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Kirchen, Gemeinden und
Bürger Duisburgs
Einrichtungen des Ruhrbistums in Duisburg - St. Anna Neudorf |
Siehe auch:
Forum erhält Kindertagesstätte
- Politiker empört über Bistum Essen
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Ruhrbistum
beschließt Bedarfsplan für Kindertageseinrichtungen
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Duisburg, 4. Dezember 2007 - Duisburg trifft es hart. Der Abbau des Bistums Essen in den Städten trifft mit insgesamt 54 Einrichtungen Duisburg besonders hart.
Der
Kindergarten ist bei Eltern hoch im Kurs. Die Einrichtung mit den
erfahrenen sechs Mitarbeiterinnen soll nun vom Studentenwerk der
Universität Essen-Duisburg übernommen werden. Ob auch die
Mitarbeiterinnen, das fragen sich diese sowie die Eltern. Das ist
alles noch völlig offen", erklärte der stellvertretende
Geschäftsführer des Studentenwerkes Scherner auf Nachfrage.
"Zunächst muss in dieser Woche die Kirche selbst ihren Segen zur
Übernahme geben, dann intern die Angelegenheit der Mitarbeiterinnen
klären. Ich sehe frühesten Anfang April 2008 die komplette Übernahme
durch das Studentenwerk. Das neue Kindergartengesetz und die daraus
resultierenden Auflagen lassen im Moment für uns gar keine konkreten
Aussagen über Mitarbeiterübernahme oder Gruppenstärke zu. Sicher
ist, dass alle Kinder übernommen werden." Nach ersten
Einschätzungen und Verlautbarungen von Jugendamtsleiter Thomas
Krützberg will die Stadt Duisburg alles versuchen, die gesetzliche
Vorgabe des Kindergartenanspruchs für die betroffenen Duisburger
Kinder zu erfüllen. Dass dann die geplanten finanziellen
Anstrengungen für Kindertageseinrichtngen bei dem Millionenaufwand
jetzt zurückgestellt werden müssen, das verhehlte er nicht. Harald Jeschke
Der Abbau des
Bistums Essen in den Städten
Altena 6 Die Entscheidungen des Bistums auf der eigenen Homepage im Detail veröffentlicht Das Bistum Essen hat nach intensiven Beratungen den Bedarfsplan für die katholischen Tageseinrichtungen für Kinder (KiTa) verabschiedet. Dieser sieht – wie schon im Juni dieses Jahres angekündigt – bis zum Ende des Kindergartenjahres 2009/2010 einen schrittweisen Rückbau von rund 300 Gruppen vor. In 81 Fällen hat dies die Schließung der Einrichtung zur Folge. In diesem Jahr wurden bereits 60 Gruppen abgebaut.
Die Entscheidung
des Bistums Essen über die bevorstehenden Schließungen von
Einrichtungen oder Gruppen ist jetzt allen Pfarrern sowie den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgeteilt worden. Eine
schriftliche Information erfolgt in dieser Woche an die Eltern.
Daneben wird der KiTa-Zweckverband im Bistum Essen Gespräche mit den
örtlichen Jugendämtern führen, um den zeitlichen Rahmen für den
Rückbau der Einrichtungen und Gruppen abzustecken. Der Bedarfsplan ist das Ergebnis gemeinsamer Beratungen mit den Pfarreien vor Ort. „Der Schritt ist schmerzlich, aber notwendig“, betont Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes. Die Suche nach Lösungen sei aber weitestgehend im großen Konsens erfolgt. Zugleich macht der Generalvikar deutlich, dass die Entscheidungen zur Schließung von Gruppen und Einrichtungen „keine Aussage über den Wert der pädagogischen oder pastoralen Arbeit in den Einrichtungen, über das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über deren Fachlichkeit darstellt“. Thönnes kündigte an, dass der Kita-Zweckverband als neuer Dienstgeber alles dafür tun werde, die Beschäftigungsverhältnisse der betroffenen unbefristet angestellten pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern. Eine vorzeitige Kündigung der Betreuungsverträge soll weitestgehend vermieden werden, heißt es in dem Schreiben an die Eltern. Diese könnten in den allermeisten Fällen von einer vertraglich vereinbarten Betreuungszeit bis zum Schuleintritt ihres Kindes ausgehen.
Der Generalvikar
machte noch einmal deutlich, dass die demografische Entwicklung und
die schwierige wirtschaftliche Lage des Ruhrbistums dieses
Bedarfsanpassung notwendig machten. Nach wie vor gehe die Zahl
katholisch getaufter Kinder zurück. Der notwendige Rückbau von
Gruppen in Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen war bereits
im Jahre 2001 beschlossen aber nicht ausreichend umgesetzt worden.
Warum wird das
Bistum Essen bis zum Sommer 2010 insgesamt 300 Gruppen in den
Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder (KiTa) abbauen?
So mancher zeigt sich überrascht von dieser Entscheidung. Hat das Bistum die Entwicklung zu spät erkannt? Nein. Schon im Juli 2001 forderte das Orientierungspapier „Zukunftsfähigkeit erhalten – Spielräume sichern“ vor dem Hintergrund der kirchlich-pastoralen, gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen sowie der veränderten finanziellen Rahmenbedingungen eine Anpassung der Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen. Der Prozess des schrittweisen Rückbau von Gruppen wurde schon in den zurückliegenden Jahren in Gang gesetzt. Der geplante Gruppenrückbau ist bisher jedoch nur unzureichend erfüllt worden. Allein im Jahre 2006 gab es noch 114 Gruppen mehr als eigentlich angestrebt.
Wie werden sich die Kinderzahlen entwickeln? Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW (LDS NRW) werden für den Zeitraum 2006-2015 keine steigenden Kinderzahlen in den Kommunen des Ruhrbistums prognostiziert. Der erwartete Geburtenrückgang beträgt demnach: in Essen und Bochum bis 7 %, in Duisburg, Oberhausen, Bottrop und Gladbeck 7 bis 11 %, in Mülheim, Gelsenkirchen, im Ennepe-Ruhr- und im Märkischen Kreis 11 bis 19 %.
Rechnet das Bistum Essen auch mit einer sinkenden Zahl katholisch getaufter Kinder? Ja, es wird weniger katholisch getaufte Kinder geben. Im Jahr 2001 wurden im Bistum Essen 6.348 Kinder getauft, 2005 waren es nur noch 5.848. Das entspricht einem kontinuierlichen jährlichen Rückgang von ca. 2 %. Hochgerechnet gäbe es im Jahr 2010 demnach 5.272 Taufen, d.h. in neun Jahren sinken die Taufen um 18 %.
Was heißt das für die Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder? Das bedeutet, dass es in den katholischen KiTas immer weniger katholische Kinder geben wird. Zur Zeit sind in den pfarrgemeindlichen KiTas im Durchschnitt nur noch 56 % der Kinder katholisch, 17 % sind evangelisch, 15 % islamisch, 9 % ohne Konfessionszugehörigkeit und 3 % Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften. Ein weitere Rückgang des Anteils katholisch getaufter Kinder erschwert die Aufrechterhaltung eines "katholischen Profils“.
Will das Bistum Essen in Zukunft seine KiTas nur noch für katholisch getaufte Kinder öffnen?
Nein. Die schon im
Jahr 2001 im Orientierungspapier festgeschriebenen Optionen haben
auch weiterhin Gültigkeit: nämlich für alle katholischen Kinder im
Kindergartenalter ein Platzangebot in einer katholischen
Kindertageseinrichtung bereit zu halten, darüber hinaus bistumsweit
wie bisher Kindergartenplätze über die eigene Planzahl hinaus für
nicht katholische Kinder zur Verfügung zu stellen und
mitzufinanzieren.
Ist die wirtschaftliche Lage des Bistums Essen immer noch angespannt? Ja. Seit Jahren befindet sich das Bistum Essen in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Rücklagen gibt es nicht mehr. Das „Zukunftskonzept“ sieht vor, bis zum Jahr 2009 insgesamt 70 Millionen Euro einzusparen. Trotz leicht gestiegener Kirchensteuereinnahmen kann der Haushalt 2007 ohne eine erneute Kreditaufnahme nicht ausgeglichen werden. Entgegen dieser Haushaltsentwicklung des Bistums haben sich die Ausgaben, also der Trägeranteil, für die Tageseinrichtungen für Kinder seit 2001 nicht verringert. Im Jahr 2006 wurden von jedem eingenommenen Euro Kirchensteuer allein 17 % für die KiTas ausgegeben. Nimmt man die Kosten für die Verwaltung und Fachberatung der Einrichtungen hinzu, ergibt das rund 21,3%. Zur Schaffung einer größeren Finanzierungsgerechtigkeit ist die dringend erforderliche Absenkung des Trägeranteils kirchlicher Träger,die ursprünglich schon im Jahr 2002 erfolgen sollte, erst im Jahr 2008 mit der Novelle des Gesetzes üner Tageseinrichtungen für Kinder zu erwarten. Hier bestehen noch erhebliche Unsicherheiten im Hinblick auf die Regelungen zum neuen „Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern“ (KiBiz).
Steht der beabsichtigte Gruppenabbau nicht im Widerspruch zu den Vereinbarungen des gemeinsamen Konsenspapieres Landesregierung NRW, Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbände? In dem Konsenspapier heißt es: „Die Kirchen wollen auf der Grundlage ihres pastoralen Auftrags und unter Berücksichtigung des demografischen Wandels - unter der Voraussetzung, dass die Jugendhilfeplanung nicht zur Reduzierung von Öffnungszeiten, Einrichtungen und Belegung von Plätzen führt - ihr Angebot an Plätzen für unter dreijährige Kinder und für Kinder im Kindergartenalter in Tageseinrichtungen aufrecht erhalten.“ In den Gesprächen und Verhandlungen zu diesem Konsenspapier hat das Bistum Essen darauf hingewiesen, dass die aus dem Jahr 2001 stammenden Vorgaben zur Anpassung des Platzangebotes umgesetzt werden und damit der Abbau von Gruppen fortgeführt wird. Im Jahr 2005 wurde erneut darauf hingewiesen, dass noch rund 300 Gruppen abgebaut werden müssen. Von Beginn an sind diese Zahlen in die kommunalen Jugendhilfeplanungen eingebracht worden.
Welches Angebot hält das Bistum Essen zur Zeit noch vor? Im Ruhrbistums gibt es insgesamt 1.030 Gruppen (pfarrgemeindlich) mit fast 26.000 Plätzen für Kinder: 864 Kindergartengruppen, 90 Tagesstättengruppen, 16 altersgemischte Gruppen (vier Monate bis Schulpflicht), 21 altersgemischte Gruppen (3-14 Jahre), 39 Hortgruppen. (Stand Mai 2007)
Welchen Stellenwert haben die KiTas für das Bistum Essen? Die katholischen Kindertageseinrichtungen bleiben ein wichtiges kirchliches Anliegen. Das Bistum Essen beabsichtigt, auch zukünftig ein profiliertes Engagement im Bereich der Tageseinrichtungen für Kinder zu sichern. Diesem Ziel dient die Gründung des „KiTa-Zweckverbandes“ als Träger der bislang pfarrlichen Einrichtungen. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren soll ausgebaut werden. Außerdem sollen in allen Pfarreien Familienzentren geschaffen werden.
Wie ist der Zeitplan für die Bedarfsanpassung? Der Gruppenabbau soll schrittweise bis zum Sommer 2010 erfolgen. Welche Einrichtungen konkret betroffen sein werden, sollen vor Ort die Pfarreien/Gemeinden gemeinsam mit dem Kita-Zweckverband erarbeiten. Gremien wie z.B. Kirchenvorstände, Pfarrgemeinderäte, Koordinierungsausschüsse oder Kuratorien sollen daran beteiligt werden.
Sind die Kommunen an diesem Beratungsprozess beteiligt? Ja. Im Juni 2007 wurden die Oberbürgermeister und Bürgermeister bei einem Gespräch im Bischofshaus in Essen über die Rückbaupläne des Bistums informiert. Vor Ort werden die kommunalen Jugendämter in die Beratungen zur Gestaltung der Umsetzung miteinbezogen. Der Gruppenrückbau soll in enger Abstimmung mit den für Jugendhilfeplanung zuständigen Abteilungen der Kommunen erfolgen.
Welche Auswirkungen hat der Gruppenrückbau auf das Personal? Der Fortfall von Arbeitsplätzen verursacht selbstverständlich zunächst Unsicherheit auf Seiten der MitarbeiterInnen, die aufgrund der großen Zahl offener Fragen im Zusammenhang mit der Gesetzesnovelle noch erheblich verstärkt wird. Es besteht aber die berechtigte Hoffnung, den Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen realisieren zu können.
Wie will das Bistum Beschäftigungsverhältnisse sichern und erforderlichen Stellenabbau umsetzen?
Als großer Träger
ist der Kita-Zweckverband in der Lage, Personalmaßnahmen umfassender
zu organisieren, als für kleine Träger mit nur wenigen
Einrichtungen. So besteht die Möglichkeit über Versetzungen,
Oualifizierungsmaßnahmen und Stellenbörse die Planung von
Personalmaßnahmen zu strukturieren und besondere Belastungen
aufzufangen. In diesem Jahr konnte darüber hinaus eine große Zahl
der befristeten Beschäftigungsverhältnisse verlängert werden. |
| Einrichtungen des Ruhrbistums in Duisburg | |
| Fläche des Stadtgebietes | 232,8 qkm |
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Einwohner (12/2006)
davon Katholiken |
498 000
180.074 (35,5 %) |
| Pfarrgemeinden | 50 (davon gehören 32 zum Bistum Essen, 18 zum Bistum Münster) |
| aktive Priester | 71 (davon 50 Pfarrer) |
| Priester im Ruhestand | 12 |
| Diakone | 10 |
| Ausländerseelsorger | 4 |
| Gemeinde-/Pastoraleferent(inn)en | 20 |
| Jugendpfleger/in | 5 |
| Katholische Schulen in freier Trägerschaft | 2 (Bischöfliche Gymnasien) |
| Katholische Grundschulen | 12 |
| Katholische Hauptschulen | 1 |
| Katholische Kindergärten/Kinderhorte | 73 |
| Kinderheime in katholischer Trägerschaft | 2 |
| Krankenhäuser in katholischer Trägerschaft | 7 |
| Fachklinik für Suchtkranke | 1 |
| Altenheime in katholischer Trägerschaft | 7 |
| Katholisches Jugendamt/BDKJ-Stadtstelle | 1 |
| Katholische Jugendberufshilfe | 1 |
| Offene Türen in katholischer Trägerschaft | 3 |
| Katholische Öffentliche Büchereien | 29 |
| Katholische Familienbildungsstätten | 3 |
| Katholisches Bildungswerk | 1 |
| Klöster | 2 |
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Caritasverband (mit ca. 700 hauptamtlichen
Mitarbeitern) allgemeine Sozialberatung; Betreuungen; Beratungsstelle für Eltern, Kinder u. Jugendliche; sozialpädagogische Familienhilfe; Kur- u. Erholungshilfe; Schuldnerberatung; Beratung für Frauen in Not- und Konfliktsituationen; Suchthilfezentrum "Nikolausburg"; Beratungsstelle für ältere Menschen u. Angehörige; Altenhilfe u. -erholung; Begegnungsstätten; Essen auf Rädern; Häusliche Alten- und Krankenpflege; Altenheime; Krankenhaussozialdienst; Katholische Krankenhaushilfe; Schifferkinderheim; Reha-Einrichtung f. psychisch Behinderte; Appartementhaus für Mutter u. Kind; Sozialdienst für ausländische Einwohner; Rechtsberatung für Ausländer; Gemeindecaritas; ökumenische Bahnhofsmission |
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