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Zum 100. Todestag
von Wilhelm Busch
 Histor. Kalender

 

Heinrich Christian Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl (bei Stadthagen); † 9. Januar 1908 in Mechtshausen, jetzt Stadtteil von Seesen am Harz) war einer der bedeutendsten humoristischen Dichter Deutschlands und gilt wegen seiner satirischen Bildergeschichten in Versen als einer der Urväter des Comics.

 

Werke

  • 1865 Max und Moritz
  • 1870 Hans Huckebein
  • 1872 Die fromme Helene
  • 1874 Die Kritik des Herzens
  • 1879 Fipps der Affe
  • 1884 Maler Klecksel
  • 1909 Schein und Sein

Max und Moritz

Max und Moritz (dritter Streich)In den Fliegenden Blättern, einer satirischen Illustrierten, in der Busch seine Zeichner- und Erzählerkarriere begann, finden sich schon 1859 die Rollengedichte Lieder eines Lumpen, die schon zu dieser Zeit das finstere, misanthropische Menschenbild Buschs resümieren. Auch für den Münchener Bilderbogen steuerte er Beiträge bei. Nach Bilderpossen und der Bildergeschichte Krischan mit der Piepe 1864 veröffentlichte Kaspar Braun 1865 Max und Moritz.
Mit dieser Veröffentlichung wird Busch schlagartig berühmt. 1867 erschien Hans Huckebein, der Unglücksrabe. Im gleichen Jahr schrieb Busch verschiedene Beiträge für die Zeitschriften Über Land und Meer, Die illustrierte Welt und das Bienenwirthschaftliche Centralblatt. 

Nach dem Tod des Vaters 1868 lieferte Busch Die kühne Müllerstocher an einen Verleger ab. Kurz darauf begann er, sich für die Philosophie Arthur Schopenhauers zu interessieren, dessen Werk er bereits früh bei dem Onkel kennengelernt hatte. Er veröffentlichte 1869 Schnurrdiburr oder die Bienen. Auch nach dem Tod der Mutter 1870 arbeitete Busch intensiv weiter und beabsichtigte, das 1864 vollendete und bisher verbotene Werk Hl. Antonius zu veröffentlichen. Nachdem die Staatsanwaltschaft das Werk wegen Blasphemie beschlagnahmt hatte, wurde es 1871 aufgrund eines Gerichtsbeschlusses öffentlich zugänglich.

Im Jahre 1872 schrieb und zeichnete Busch drei weitere Bildergeschichten: Die Fromme Helene, Bilder zur Jobsiade und Pater Filuzius. Zwischen den Reisen 1873 nach Österreich und Holland erschien Der Geburtstag oder Die Partikularisten. Bevor Busch 1874 noch einmal nach Holland und Belgien reiste, hatte er Dideldum an seinen Verleger abgegeben. Im selben Jahr erkrankte Busch wahrscheinlich an einer Nikotinvergiftung, hatte jedoch Zeit, um die Gedichtsammlung Kritik des Herzens zu beenden. Im Jahresrhythmus erschienen Abenteuer eines Junggesellen, Tobias Knopp, Julchen, Haarbeutel und Fipps, der Affe. 

1880 wurden die Neuauflagen von Bilderpossen und Stippstörchen für Äuglein und Öhrchen publiziert. Nach einer erneuten Nikotinvergiftung im Februar 1881 schrieb Busch Der Fuchs und Die Drachen. Gesundheitlich angeschlagen ließ er 1882 Plisch und Plum und 1883 Balduin Bählamm und der verhinderte Dichter verlegen. 1884 erschien Maler Klecksel. 1886 veröffentlichte die Frankfurter Zeitung die Reaktion Buschs (Was mich betrifft) auf eine Biografie, welche Eduard Daelen entgegen Buschs Vorstellungen verfasst hatte. 

Das Prosastück Eduards Traum erschien 1891. 1895 beendete Busch eine weitere Erzählung: Der Schmetterling. 1904 wurde schließlich die letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten Zu guter Letzt herausgebracht. 

Nach dem Tod Buschs wurden durch Otto Nöldeke 1908 Hernach, 1909 die Gedichte Schein und Sein und 1910 Ut ôler Welt (Volksmärchen und Sagen) herausgegeben. 

Neben seinen bekannten Werken malte Busch auch etwas mehr als 1000 Ölbilder, die er Zeit seines Lebens zurückhielt und die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden. Busch war mehreren Malern der Münchner Schule freundschaftlich verbunden, darunter auch der "Malerfürst" Franz von Lenbach sowie Rudolf Epp.