Duisburg speziell und aktuell...
Archiv September 2007

 

Vom Hüttenwerk Duisburg-Meiderich zum Landschaftspark-Nord
 

September 2007 -
Zäh wie Leder, flink wie Windhunde und hart wie Kruppstahl .... doch halt; diese unseligen Tage sind zum Glück schon lange vorbei. Auch das Hüttenwerk Duisburg-Meiderich ist längst Geschichte. Es ist im Landschaftspark - Nord aufgegangen.

"Im Hüttenwerk Duisburg-Meiderich brannten die Hochöfen 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Hier gab das Erz den Rohstoff frei, ohne den das moderne Leben nicht vorstellbar wäre. 57 Millionen Tonnen in mehr als 80 Jahren. Von 1903 bis 1985. Dann folgte die letzte Schicht. Das war aber nicht das Ende, vielmehr ein Anfang: Die Hütte verwandelte sich in eine weltweit nahezu einmalige Parklandschaft, den Landschaftspark Duisburg - Nord. Neues Leben vor dem alten Hochöfen. Mit Unterstützung und Förderung durch die Europäische Union schufen das Land Nordrhein - Westfalen und die Stadt Duisburg gemeinsam einen weltweit einzigartigen Erlebensraum," berichtet ein Flyer über den Landschaftspark.

Es ist ein sonniger, aber kühler und windiger Dienstagmorgen, als ich mich auf den Weg in den Duisburger Norden mache. Und wundere mich erst einmal über die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG). Da gibt es eine viel gepriesene und viel beworbene Freizeiteinrichtung; und was passiert? Verkehrstechnisch ist dieser Ort miserabel angeschlossen. Es gibt zwar eine Haltestelle der Linie 903, die "Landschaftspark Nord" heißt. Man braucht aber etwa 10 Minuten, um von der Bahnhaltestelle zum Landschaftspark zu gelangen.
Aber egal. Als ich am ehemaligen Pförtnerhäuschen ankomme, wende ich mich erst einmal nach links. Dort liegt das Hauptschalthaus. Gastronomie und der Informationspunkt sind in ihm untergebracht. Angesichts der frühen Tageszeit (es ist so gegen 9.30 Uhr) sind beide noch geschlossen. Auch in der Kraftzentrale, im Wiegehaus und im Schalthaus Mitte gibt es derzeit nichts zu sehen; die Jugendherberge / Jugend- und Ausbildungshotel wird wohl verändert - dort sind fleißige Handwerker zu sehen.
Nun geht es hinaus ins Gelände. Meine erste Station: der Aussichtsturm Hochofen 5. Der Kühle, meiner mangelhaften Kondition und der wenig ausgeprägten Höhentauglichkeit ist es zu verdanken, daß ich es nur bis zur Aussichtsplattform an der Gewindehalle in etwa 50 Meter Höhe schaffe. Bessere Kletterer als ich würden "Halbzeit!" rufen. Mich persönlich stört es nicht. Gerade bei diesem herrlichen Wetter ist die Aussicht schon lohnenswert. Fragen Sie mich bitte nicht, wie weit die Aussicht reicht; mir persönlich fällt eher das viele Grün um den Landschaftspark herum auf.
Meine nächsten Stationen: Gießhalle, Hochofenbüro und Gasometer. Sie sind an diesem Vormittag geschlossen. Nach allem, was ich der Tagespresse entnommen hab, wird der Gasometer von lokalen Tauchsportlern genutzt, ist also eh nicht frei zugänglich. Vorbei am Doppelkühlwerk, Kühlbecken, Magazin und der Neuen Verwaltung geht es für mich wieder zurück zum Eingang.
Viel los ist an diesem Morgen noch nicht. Lediglich Arbeiter sind zu dieser frühen Stunde hier beschäftigt. Man muß sich allerdings auch für diese Art von Landschaftspark interessieren, um ihn aufzusuchen. Nicht, daß er häßlich oder uninteressant wäre - mitnichten.
Ob Industrieromantik sein Ding ist, wird jeder Leser sicherlich selbst entscheiden können. Wer den Landschaftspark genauer kennenlernen möchte, sollte sich allerdings einer der kostenpflichtigen Führungen anschließen. Infos darüber gibt es bei der Stadtinformation in der Innenstadt.

 
Naherholungsgebiet der Extraklasse: Die Sechs-Seen- Platte

September 2007 - Sie ist das Naherholungsgebiet der Extraklasse: Die Sechs-Seen-Platte entstand schon in der Kaiserzeit: Als nämlich im Jahre 1912 eine große angelegte Auskiesung zur Baustoffgewinnung beginnt, entstehen bis 1930 die ersten beiden Baggerseen. In den 1930er Jahren wird das Auskiesungsgebiet zum Schutz vor Raubbau in die Landschaftsschutzkarte aufgenommen. Als nach dem 2. Weltkrieg wieder viel Kies gebraucht wird, werden die beiden Seen erweitert. Nachdem in den 1950er Jahren die ersten Vorschläge zur Verweiterung der Seen - Platte aufgekommen waren, kauft die Stadt Duisburg 1962 ein 283 ha großes Gelände für eine Sechs - Seen - Platte. Wolfs- und Böllertsee werden als dritter und vierter See in den Jahren 1965 bis 1989 ausgekiest und fertig gestellt. Mit dem Wildförstersee (5. See) geht es wesentlich schneller. Er wird in den Jahren 1990 bis 1994 ausgekiest und fertig gestellt. Der Haubachsee folgt als sechster See. Er wird in den Jahren 1994 bis 2001 ausgekiest und zum Naturschutzgebiet gemacht.
Eine große Fußgängerbrücke entstand 1974. Der hölzerne, 21 m hohe Aussichtsturm entstand 1994 auf dem Wolfsberg; er wird 2002 durch Brandstiftung zerstört. Ob er inzwischen durch einen Aussichtsturm aus Stahl ersetzt wurde, werde ich noch herausfinden. Wann das Freibad entstand, habe ich nicht nachgeschlagen.
Sonnig und warm ist es, als ich Ende September 2007 zur Sechs-Seen- Platte`rausfahre. Da ich zwar einen Führerschein, aber kein Auto besitze, reise ich mit Bus und Bahn an. Die Linie 944 schlängelt sich vom Hauptbahnhof aus durch Hochfeld und Wanheimerort zur Sechs-Seen-Platte. "Wolfssee" heißt die Endhaltestelle. Sie liegt immer noch auf dem riesigen Parkplatz, den ich von früher kenne.
Meine erste Station: das Freibad. In der Badesaison vom 6. Mai bis 16. September hatte es täglich zwischen 10 und 20 Uhr offen. Die Eintrittspreise lagen in diesem Jahr bei 2 Euro für Kinder und Jugendlich bis 16 Jahre und 3,50 Euro für Erwachsene; Zehnerkarten sind verbilligt. Für einen kurzen Augenblick halte ich inne und überlege. Wie lange war ich jetzt schon nicht mehr in dem Freibad? Unsportlich, wie ich bin, können es gut und gerne 30 Jahre gewesen sein.
Da die Badesaison inzwischen vorbei ist, ist das Freibad natürlich geschlossen. Genauso wie das daneben gelegene Café Restaurant. Also mache ich mich wieder auf den Weg. Und überquere die Fußgängerbrücke. Herrlich ist die Aussicht an diesem Montagvormittag. Sie reicht vom nahegelegenen Yachthafen bis zur weit entfernten Unfallklinik.
Ich brauche gut 2 Stunden, um den Wolfssee zu umrunden. Viele Spaziergänger, Fahrradfahrer, nordische Wanderer und Langstreckenläufer begegnen mir hier. Daß es herbstet, bemerke ich schnell. Die Bäume bewerfen mich mit trockenen Zweigen, verwelkten Blättern, Eicheln und Zapfen. Es macht Spaß, diese große Runde zu drehen. Wirklich verändert hat sich die Sechs - Seen - Platte nicht. Trotz all' der Jahre, die ich nicht hier gewesen bin, habe ich sie wiedererkannt.
 Duisburger Touristeninformation - Insel im Strom
Duisburg, September 2007 - Wie eine Insel im Strom der Fußgänger sieht die Duisburger Touristeninformation aus. Sie liegt an der Kreuzung Königstraße, Harry-Epstein-Platz und Mercatorstraße - also zentral in der Innenstadt und doch ein wenig am Rande. Es ist ein Freitagmorgen, so gegen 10 Uhr, als ich sie betrete. Offensichtlich bin ich der einzige Kunde.
Auf der linken Seite gibt es eine Glaswand als Wand. Sie begrenzt das Gebäude zur Fußgängerzone hin. Dort befinden sich mehrere Ständer, auf denen Werbebroschüren ausliegen. Hier greife ich zu Informationen des Landschaftsparks Duisburg - Nord, des Heimat- und Schulmuseums Friemersheim, des Kultur- und Stadthistorischen Museums, des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt, des Museums Küppersmühle für moderne Kunst, des Zoos und des Radiomuseums.
Auf der rechten Seite ist eine Infotheke. Zwei freundliche Mitarbeiter sitzen dort. Helfen können sie mir nicht. Der Gastronomieführer, nach dem ich frage, ist leider vergriffen. Da ich weder Bücher, Filme, bedruckte Kaffeetassen, Regenschirme oder T - Shirts brauche, greife ich lediglich zu einer der ausgelegten Zeitschriften, die Veranstaltungstipps für das Ruhrgebiet, das Münsterland und den Niederrhein bietet. Eine Steinwand begrenzt das Gebäude zur Straßenseite hin. Mehrere Schränke bieten hinter der Infotheke die Möglichkeit, Infomaterialien griffbereit zu lagern.
Klein und optisch ansprechend ist dieser Raum. Schaue ich mir aber das komplette Gebäude an, muß es allerdings - ausgehend von einer Größe - im Erdgeschoß einen Lagerraum für die vielen Werbematerialien geben. Ob und wie das Obergeschoß genutzt wird, ist für mich nicht ersichtlich.

Stelle dir vor, du fährst in Urlaub und du hast keine Ahnung, was dich am Zielort erwartet. Wie kommst du an Informationen? Diese Aufgabe habe ich mir gestellt. Eine Antwort, die mir einfällt: Ich besorge mir Infos bei den Touristeninformationen. Und zwar nicht in elektronischer Form im Internet, sondern in gedruckter Form per traditioneller Briefpost. Für mich ist dies eine reizvolle Aufgabe, lerne ich so etwas über Deutschland, habe einen Grund, journalistisch aktiv zu werden und trage so dazu bei, daß die Post Umsatz macht und (hoffentlich) Gewinn erwirtschaftet. Bin ich nicht ein Held - trage ich nicht so zu unserem allgemeinen Wohlstand bei? Die Drucksachen und Briefumschläge müssen hergestellt, die Werbesachen eingetütet und die Briefumschläge dann frankiert werden. Was für eine herrliche Arbeit. Und das das alles kostet. Dies ist die Arbeit, die uns in Deutschland reicht gemacht hat.
Oder? Befinde ich mich vielleicht auf dem Holzweg? Ist diese Form der Stadtwerbung vielleicht antiquiert? Werden Terminvorschauen, Werbebroschüren und Handzettel in Zukunft noch reichen? Werden vielleicht virtuelle Stadtrundgänge im Internet, Videos und CDs die gedruckte Ausgabe ersetzen und bestenfalls Stadtpläne in den Touristeninformationen erhältlich sein? Nehme ich die Duisburger Stadtinformation als Maßstab, lautet die Antwort eindeutig "Nein!". Hier ist immer noch vorrangig bedrucktes Papier erhältlich. Und so, wie ich bislang das örtliche Stadtmarketing kennengelernt habe, wird das in Zukunft erst einmal auch so bleiben.
Doch wie wird die Zukunft aussehen? Für mich ist das nicht nur eine Frage der benutzten Materialien. Für mich ist es letztendlich egal, ob eine Stadt per Werbebroschüre, Video, DVD oder Internet besuchte. Die Frage der Themenauswahl wird für mich deutlicher in den Vordergrund rücken. Es wird nicht mehr reichen, die örtlichen Ausflugsziele, Volksfeste, Hotellerie / Gastronomie und Freizeitangebote vorzustellen.
Im Internet kann ich mir kleine Filme vorstellen, die die örtlichen Einkaufsmöglichkeiten und Ausflugsziele (wie Industriedenkmäler, Kirche, Museen, Parks usw.) beschrieben und auf wichtige örtliche Ereignisse aus Politik, Kultur, Sport und Wirtschaft zurückblicken. So kann ich mich bedarfsgerecht kurz und bündig über all die Ereignisse informieren, die mir wichtig sind. Ich habe Akzente und World Games verpaßt? Ah ja, dort ist der Film. So, so - das waren also die wichtigen Stationen der Umwelttage.
Letztendlich wird dies (natürlich) auch die Arbeit der Touristeninformation verändern. Ob hier ein Kartenvorverkauf für Konzerte oder eine Zimmervermittlung für kurz entschlossene Besucher vorgehalten werden muß, wird sicherlich vom örtlichen Bedarf abhängen. Die Vielfalt der beworbenen Themen wird aber wachsen müssen. Welcher Sport findet vor Ort statt? Welche Kirchen gibt es? Wie sieht die Industrie- und Wirtschaftsgeschichte aus? Wo ist der Wellnessbereich ansässig? Fragen wie diese werden in den Vordergrund rücken.
An dieser Stelle werden auch die Anforderungen an die Stadtinformation steigen. Sich nur auf das Erstellen von Fotos und Werbetexten zu beschränken, wird in Zukunft also nicht mehr reichen. Bewegte Bilder, die in die entsprechende Computersoftware eingebettet sind, müssen her - entweder selbst hergestellt oder von externen Dienstleistern erbracht. Doch oh wehe, ich höre schon die konservativen Traditionalisten, die naiv - dümmlich und phantasielos nach den Kosten fragen. Ich kann es mir gut vorstellen, daß diese Filme durchaus im traditionellen und Internetfernsehen gesendet und als Video / CD verkauft werden. Das Fernsehen macht es doch vor. Dort werden ja auch interessante Produktionen als Video und CD verkauft.
Auf Duisburg heruntergebrochen frage ich mich schon, ob interessante Produktionen über Unternehmen wie Haniel, Grillo, Klöckner und Sachtleben nicht auch zu Verkaufsschlagern werden können? Wer hier aus Angst die Zukunft verschläft, zeigt nur seine mediale und unternehmerische Inkompetenz.
Wie die ideale Stadtwerbung aussieht, das läßt sich bestimmt nicht so allgemein sagen. Es hängt (natürlich) sehr stark von den örtlichen Verhältnissen ab. Schließlich ist nicht jede Stadt gleich. Ein wenig mehr Ideenreichtum und Engagement dürften viele Stadtinformationen aber schon zeigen.

In der Duisburger Stadtinformation erhalte ich Flyer über den Landschaftspark Nord, das Kultur- und Stadthistorische Museum, das Museum der Deutschen Binnenschiffahrt, den Zoo, das Museum Küppersmühle für moderne Kunst und das Lehrerhaus Friemersheim.
Für mich sind es bunte und nichtssagende Faltblätter. Sie enthalten eine kurze Beschreibung der Ausstellung und die üblichen Daten wie Adresse, Öffnungszeiten, Eintrittspreise. Wüßte ich bei den meisten Museen nicht, worum es sich dabei handelt, naja, die Broschüren würden mich nicht einladen, die Museen zu besuchen. Für mich ist das hübsche Allerweltswerbung, von der ich nicht weiß, ob sie mich nur deswegen nicht interessiert, weil ich selbst aus Duisburg komme.  Andreas Rüdig
 
Ort der Arbeitsvermittlung
Etwas entlegen im Duisburger Stadtteil Duissern liegt das Duisburger Arbeitsamt. Heißt das Amt eigentlich noch Arbeitsamt? Keine Ahnung. Durch die vielen Umbenennungen habe ich etwas den Anschluß verloren. Aber dies ist nicht das Thema, über das ich hier schreiben möchte.
Trotz seines freundlichen, hellen Anstrichs ist es ein typisches Bürogebäude. Über 7 Etagen hinweg reiht sich hier ein Büro an das andere. Im 7. Obergeschoß kommt eine Kantine, die im Prinzip auch für Besucher offen ist, hinzu.
Das BIZ - Berufsinformationszentrum ist im Erdgeschoß untergebracht. Riesig und luftig ist es hier; allein vier Vortragssäle finden hier Platz. Computerarbeitsplätze stehen hier den Besuchern zur Verfügung. "Die Internet - Center sind moderne Informationsplätze mit Internetzugang. Interessierte können hier die vielfachen Informationsmöglichkeiten des Internets nutzen, z. B. im Rahmen der Berufswahl und der Suche nach einem geeigneten Ausbildungs- und Arbeitsplatz," stellt ein Faltblatt die Computerarbeitsplätze vor. 4 (!) Telefone können kostenlos genutzt werden, um sofort Kontakt zu einem Arbeitgeber aufzunehmen. Außerdem bieten zwei Computer die Möglichkeit, kostenlos Bewerbungen zu erstellen.
Info - Mappen bieten Infos zu allen möglichen Berufen. Außerdem gibt es im BIZ jede Menge Informationen zum Thema Europa, Au - Pair, Hochschule / Studium, Bildungsangebote (auch vor Ort) und berufskundliche Zeitschriften für Jugendliche. Doch welche Infos werden mir tatsächlich geboten? Wie nützlich sind sie? Wie leicht ist der Internetzugang nutzbar? Viel zu schreiben wird es für mich in den kommenden Wochen geben.

Ich lese gerade das abi - Berufswahl - Magazin. Es ist das Heft 4 / 2007. Es ist im April 2007 erschienen. Die Rubriken "Arbeitsmarkt", "Studium", "Hochschulpanorama", "Studium & Beruf" und "Ausbildung & Beruf" interessieren mir in dieser Aufgabe nicht sonderlich. In ihnen geht es um den Beruf des Veterinärs, die katholische Universität Eichstätt - Ingolstadt, den Studiengang Versorgungstechnik und den Ausbildungsberuf des Medienkaufmanns für Digital und Print.
Mich interessiert das Schwerpunktthema mehr. "Ich will etwas machen mit Sprache" laut sein Titel. Ein erster Artikel gíbt einen Überblick über die Berufe, in denen Sprache eine wichtige Rolle spielt. In den folgenden Artikeln geht es um einen Computerlinguisten, eine Dolmetscherin, einen Texter und eine Projektmanagerin. Abschließend werden fünf Schüler befragt. "Was ist das Reizvolle an einer beruflichen Beschäftigung mit Sprache," lautet hier die Frage.
Ausgehend von einer ganzen bestimmten Person werden hier idealtypisch die Tätigkeiten beschrieben, die in einem Beruf anfallen. So entsteht eine anschauliche und lebendige Schilderung. Das Heft richtet sich insbesondere an Abiturienten, die in der Phase der Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche stecken. So informativ so ein Heft auch sein mag, zweifele ich doch ein wenig an seinem Nutzen. Grau ist alle Theorie. Oft genug entscheiden Punkte wie persönliche Beziehungen, Zufall, Glück, der Lehrstellen- und Arbeitsmarkt und die persönlichen Lebensverhältnisse über den weiteren beruflichen Lebensweg.

Die Zeitschrift "Unimagazin - Perspektiven für Beruf und Arbeitmarkt" richtet sich an angehende Studenten bzw. Leute, die ihr Studium bereits aufgenommen haben. Ich lese das Heft 2 / 2005. Das Heft enthält nicht nur mehrere Seiten mit Neuigkeiten; Berufsbeschreibungen des Galeristen und des Opto - Ingenieurs, eine Beschreibung des Arbeitsmarktes für Biologen, ein Unternehmensporträt der Unternehmensberatung Kienbaum und ein Branchenreport Weiterbildungsmarkt sind auch enthalten.
Viel wichtiger ist für mich das Schwerpunktthema. Es beschäftigt sich mit dem Arbeitsfeld Literatur. Hier kommen ein Werbetexter, eine Literaturagentin, eine Literaturwissenschaftlerin, ein Lektor, ein Drehbuchautor und ein Schriftsteller zu Wort. Das Special gibt einen groben und teilweise sehr persönlichen Überblick über das Arbeitsfeld.
Ein wenig enttäuschend, weil nicht sehr hilfreich ist das Schwerpunktthema. Wie wird man Autor? Wie sieht der Arbeitsmarkt aus? Welche Beschäftigungsmöglichkeiten und Alternativen gibt es? Das Heft ist an dieser Stelle zu oberflächlich. Auch wenn das Unimagazin auf den ersten Blick hochwertig aussieht, so sind die Ausführungen in dem Special doch irreführend.
Das exemplarische Schreiben vermittelt den Eindruck, daß - Talent und Zähigkeit vorausgesetzt - alles möglich ist. Wie finde ich einen Verlag? Welche Bedeutung spielen elektronische Medien? Gehören schreibende Journalisten, Entwickler von CD - Roms (z. B. Spiele, Unterrichtsprogramme) und Hörspielautoren auch zu dem Berufsfeld? Es gibt einfach zu viele Fragen, die hier nicht beantwortet werden. Es gibt mehr Schein als sein...

Das Heft "mach`s richtig - magazin der Berufsberatung" richtet sich an Haupt- und Realschüler, die sich in der Berufswahl und Bewerbung um eine Lehrstelle befinden. Ich lese das Heft 2 vom Februar 2007. Es beschreibt den Internetauftritt der Agentur für Arbeit in puncot Ausbildungsstellenvermittlung, neue Technologien im Beruf (insbesondere IT - Kenntnisse), die Frage, ob man als Lehrling ins Ausland gehen sollte, und die grünen Berufe. Entsprend den Zielgruppen sind die Sprache schlicht und einfach, die Inhalte eher praxisorientiert und die Seitengestaltung eher bunt und poppig.
Spricht das Heft 14jährige, 15jährige Schüler tatsächlich an? Ich habe keine rechte Vorstellung davon. "Na ja, muß wohl," lautet mein Eindruck. Ansonsten würde die Arbeitsverwaltung ein solches Heft ja nicht herausgeben.

"BBZ - Beruf Bildung Zukunft - Informationen für Arbeitnehmer/innen" heißt eine Schriftenreihe der Arbeitsverwaltung. Sie soll eine Entscheidungshilfe für Erwachsene sein, die in einer Phase der beruflichen Neuorientierung stehen. (Hoffe ich zumindest. Einen anderen Nutzen sehe ich nämlich nicht.)
Die Nummer 6 wendet sich an Arbeitnehmer ohne Berufsausbildung. In den ersten sechs Kapiteln geht es um Themen wie das Nachholen schulischer Abschlüsse, die Bedeutung einer Berufsausbildung, die unterschiedlichen Möglichkeiten beruflicher Weiterbildung und Qualifizierung, E - Learning und Fernunterricht und den Berufsabschluß ohne reguläre Ausbildung.
Auf über 45 Seiten werden dann insgesamt 20 Berufsbereiche vorgestellt. Das Spektrum reicht von den Bereichen Metall, Elektro, Bau und Holz über die Land- und Forstwirtschaft bis zu den Sozialberufen. Hier wird nicht nur allgemein berufliche Alternativen aufgezeigt. Es werden auch immer wieder in anonymisierter Form kurz Personen vorgestellt, die ihren Berufswunsch in den jeweiligen Branche verwirklichen konnten.
In dem letzten, kurzen Teil des Heftes zeigt die Arbeitsverwaltung, wie sie Ratsuchende finanziell und durch Beratung (z. B. Computerprogramme KursNet, BerufeNet oder das BIZ - Berufsinformationszentrum) unterstützen kann.
Die Unterrichtung der Öffentlichkeit ist eine der Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit. Ob ein Weg wie dieses Heft der richtige Weg ist, erscheint zweifelhaft. Die Informationen sind einfach zu allgemein und oberflächlich, als daß sie tatsächlich von Nutzen wären. Welche Aufgaben erledigt z. B. ein "Mediengestalter für Digital- und Printmedien"? Wann erhalte ich einen Bildungsgutscheint? Wieviel Geld erhalte ich vom Arbeitsamt? Allein dies sind Fragen, die in dem Heft nicht beantwortet werden. Weiß man um die geringe Qualität von Beratungsgesprächen bei der Arbeitsverwaltung, wird man hier als Ratsuchender alleingelassen. Schäm dich, liebes Arbeitsamt, ein wenig genauer und vor allem gründlicher hätte das Heft schon sein können.
Die Nummer 8 der Schriftenreihe beschäftigt sich mit dem 2. Bildungsweg. Ein kurzer, einführender Teil unterstreicht (noch einmal) die Bedeutung formaler Bildungsabschlüsse. Fast alle folgenden Seiten beschreiben dann die Bildungswege in den deutschen Bundesländern. Dieser Teil macht einen gründlich recherchieren Eindruck.
Auch wenn sie übersichtlich und gut überschaubar dargestellt sind, so sind die vielen Bildungsangebote doch sehr verwirrend für mich. Ich frage mich schon, ob da nicht eine gewisse Einheitlichkeit unter den Bundesländern geschaffen werden kann. So könnte wenigstens eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt sichergestellt werden.
Die Nummer 11 beschäftigt sich mit den nichtärztlichen Gesundheitsberufen und den Körperpflegeberufen. Nach dem üblichen allgemeinen Vorgeplänkel über die Bedeutung der beruflichen Bildung stellt das Heft diese Berufe vor. Doch oh wehe! Hier werden keine beruflichen Inhalte genannt. Ausgehend von einem Ausbildungsberuf werden Beschäftigungsalternativen, Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten genannt. Eine solche Vorgehensweise ist im Grund kontraproduktiv. Mich interessieren berufliche Inhalte, Verdienstmöglichkeiten, der berufliche Arbeitsmarkt, Arbeitsbedingungen und der Zugang zum Beruf viel mehr. Selbst wenn ich den Draht zu einem der Berufe habe, bin ich doch oft genug verunsichert. Dank der vielen Reformen im Gesundheitswesen weiß ich oft nicht, welche Leistungen von der Krankenkasse übernommen werden und welche die Patienten selbst bezahlen müssen. Angesichts dieser Unsicherheit wähle ich lieber einen Beruf, der scheinbar krisensicher ist. Daran ändern auch nichts die vielen Beratungsangebote, auf die das Heft hinweist.
Die Nummer 12 beschäftigt sich mit den Berufen im Gastgewerbe, Hauswirtschaft, Ernährung, Reinigung und im Umweltschutz. Da sie ähnlich aufgebaut ist, erspare ich mir hier den Kommentar.

Es gibt aber nicht nur Broschüren für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber. In der Broschüre "Was wäre ein Unternehmen ohne sein Personal" möchte sie die Arbeitsverwaltung "als innovativer Partner für den Arbeitsmarkt" vorstellen.
EURES und Jobbörse heißen zwei Vermittlungsangebote, die hier vorgestellt werden; der überwiegende Teil der Broschüre beschreibt aber die finanzielle Förderung von Betriebe, wenn sie neue Mitarbeiter einstellen.
Ganz egal, ob es um Lehrlinge, Schwerbehinderte, Kurzarbeit oder Altersteilzeit geht, es gibt viele Möglichkeiten, Betriebe zu fördern. Poppig und modern aufgemacht, bietet die Broschüre einen guten Einstieg in das Thema.

Wesentlich informativer ist da schon die Broschüre "was? wieviel? wer? Finanzielle Hilfen auf einen Blick". Wie frühere Ausgaben auch gibt die Ausgabe 2007 einen gründlichen, einigermaßen verständlichen und umfassenden Überblick über die Leistungen der Arbeitsverwaltung an Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Da alle Leistungen nach demselben Schema beschrieben werden (ohne allzusehr in die Tiefe zu gehen), fällt es dem Leser leicht, sich hier zu orientieren. Ob man das Geld dann auch tatsächlich erhält, kann aber nur ein klärendes Gespräch beim Arbeitsamt zeigen.

Auch auf Faltblatt "Saison - Kurzarbeitergeld" zählt zu den "Informationen für Arbeitgeber". In dem Faltblatt wird die Geldleistung kurz und verständlich erläutert. Wie gründlich die Ausführungen sind, kann ich allerdings nicht beurteilen. Was aber mehr an mir liegt. Schließlich bin ich kein Jurist, weiß also nicht, welche Vorgaben das SGB macht.

Das Faltblatt "Den passenden Mitarbeiter finden - Unsere Bewerberauswahl für Ihr Unternehmen" gehört ebenfalls zu der Schriftenreihe "Informationen für Arbeitgeber". Für mich hat das Faltblatt eher deklaratorischen Charakter. Schließlich ist es ja Aufgabe der Arbeitsverwaltung, Arbeitgeber und Arbeitssuchende miteinander in Kontakt zu bringen - so sollen Arbeitslosigkeit vermieden und offene Stellen besetzt werden. Oder ist das blauäugige Theorie? Ist die Arbeitsverwaltung heute nur noch dazu da, Arbeitslosigkeit zu verwalten und Arbeitslose so lange zu triezen, bis sie sich selbständig eine Arbeit suchen?

Das Merkblatt Nr. 3 beschreibt die "Vermittlungsdienste und Leistungen" der Bundesagentur für Arbeit. (Die Gänsefüßchen zeigen an, wie der Titel des Merkblatts lautet.) Inhaltlich ist das Merkblatt sicherlich richtig. Sprachlich könnte es aber durchaus aufgewertet werden. Da es nicht um komplizierte juristische Zusammenhänge geht, muß nicht jedes Wort auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt werden. Es würde ja schon reichen, wenn die nächste Auflage allgemeinverständlicher geschrieben wäre. Wird aus der Formulierung "die Leistung wird gewährt" die Formulierung "das Geld wird gezahlt", dann lesen die Kunden des Arbeitsamtes das Merkblatt auch viel lieber.

Das Faltblatt "Die Job - Börse unter
www.arbeitsagentur.de" läuft unter der Rubrik "Informationen für Arbeitnehmer". Dieses Faltblatt beschreibt den Internetauftritt des Arbeitsamtes, genauer gesagt den Teil, in dem Bewerberprofile erstellt und Stellen gesucht werden können. Für jemanden, der noch nie auf diese Weise eine Arbeits- oder Lehrstelle suchte, ist der Informationsgehalt sicherlich sehr hoch. Das Faltblatt ist modern und ansprechend gestaltet und daher leicht verständlich. Es sollte daher häufiger in den Berufsinformationszentren ausliegen. Schließlich gibt es dort die Computer, an denen man nach Arbeits- und Ausbildungsstellen suchen kann.

Das Faltblatt "Das Netzwerk für Berufe BerufeNet Berufe von A bis Z" soll zwar das Computerprogramm "BerufeNet" beschreiben, ist mir persönlich aber zu ungenau. Würde ich das Programm nicht aus eigner Anschauung kennen, wüßte ich nicht, wie groß in BerufeNet das Informationsangebot ist. Bei dem Faltblatt sind auf jeden Fall Nachbesserungen vonnöten und zwar dahingehend, daß die aufrufbaren Seiten beispielhaft genannt und beschrieben werden.

Das Faltblatt "Eine Chance mehr Die private Vermittlung Vermittlungsgutschein" beschreibt kurz und bündig alles, was man über den Vermittlungsgutschein wissen muß. Soweit ich es beurteilen kann, sind hier alle wichtigen Informationen enthalten. Somit erfüllt das Faltblatt seinen Zweck.

"Vermittlung und Beschäftigung von Saisonarbeitnehmern Eine Chance für Sie" heißt eine Informationsbroschüre, deren Zielsetzung mit nicht klar ist. Sollen Arbeitslose zum Spargelstechen und zur Weinlese animiert werden? Hinzuverdienst macht für mich nur dann Sinn, wenn er auf längere Zeit angelegt ist. Was nützt mir die schnelle Mark, die morgen schon wieder ausgegeben ist? Die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen sollte Vorrang genießen. Doch wo kein Kläger ist, dort ist auch kein Richter - solange die Bundesagentur für Arbeit nicht in der Lage ist, neue Beschäftigung zu schaffen, solange wird sie Menschen auch zur Saisonarbeit zwingen.

Die Nummer 28 der Schriftenreihe "BBZ - Beruf Bildung Zukunft - Informationen für Akademiker/innen" trägt den Titel "Rechts- und Wirtschaftswissenschaften - Arbeitsmarkt und Weiterbildung". Das erste Kapitel heißt "Der Arbeitsmarkt" . Es gibt einen guten Überblick über die Branchen, in denen Juristen und Wirtschaftswissenschaftler jeglicher Couleur eingesetzt werden und welche Tätigkeiten sie dort übernehmen können. Wer also mitten im Studium steht und wissen möchte, wo sich für ihn neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen könnten, der wird hier sicherlich konkrete Anregungen finden.
Das folgende Kapitel heißt "Jobsuche für Einsteiger und Profis". Es nennt Bundes- und Landesbehörden, die noch Nachwuchskräfte einstellen, und gibt Tipps zur Bewerbung. Auch Themen wie Jobmessen, Netzwerkbildung und Zeitarbeit werden hier - beispielhaft - angesprochen.
"Gezielt weiterbilden" heißt das nächste Kapitel. Im Grunde macht die Arbeitsverwaltung Werbung für ihre eigenen Hilfsangebote (KURSNet, Förderung nach dem SGB III, Bildungsgutschein). Hier geht es nicht um Fachwissen, sondern um weiche Schlüsselqualifikationen wie unternehmerisches Denken, Verhandlungsmanagement, Führungsfähigkeit sowie Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit - also die Kompetenzen, die während des Studiums eher vernachlässigt werden.
"Wege die in Selbständigkeit" heißt das Kapitel, das sich mit der Existenzgründung bei Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern beschäftigt. Neben allgemeinen Ratschlägen erfolgt auch hier wieder der Hinweis auf die Förderungsmöglichkeiten der Arbeitsverwaltung.
Ähnlich ist das Kapitel "Arbeiten im Ausland". Hier weist die Arbeitsverwaltung zwar auf die Beschäftigungsmöglichkeiten bei Internationalen Organisationen, Auswärtigem Dienst, Entwicklungshilfe u. ä. hin. Gleichzeitig wirbt sie aber auch für die eigenen, spezialisierten Fachvermittlungsdienste.
Ich selbst bin Journalist und Diplom - Verwaltungswirt und gehöre damit nicht zur originären Zielgruppe des Heftes. Auf mich wirkt das Heft aber schon sehr informativ und impulsgebend. Allein schon der Gedanke, daß Juristen nicht nur als Rechtsanwälte, Richter oder Rechtsanwälte arbeiten können, sondern Beschäftigungsalternativen besitzen (und welche), ist für mich reizvoll. Es sollte mehr Hefte wie diese geben.

Das Faltblatt "Beruf Bildung Zukunft Frauen und Beruf Arbeitsmarkt und Weiterbildung" macht Werbung für die Nummer 7 der Schriftenreihe "BBZ - Beruf Bildung Zukunft". "Das Heft macht Frauen Mut, ihre beruflichen Ziele zu finden und zu verwirklichen," wirbt das Faltblatt.
Hat es die Arbeitsverwaltung wirklich nötig, so für ihre eigenen Publikationen zu werben? Mich dünkt dieses Faltblatt ist Geldverschwendung, wenn nicht gar eine Unverschämtheit. Die Schriftenreihe "BBZ Beruf Bildung Zukunft" ist kostenlos in den Arbeitsämtern vor Ort erhältich. Möchte die Arbeitsverwaltung Werbung dafür machen, gibt es bessere Wege dafür. Eine Veröffentlichung im Internet oder das Auslegen der Schriftenreihe in Stadtbüchereien und Volkshochschulen seien hier als Beispiele genannt. Das gleiche gilt für das Faltblatt "BBZ Beruf Bildung Zukunft Nr. 9 Existenzgründung Wege in die Selbständigkeit".

Wesentlich interessanter ist da schon die Broschüre "Zeigen, was man kann Tipps für Bewerbung und Vorstellung". Sie gibt Tipps für die schriftliche Bewerbung, zeigt beispielhaft Bewerbungsschreiben und Lebensläufe und zu guter Letzt Tipps für das Vorstellungsgespräch. In einem letzten Kapitel (Titel: "Ihr Arbeitsamt hilft Ihnen Chancen nutzen durch das Arbeitsamt") wird idealtypisch aufgezeigt, wie das Arbeitsamt helfen kann.

"Job Profi Ihr Trainingsprogramm zum neuen Job " heißt eine Broschüre, die Informationen für Arbeitnehmer bereithält. "Der Job Profi geht in vier Schritten vor. `Die SituationsanalyseŽ beginnt mit der sachlichen Einschätzung Ihres aktuellen Leistungsstands und dem Treffen der Vorbereitungen für Ihre Bewerbung. Im Kapitel `Das ZielŽ möchte wir Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, sich auch außerhalb Ihres bisherigen Berufs neue Ziele zu suchen. Der`BewerbungstrainerŽ und der`BewerbungsplanerŽ schließlich machen Sie fit in allen Belangen rund um ihre schriftliche Bewerbung und das Vorstellungsgespräch," berichtet die Einführung zu Beginn des Heftes.
Dies ist die umfangreichste Hilfestellung, die die Arbeitsverwaltung in puncto Bewerbung bereithält. Und zugleich auch die schwierigste. Hier muß ich nämlich eine Selbstdarstellung meiner eigenen Person vornehmen. Da sich Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung oft deutlich unterscheiden, kann es hier leicht zu Fehlurteilen kommen. Aber egal. Nimmt man die Ratschläge hinzu, die die Bundesagentur für Arbeit ergänzend hinzufügt, ergibt sich ein inhaltlich runder Teil, der durchaus nützlich sein kann.

"Hinweise und Hilfen zur Existenzgründung Ein Wegweise für den Schritt in die Selbständigkeit " heißt ein Faltblatt, das bei der Arbeitsverwaltung erhältlich ist. Wichtigster Bestandteil des Faltblatts sind die Förderungsmöglichkeiten, die die Bundesagentur für Arbeit anbietet. Die Hilfe kann in Form von Geld und Beratung erfolgen. Wer also mit dem Gedanken spielt, den Sprung ins kalte Naß der beruflichen Selbständigkeit zu wagen, sollte sich also unbedingt bei der örtlichen Agentur für Arbeit beraten lassen.

"Arbeitsmarkt - Informationen für qualifizierte Fach- und Führungskräfte" heiße eine Schriftenreihe, die die Arbeitsverwaltung herausgibt. Das Exemplar "Der Arbeitsmarkt für IT - Expertinnen und IT - Experten" ist eine kurze, knappe Bleiwüste, die durch viele Abbildungen ergänz wird. Die veröffentlichten Zahlen werden wohl stimmen; gleichzeitig ist die Publikation der "Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit" irgendwie unbefriedigend. Es fehlt eine Aussage darüber, welche Schlüsse ich als angehender Informatiker daraus ziehen kann. Inwieweit sind Filmwirtschaft, Luft- und Raumfahrt oder Verkehrstechnik berufliche Alternativen? Welche Chancen haben Seiteneinsteiger? Wie sieht das ideale Studium der Informatik aus? Fragen wie diese werden gar nicht erst gestellt, geschweige denn beantwortet.
Das Heft "Der Arbeitsmarkt für Apothekerinnen und Apotheker" kann ich schlecht einschätzen. Auf den ersten Blick wirkt es sehr umfangreich, informativ und gut recherchiert. Ob die hier enthaltenen Informationen nützlich und brauchbar sind, wird die Zielgruppe der Apotheker sicher besser beurteilen können als ich.

Die Broschüre "Mobil in Europa Chance - Wagnis - Perspektive Arbeiten im Ausland" liegt im Idealfall in jedem örtlichen Arbeitsamt aus. Ihr wichtigstes Kapitel heißt "Von Belgien bis Zypern - Die Arbeitsmärkte im Überblick". Darin werden die Arbeitsmärkte der EU - Mitgliedsstaaten überblickartige vorgestellt. Gleichzeitig kommen auch immer wieder Deutsche zu Wort, die zum Arbeiten ins Ausland gegangen sind und in der neuen Heimat (beruflich) Fuß faßten. Wichtig ist auch das Kapitel "Probezeiten und Mindestlöhne - Die Regeln unserer Nachbarn". Hier werden die wichtigsten arbeitsrechtlichen Bestimmungen aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Irland und Norwegen vorgestellt.
Ich persönlich hatte mir auch schon überlegt, ob ich im Ausland arbeiten soll. Aus praktischen Gründen (ich kann zwar Englisch, das Sprechen fällt mir aber immer noch einfacher als das Schreiben) wäre mir dabei am deutschsprachigen Ausland gelegen. Doch wie es so kommt. Gescheitert bin ich eher an meiner eigenen Trägkeit denn an unüberwindlichen Schwierigkeiten. Als Journalist ist es für mich zwar nicht schwierig, Kontakte zu Zeitungen in Österreich, Liechtenstein und der Schweiz herzustellen; da Duisburg aber nicht im grenznahen Raum liegt, ist eine Kontaktaufnahme aber auch mit Kosten und Mühen verbunden, die ich bisher scheute. Und wie ich freie Stellen im Ausland entdecke, das verrät mir das vorliegende Heft nicht. Es stellt zu einseitig die Vorteile einer Beschäftigung im Ausland vor, ohne Gefahrenquellen zu nennen. Was ist mit der Sozialversicherung? Werden Schul- und Berufsabschlüsse anerkannt? Was ist, wenn ich arbeitslos werde und nach Deutschland zurückkehre? Fragen wie diese hätten wenigstens angerissen werden müssen.

Die Nr. 7 der Serie BBZ beschäftigt sich mit dem Thema "Frauen im Beruf - Arbeitsmarkt und Bildung". "Frauen sind im Berufsleben mit anderen Fragen und Herausforderungen konfrontiert als Männer. In diesem Heft wurden nun Informationen rund um den Arbeitsmarkt, Wiedereinstieg und Weiterbildung zusammengetragen - so allgemein wie nötig und so speziell wie möglich," berichtet das Vorwort.
Das Kapitel "Frauen und Beruf" kümmert sich um Themen wie Selbständigkeit, Berufe mit Zukunft, Beziehungspflege, Teilzeit / Gleitzeit und Gleichstellung von Männern und Frauen.
Das Kapitel "Kind und Karriere - der Wiedereinstieg in den Beruf" beschäftigt sich mit der familienfreundlichen Gestaltung der Arbeitswelt. Im Kapitel "Aus- und Weiterbildung" geht es um Themen wie Meister - Bafög, Studieren ohne Abitur und Externenprüfung (Berufsabschluß ohne reguläre Ausbildung). Das Kapitel "Brachenüberblick" beschreibt 8 verschieden Branchen - Kunst und Kultur, Tourismus und Verkehr sowie Handwerk seien hier als Beispiele genannt. Das letzte Kapitel "Das kann die Agentur für Arbeit für Sie tun" beschreibt die Hilfsangebote der Arbeitsverwaltung.
Das Heft ist optisch gut gestaltet. Viele Fotos und Schaubilder ergänzen die Textbausteine. Auch inhaltlich überzeugt das Heft. Sachlich, informativ und dennoch gut verständlich informiert es über alle wichtigen Themen, die für Frauen wichtig sind. Mit 97 Seiten ist das Heft sehr umfangreich geraten. Dieser Umfang ist aber auch nötig. Nur so können die Leserinnen gründlich und umfangreich informiert werden. Hört sich blöd an, nicht wahr? Was ich sagen möchte, ist, daß dieser Umfang erforderlich ist, damit Frauen in einer Umbruchsituation vernünftigt und angemessen informiert werden.
Die Nummer 9 der Serie BBZ - Beruf Bildung Zukunft beschäftigt sich mit dem Thema "Existenzgründung - Wege in die Selbständigkeit". Das erste hier enthaltene Kapitel heißt "Wege in die Selbständigkeit". Hier geht es um Franchise, Existenzgründungen im Handwerk und in den Freien Berufen und alternative Unternehmensnachfolgen.
"Planung und Umsatz" ist das nächste Kapitel benannt. Hier geht es um Fragen der Finanzierung, Rechtsform, die Erstellung des Konzepts und die Formalien, mit denen sich Existenzgründer herumschlagen müssen. Ein Konzept ist für die Standortwahl, Marketing, Leistungsangebot, Konkurrenzanalyse und Personalplanung wichtig. Die Hilfsangebot der Arbeitsverwaltung sowie Adressen- und Förderprogramme machen die beiden folgenden, umfangreichen Kapitel aus.
Auch dieses Heft ist 97 Seiten stark. Dieser Umfang ist aber auch erforderlich. Die berufliche Selbständigkeit will gut überlegt werden. Zu groß ist die Gefahr, daß man sich mit einem schlecht vorbereiteten Sprung ins kalte Wasser selbst ruiniert. Das vorliegende Heft bietet eine gute Basis für die eigenen Planungen und Überlegungen.

"Ready for job Chancen für Jungs mit Zukunft" heißt eine flippige und poppige Broschüre für Jugendliche. Mir ist der Nutzen dieser Broschüre nicht so ganz klar. Die Broschüre beschreibt beispielsweise keine Berufe und gibt keine Tipps für Bewerbungen. Daher weiß ich nicht so genau, was ich mit dieser Broschüre anfangen soll. Das gleiche gilt übrigens auch für die Broschüre "Style your future - Berufe für Mädchen mit Zukunft".

"Mobil in Europa Ausbildung Studium Arbeit" heißt eine Serie, die sich mit verschiedenen Ländern in Europa beschäftigt. Ich habe das Heft über Litauen in die Hand genommen. "Land und Leute", "Ausbildung", "Studium", "Jobs und Praktika", "Arbeiten in...", "Weiterbildung", "Formalitäten", "Soziale Absicherung", "Info - Material" und "Information & Beratung" heißen die Kapitel, die in diesem Heft - wie übrigens in allen anderen Heften auch - vorkommen.
Das Heft gibt einen guten Überblick über den Arbeitsmarkt in Litauen, ohne allzusehr in die Tiefe zu gehen. Welche Universitäten mit welchen Studienangeboten gibt es? Welchen Sinn macht es, eine Ausbildung in Litauen zu absolvieren? Wann macht es Sinn, eine Arbeitsstelle in Litauen zu suchen? Fragen wie diese werden hier gar nicht erst gestellt? Dieses Heft (also nicht nur das über Litauen) ist mir an vielen Stellen zu ungenau und oberflächlich, um wirklich gut zu sein.

Das "Merkblatt für Arbeitslose 1 Ihre Rechte - Ihre Pflichten Voraussetzungen Hinweise für Nichtleistungsbezieher" bekommt man - im Idealfall - bei der Arbeitslosmeldung in die Hand gedrückt. Im Grunde beschreibt das Merkblatt, wann, wie und unter welchen Voraussetzungen man Arbeitslosengeld als Sozialleistung erhält. Das Merkblatt beschreibt den Stand von Januar 2005. Ich bin mir nicht sicher, wie aktuell das Merkblatt ist. Nur ein Beispiel: "Muß man sich nicht schon dann arbeitslos melden, wenn man die Kündigung in den Händen hält, und zwar unabhängig davon, wann die Kündigung wirksam wird," lautet eine Frage, von der ich die richtige Antwort nicht kenne. Glaubt man der Tagespresse, werden wohl viele Sperrzeiten verhängt, weil sich Arbeitnehmer zu spät arbeitslos melden. Wer arbeitslos ist, sollte sich also ein aktuelles Exemplar des Merkblattes besorgen.

Die Broschüren "Wir bilden aus Fachangestellte/r für Arbeitsförderung Bewerberinformationen" richtet sich an Leute, die sich für eine Ausbildung bei der Arbeitsverwaltung interessieren. Zielgruppe sind Realschüler, die für den (ehemaligen?) mittleren Dienst qualifiziert werden.
"Studieren bei der BA Bachelorstudium und Karriere Beschäftigungsorientierte Beratung und Fallmanagement" und "Studieren bei der BA Bachelorstudium und Karriere Arbeitsmarktmanagement" heißen Broschüren, die Abiturienten zur Arbeitsverwaltung locken sollen. Mir persönlich sind die Faltblätter zu oberflächlich. Es werden weder Studienorte, Bezahlung, Übernahme nach dem Studium noch sonstige Anreize genannt. Nehme ich diese Art der Präsentation als Grundlage für meine Berufswahl, ist die Arbeitsverwaltung ein Ausbildungsanbieter unter vielen. Für wen ich mich da wohl entscheide?

Die Nummer 6 der Serie "BBZ - Beruf Bildung Zukunft" beschäftigt sich mit dem Thema "Ohne Berufsausbildung". Das Heft beschreibt nicht nur in mehreren Kapiteln, warum berufliche Bildung wichtig ist, wo man sie erwerben kann und welche Beratungs- und Hilfsangebote das Arbeitsamt bereithält. Einen sehr großen Umfang nehmen die insgesamt 20 Berufsbereiche ein, die das Heft beschreibt. Vom Gartenbau, der Land- und Forstwirtschaft über Papier, Textil, und Bekleidung bis hin zum Holz, Metall und Glas reicht dabei die Themenpalette. Gerade dieser Bereich ist mir persönlich aber zu oberflächlich. Kein Beruf wird genau und detailliert beschrieben; es fehlen die anschaulichen Beispiele aus der täglichen Praxis. Würde ich wissen wollen, was ein Modis, Chemikant oder Mechaniker in Reifen- und Vulkanisationstechnik macht, müßte ich schon andere berufskundliche Literatur zur Hand nehmen. Für mich ist dies ein großes Manko. Die Frage der finanziellen Förderung und der Hilfsangebote ist zwar (auch) wichtig; noch wichtiger ist aber die Frage, was ich (wann und wie) machen möchte. Um diese Grundentscheidung treffen zu können, ist die Datenlage einfach zu dürftig.

"Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmer" heißt eine Publikation, die in der Schriftenreihe "Mobil in Europa" erschienen ist. Der Artikel "Der Weg ins Ausland - Chancen für Ältere" zeigt - allgemein und oberflächlich gehalten - die Probleme auf, die ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt haben. Interessanter sind schon die Länderporträts, die hier enthalten sind - "Länderporträts Wo lohnt sich die Jobsuche?" ist der Artikel überschrieben. Wer nach Dänemark, Finnland, in die Niederlande, nach Österreich, Schweden, in die Schweiz oder nach Großbritannien möchte, wird hier erste Informationen über den Arbeitsmarkt für Ältere erhalten. Auch dieser Artikel ist unbefriedigend, weil oberflächlich und allgemein gehalten.
Ich frage mich schon, warum die Arbeitsverwaltung überhaupt ein solches Heft herausgibt. Ich empfinde es als belanglos. Wer auswandern möchte, der sollte zu besserer und gründlicherer Literatur greifen und andere Beratungsangebote in Anspruch nehmen.

"Wie nutze ich meine Chancen?" heißt ein Faltblatt der Agentur für Arbeit. Das Duisburger Arbeitsamt wirbt damit für die Informationsveranstaltung "Familie und Beruf, wie nutze ich meine Chancen?", die 2007 monatlich in den Räumlichkeiten des BIZ stattfindet. Berufsrückkehrer sollen hier erste Anreggungen erhalten, wie man den weiteren beruflichen Lebensweg planen kann.

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Bundesagentur für Arbeit gab die Faltblätter "Anfragen und Auftrag" (1) und "Zurück in den Beruf - Fit für den Wiedereinstieg" (2) heraus.
Die Nummer (1) beschreibt in schönen Worten die Aufgabenstellung und Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten. In der täglichen Praxis vor Ort habe ich noch nie von der Person gehört. Gibt es eine Gleichstellungsbeauftragte nur in Nürnberg bei der Hauptstelle der Bundesagentur für Arbeit oder auch bei der Agentur für Arbeit in Duisburg? Wie heißt diese Person? Welche Arbeit leistet sie? Ohne diese Faltblatt wüßte ich überhaupt nicht, daß es das Amt überhaupt gibt. Sehr wichtig kann es also nicht sein.
Auch das Heft (2) scheint mir überflüssig zu sein. Es verweist im Grunde genommen nur auf die Beratungsangebote speziell für Frauen. Beide Faltblätter sind nichts weiter als Hochglanzprodukte, deren Nutzen und Informationsgehalt mir persönlich doch sehr gering erscheint.

Insgesamt 19 Merkblätter, die die Dienste und Leistungen der Arbeitsverwaltung beschreiben, hat die Bundesagentur für Arbeit herausgegeben. Die Nummer 18 trägt den Titel "Frauen und Beruf Fragen, Antworten, Tipps". Vordergründig geht es hier um die Förderung von Frauen und Familien. Tatsächlich beschreibt die Broschüre aber nur das Leistungsrecht, wie es in den jeweiligen einschlägigen Gesetzen niedergelegt ist. Für mich ist dieses Merkblatt insofern überflüssig, weil die hier beschriebenen Sachverhalte schon in vielen anderen Merkblättern auftauchen. Fragen wie die Zumutbarkeit einer Beschäftigung, Sperrzeit, Eigenbemühungen und Weiterbildung betreffen nämlich Männer und Frauen gleichermaßen, werden also in dem vorliegenden Merkblatt bestenfalls nur wiedergekäut. Ein Gesetz wird nich deswegen besser oder leichter verständlich, indem es immer wieder unter verschiedenen Gesichtspunkten besprochen wird.
An dieser Stelle möchte ich kurz auf verschiedene andere Merkblätter eingehen. Die Nummer 10 heißt "Insolvenzgeld für Arbeitnehmer" und beschreibt ziemlich trocken das frühere Konkursausfallgeld. Die Nummer 14 trägt den Titel "Gleitender Übergang in den Ruhestand Heinweise für Arbeitgeber und Arbeitnehmer". Das Merkblatt beschreibt die Regelungen des Altersteilzeitgesetz. Inhaltlich sind die Merkblätter sicherlich richtig. So staubtrocken, wie die Merkblätter verfaßt sind, sind sie eigentlich nur für Rechtsanwälte geeignet. Die verstehen wenigstens, worum es hier geht. Das Merkblatt mit der Nummer 11 beschreibt die Angebote der Berufsberatung. Das Merkblatt beschreibt einigermaßen verständlich die Leistungen, Hilfestellungen und die finanziellen Leistungen der Berufsberatung. Dieses Merkblatt wendet sich an Jugendliche, die in der Berufswahlphase stehen und eine Ausbildungsstelle suchen. Ich merke beim Lesen deutlich, wie sich die Berufsberatung durch die Reformen des Arbeitsmarktes veränderte. Ohne die tägliche Praxis zu kennen, habe ich den Eindruck, daß die (aktive) Vermittlung von Ausbildungsstellen zurückgedrängt wurde - zugunsten welcher Leistung? Selbst beim aufmerksamen Lesen ist mir nicht so ganz klar, wohin die Reise für die Berufsberatung geht.
Das Merkblatt Nr. 17 trägt den Titel "Berücksichtigung von Entlassungsentschädigungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer". Unterstützt durch viele Beispiele werden hier die Regelungen der § 143a SGB III und § 115 SGB X erklärt. Ob das Merkblatt wirklich gut verständlich ist? Das sei einmal dahingestellt. Dafür ist die Juristerei doch zu kompliziert.

"IABKurzbericht" heißt eine Veröffentlichung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Naja, genaugenommen ist es eine Schriftenreihe, die in unregelmäßigen Abständen seit 1976 herauskommt. Die jeweiligen Ausgaben beschäftigen sich auf wissenschaftliche Weise mit Fragen des Arbeitsmarktes. Die Nr. 20 vom 28.8.2002 und die Nr. 21 vom 29.8.2002 beschäftigen sich mit dem Thema Zeitarbeit. Die Ausgabe Nr. 1 vom 5.2.2003 beschreibt den deutschen Arbeitsmarkt der Jahre 2003 und 2004. Die Nr. 3 vom 20.3.2003 geht den Folgen des Irak - Krieges für den deutschen Arbeitsmarkt auf den Grund. Die Kurzberichte sind sehr wissenschaftlich gehalten; mir ist dabei nicht so ganz klar, wer zur Zielgruppe der Kurzberichte gehört. Die Politik? Die Führungsetage der Arbeitsverwaltung? Keine Ahnung.
Das Grundkonzept dieser Schriftenreihe sollte schon überdacht werden. Eine regelmäßige Erscheinungsweise, praxisbezogene Themen und eine gut verständliche Darstellungsform sollten dabei der Maßstab sein. Nur so kann sichergestellt werden, daß die Ergebnisse auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.

Die Nr. 3 der Schriftenreihe BBZ - Beruf Bildung Zukunft beschäftigt sich mit dem Thema "Zeitarbeit". In diesem sehr dünnen Heft werden viele praktische und rechtliche Fragen zum Thema Zeitarbeit beantwortet. Gleichzeitig sollen die möglichen Vorteile der Zeitarbeit herausgearbeitet werden.
Ebenfalls die Nummer 3 ist die Schrift, die sich mit der beruflichen Umschulung beschäftigt. Das Heft ist quasi eine 08 / 15 - Ausgabe. Hier werden die Beratungsangebote und finanziellen Hilfestellungen der Arbeitsverwaltung genannt. Die 14 Berufsbereiche, die als Bildungsziele für Ratsuchende in Frage kommen, werden in so vielen anderen Ausgaben der BBZ - Serie genannt, daß sie keine wirkliche Neuigkeit sind. Da berufskundliche Beschreibungen fehlen, habe ich oft keine genaue Vorstellung davon, welche Tätigkeiten in einem bestimmten Beruf ausgeführt werden. Dieses Heft wirkt wie allgemeins Geschwafel auf mich. Müßte ich persönlich mich wirklich beruflich neu orientieren, könnte ich dieses Heft nicht gebrauchen. Ich würde es bestimmt ganz schnell beiseite legen.
Ähnliches gilt für die Nr. 5; sie heißt "Soldatinnen und Soldaten auf Zeit - Start in das zivile Berufsleben": Auch hier gibt es viel Geschwafel ohne Tiefgang. Lediglich das Kapitel "Berufsförderung der Bundeswehr" besitzt noch einen gewissen Nährwert. Das Kapitel besitzt nämlich noch einen gewissen Praxisbezug. Hier bekommen die (ehemaligen) Soldaten vermittelt, wie die Bundeswehr ganz konkret ihre Soldaten beruflich fördert - finanziell, schulisch und durch Beratung. Wer also das Ende seiner Dienstzeit vor Augen hat, der wird also durchaus einen Nutzen aus dieser Publikation ziehen können.

"Nationaler Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife" heißt eine Broschüre, von der ich nur erwähnen möchte, daß es sie gibt. Die Broschüre richtet sich an diejenigen Institutionen und Fachleute, die sich mit dem Übergang von der Schule in die Ausbildung beschäftigen und dabei immer wieder auf die Frage stoßen, welche Anforderungen die Wirtschaft an ihre zukünftigen Lehrlinge stellt. Wichtigster Bestandteil des Heftes ist der Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife mit seiner Beschreibung der Merkmale und Kriterien. Aber, wie gesagt: Die Broschüre wendet sich an Fachleute. Irgendeine praktische Bedeutung besitzt die Broschüre nicht für mich.

Wesentlich interessanter sind die beiden Faltblätter aus der Serie "Wichtige Informationen für Bezieher von Arbeitslosengeld". Das Faltblatt "Wissenswertes für über 58jährige" erklärt leicht verständlich, welche Regelungen für ältere Arbeitnehmer bestehen, wenn sie Arbeitslosengeld beziehen. Das Faltblatt "Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen" wendet sich an Arbeitslose, die Arbeitslosengeld erhalten und daneben noch ein Nebeneinkommen erwirtschaften. Da die gesetzlichen Vorschriften kompliziert sind, sind die Ausführungen auch nur mäßig verständlich.

Das Faltblatt "Vielleicht ist der Fachmann, den Sie suchen, eine Frau ... Hinweise zur Personalauswahl" ist eines jener Hochglanzprodukte, mit denen die Arbeitsverwaltung die Gleichberechtigung von Mann und Frau propagiert. Viele schöne Worte lese ich, einen praktischen Nutzen sehe ich nicht.
Das Faltblatt "Schule beendet? Kein Ausbildungsplatz? Lust auf Zukunft? EQJ - Der alternative Start" sei hier nur am Rande erwähnt. Es soll für die "Einstiegsqualifzierung für Jugendliche" werben. Auf diese Weise sollen Jugendliche versorgt werden, die nach der Schule noch keinen Ausbildungsplatz haben.

Die Nummer 4 der Serie BBZ - Beruf Bildung Zukunft beschäftigt sich mit dem Thema "Chancen für Menschen mit Behinderungen Teilhabe durch berufliche Rehabilitation". Die Arbeitsverwaltung beschreibt hier sehr detailliert, wie sie dieser Personengruppe helfen kann. Der Ärztliche Dienst kommt hier genauso vor wie der Psychologische Dienst und der Technische Beratungsdienst. Berufsförderungswerke werden genauso vorgestellt wie Werkstätten für behinderte Menschen. Daß Querschnittsgelähmte anders gefördert werden müssen (und auch können) als Blinde und Gehörlose, wird hier schnell deutlich. Auch wenn ich persönlich nicht zu der Gruppe der Schwerbehinderten gehöre, ist die Broschüre dennoch interessant für mich. Die Förderungsmöglichkeiten für Schwerbehinderte sind in der Öffentlichkeit dermaßen unbekannt, daß eine Broschüre wie diese schon wichtig ist. Natürlich kann hier nicht jeder Spezialfall behandelt werden; für weitere Fragen sind dann die örtlichen Arbeitsämter da. Andreas Rüdig