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Medizinische Versorgung  Januar - Februar 2007

 

Wechselwirkungen von Arzneimitteln ernst nehmen - Fachkompetenz des Apothekers wird immer wichtiger

Düsseldorf, 22. Februar 2007 - "Zu Nebenwirkungen und Risiken fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" - diesen Hinweis kennt sicherlich jeder. Leider beherzigen ihn nicht alle Menschen. Viele unterschätzen, dass Medikamente grundsätzlich auch Risiken haben können. Das gilt nicht nur für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Wegen gesundheitlicher Schäden durch Wechsel- oder Nebenwirkungen kommen in Deutschland immer wieder Menschen ins Krankenhaus. Die Apotheker in Nordrhein machen auf diese Gefahren aufmerksam.

Laut einer aktuellen Studie von "Health Care Monitoring" versuchen zu Beginn einer Krankheit mittlerweile fast zwei von drei Patienten, sich selbst mit rezeptfreien Arzneimitteln zu helfen, ohne vorher einen Arzt zu konsultieren - Tendenz steigend. Die Fachkompetenz der Apotheker bekommt vor diesem Hintergrund eine immer größere Bedeutung. "Der Gefahr von Wechsel- oder Nebenwirkungen sind vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke ausgesetzt, die mehrere verschiedene Arzneimittel einnehmen müssen", sagt Werner Heuking, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein. Da komme es schon einmal vor, dass sie unter Umständen Arzneimittel einnehmen, die sich nicht miteinander vertragen. "Nur Apotheker besitzen das Know-how, um eventuelle Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln auszuschließen."

Die Selbstmedikation habe aber Grenzen. Deshalb sei es besonders wichtig, sich beim Medikamentenkauf in der Apotheke seines Vertrauens beraten zu lassen. "Was dem einen hilft, kann für den anderen unverträglich sein. Insbesondere Kinder, Schwangere oder Stillende sowie chronisch Kranke sollten besonders vorsichtig sein." Je mehr Informationen der Apotheker habe, vor allem auch über bereits vorhandene Medikationen, desto effektiver könne er die Patienten versorgen. Voraussetzung für diese effiziente Betreuung sei ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Apotheker und Patienten, so Heuking weiter.

Bei Patienten, die gleichzeitig mehrere Arzneimittel einnehmen, kommen verschiedene Wirkstoffe im Körper zusammen. Daher sollte in jedem einzelnen Fall geprüft werden, wie sich die zusätzlich vom Arzt verordneten Präparate mit eingenommenen Arzneimitteln vertragen und welche Wechselwirkungen zwischen den Substanzen zu erwarten seien. "Es gibt zahlreiche Arzneien, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen", sagt Werner Heuking. "Zum Beispiel hemmen Calciumtabletten gegen Knochenschwund die Wirkung bestimmter Antibiotika." Ohne das fachliche Wissen und die Informationen des Apothekers, auch in Rücksprache mit dem verordnenden Arzt, ließen sich diese arzneimittelbezogenen Probleme nicht lösen.

Was ein Arzt oder Apotheker vom Kranken wissen sollte:
Wer hat welche Beschwerden?
Wie lange dauern die Beschwerden schon an?
Sind bereits Arzneimittel gegen die Beschwerden eingenommen worden?
Leidet der Patient unter chronischen Krankheiten, Allergien etc?

Arzneimittel: Ausgaben-Entwicklung in Nordrhein unter dem Bundesdurchschnitt
Anzahl der eingelösten Rezepte in 2006 gesunken

Düsseldorf, 13. Februar 2007 - Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beliefen sich 2006 in Nordrhein auf rund 2,67 Milliarden Euro. Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent gesunken. Damit liegt die Ausgaben-Entwicklung in Nordrhein unter dem Bundesdurchschnitt. Eine wesentliche Ursache: In 2006 haben die Ärzte in Nordrhein weniger verordnet. Die Anzahl der eingelösten Rezepte nahm im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent ab.
"Der Rückgang der eingelösten Rezepte und die zusätzlichen Auflagen des Arzneimittel-Versor-gungs-Wirtschaftlichkeits-Gesetzes (AVWG) haben  bei den öffentlichen Apotheken zu Roher-tragsverlusten geführt", so Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein. Krankenkassen und Patienten indes profitieren von den Maßnahmen des Spargesetzes AVWG. Ein besonderer Nutzeffekt aus Patientensicht: Mehr als 9.000 Medikamente sind derzeit von der Zuzahlung befreit.
"Die Verbraucher fragen immer häufiger nach diesen Arzneimitteln. Die Apotheker sind durch ihre sehr gut organisierte EDV immer auf dem neuesten Stand und wissen jederzeit über die aktuellen Preise Bescheid. Patienten, die unsicher sind oder Fragen haben, können jederzeit in ihre Apotheke kommen. Sie werden umfassend informiert", so Thomas Preis. Dabei profitierten die Patienten von der persönlichen Beratung, der sofortigen Verfügbarkeit  von Arzneimitteln und von den kurzen Lieferzeiten der Apotheke vor Ort.

Initiative gegen Depression im Alter

Düsseldorf, 7. Februar 2007 - Bis zu 10 Prozent der über 65-Jährigen leiden an Depressionen, die häufig unbehandelt bleiben. Der Anteil der depressiven Menschen in Alten- und Pflegeheimen wird sogar mit bis zu 45 Prozent angegeben. Experten wiesen heute bei einer Tagung in Düsseldorf auf die „katastrophalen Folgen“ für die Lebensqualität der Betroffenen hin. So würden über 40 Prozent aller Suizide von über 60-Jährigen begangen, eine Hauptursache dafür sei die Depression. Der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Arnold Schüller, forderte eine verbesserte Aufklärung der Bevölkerung, eine gezielte Diagnose und eine kompetente Behandlung. In Düsseldorf schult das „Bündnis gegen Depression“ jetzt Ärzte, Pflegekräfte, andere Gesundheitsberufe und Fachkräfte des Sozialwesens zum Thema „Depression im Alter“.  

Die Initiative will auch zu einem positiveren Altersbild in der Gesellschaft beitragen. Die Altersforscherin und ehemalige Bundesfamilienministerin Professor Ursula Lehr wies in Düsseldorf auf die vielfältigen Chancen einer sinnvollen Betätigung älterer Menschen in einer Gesellschaft des langen Lebens hin: „Der Mensch braucht das Gefühl, gebraucht zu werden.“
Die Bündnisse gegen Depression in Düsseldorf und Duisburg sind Aufklärungs- und Fortbildungskampagnen zur Bekämpfung der noch immer häufig unerkannten Volkskrankheit Depression. Sie arbeiten nach dem Vorbild der bundesweiten Initiative „Bündnis gegen Depression“ mit dem Ziel, die Öffentlichkeit über das Krankheitsbild aufzuklären und die Versorgung depressiver Menschen zu verbessern. Insgesamt sind in Deutschland rund vier Millionen Menschen akut an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. Fast die Hälfte der Erkrankten nimmt keine Hilfe in Anspruch. Als einzige der vergleichbaren Initiativen in Nordrhein-Westfalen hat das Düsseldorfer Anti-Depressionsbündnis die Depression im Alter als einen Themenschwerpunkt gewählt.  

Einzelheiten zu den Aktivitäten der Bündnisse gegen Depression, die von der Ärztekammer Nordrhein unterstützt werden, stehen im Internet unter www.depression-duesseldorf.de und www.depression-duisburg.de. Am 3. März wird in Düsseldorf ein Patiententag „Wege aus der Depression“ stattfinden.

Noro-Viren: Drei Menschen seit Anfang Januar in Deutschland gestorben - Gesundheitsamt informiert über

Seit Anfang Januar 2007 sind in Deutschland an dem Durchfall auslösenden Norovirus drei Menschen gestorben. Unter den bisher ab Januar 2007 gemeldeten 16.800 Erkrankungen gab es zwei Todesfälle

Jahreszeitlich bedingt ist es auch in Duisburg zu einem gehäuften Auftreten von Noro-Virus-Erkrankungen gekommen. Noro-Viren sind weltweit verbreitet. Infektionen können über das ganze Jahr auftreten, wobei der Höchststand in den Monaten Oktober bis März zu beobachten ist. 

Die hochinfektiösen Viren werden über den Stuhl der Menschen ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral oder durch Einatmen virushaltiger Aerosole (Luftvermischung) während des Erbrechens. Möglich ist aber auch eine Infektion durch kontaminierte Speisen, Getränke oder Gegenstände. Die Inkubationszeit beträgt ca. 10 bis 50 Stunden. Der Erkrankungsbeginn erfolgt mit akuten Magen-Darmbeschwerden, die durch schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle gekennzeichnet sind und zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust führen können. Betroffene Personen sind während der akuten Erkrankung und noch mindestens bis zu 48 Stunden nach Abklingen der klinischen Symptome ansteckungsfähig. Überwiegend betroffen werden immungeschwächte Personen sowie Kleinkinder und ältere Menschen. 

Zur Vermeidung einer Übertragung ist die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen, wie gründliche Händereinigung, vor allem nach jedem Stuhlgang, Händedesinfektion, Tragen von geeignetem Atemschutz sowie Desinfektion von patientennahen Flächen, Toiletten, Waschbecken, Türgriffen dringend erforderlich. Erkrankte Personen sollten Gemeinschaftseinrichtungen

Immer noch zu Wenige zur Organspende bereit - Bedarf ist drei Mal so hoch wie die Anzahl der Spender

Düsseldorf, 4. Januar 2007 -  Bundesweit warten derzeit rund 11.500 Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Allein in Nordrhein-Westfalen sind es 2.600 schwerkranke Patienten. Die Zahl der Organspenden steigt zwar an, dennoch ist der Bedarf immer noch drei Mal so hoch wie die Anzahl der Spender. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation sterben etwa ein Drittel der Patienten, die eine neue Niere, Leber, Lunge oder ein Herz benötigen, bevor ein passendes Organ zur Verfügung steht. Die Apotheker in Nordrhein haben es sich deshalb gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen zur Aufgabe gemacht, die Menschen für Organspende zu sensibilisieren und das Thema zu enttabuisieren. Ab sofort liegen in den Apotheken in Nordrhein-Westfalen insgesamt 132.000 Spenderausweise bereit.
"Der plötzliche Tod eines Menschen ist für die Familie und Freunde ein Schock", sagt Werner Heuking, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein. "In dieser Situation einer Organspende zuzustimmen, ist für die Angehörigen eine große zusätzliche Belastung - vor allem dann, wenn sich der Verstorbene nie dazu geäußert hat." Deshalb sei es wichtig, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen und seine persönliche Entscheidung Verwandten und Freunden mitzuteilen. "Wer eine Transplantation bejaht, sollte einen Organspendeausweis besitzen und immer bei sich tragen", betont Heuking. Da es keine Registrierung der Spender gebe, könne die Entscheidung zur Organspende auch jederzeit zurückgenommen werden.
Eine Organspende nach dem eigenen Tod sei eine Entscheidung für das Leben eines anderen Menschen. Zumal ein Spender mit seinen Organen nicht nur einen, sondern sogar bis zu fünf anderen Menschen ein neues Leben schenken oder deren Lebensqualität deutlich verbessern kann. Die Apotheker in Nordrhein hoffen daher, dass möglichst viele Menschen einen Spenderausweis ausfüllen. Denn obwohl laut Umfragen rund 80 Prozent der Deutschen Organspenden befürworten, besitzt nur jeder Zehnte einen Spenderausweis. "Leider setzen sich noch zu Wenige mit dem Thema auseinander. Das wollen wir nun ändern", so der Pressesprecher.