Stadtteilentwicklung Duisburg-Neudorf
Neudorf (historisch und heute) bietet:
Universität - Hauptbahnhof(Ost)  - Polizeikaserne -Stadtwald - Sportpark - 56ha Wasserfläche - Versuchsanstalt der Binnenschiffahrt - Bundesligafußball-Spielbetrieb - Fußball-Arena - Sportschule - Sitz LSB und LVN -  Leichtathletikstadion - UCI-Kino - Teddybärenfabrik

 

Das Waschhaus in der Einschornsteinsiedlung www.waschhaus-neudorf.de

 Waschhaus der Einschornsteinsiedlung in Neudorf:
Ein Neudorfer will 2007 leidiges Thema Waschhaus mit Neugestaltung beenden   mehr.../Pläne

Duisburg, 23. November 2006 - Ein ehemaliger Neudorfer wird einen zentralen Bereich Neudorfs verändern: Guido Pfaffenhausen (Foto) wird das langjährige Neudorf Süd belastende Thema Waschhaus beenden. "Ich bin Neudorfer, hier zur Schule gegangen und hatte nur in den letzten Jahren mein Büro im Osten der Bundesrepublik", meinte der Architekt, der nun auch ein Büro in Serm hat.  "Ich will das Projekt Waschhaus in 2007 starten und dann auch mein Büro in die Einschornsteinsiedlung verlegen", ergänzte er. Nach den intensiven Gesprächen mit der Denkmalbehörde, dem Bezirksamt Mitte und anderen Institutionen wurden die wichtigsten Weichen gestellt.
In den letzten Jahrzehnten gab es viele Bemühungen, für das seit 1969 nicht mehr genutzte Waschhaus in der Einschornsteinsielung eine neue sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung zu finden. Nachdem  auch die Vorstellungen des Bürgervereins Neudorf mit einem Bürgerhaus nicht realisiert werden konnten, hat eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des Bezirks Mitte verschiedene Lösungsmöglichkeiten sondiert und viele Gespräche mit dem Eigentümer und möglichen Investoren geführt.
Die Mühe hat sich gelohnt!
Nach über 35 Jahren hat die Bezirksvertretung Mitte endlich Beschlüsse zur künftigen Nutzung des „Waschhauses“ gefasst. Es wurden zwei Bauvoranfragen  zur Errichtung von neun Reihenwohnhäusern und zehn Stellplätzen einstimmig genehmigt. Das alte Waschhaus soll abgerissen werden, um die neue familiengerechte Wohnbebauung im Bauhausstil zu ermöglichen. Am 16. November passierte die Bauanfrage mit zwei Variationsmöglichkeiten - die Entscheidung, welche der Investor letztendlich trifft, überließen die Politiker dem Investor - die politische Ebene der Bezirksvertretung mit einstimmigem Votum.

  In Neudorf um die ganze Welt! - Familienfest auf der Gabrielstraße -
Waschhaus weicht Stadthäusern -  „ZÄRTLICHER ABRISSBEGINN“ IN DER EINSCHORNSTEINSIEDLUNG
  „ZÄRTLICHER ABRISSBEGINN“ IN DER EINSCHORNSTEINSIEDLUNG
Der Freitag, 24. August 2007
war der Tag, auf den die Bewohner der Neudorfer Einschornsteinsiedlung seit nunmehr über 30 Jahren gewartet haben.
„Endlich!“ – „Es war höchste Zeit!“ – „Das kommt viel zu spät!“
Dieses waren nur einige Kommentare, die man gestern beim großen „Abrissfest“ in Neudorf an der Gabrielstrasse hören konnte. Gemeinsam mit dem Bezirksamt Mitte hatte der Bürgerverein-Neudorf ein in jeglicher Hinsicht einmaliges Sommer- und Abrissfest organisiert.
Informationen durch Polizei, Club 50, MSV und viele andere Organisationen standen im Mittelpunkt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bei Gegrilltem, Reibekuchen und eine lange Kuchentheke gesorgt. Das Wetter spielte mit und lies auch den Gerstensaft in Strömen fliessen. Für die kleinen Neudorfer gab es eine Hüpfburg.

Mit einem fernöstlichen Auftakt durch Taiko Trommeln wurde nicht nur das Fest sondern ein ebenfalls ausgewogenes Musikprogramm auf der großen Bühne gestartet, das für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte. „The Rhine Area Pipes & Drums“ aus Düsseldorf Angermund gaben dem Kaiserberg am Rande Neudorfs einen Hauch von Highlandamtmosphäre. Bei Klassikern wie „Amazing Grace“ oder „Auld lang syne“ wähnte man sich fast in Schottland. Die Ruhrpottsteirer führten wieder nach Deutschland zurück.

Doch der Höhepunkt des Festes war eben der Abbruch des bereits seit 1969 nicht mehr genutzten Waschhauses in der Einschornsteinsiedlung durch den 1. Bürger der Stadt, OB Adolf Sauerland.
Zahllose Vertreter aus Politik, darunter alle Fraktionen der BV Mitte, die Ratsvertreter und viele hundert Bürger waren erschienen. SPD MdB Petra Weiss war sogar aus Berlin angereist.

Zunächst gab es herzliche Begrüßungsworte durch Bezirksamtsleiter Wolfgang Komorowski, Bezirksvorsteher Heinrich Klose und den Vorsitzenden des Bürgerverein Neudorf, Harald Jeschke. Die Redner betonten allesamt, dass nach 30 Jahren des Verfalls an dieser Stelle ein neues anspruchsvolles Stadtquartier entstehen wird.

Das Architektenbüro wird hier einen Farbtupfer in die Siedlung einbringen, die auch nicht zur „K“ Einschornsteinsiedlung wird, da man das Wahrzeichen in den Neubau integrieren will.
Harald Jeschke gab für die Bürger Neudorfs zu verstehen, dass der nunmehr beginnende Abriss zeigt, dass man „gemeinsam etwas erreichen kann“! Und: „Für uns wird hier eine Vision wahr!“

OB Sauerland setzte das Fest gleich mit einem Startschuss für eine weitere Attraktivierung des Wohnstandortes Neudorf. Es zeige sich die Bereitschaft zur Investition in den Stadtteil. Und zum nun bevorstehenden Beginn des Abbruchs bemerkte Adolf Sauerland mit einem Augenzwinkern: „Ich freue mich mal wieder Bagger fahren zu dürfen! Dat macht sichtlich Spass!“
Doch so ganz einfach wollte das alte Gemäuer dem zunächst zärtlichen Streicheln des OB mit der Baggerschaufel nicht nachgeben: „Das hält was aus!“ – „Ein zähes Biest!“ – „Ganz schön stabil!“ – „Deutsche Wertarbeit!“
waren nur einige Anmerkungen der umstehenden Zuschauer. Für Neudorf war es jedoch ein Signal in eine städtebaulich attraktive Zukunft in diesem Teil des Stadtteiles. Harald Molder

 

Baggerfahrer Sauerland. Mit Bezirksvorsteher Heinz Klose begann unter fachlicher Aufsicht der zunächst "sanfte" Abriss Der Bagger legte "Hand" an. Das Kapitel Waschhaus endet
 
OB Sauerland und Neudorfs Bürgervereins-Chef Harald Jeschke beim Auftakt der Abriss-Party  

Die Arbeit zwischen der Stadt, der Politik, Unternehmen und dem Bürgerverein rund um die Einschornsteinsiedlung trägt jetzt so richtig Früchte.  Der Bürgerverein hatte seine Aktivitäten weiter intensiviert, was auch allen Bewohner bzw. Eigentümern zugute kommt. Neben der Einrichtung des Wochenmarktes auf der Gabrielstraße wie auch des CAP-Lebensmittelmarktes an der Mozartstraße zur Sicherung der Nahversorgung finden gab es in den letzten Jahren weiter umgesetzte „Denkanstöße“. In unmittelbarer Nähe zur Einschornsteinsiedlung gelang die Einrichtung eines „Nachbarschaftsnothilfezentrum“, was sogar beim Bundesinnenministerium großen Anklang gefunden hat, zumindest war das Echo beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz erheblich.
Weiterhin gelang es uns nach erheblichem „Briefwechsel“ mit der Bundesregierung und auch durch persönliche Kontakte bis hin zum Bundespräsidenten sowie diversen TV-Auftritten, dass nun im nächsten Jahr nicht nur die angrenzende Güterzugstrecke, sondern auch die Grundschule an der Mozartschule in Hinsicht der weiteren Güterzugstrecke aktiv wie passiv lärmsaniert werden soll. 
In enger Zusammenarbeit mit dem städtischen Bezirksamt Duisburg-Mitte sowie den Bezirkspolitikern sind auch Verschönerungsarbeiten in der Siedlung durchgeführt worden bzw. werden weiterhin stattfinden. Dies ist bei einer Kommune mit Haushaltsperre eine durchaus erwähnenswerte Angelegenheit. 
Nach vielen Bemühungen haben wir alle die Politik, Denkmalbehörde, Bezirksamt, Investor und auch der Bürgerverein den richtigen Schritt für das marode Waschhaus inmitten der Siedlung umsetzen können. 

Deshalb steht am Freitag, den 24. August ein großes Straßenfest für die gesamte Familie an, um mit dem Oberbürgermeister den symbolischen Akt am Waschhaus vollziehen zu können, der da heißt: Abriss und Neubau von Stadtwohnungen. Damit wird das gesamte Wohnumfeld erheblich verbessert, der Wert der Siedlung beträchtlich gesteigert. Fazit: Die gemeinsame Arbeit hat sich gelohnt.

 

 

Erfolgsgeschichte Gestaltungsfibeln
Stadt präsentierte nach Wehofen nun Einschornsteinsiedlungsfibel - kostenfrei für Bürger

"De erste Fibel im Norden der Stadt wurde sehr positiv aufgenommen, ist sozusagen ein Beststeller und das wird bei der Fibel zur Einschornsteinsiedlung sicher auch der Fall sein", eröffnete Oberbürgereister Adolf Sauerland die Präsentation der zweiten Gestaltungsfibel der Stadt.
"Es geht bei diesen Fibeln ein Stück auch darum, für den Bürger der im Denkmal lebt, auch Rechtssicherheit zu schaffen", ergänzte der OB. Genau das aber ist nach Ansicht vieler Menschen in der Sieldung nicht immer der Fall. So beim Paradebeispiel Verkauf der Siedlung an drei der international operierender Fonds, oder auch am Reizthema Feuchtigkeit in den Wohnungen, da der Wärmschutz an der Außenfassade nach Denkmalschutzrecht nicht verändert bzw. hier angepasst werden soll. Auch wurde von Bewohnern die Vernachlässigungen für Sauberkeit und mehr durch Eigentümer Fortress bzw. Verwalter Gagfah (Essen) immer wieder bemängelt, ist immer noch die Sanierung in einzelnen Blocks nicht abgeschlossen.
 

"Diese Fibel ist auch so etwas wie ein Leitfaden für die Eigentümer. Wir sind wir als Behörde so etwas wie Verfahrensbegleiter", stellte Dr. Claudia Euskirchen, Leiterin der unteren Denkmalbehörde Duisburg heraus.

 

Dr. Claudia Euskirchen (li.) und Dr.- Ing. Stephan Strauss (Fibelautor) von der Denkmalbehörde Duisburg.

Fotos Manfred Schneider

 

„Die Einschornsteinsiedlung in Duisburg-Neudorf stellt ein exzeptionelles, architekturhistorisch herausragendes Beispiel der Siedlungsarchitektur dar, verpflichtet den Ideen des ‚Neuen Bauens’ der Zwanziger Jahre“, schreibt Jürgen Dressler in seinem Vorwort zur Fibel. Sie wurde zwischen 1928 und 1930 von den Ruhrorter Architekten Johannes Kramer und Walter Kremer zusammen mit dem städtischen Baurat Hermann Bräuhäuser gebaut. Bauherr war der Gemeinnützige Bauverein Essen AG. Ihren Namen verdankt sie dem zentral gelegenen Heizwerk mit dem augenfälligen Schornstein im Zentrum der Siedlung. In dem Zentralen Versorgungsbereich war nicht nur die Heizungsanlage untergebracht, sondern auch ein gemeinsames Waschhaus, ein Versammlungssaal, ein Kinderhort, Geschäfte und Gemeinschaftsgaragen.
Als Handbuch und Leitfaden im Umgang mit dem Denkmal soll die reich illustrierte Fibel dem Erhalt und der behutsamen Entwicklung des für Duisburg so bedeutenden Ensembles dienen und die Anliegen der Denkmalpflege Bewohnern, Bauherren, Architekten sowie einem breiten Publikum verständlich machen.
 

Die Fibel gibt es kostenfrei. Sie liegt in den Bürgerbüros der Bürgervereins an der Gabrielstraße (Öffnungszeiten Freitag zum Wochenmarkt von 14 - 18 Uhr) und im Büro im Neudorfer Tor in den Räumern der Barmer Ersatzkasse am Montag von 10 - 13 Uhr aus. Sie soll auch im Buchhandelgeschäft an der Oststraße angeboten werden. Harald Jeschke