 2007 die GKV-Versicherten rund 181 Millionen Euro zu Gunsten der Krankenkassen zuzahlen mussten, waren es bundesweit 1,63 Milliarden Euro. Das sind auf Nordrhein bezogen rund 40 Millionen Euro, bundesweit über 350 Millionen Euro weniger als 2006. Derzeit sind mehr als 12.000 Arzneimittel zuzahlungsbefreit.
Die Gesundheitsreform belastete die etwas mehr als 2.500 öffentlichen Apotheken in Nordrhein im Jahr 2007 erheblich. Die Umsetzung der Rabattverträge führte zu einem deutlichen Mehraufwand, zum Beispiel durch die zusätzliche Beratung der Patienten zur Sicherung der Therapietreue. Ebenfalls zum 1. April 2007 erhöhte sich der Apothekenabschlag von 2,00 Euro auf 2,30 Euro pro abgegebener Packung. Der Wertschöpfungsanteil der Apotheken in Nordrhein an den GKV-Gesamtausgaben war ähnlich dem Wert für Deutschland, der sich auf 2,6 Prozent belief.

Arzneimittel von der Apotheke direkt bis ans Krankenbett
Service richtet sich besonders an Kranke, ältere Menschen und Mütter mit jungen Kindern

Düsseldorf/Duisburg, 24. Januar 2008 -  Immer wieder kommt es vor, dass Patienten dringend benötigte Arzneimittel nicht persönlich aus der Apotheke abholen können. Betroffen sind zum Beispiel bettlägerige Menschen oder Eltern, die ihr krankes Kind nicht allein zu Hause lassen können. Für solche Fälle bieten die Apotheker in Nordrhein einen ganz besonderen Service an. Innerhalb kurzer Zeit werden die Arzneimittel von der Apotheke direkt und ohne Aufwandsentschädigung nach Hause geliefert.
"Die Menschen werden immer älter, daher steigt auch der Bedarf nach diesem Service der Apotheken vor Ort immer weiter an", hat Werner Heuking, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein, beobachtet. Dabei können sich die Patienten auf die bewährte Sicherheit und die Beratungsqualität der Apotheken verlassen. "Wenn nötig, werden die Medikamente auch von pharmazeutischem Fachpersonal mit der dazu gehörenden persönlichen Beratung direkt ans Krankenbett geliefert." Diese Beratung sei besonders wichtig, da zum Beispiel Senioren desöfteren mehrere Arzneimittel am Tag einnehmen müssen. "Mögliche Neben- oder Wechselwirkungen können nur in einem persönlichen Gespräch mit dem Apotheker geklärt werden", so Heuking.
Auch für die Fälle, in denen Arzneimittel zunächst erst einmal angefertigt werden müssen, ist das Angebot gedacht. So müssen die Patienten nicht warten, bis die für sie maßgeschneiderten Arzneimittel fertig sind. Die Bandbreite selbst hergestellter Arzneimittel ist groß und umfasst Salben, Zäpfchen, Kapseln und Augentropfen ebenso wie Arzneitees. Es werden auch hochwirksame Krebstherapeutika und Lösungen zur künstlichen Ernährung hergestellt. "Die Herstellung von Rezepturen erfordert Zeit und folgt festgelegten pharmazeutischen Regeln," so der Pressesprecher. "Hinsichtlich der Qualität müssen Rezepturen nämlich industriell produzierten Arzneimitteln entsprechen." Vor allem älteren und gehbehinderten Menschen sowie Müttern mit kleinen Kindern, wollen die Apotheker in Nordrhein damit ersparen, erneut in die Apotheke kommen zu müssen, um das für sie zubereitete Medikament abzuholen. "Der Service ist speziell für diese Notfälle gedacht."

Die Leistungen der Apotheker sind unter anderem:
- Arzneimittelberatung
- Individuelle Arzneimittelherstellung
- Blutdruck-, Zucker- und Cholesterinmessungen unter sachkundiger Beratung des Apothekers sowie weitere Dienstleistungen
- Beratung über Impfungen (zum Beispiel Reiseimpfungen) und gesunde Ernährung
- stichprobenhafte Untersuchung von Fertigarzneimitteln als Garantie für Arzneimittelsicherheit
- Nacht- und Notdienst-Service (die Apotheken sind 365 Tage im Jahr dienstbereit)

"Die Angst bleibt? - Brustgesundheit in Duisburg"
Informationsveranstaltung mit Fachleuten und Betroffenen

Duisburg, 4. Januar 2008 -  Möglichkeiten und Grenzen von Früherkennung und Vorsorge von Brustkrebs stehen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 23. Januar 2008, in der Gesamtschule "Globus am Dellplatz", Gottfried-Könzgen-Straße 3. Die Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz und das Referat für Gleichstellung und Frauenbelange der Stadt Duisburg haben als Veranstalter viele Experten für das Thema gewinnen können. Die Teilnahme an der Infoveranstaltung, die von 13.30 bis 17.30 Uhr dauert, ist kostenlos. Die Vorträge können in verschiedene Sprachen übersetzt werden.
Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung der Frau, jeder vierte Krebs bei der Frau betrifft die Brust. Jährlich erkranken schätzungsweise 47.500 Frauen, von diesen sind aber nur etwa 15.000 zum Diagnosezeitpunkt jünger als 60 Jahre. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem vierten Lebensjahrzehnt mit zunehmendem Alter allmählich an. Insgesamt hat die Häufigkeit dieser Krebsform in Europa in den letzten 20 Jahren stark zugenommen. Gerade bei der Brustkrebs-Erkrankung ist die Vorsorge besonders wichtig, denn die primären Risikofaktoren können in den wenigsten Fällen durch das eigene Verhalten der Frau beeinflusst werden. Vorsorge und Früherkennung können deshalb effektive Maßnahmen gegen Brustkrebs sein. Denn je früher der Tumor erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.
Eine Möglichkeit der Früherkennung ist das sogenannte Mammographie-Screening, welches das erste flächendeckende Programm zur Früherkennung von Brustkrebs ist. Bei der Mammographie wird die Brust mit einem Röntgengerät durchleuchtet. Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren wird alle zwei Jahre persönlich zu Vorsorgeuntersuchung eingeladen.
In Duisburg werden die Mammographie-Screenings in der Praxis Neudorfer Straße 45 vorgenommen. 60.000 Frauen in Duisburg haben Anspruch auf die Untersuchung als Kassenleistung. Dr. Michael Hirning, als programmverantwortlicher Arzt in Duisburg wird alle Fragen zu der Untersuchung beantworten. "Die Duisburgerinnen nehmen diese Möglichkeit der Früherkennung sehr gut an", so Dr. Hirning. "Zwischen März und August haben bereits etwa 3.500 Frauen ihre Brust röntgen lassen, davon wurde in 16 Fällen tatsächlich Krebs festgestellt." Wichtig ist es auch sich vor der Untersuchung darauf einzustellen, das der Befund positiv sein kann und was die Frau dann weiter tun kann.
Eine neue und nur in Duisburg durch den Frauenarzt Dr. Frank Hoffmann entwickelte Methode der Früherkennung durch Tastdiagnostik blinder Frauen wird vorgestellt. Blinde trainieren in Ermangelung des Gesichtssinns die verbleibenden Sinne intensiver und verfügen deshalb über ein größeres Spektrum an wahrnehmbaren Sinnesqualitäten beim Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Die besondere Tastfähigkeit sollte dazu nutzbar sein, die schwierige und komplexe Untersuchung der weiblichen Brust besser und sicherer als Sehende durchzuführen, um damit die Diagnose einer krankhaften Brustveränderung früher zu ermöglichen. Es wird ein neues Berufsfeld für blinde Frauen entstehen, das der "Medizinischen Tastuntersucherin - MTU". Das Projekt "discovering hands" hat das Ziel, die Voraussetzungen zur Anerkennung dieses Berufsbildes zu schaffen.
Die betroffene Krebspatientin Elisabeth Nieskens wird aus ihrem Roman "Das Rennen in Leben. Meine Dokumentation nach Krebs" lesen, um die praktische und emotionale Verarbeitung der Krankheit fühlbar zu machen.
Zwei Modelle der Vorsorge bilden den Abschluss der Informationen, die Vorstellung der Landesinitiative "Sicher Fühlen" und die Methode "Mammacare", die im Bethesda Krankenhaus angeboten wird. Beide Methoden leiten Frauen zur Selbstuntersuchung der Brust an, auch eine Möglichkeit der Früherkennung. Angebote von Selbsthilfegruppen, Frauengesundheit und Krankenkassen runden das Programm ab.
Informationen und Anmeldungen unter Telefon 0203-283-3938, Doris Hellenbrandt, Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz, und unter Telefon 0203-283-3316, Annegret Kanzenbach, Referat für Gleichstellung und Frauenbelange.
Hintergrundinformation: Was ist Brustkrebs eigentlich?
Die Bezeichnung "Krebs" steht für jene Erkrankungen, bei denen sich die Zellen eines Organs oder Gewebes unkontrolliert teilen. Aus dieser Zellwucherung entstehen gut- oder bösartige Tumore. Die Bösartigen zeichnen sich dadurch aus, dass sie der normalen Wachstumskontrolle des Organismus entzogen sind. Die "entarteten" Zellen vermehren sich ungebremst, wachsen in das umliegende Gewebe ein und zerstören es. Die bösartigen Tumore der Brust (die so genannten Mammakarzinome) gehen vom Drüsenanteil der Brust aus, also meist von den Milchgängen. Bereits erste sogenannte Mikroverkalkungen können auch Zeichen von Oberflächenkarzinomen in den Milchgängen sein. Diese kleinsten Veränderungen können durch die Mammographie erkannt werden.

KKH-Chef Ingo Kailuweit warnt vor einseitiger Belastung der Versicherten ab dem Jahr 2009
Hannover, 4. Januar 2008 – KKH-Chef Ingo Kailuweit warnt vor einer Finanzlücke bei den Krankenkassen im Hinblick auf den gesetzlich festzulegenden Einheitsbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab 2009. Er widerspricht damit CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer, der sich für einen niedrigeren Krankenkassenbeitrag im Vergleich zum heutigen Durchschnittsbeitragssatz der Kassen ausgesprochen hat. In diesem Fall, so Kailuweit, müssten die Versicherten jedoch über Zusatzbeiträge einseitig weitere Lasten übernehmen, während die Arbeitgeber und der Bund über Steuerzuschüsse verschont blieben. Kailuweit verlangt eine volle Ausgabendeckung für die Krankenkassen mit Beginn des Gesundheitsfonds – sowohl durch einen angemessenen GKV-Beitragssatz als auch durch Steuerzuschüsse.

Als sehr eng bezeichnet der KKH-Vorstandsvorsitzende den Zeitplan für die Einführung des an Krankheiten orientierten Risikoausgleichs unter den Krankenkassen. Der neuartige Finanzausgleich ist Voraussetzung für die gesetzlich vorgesehene Etablierung des Gesundheitsfonds mit einheitlichem Beitragssatz aller Kassen ab dem kommenden Jahr.

Nach den Worten Kailuweits rangiert die notwendige Sorgfalt vor falscher Termintreue. „Der Gesundheitsfonds darf nicht mit Ach und Krach eingeführt werden, bloß weil das mit der letzten Gesundheitsreform gegen das Votum vieler Experten so beschlossen worden ist", erklärte Kailuweit mit Blick auf weiter existierende Unwägbarkeiten im Finanzsystem der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dazu zähle auch die Honorarreform bei den Kassenärzten. Bevor die Politik eine finanzielle Hypothek in Milliardenhöhe eingehe, solle sie den Gesundheitsfonds, „den keiner will und niemand braucht", auf die nächste Legislaturperiode verschieben, so der Vorstandschef der Kaufmännischen. Er moniert, dass die politisch Verantwortlichen keine nachhaltigen Lösungen für den weiter steigenden Finanzbedarf der sozialen Krankenversicherung mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz installiert haben. Dass die Ausgabendynamik erhalten bleibe, sei klar abzusehen.
2008 sei auch insofern geradezu ein „Schicksalsjahr" für die GKV, als noch längst nicht alle Krankenkassen ihre Schulden abgebaut hätten – eine zwingende Voraussetzung für den Gesundheitsfonds. Vor gut einem Jahr, Ende 2006, hätten erst 185 von 242 Kassen wieder positive Finanzreserven verzeichnet, so das BMG am 3. Dezember 2007. Besonders die Ortskrankenkassen stehen vor der größten Herausforderung, die Entschuldung ihrer Mitgliedskassen erfolgreich abzuschließen.