DFB aktuell  Archiv Januar - März 2010

 

Löw nominiert Kroos und Müller für Klassiker gegen Argentinien

Deutschland - Argentinien  

Frankfurt/Duisburg, 26. Februar 2010 - Bundestrainer Joachim Löw hat für das Länderspiel gegen Argentinien am 3. März 2010 (20:45 Uhr, live im ZDF) in München einen 26-köpfigen Kader nominiert. Erstmals im Nationalmannschafts-Aufgebot stehen der Leverkusener Toni Kroos und der Münchner Thomas Müller, der im vergangenen Jahr schon für die Partie gegen die Elfenbeinküste eingeladen war, dann aber in der U 21 eingesetzt wurde. Löw betont: „Beide haben sich in den vergangenen Monaten in der Bundesliga mit guten Leistungen in den Blickpunkt gespielt und deshalb eine Chance verdient. Nachdem sie schon beim Leistungstest Ende Januar in Stuttgart erstmals bei der Nationalmannschaft dabei waren, bietet sich für sie nun die nächste Möglichkeit, im Kreis der WM-Kandidaten auf sich aufmerksam zu machen.“

Grundsätzlich äußert Löw vor dem Aufeinandertreffen mit Argentinien: „Das letzte Länderspiel vor der Nominierung des WM-Kaders im Mai ist für unser Team eine willkommene sportliche Herausforderung. Die Argentinier sind ein attraktiver und spielstarker Gegner, der uns sicherlich alles abverlangen wird. Deshalb freuen wir uns alle auf diesen traditionsreichen Fußball-Klassiker.“ Darüber hinaus äußert der Bundestrainer: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, einen größeren Kreis von Spielern nach München einzuladen. Es ist einfach wichtig in einem WM-Jahr, dass wir uns so oft wie möglich sehen und uns mit jedem Einzelnen ausführlich über seine aktuelle Situation unterhalten können. Deshalb werden auch in den kommenden Tagen neben dem gezielten Training viele Gespräche anstehen.“

Kurzfristig absagen musste der ursprünglich eingeladene Bremer Torwart Tim Wiese, der wegen eines Muskelfaseranrisses ausfällt. Fraglich ist außerdem der Einsatz des erkrankten Hamburgers Marcell Jansen. Die Entscheidung, ob er dem DFB-Aufgebot für das Länderspiel gegen den zweifachen Weltmeister Argentinien angehört, fällt im Laufe des Wochenendes.

 

Deutschland - Nordkorea 3:0 (2:0)
Alexandra Popp und Lisa Weiß debütierten

Duisburg, 17. Februar 2010 - Vor dem Spiel wurde Birgit Prinz für ihre 200 Länderspiele durch DFB-Chef Dr. Theo Zwanziger und Ursula Schwarzenbart (Mercedes-Benz) geehrt und erhielt ein übergroßes Foto von sich selbst mit dem WM-Pokal. Bundestrainerin Silvia Neid hatte für Prinz einen großen Blumenstrauß.

Bereits in der ersten Minute hatte Prinz dann die Führung auf dem Fuß, doch ihr Schuss aus 12 Meter wurde von der Torhüterin Hong Myon Hui am kurzen Pfosten gerade noch abgewehrt.
Drei Minuten später traf Behringer nach eine Ecke von Bajramaj nur die Latte.
In der 17. Minute verletzte sich Deutschlands Torhüterin Nadine Angerer. Für sie kam die Essenerin Lisa Weiß zum ersten Einsatz. Eigentlich wäre ja FCR-Torfrau Holl jetzt zum Einsatz gekommen. Sie aber hatte schon vorher absagen müssen.

Nach einer schönen Einzelleistung auf der Außenbahn von Birgit Prinz in ihrem 200. Länderspiel kam ihr Pass genau auf die jetzige Potsdamerin und ehemalige Duisburgerin Fatmire "Lira" Bajramaj. Die vollendete wunderschön per Flugkopfball zur 1:0-Führung.

Danach legte die Torschützin ihrer ehemaligen Teamgefährtin vom FCR 2001 Duisburg prima auf und Simone Laudehr traf zum 2:0. So schraubten beide gleichzeitig ihr Länderspieltorkonto auf sieben Treffer.

Nach der Pause gelang den beiden eingewechselten Garefrekes und da Mbabi der nächste Treffer. Kerstin Garefrekes flankte exakt auf Mbabi, die mit einem Kopfballaufsetzer des 3:0 erzielte.
Bemerkenswert, dass alle drei Treffer per Kopf fielen.

In der 69. Minute war es dann soweit. Unter lautstarkem Applaus der 9.570 Duisburger Zuschauer, die dem kalten und wenig einladendem Wetter trotzten, wechselte Silvia Neid die FCR-Spielerin Alexandra Popp ein, die so zu ihrem Debüt in der Nationalmannschaft kam. Sie nahm ihre Position auf der linken Seite im offensiven Mittelfeld ein und kam zu einem Kopfball auf das Tor.

Silvia Neid empfand die Vorstellung ihrer Mannschaft "durchwachsen":
"Defensiv haben wir gut gespielt und keine Torchance zugelassen. In der Offensive haben wir zu sehr versucht, den Ball ins Tor zu tragen. Damit bin ich nicht zufrieden."
Und wie hatte sie das Debüt von der neuen Duisburger Nationalspielerin, Alexandra Popp, gesehen?
Neid, mit einem breiten Lächeln:
"Sie hat nichts Gravierendes falsch gemacht. Ich habe sie im Training beobachtet und sie hat einen guten Eindruck hinterlassen."

Neben Popp hat auch Ursula Holl, die das Länderspiel verletzt absagen musste, gute Chancen, mit zum Algarve Cup zu fahren. Vorausgesetzt, sie meldet sich gesund.
Neid:
"Zum Algarve Cup werde ich auch junge Spielerinnen mitnehmen. Ich sehe das Jahr 2010 als Entwicklungsjahr und werde viel ausprobieren."

Ähnlich muss es der nordkoreanische Trainer, Kim Kwang Min, sehen. Außer, dass das Ergebnis des Spiels für ihn nicht zufriedenstellend war, kam nicht allzu viel von ihm rüber. So wie er blockte, könnte er in den USA im Football antreten. Die junge asiatische Mannschaft wird ihre Erfahrungen in weiteren Spielen sammeln, um in der Heimat wieder mit den etablierten Spielerinnen zusammen zu treffen. Bei der WM 2011 wird diese Mannschaft ein anderes Gesicht und bekannte Namen haben.
Jochem Knörzer, Harald Jeschke, Manfred Schneider (Foto)

Tore:

1:0 (21.) Fatmire Bajramaj (Birgit Prinz)
2:0 (30.) Simone Laudehr (
Fatmire Bajramaj)
3:0 (50.) Mbabi (Garefrekes)

Zuschauer: 9.570

Trikot Name Geburtstag Verein Spiele Tore
Tor  - in roter Schrift Einsatz
1 10.11.1978 1. FFC Frankfurt 88 -
21 Lisa Weiß ab 17. 29.10.1987 SG Essen-Schönebeck 1 -
Abwehr
3 09.09.1982 1. FFC Frankfurt 31 -
15 05.11.1978 1. FC Köln 62 3
29 08.03.1986 SC 07 Bad Neuenahr 12 -
5 01.07.1985 FCR 2001 Duisburg 58 4
4 12.05.1988 1. FFC Turbine Potsdam 40 -
22 23.01.1990 1. FFC Turbine Potsdam 10 -
Mittelfeld
10 07.12.1983 FCR 2001 Duisburg 60 5
7 18.11.1985 FC Bayern München 54 15
18 04.09.1979 1. FFC Frankfurt 114 37
14 09.04.1990 Hamburger SV 16 3
6 12.07.1986 FCR 2001 Duisburg 33 7
Angriff
19 01.04.1988 1. FFC Turbine Potsdam 36 7
8 31.10.1978 FCR 2001 Duisburg 79 50
11 16.05.1985 1. FFC Turbine Potsdam 61 7
16 18.04.1980 VfL Wolfsburg 83 28
13 27.06.1988 SC 07 Bad Neuenahr 44 6
27 06.04.1991 FCR 2001 Duisburg 1 -
9 25.10.1977 1. FFC Frankfurt 200 125
Frauen-Länderspiel gegen Nordkorea in der MSV-Arena

Duisburg, 16. Februar 2010 - Vor dem Morgen, um 16:30 Uhr, in der MSV-Arena stattfindenden Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Nordkorea, stand heute Bundestrainerin Silvia Neid im Presseraum der Arena Rede und Antwort. Zu ihrer Unterstützung hatte sie die Debütantin Alexandra Popp vom FCR2001 Duisburg mitgebracht.

von links: Alexandra Popp und DFB-Trainerin Silvia Neid

Und wie geht es der "Neuen" in der Nationalmannschaft? Popp: "Ich bin super aufgenommen worden und es ist super lustig. Na klar war ich nervös. Ich bin das erste Mal in den Kader berufen worden. Wenn ich bei dem Spiel eingesetzt werde, werde ich mein Bestes geben."
Die Bundestrainerin sieht ihre "Neue" so: "Sie hat sofort gezeigt, dass sie in der Lage ist, das hohe Tempo mit zu gehen. Und sie kann auf mehreren Positionen eingesetzt werden, ob in der Abwehr auf der linken Seite, im Mittelfeld oder sogar in der Offensive."
Und wie steht die Chance, dass die Duisburgerin gegen Nordkorea eingesetzt wird?
Neid: "Sie hat ganz gute Chancen, eingewechselt zu werden."

Schauten sich schon mal das Spielfeld an: v.l. Bundestrainerin Silvia Neid und ihre "Neue", Alexandra Popp
 
Silvia Neid hat mit Verletzungsproblemen bei einigen ihrer Stammspielerinnen zu kämpfen. Der FCR ist da zweimal betroffen. Annike Krahn fällt mit einer Oberschenkelverhärtung für das Spiel gegen Asienmeister Nordkorea ganz aus, bei Inka Grings, ebenfalls mit Oberschenkelverhärtung, muss der Test am Nachmittag letzte Klarheiten bringen.
Melanie Behringer hat ihre Fußprobleme überwunden, Saskia Bartusiak steht auch wieder zur Verfügung.
Die DFB-Trainerin hat Respekt vor Asienmeister Nordkorea, der mit jungen Spielerinnen, die bereits in der U20 oder U17 Weltmeister wurden, antritt.
Neid: "Sie sind technisch versiert, taktisch gut aufgestellt und pfeilschnell."

Das spricht für ein interessantes Spiel, zu dem es an den Tageskassen ab 14:30 Uhr noch Karten in allen Kategorien, 10 bis 35 Euro, gibt. Im Vorverkauf konnten 8.500 Tickets abgesetzt werden.

Jochem Knörzer, Manfred Schneider (Foto)

MSV-Trainer Milan Sasic und Frauenfußball
 
Holl muss passen, Weiß für Nordkorea-Spiel nominiert

Frankfurt/Duisburg, 12. Februar 2010 - Ursula Holl, Torfrau des FCR2001 Duisburg, fällt für das Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Nordkorea am kommenden Mittwoch, 17. Februar (16.30 Uhr, live in der ARD), in der MSV-Arena in Duisburg aus.
Die Torfrau des FCR 2001 Duisburg muss auf Grund von Knieproblemen passen.
Für die dreimalige Nationalspielerin nominierte DFB-Trainerin nun Lisa Weiß nach. Die Torfrau der SG Essen-Schönebeck gehörte bereits bei der EURO 2009 dem Kader des deutschen Teams an.

 EM-Qualifikation: Deutschland trifft auf Österreich und die Türkei

Frankfurt/Duisburg, 7. Februar 2010 - Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Qualifikation zur EM-Endrunde 2012 in der Gruppe A auf die Türkei, Österreich, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan. Dies ergab die Auslosung am Sonntag in Warschau.
Die Qualifikationsspiele auf dem Weg zum EM-Turnier in Polen und der Ukraine (9. Juni bis 1. Juli) beginnen am 3. September 2010 und enden am 11. Oktober 2011.
 

Die Gruppen:
Gruppe A: Deutschland, Türkei, Österreich, Belgien, Kasachstan, Aserbaidschan
Gruppe B: Russland, Slowakei, Irland, Mazedonien, Armenien, Andorra
Gruppe C: Italien, Serbien, Nordirland, Slowenien, Estland, Färöer
Gruppe D: Frankreich, Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Weißrussland, Albanien, Luxemburg
Gruppe E: Niederlande, Schweden, Finnland, Ungarn, Moldawien, San Marino
Gruppe F: Kroatien, Griechenland, Israel, Lettland, Georgien, Malta
Gruppe G: England, Schweiz, Bulgarien, Wales, Montenegro
Gruppe H: Portugal, Dänemark, Norwegen, Zypern, Island
Gruppe I: Spanien, Tschechien, Schottland, Litauen

"Wir sind zusammen mit der Türkei Favorit in dieser Gruppe. Ich denke schon, dass wir bei der EM 2012 dabei sein werden", sagte ein optimistischer Bundestrainer Joachim Löw. Auf die DFB-Auswahl warten einige besondere Duelle. Vor allem die Spiele gegen die Türkei, zuletzt bei der Euro 2008 Halbfinalgegner der DFB-Auswahl (3:2), und gegen den Nachbarn Österreich versprechen Emotionen und Brisanz.
Zudem kommt es gegen Kasachstan, gegen die die Deutschen in ihrer langen Länderspielgeschichte noch nie gespielt haben, und Aserbaidschan zu Begegnungen mit deutschen Trainern. Kasachstan wird vom ehemaligen Stuttgarter Bernd Storck betreut, Aserbaidschan von Ex-Bundestrainer Vogts. Schon in der Qualifikation zur WM 2010 hatte Vogts sein Heimatland herausgefordert, war bei beiden Partien aber ohne Chance (0:4/0:2).
Gegen die Türkei absolvierte die DFB-Auswahl schon acht EM-Qualifikationsspiele, dabei gab es eine Niederlage beim Einstand von Erich Ribbeck am 10. Oktober 1998 in Bursa (0:1). Gegen den Erzrivalen Österreich spielte Deutschland bisher zweimal in der EM-Qualifikation (1983: 3:0/0:0).
Der letzte Vergleich fand bei der Euro 2008 in Wien statt: Deutschland gewann das Gruppenspiel durch ein Tor von Michael Ballack 1:0. Als Gruppenkopf entging das DFB-Team Spielen gegen Titelverteidiger Spanien, die Niederlande, Weltmeister Italien, England, Kroatien, Portugal, Frankreich und Russland.
Insgesamt kämpfen in neun Gruppen 51 Nationen um die 14 freien Startplätze, die beiden Gastgeberländer Polen und Ukraine sind automatisch qualifiziert. Die neun Gruppensieger und der beste Gruppenzweite aus den EM-Qualifikationsspielen, die von September 2010 bis Oktober 2011 ausgetragen werden, qualifizieren sich direkt für die EM-Endrunde. Die acht weiteren Gruppenzweiten ermitteln in Play-off-Duellen im November 2011 die restlichen EURO-Starter.

 DFB-Präsidium vertagt Vertragsverhandlungen mit Joachim Löw, Hansi Flick, Andreas Köpke und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff

Frankfurt/Duisburg, 4.Februar 2010 - Die Entscheidung über die vorzeitige Verlängerung der im Sommer 2010 auslaufenden Verträge mit Bundestrainer Joachim Löw, Assistenztrainer Hansi Flick, Torwart-Trainer Andreas Köpke und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ist vom Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes auf seiner außerordentlichen Sitzung am heutigen Donnerstag in Frankfurt am Main auf die Zeit nach der WM in Südafrika vertagt worden. Die DFB-Präsidiumsmitglieder Oliver Bierhoff und Matthias Sammer haben an der Abstimmung nicht teilgenommen.
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger äußert zu der Entscheidung: „Grundsätzlich sind weiterhin beide Seiten an einer Fortsetzung der guten Zusammenarbeit interessiert, aber bei wichtigen inhaltlichen Aspekten konnten wir uns nicht einigen. Deshalb sind wir gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, die Verhandlungen nun auszusetzen, um uns ausschließlich auf die WM-Vorbereitung konzentrieren zu können und somit all unsere Kraft für ein erfolgreiches Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft in Südafrika einzusetzen.“
Darüber hinaus erläutert Dr. Zwanziger: „Bei meinem Gespräch mit Joachim Löw Mitte Dezember haben der Bundestrainer und ich uns dahingehend verabredet, eine saubere Lösung bezüglich der Verantwortung für die U 21-Nationalmannschaft finden zu müssen und sicher zu stellen, dass auch die Verträge der anderen Mitglieder der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft verlängert werden.“
Weiter sagt der DFB-Präsident: „Während sich, was die Kompetenzen für die U 21 betrifft, eine klare und einvernehmliche Lösung erarbeiten ließ, sind bei den Gesprächen im Januar für uns überraschend neue Vorstellungen entwickelt worden, die aus der Sicht des DFB-Präsidiums zum Teil auch im Blick auf die Satzung nicht zu akzeptieren sind. Ein Alternativvorschlag des DFB fand nicht die Zustimmung der sportlichen Leitung. Deshalb setzen wir die Gespräche nicht fort.“

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff stellt dazu fest: „Wir hätten die Vertragsverlängerungen gerne schnell im Vorfeld der WM geklärt. Aber wir akzeptieren die Entscheidung des Präsidiums und konzentrieren uns mit unverändertem Engagement auf die Vorbereitung der WM.“
DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärt: „Es ist auch unsere Absicht gewesen, zum jetzigen Zeitpunkt für klare Vertragsverhältnisse über die WM 2010 hinaus zu sorgen. Auf der anderen Seite ist die Situation jetzt vergleichbar mit der von 2006, als Jürgen Klinsmann Bundestrainer war.“
Was das U 21-Team angeht, so sind sich der Bundestrainer, der Sportdirektor und der Nationalmannschafts-Manager einig, dass Rainer Adrion die Hauptverantwortung trägt und von allen die uneingeschränkte Unterstützung erhält. Joachim Löw ist zugesichert, dass er für die Bestellung des Cheftrainers der U 21 auch weiterhin verantwortlich bleibt, die Spielphilosophie bestimmt und jeden Spieler berufen kann. Matthias Sammer wird die U 21-Auswahl, die im ersten Halbjahr 2010 nur ein Spiel am 2. März gegen Island in Magdeburg austrägt, in dem Maße unterstützen, wie er das auch beim Gewinn des EM-Titels im vergangenen Sommer bei dem damaligen Cheftrainer Horst Hrubesch getan hat. Bei der Auswahl seines Trainer- und Funktionsteams richtet sich Rainer Adrion nach den Vorgaben des Sportkompetenzgremiums. Oliver Bierhoff ist und bleibt für den administrativen Part der U 21 verantwortlich.

 Neid nominiert Popp für Nordkorea-Länderspiel

Frankfurt/Duisburg, 29.Januar 2010 - Mit vielen bewährten Kräften und Alexandra Popp startet die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ins neue Jahr. DFB-Trainerin Silvia Neid nominierte für das Länderspiel gegen Nordkorea am 17. Februar (16.30 Uhr, live in der ARD) und den Algarve Cup vom 24. Februar bis 3. März einen 20 Spielerinnen umfassenden Kader. Den Kern des Aufgebots bilden 18 Spielerinnen, die im vergangenen September die Europameisterschaft in Finnland gewannen. Hinzu kommen Lena Goeßling, die in dieser Saison mit guten Leistungen in der Bundesliga auf sich aufmerksam gemacht hat, und als einziger Neuling die 18 Jahre alte Angreiferin Alexandra Popp vom FCR 2001 Duisburg.
Das Duell der Kontinentalmeister zwischen Europameister Deutschland und Asienmeister Nordkorea in der Duisburger MSV-Arena und die Begegnungen beim hochkarätig besetzten Turnier in Süd-Portugal versteht Silvia Neid als Teil der Vorbereitung auf die WM 2011 im eigenen Land. „Wir haben bis zum Turnierstart keine Pflichtspiele mehr. Deswegen ist es wichtig für uns, bis dahin gegen richtig gute Gegner zu spielen. Und das ist gegen Nordkorea und beim Algarve Cup zweifellos der Fall“, erklärt die DFB-Trainerin.
Von den Nordkoreanerinnen spricht sie mit dem großem Respekt. „Gegen sie zu spielen, ist eine große Herausforderung“, sagt Silvia Neid. Sie beruft sich dabei auf die in den direkten Vergleichen gesammelten Erfahrungen. Ihr Team gewann im Viertelfinale der WM 2007 mit 3:0 und in der Gruppenphase der Olympischen Spiele 2008 mit 1:0 gegen die Asiatinnen. „Beide Spiele standen auf des Messers Schneide“, erinnert sich die DFB-Trainerin. Die Leistungen der Nordkoreanerinnen beeindruckten sie. „Was die spielen, ist Rasenschach. Die Spielerinnen sind taktisch sehr gut ausgebildet. In der Abwehr findet man bei ihnen kaum eine Lücke. Sie sind ballsicher und ziehen ein sauberes Aufbauspiel auf. Das ist schon eine Weltklasse-Mannschaft“, urteilt sie über den Fünften der FIFA-Weltrangliste.
Darüber hinaus reisen die Nordkoreanerinnen mit der Empfehlung an, die derzeit aufsteigende Nation im Frauenfußball zu sein. Dieser Ruf basiert auf den jüngsten Erfolgen im Nachwuchsbereich. So gewann Nordkorea 2006 die U 20-WM und 2008 die U 17-WM, zudem steht ein zweiter Platz bei der U 20-WM 2008 zu Buche.

Nicht minder reizvoll sind die Spiele beim Algarve Cup. Partien gegen Dänemark (24. Februar), Finnland (26. Februar) und China (1. März) und ein Platzierungsspiel (3. März) stehen dort auf dem Programm. „Wir werden die Gelegenheit nutzen, um einiges zu testen. Wer werden sicherlich einige Spielerinnen auf verschiedenen Positionen ausprobieren“, erklärt Silvia Neid.
Ihre erste Chance, sich im Kreis der Nationalmannschaft zu bewähren, erhält indes Alexandra Popp. „Sie ist uns in jüngster Vergangenheit sehr positiv aufgefallen, sie hat sich gut entwickelt. Jetzt wollen wir sehen, wie sie ins A-Team reinpasst, ob sie das Tempo auf dieser Ebene schon mitgehen kann“, so Silvia Neid. Die Nominierung der jungen Duisburger Angreiferin versteht sie auch als Wink an die anderen aufstrebenden Talente. „Wir haben alle Spielerinnen im Blick. Gerade durch die Verzahnung in unserem Trainer-Team mit Ulrike Ballweg und Maren Meinert als Trainerinnen der U 19- , U 20- und U 23-Nationalmannschaft haben wir eine größtmögliche Transparenz hergestellt“, erklärt sie. Allerdings weist die DFB-Trainerin auch darauf hin: „Die Tür zur Nationalmannschaft ist offen, aber im Moment drängt sich außer Alex Popp niemand wirklich auf. Darüber hinaus werden wir mit Rücksicht auf die Vorbereitung unserer U 20-Nationalmannschaft auf die WM in diesem Jahr sehr sorgfältig abwägen, ob wir bis dahin eine weitere Nachwuchsspielerin für das A-Team nominieren“, so Silvia Neid.

 

 

 Löw lädt Dennis Aogo, Toni Kroos und Thomas Müller ein

Frankfurt/Duisburg, 21.Januar 2010 -Bundestrainer Joachim Löw hat einen 30-köpfigen Spielerkreis für das Treffen der deutschen Nationalmannschaft vom kommenden Sonntag bis Mittwoch in Stuttgart eingeladen. Im Kreis der WM-Kandidaten sind erstmals Dennis Aogo (Hamburger SV), Toni Kroos (Bayer O4 Leverkusen) und Thomas Müller (FC Bayern München) dabei. Ebenfalls nominiert wurden Christian Träsch (VfB Stuttgart) und Robert Huth (Stoke City), die zuletzt bei der Asien-Reise im Mai/Juni 2009 in der DFB-Auswahl zum Einsatz kamen. Keine Freigabe von seinem Verein FC Chelsea London erhielt Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack, da er am Mittwoch in der englischen Premier League mit seinem Klub gegen Birmingham City spielt. Außerdem fehlen die verletzten Lukas Podolski und Heiko Westermann.

Bundestrainer Joachim Löw äußert vor dem Treffen in Stuttgart, bei dem zunächst Marketing-Maßnahmen für die WM und dann ein Fitness-Test in Sindelfingen auf dem Programm stehen: „Der 30er-Kader umfasst die Spieler, die in unserem Team in den vergangenen Monaten eine Rolle spielten, und jüngere Spieler, die über die WM 2010 hinaus eine Perspektive haben. Diesen Kreis und die Spieler, die für das Treffen in Stuttgart absagen mussten, werden wir in den kommenden Monaten intensiv beobachten. Natürlich ist bei unseren WM-Planungen die Tür für andere Kandidaten nicht zu, aber es wird nur dann noch jemand eine Chance erhalten, wenn er bis zum Saisonende überragende Leistungen bringt.“

Teresa Enke Vorstandsvorsitzende der Enke-Stiftung
WM-Trainingslager auf Sizilien und in Südtirol

Teresa Enke Vorstandsvorsitzende der Enke-Stiftung
Frankfurt/Duisburg, 15. Januar 2010 - Der entscheidende Schritt zur Gründung der Robert-Enke-Stiftung ist getan: Teresa Enke wird Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung. Diesen Beschluss fassten der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der Ligaverband und Bundesligist Hannover 96 als Stiftungsgründer am Freitag im Rahmen der Sitzung des DFB-Präsidiums in München. Zudem wurde die Stiftungssatzung verabschiedet.
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger erklärt: „Ich bin Teresa Enke sehr dankbar, dass sie den Vorsitz des Stiftungsvorstands übernommen hat und damit ein Zeichen im Kampf gegen Depression setzt. In ihr haben wir eine starke, engagierte Frau gefunden, der wir für die weiteren Schritte der Stiftung unsere volle Unterstützung zusichern.“
Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball äußert: „Robert Enke war ein herausragender Sportsmann und ein besonderer Mensch. Die Robert-Enke-Stiftung soll ein Ansprechpartner für Betroffene sein und ihnen Orientierung, Hilfe und Unterstützung bieten.“
Die Robert-Enke-Stiftung wird Maßnahmen und Initiativen fördern, die der Aufklärung, Erforschung und Behandlung der Krankheit Depression dienen. Auf Wunsch von Teresa Enke wird sich die Stiftung außerdem für an Herzkrankheiten leidende Kinder engagieren. Die gemeinnützige Stiftung wird mit einem Anfangsvermögen von 150.000 Euro ausgestattet, das DFB, Ligaverband und Hannover 96 zu je einem Drittel beisteuern.
Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff äußert: „Die Gründung der Robert-Enke-Stiftung ist ein wichtiger Schritt zurück in die Normalität. Die Kraft des Fußballs hat uns allen geholfen, aus der Trauer über den Verlust eines populären und geschätzten Menschen zurück in die Normalität zu finden. Die Nationalmannschaft wird die Arbeit der Stiftung intensiv begleiten.“
Martin Kind, der Präsident von Hannover 96, erklärt: „Ich bin überzeugt, dass wir mit der Stiftung eine sinnvolle Einrichtung schaffen, die durch die Förderung und Unterstützung von konkreten Projekten und Hilfsmaßnahmen nachhaltig wirkt und eine dauerhafte tiefe Erinnerung an Robert möglich macht. DFB, DFL und Hannover 96 handeln dabei sicher im Sinne des besonderen Menschen und Sportlers. Wir freuen uns auch, dass DFB-Vizepräsident Karl Rothmund als Schatzmeister fungiert. Er ist ein Mann mit hoher sozialer Kompetenz, der in der Robert-Enke-Stiftung wichtige Impulse setzen kann.“
Robert Enke litt mehrere Jahre an Depressionen und nahm sich am 10. November 2009 das Leben. Durch seinen Tod, der tiefe Betroffenheit und großes Mitgefühl auslöste, wurde die Krankheit ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt.

WM-Trainingslager auf Sizilien und in Südtirol
Die drei Gegner und Orte für die Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft in der letzten Phase der WM-Vorbereitung stehen fest. Ebenfalls entschieden ist nunmehr definitiv, wann und wo die Trainingslager des deutschen WM-Aufgebots stattfinden.
Nach einem Beschluss des DFB-Präsidiums am heutigen Freitag in München bestreitet das deutsche Team zunächst am 13. Mai 2010 ein Benefizspiel zu Gunsten der DFB-Stiftung Egidius Braun und anderer deutscher Fußball-Stiftungen gegen Malta in Aachen. Am 29. Mai tritt die DFB-Auswahl in Ungarn an. Das letzte Länderspiel vor dem Abflug nach Südafrika findet dann am 3. Juni 2010 gegen Bosnien-Herzegowina in Frankfurt am Main statt. Danach reist der deutsche WM-Kader nochmals nach Hause, bevor er am 6. Juni von Frankfurt nach Johannesburg fliegt.
Das Regenerations-Trainingslager, bei dem auch die Familien der Spieler dabei sein können, ist für die Zeit vom 14. bis 21. Mai auf Sizilien gebucht. Die Mannschaft wird sich im Rocco Forte Verdura-Hotel in Sciacca aufhalten. Das zweite Trainingslager des deutschen WM-Kaders findet vom 21. Mai bis 2. Juni in Südtirol statt. Dort wird die DFB-Auswahl im Hotel Weinegg in Eppan ihr Quartier beziehen.
Bundestrainer Joachim Löw äußert zu den WM-Planungen: „Ich freue mich, dass wir unsere WM-Planungen nach unseren Vorstellungen abschließen konnten und uns somit optimal auf das Turnier in Südafrika vorbereiten können. Wir haben für unsere WM-Tests eine Vereinbarung mit drei interessanten Länderspiel-Gegnern abgeschlossen. Und die beiden Trainingslager auf Sizilien und in Südtirol bieten uns ebenfalls attraktive Bedingungen, damit wir konzentriert und gezielt mit dem WM-Aufgebot arbeiten können.“

Maßnahmen im Wettskandal: Verbesserte Frühwarnsysteme und Aufklärung
Eine Optimierung der Frühwarnsysteme in enger Abstimmung mit FIFA und UEFA, eine erheblich verstärkte Aufklärungs- und Präventionsarbeit sowie die intensive Fortführung der bereits eingeleiteten Verfahren durch Kontrollausschuss und Sportgericht: Diese drei Schwerpunkte legte das DFB-Präsidium auf seiner heutigen Sitzung in München in Bezug auf den Verdacht möglicher Wettmanipulationen im Fußball fest.
Der 1. Vizepräsident Hermann Korfmacher, der zuständige DFB-Direktor Helmut Sandrock sowie Holger Hieronymus als Vertreter der DFL werden zur nächsten Sitzung am 12. März konkrete Vorschläge unterbreiten, bei deren Erarbeitung auch externe Experten einbezogen werden.
Über die laufenden Ermittlungsverfahren, die in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bochum erfolgen, berichtete der für Rechtsfragen zuständige Vizepräsident Dr. Rainer Koch: “Wir sehen auch unsere klare Verpflichtung, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren. Sobald die Anhörungen abgeschlossen sind, wird dies geschehen.”

Junioren-Pokalfinale im Olympiastadion Berlin
Das Finale um den DFB-Junioren-Vereinspokal wird in diesem Jahr erstmals vor dem Endspiel der Männer am 15. Mai 2010 im Olympiastadion Berlin ausgetragen. Diesen Beschluss fasste das DFB-Präsidium nach einem Vorschlag des DFB-Jugendausschusses auf seiner Sitzung am heutigen Freitag in München.
Dr. Hans-Dieter Drewitz, der für den Jugendfußball zuständige DFB-Vizepräsident, erklärt: „Nachdem das Pokalfinale der Frauen als eigenständige Veranstaltung in Köln ausgetragen wird, haben wir die Gelegenheit, das Endspiel unserer Junioren auf einer großen Bühne stattfinden zu lassen. Damit greifen wir eine Anregung auf, die DFB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder bereits vor einigen Jahren geäußert hat. Dieses Endspiel im Olympiastadion soll ein Dankeschön an alle Spieler der beiden Mannschaften und ein Ansporn für ihre weitere Laufbahn sein.“