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1. August 1929 – Eingemeindung des
heutigen Duisburger Südens
Mit der Eingemeindung der beiden Städte Ruhrort und Meiderich im
Jahr 1905 umfasste das Duisburger Stadtgebiet bereits eine Fläche
von 7.073 Hektar. Bei Reichsgründung 1871 hatten Alt-Duisburg,
Ruhrort und Meiderich zusammen knapp 50.000 Einwohner. Bis Ende 1929
wuchs die Bevölkerung um das Fünfeinhalbfache. Bis zur
Jahrhundertwende stammte der weitaus größte Teil der Zugewanderten
aus dem Rheinland, Belgien und den Niederlanden. Dreiviertel der
Bevölkerung hatte noch nicht das 40. Lebensjahr erreicht. Davon
waren allerdings nur etwa 50 Prozent im arbeitsfähigen Alter.
Oberbürgermeister Karl Jarres bezeichnete den Zuwachs der
Bevölkerungszahl als beängstigend, da nicht genügend Fläche für die
Wohnbebauung zur Verfügung stand. Der Stadt standen nur etwa 300
Hektar zur Neubebauung zur Verfügung. Karl Jarres schlug deshalb
vor, das Stadtgebiet unter Einbeziehung der linksrheinischen Städte
Homberg und Rheinhausen sowie des nördlichen Teils des Landkreises
Düsseldorf und der Stadt Hamborn zu erweitern. Waren es im Jahr 1870
in Alt Duisburg 28.865, in Ruhrort 13.421 und Meiderich 9.349
Einwohner, so stieg die Zahl nach der Vereinigung am 1. Dezember
1905 auf 192.346 und bis zum 31. Dezember 1928 auf 277.671!
Entwicklung des Duisburger Stadtgebietes bis 1929
Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg hatten das Problem einer
vernünftigen kommunalen „Flurbereinigung“ zu einer Lebensfrage des
Industriebezirks werden lassen. Im Süden grenzte die Gemeinde
Duisburg an den Landkreis Düsseldorf. Ein Kuriosum war es,
dass der
industriell hoch entwickelte Stadtteil Wanheim Angerhausen vom
übrigen Duisburger Stadtgebiet durch einen einspringenden Teil des
Landkreises Düsseldorf, dem „Eichelskamp“, abgeschnitten war.
Das Hauptinteresse an der vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf
vorgeschlagenen Eingemeindung im Süden waren neben den riesigen
Freiflächen für die Deckung des Wohnungsbedarfs auch die
wirtschaftlichen Reize durch die Industriebetriebe Curtius,
Mannesmann und die Hahnschen Werke, die man als Einheit mit dem
Industriegebiet
in Wanheim sah, und deren Frachtverkehr (Ausnahme
Hahnsche Werke) über die Anschlussbahn von Hochfeld, aus erfolgte.
Hier wurde eine Verlängerung nach Mündelheim diskutiert.
Der Stärkung seiner Position als wichtigem Verkehrsknotenpunkt und
Güterumschlagplatz kam die Einbeziehung des riesigen
Rangierbahnhofes in Wedau gerade recht. Hinzu kamen im Süden
wichtige Verkehrszusammenhänge der Eisenbahn mit dem Bahnhof
Großenbaum (Strecke Großenbaum Rahm Düsseldorf), den man vom
Hauptbahnhof in 8 Minuten erreichen konnte, der Schnellbahn (D Bahn
nach Düsseldorf) und der Straßenbahn. Eine Verlängerung der Linie 8
von Hüttenheim über Mündelheim, Serm nach Huckingen war ebenfalls
ins Auge gefasst und eine weitere Straßenbahnlinie über den Kalkweg
nach Wedau – Bissingheim!
Die Versorgung durch das Bockumer Wasserwerk war ein weiterer
Gesichtspunkt bei der Eingemeindungsfrage. Für die neuen
Siedlungserweiterungen im Süden war schon lange eine
Gemeinschaftskläranlage in Ehingen geplant. Für einen Teil von
Huckingen war der Kanalanschluss an das Duisburger Netz beschlossen.
Im Gesundheitswesen gehörte das St. Anna Krankenhaus bereits zur
„Krankenhaus Vereinigung Duisburg und Umgegend“.
Die Forderung der Stadt Duisburg nach einer Erweiterung ihres
Stadtgebietes nach Süden war somit nichts anderes als die Folge der
Industrialisierung und der wirtschaftlichen Zusammenballung am
Zusammenfluss von Rhein und Ruhr!
Die Kreisverwaltung in Düsseldorf widerstrebte natürlich den
Eingemeindungswünschen, während man in Duisburg dafür warb, die
Expansionswünsche einer Großstadt zu respektieren und deren Recht
zur Entfaltung. Die Grenzen des Landkreises seien nicht
„sakrosankt“, sprich, unantastbar.
Am 1. August 1929 wurde schließlich die Stadt Hamborn mit 129.828
Einwohnern und die Teile des Amtes Angermund, die heute den
Duisburger Süden bilden, nach Duisburg eingemeindet.
Der Plan, auch linksrheinische Gebiete einzugemeinden und das
zwischen den Städten Düsseldorf und Duisburg zum Landkreis
Düsseldorf gehörende Gebiet zu gleichen Teilen zwischen den beiden
Städten aufzuteilen wurde ebenso verworfen wie der Plan einer
Ruhrmündungsstadt. Die neue Stadt erhielt als Zugeständnis an
Hamborn zunächst den Namen Duisburg-Hamborn. Der Name wurde 1935 in
Duisburg geändert. Harald Molder
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Begehrtes Objekt der Stadt Duisburg – Der Rangierbahnhof
in Wedau |
Gerade in den 30er Jahren wurde die Süd Erweiterung des
Stadtgebietes für Siedlungsneubauten genutzt |
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Und
auch die Industriebetriebe – hier die Mannesmann Werke
in Huckingen – standen ganz oben auf der Liste |
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Das
alte Bürgermeisteramt in Angermund |
Das
alte Säuglingsheim in Buchholz am Altenbrucher Damm
wurde die erste Verwaltungsstelle im neuen Bezirk
Duisburg |
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