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Schwangerschaft während der Ausbildung
Duisburg, 8. September 2009 - Eine Schwangerschaft während der
Ausbildung führt oft zum Abbruch der Ausbildung. Eine Umstellung der
Ausbildung auf Teilzeit kann es der Auszubildungen ermöglichen, Kind und
Ausbildung miteinander zu verbinden und die Ausbildung erfolgreich zu
beenden. Dem Lehrling bleibt so der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie eine
Einkommensquelle erhalten. Die Teilzeitausbildung bietet aber auch den
Unternehmen Vorteile. Die Teilzeitausbildung bietet finanzielle
Vorteile, weil die Ausbildungsvergütung geringer ist. Wenn ein
bestehendes Ausbildungsverhältnis wegen der Geburt eines Kindes
unterbrochen werden muß, sind die betrieblichen Investitionen nicht
verloren, wenn die Ausbildung in Teilzeit fortgesetzt werden kann.
Familienfreundlichkeit ist ein klarer Standortvorteil. Gut ausgebildete
Fachkräfte stärken die Wirtschaft und wirken dem zu befürchteten
Fachkräftemangel in der Wirtschaft entgegen. Das
Verantwortungsbewußtsein und Motivation der Lehrlinge sind in der Regel
stärker ausgeprägt.
Und wie sieht die Teilzeitberufsausbildung in der Praxis aus? Dem
Ausbildungsvertrag wird ein Zusatz beigefügt, in dem die
Teilzeitvereinbarung schriftlich festgehalten wird. Die Unternehmen
einigen sich mit dem Lehrling auf eine Stundenzahl zwischen 25 und 30
Wochenstunden. Sie sprechen mit dem Lehrling ab, wann diese Stunden
gearbeitet werden. Im Einzelfall kann die reduzierte Wochenarbeitszeit
mit einer Verlängerung der Lehrzeit verbunden werden, wenn dies
erforderlich ist. Teilzeitlehrlinge haben den gleichen Urlaubsanspruch
wie Vollzeitarbeitskräfte. Bei Teilzeitkräften, die nicht an jedem
Arbeitstag in der Woche arbeiten, wird der Urlaubsanspruch im Verhältnis
zu den wöchentlichen Arbeitstagen berechnet. Der Berufsschulunterricht
findet wie bei Vollzeitausbildungen statt. Der Ausbildungsplan muß an
die Teilzeitberufsausbildung angepaßt werden. So stellt die Initiative
für Teilzeitausbildung eine Form der Lehre vor.
Die Fachveranstaltung "Teilzeitberufsausbildung: Eine zusätzliche
Chance!" findet am 8. September 2009 im "Kleinen Prinzen" statt. Hier
sind fast nur Vertreter des Netzwerkes, aber auch einige Betriebe und
Betroffene anwesend. Die Sitzplätze sind nur zur Hälfte besetzt.
"Viele Betriebe und viele Betroffene kennen die Teilzeitausbildung
nicht. Wir haben in der Industrie- und Handelskammer und in der Stadt
(insbesondere im Gleichstellungsreferat) Verbündete gefunden, um das
Thema in die Öffentlichkeit zu tragen," berichtet Annette von
Brauchitsch-Lauvaulx, die Gleichstellungsbeauftragte der Agentur für
Arbeit Duisburg.
"Ausbildung ist ein solides Fundament für eine Karriere im Berufsleben,"
berichtet ihre Chefin Angela Schoofs. "Im August 2009 hatten wir in
Duisburg eine Arbeitslosigkeit von 13,3 %. Das waren rund 32.500
Personen. Davon waren 61,6 % = 20.051 Personen ungelernt. Keine
Ausbildung bedeutet ein erhöhtes Risiko, arbeitslos zu werden und zu
bleiben. Diese griffige Formel spricht für Ausbildung. Ausbildung ist
aber auch für erfolgreiche Unternehmen wichtig. In einem Hochlohnland
wie Deutschland kann man ohne qualifiziertes, gut ausgebildetes
Fachpersonal nicht bestehen. Der demographische Wandel meint auch, daß
ältere Leute die Arbeit schultern müssen, die früher Jüngere erledigten.
Wir brauchen ausbildungswillige Betriebe, die bereit sind,
ausbildungsfähige und ausbildungswillige Leute mitzunehmen. 2008 gab es
39 Teilzeitausbildungsplätze, davon die Hälfte überbetrieblich."
"Immer mehr Frauen wollen beides: Beruf und Familie," berichtet Dr. Jens
Stuhldreier, Leiter der Regionalagentur NiederRhein. "Aus diesem Grund
hat das Landesarbeitsministerium das Handlungsprogramm `Brücken bauen in
den BerufŽ entwickelt. Es zielt darauf ab, die Arbeitsmarktintegration
und Arbeitsmarktsituation insbesondere von Frauen in Nordrhein-Westfalen
zu verbessern." Und wer ist für eine Teilzeitausbildung geeignet? Es
sind Bewerber mit einem guten Schullabschluß und einem unterstützenden
sozialen und familiären Umfeld.
Bewerbungstipps
Es gibt
viele Gründe, warum ein Unternehmen einem Mitarbeiter kündigt. Gerade in
Krisenzeiten geht das ganz schnell. "Melden Sie sich umgehend
arbeitslos, wenn Sie die Kündigung erhalten. Ansonsten droht eine
Sperrzeit," ist vom Arbeitsamt zu hören. Doch auf ihren Internetseiten
gibt die Arbeitsverwaltung auch allgemeine Tips, wie man sich vor und
während einer Bewerbung verhalten sollte.
Bestehen Sie auf ein detailliertes und qualifiziertes Zeugnis. Es ist
nämlich ein wichtiger Bestandteil ihrer Bewerbungsmappe. Seien Sie
frühzeitig aktiv. So haben Sie eine bessere Chance, eine neue Stelle zu
finden. Besprechen Sie die neue Situation mit Freunden, der Familie und
Ihrer Partnerin. Vielleicht können Sie ja persönliche Beziehungen
nutzen. Und: In welchen Berufen können Sie Ihr Können noch nutzen?
Der nächste Schritt: Schreiben Sie folgende Sachen auf ein Blatt Papier:
Ihre persönlichen Eigenschaften, die beruflich interessant sind, sowie
ihre Fortbildungen. Stellen Sie Ihre Stärken zusammen. Ihre starken
Seiten bilden die Basis für Ihre Bewerbung. Der Grund für diese Aktion
ist einleuchtend: Zum einen kann man überlegen, ob vielleicht eine
berufliche Weiterbildung vonnöten ist. Außerdem vermittelt die
Rückbesinnung auf die eigenen Stärken Selbstvertrauen. Ich weiß, wer ich
bin! So kann ich leichter die Stellen finden, die zu mir passen. Nur wer
ein konkretes Ziel vor Augen hat, wird aktiv und effektiv an sich
arbeiten. Bei der Bestimmung des Ziels ist aber auch Kreativität und
Flexibilität gefragt. Man legt sich heute mit einer Berufswahl nicht
mehr ein ganzes Leben fest. Wägen Sie Ihre Entscheidung gut ab. Bietet
Ihnen Ihr aktueller Beruf genügend Perspektiven und Sicherheit? Oder
würde ein Wechsel in einen verwandten Beruf mehr
Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen?
Bleibt ihr jetziger Beruf die erste Wahl, vergrößert sich die Auswahl an
zur Verfügung stehenden Jobs für Sie, wenn Sie Ihr Berufsbild auch in
anderen Branchen suchen. Haben Sie Hobby oder Interessen, die sich mit
Ihrer Berufserfahrung ergänzen lassen? Ist Ihr Beruf dagegen stark auf
eine Branche zugeschnitten (z. B. als Augenoptiker), vergrößert eine
Weiterbildung möglicherweise die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Möchten
Sie die aktuelle Situation für eine Neuorientierung nutzen, sollten Sie
zuerst nach einer Tätigkeit suchen, in der Sie Ihr bisheriges Wissen
einsetzen können. Warum nicht versuchen, den Traum vom Traumjob zu
verwirklichen? Voraussetzung ist natürlich, daß eine realistische Chance
besteht. Haben Sie eine einzigartige Idee, die sonst noch niemand hatte?
Oder erhöhen sich die Chancen, mit mehreren Auftraggebern den
Lebensunterhalt bestreiten zu können? Dann sollen Sie über die
berufliche Selbständigkeit nachdenken.
Doch Vorsicht! Zum Unternehmer ist nicht jeder geboren. Das x-te
Call-Shop kann genauso eine Schnapsidee sein wie der überzählige
1-?-Laden oder die Kneipe ohne Kunden. So ganz unsinnig sind die
Ausführungen der Arbeitsverwaltung nicht. Die realistische Einschätzung
des fachlichen und des lokalen und regionalen Arbeitsmarktes ist schon
wichtig. Hat sich mein Berufsbild geändert? Welches Wissen, welche
Qualifikationen habe ich in meinem Leben dazugewonnen? Hat sich das
Wissen vielleicht verschoben? Werde ich vielleicht längere Strecken
fahren oder gar umziehen müssen, weil es vor Ort keine Arbeit gibt? Über
solche Themen sollte ich mir beizeiten Gedanken machen.
Soweit zum Vorgeplänkel. Nun geht es an die Suche nach einem
Arbeitsplatz. Natürlich kann man sich auf das Arbeitsamt verlassen. Doch
dort wird Eigeninitiative erwartet. Was also tun?
Es gibt Stellenanzeigen von Unternehmen. Sie sind in lokalen und
überregionalen Tageszeitungen sowie in Branchen- und Fachzeitschriften
zu finden. Viele Firmen inserieren ihre offenen Stellen zuerst auf ihrer
Startseite im Internet.
Die Initiativ- oder Kurzbewerbung kommt hinzu. Der Bewerber schickt sie
ohne konkret ausgeschriebene Stelle an ein Unternehmen. Dabei müssen Sie
der Firma ganz genau beschreiben, was Sie zu bieten haben, damit Ihre
Qualifikationen einem bestimmten Bereich eingeordnet werden können. Bei
der Initiativbewerbung reichen in der Regel Anschreiben, Lebenslauf und
Foto.
Manchmal führt der Weg zu einem privaten Vermittler. "Lassen Sie sich in
die Bewerberdatenbank aufnehmen. Gehen Sie mit dem privaten Vermittler
Ihr persönliches Leistungsprofil durch. Fragen SIe, ob Firmen aus den
für Sie in Frage kommenden Bereichen zu seinen Kunden gehören,"
empfiehlt die Arbeitsverwaltung.
Es gibt die Personalberatung und Outplacementberatung. Personalberater
sind auch als Headhunter bekannt. Sie suchen für Firmen Führungskräfte
sowie Spezialisten. Für diese Zielgruppe kann es interessant sein, bei
Personalberatern anzufragen. Die Vermittlungsgebühr übernimmt der neue
Arbeitgeber. Outplacementberatungen werden von Unternehmungen
eingeschaltet, die für Mitarbeiter neue Anstellungen suchen. In diesem
Fall bezahlt die Firma einen Berater, der bei der Neuorientierung und
Sucher einer geeigneten Arbeitsstelle hilft.
Manche Leute suchen alternative Formen der Anstellung wie Zeitarbeit,
befristete Arbeitsverträge, Teilzeit, flexible Arbeitszeiten oder
Mini-Jobs. In vielen Fällen haben sich diese Arbeitsformen als
Sprungbrett für ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis erwiesen. Behauptet
zumindest die Arbeitsverwaltung.
Es gibt Zeitungsanzeigen in eigener Sache. Diese Form der öffentlichen
Bewerbung bietet sich bei seltenen oder aktuell sehr gefragten Berufen
an. "Beachten Sie beim Aufbau Ihrer Anzeige, daß Sie sich auf die
relevanten Informationen beschränken: Gesuchte Position, persönliche
Daten, fachliche und individuelle Qualifikation, Ziel- und
Terminvorstellungen, eine positive Abschlußformulierung sowie
Kontaktmöglichkeiten sind die wichtigsten Elemente eines
Stellengesuchs," berichtet die Arbeitsverwaltung.
Kontrollieren Sie, ob das Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Stelle
Ihrem Leistungsprofil entspricht. Die "Muß"-Kriterien müssen auf jeden
Fall erfüllt werden, da eine Bewerbung sonst nciht aussichtsreich ist.
Bei den "Kann-"Kriterien formuliert der Arbeitgeber seine
Wunschvorstellungen. Bei privaten Arbeitsvermittlern sollte der Bewerber
abklären, ob er von der Agentur für Arbeit bzw. ARGE einen
Vermittlungsgutschein erhalten kann. Nur dann ist die private
Arbeitsvermittlung kostenlos. Es sollte auch abgeklärt werden, ob das
Arbeitsamt möglicherweise Zuschüsse an Arbeitgeber zahlen kann.
Und nun zum Anschreiben. Der erste Eindruck entscheidet oft über die
Einladung zum Vorstellungsgespräch. Das Anschreiben ist das erste, was
der Arbeitgeber von Ihnen zu sehen bekommt. Kaffeeflecken,
Rechtschreibfehler und Eselsohren sind keine Empfehlung - ein
Anschreiben sollte schon sorgfältig erstellt werden.
Womit kann man ein Anschreiben beginnen? Beispielsweise mit dem Bezug
auf eine Anzeige, ein Gespräch oder eine persönliche Empfehlung. Bei
einer Initiativbewerbung können Sie auch gleich zur Sache kommen. Dann
kommen die zwei bis drei wichtigsten Argumente, warum gerade Sie für
diese Stelle der Richtige sind. Packen Sie nicht Details aus dem
Lebenslauf in das Anschreiben. Hier können Sie herausstellen, was Sie
besonders interessant macht. Was unterscheidet Sie von anderen
Bewerbern? Verkaufen Sie Ihr Können! Nennen Sie einen möglichen
Eintrittstermin. Eine freundliche Schlußformulierung hebt hervor, daß
Sie sich über ein persönliches Gespräch freuen. Beschränken Sie sich auf
eine Seite. Verwenden Sie möglichst hochwertiges Papier.
Zusammen mit dem Anschreiben ist der Lebenslauf der wichtigste Teil der
Bewerbung. Ist mit dem Anschreiben das Interesse des Personalchefs
geweckt, wird er im zweiten Schritt den Lebenslauf lesen.
Der Aufbau sieht wie folgt aus:
1. Persönliche Daten: Vor- und Familienname, Adresse, Bewerbungsfoto
(kann auch auf das Deckblatt), Geburtsort, Geburtsdatum (bei Erwachsenen
ohen Angabe von Eltern!), Familienstand und Anzahl der Kinder; für
Nichtdeutsche: Staatsangehörigkeit
2. Besuchte Schulen und Abschlüsse
3. Studium an Hochschulen, Abschluss und Besonderheiten wie
Auslandspraktika
4. Berufsausbildung und lückenlose Berufspraxis: Ausbildungsberuf,
Ausbildungsfirma, dann ale berufliche Stationen mit Position und Firma
(jeweils mit Angabe von Monat und Jahr - übertragene Verantwortung,
Projekterfahrung und besondere Leistungen können stichpunktartig erwähnt
werden)
5. Wehr- und Ersatzdienst, freiwilliges soziales, kulturelles oder
ökologisches Jahr, Betreuungs- und Erziehungszeiten)
6. Berufliche Weiterbildung
7. Außerberufliche Weiterbildung, spezielle Kenntnisse und Erfahrungen
wie EDV-Anwendungen, Sprachen oder handwerkliche Fähigkeiten
8. Hobbys, Interessen sowie ehrenamtliches und soziales Engagement, wenn
es im Zusammenhang mit der Stelle sinnvoll ist.
Bewerbungsfotos sind keine Pflicht, werden aber von den meisten
Arbeitgebern gewünscht. Verwenden Sie dafür keine billigen
Automatenbilder. Aufnahmen vom Fotographen in der Größe von 5 x 7 cm,
besser etwas größer, sind besser geeignet. Das Foto können Sie auf das
Deckblatt oder rechts oben in den Lebenslauf kleben oder einlesen.
Zeugnisse werden der Bewerbung als Anlage beigefügt. Und zwar nie als
Original! Unbeglaubigte Kopien werden in der Regel akzeptiert. Die
Schulzeugnisse (einschließlich Berufsausbildung und Hochschule) belegen
den jeweils höchsten Abschluss. Bei Bewerbern ab Mitte 30 / Anfang 40
auf Schulzeugnisse verzichtet werden. Da zählt mehr die berufliche
Leistung. Auf Arbeitszeugnisse, die älter als zehn Jahre sind und mit
der jetzigen Arbeitsstelle nichts mehr zu tun haben, kann man
verzichten. Alle anderen legt man bei. Wählen Sie die
Weiterbildungszertifikate, Seminarbescheinigungen usw. aus, die im
Zusammenhang mit der Stelle, für die sich bewerben, stehen. Diese Kurse
nennen Sie aber auch bitte im Lebenslauf.
Für E-Mail-Bewerbungen gelten die gleichen Regeln wie für schriftliche
Bewerbungen. Bewerbungen per elektronischer Post sind inzwischen keine
Seltenheit mehr. Sie werden teilweise auch ausdrücklich verlangt. Möchte
ein Unternehmen die vollständigen Unterlagen als elektronische
Bewerbung, sollten auch Zeugnisse und sonstige Bewerbungsunterlagen in
eingescannter Form mitgeschickt werden. Bei Initiativbewerbungen per
E-Mail orientiert man sich bei Umfang und Stil an der Kurzbewerbung.
Nun wird man als Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Worauf muss man dort achten? Pünktlichkeit, Höflichkeit, eine
angemessene und saubere Bekleidung, kein vorheriger Genuss von
alkoholischen Getränken - manche Sachen muss ich wohl nicht besonders
erwähnen.
Hier ein paar andere Tipps. Informieren Sie sich gründlich über das
einladende Unternehmen. Was haben Sie für die ausgeschriebene Stelle zu
bieten? Informieren Sie sich darüber, was marktüblich ist, insbesondere
bei der Bezahlung.Notieren SIe sich Fragen an Ihren Gesprächspartner im
Vorfeld. Machen Sie sich Gedanken über die Rahmenbedingungen. Stecken
Sie sich Ihre Grenzen ab. Andreas Rüdig |
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Duisburg, 1. September 2009 -Mit 32.538
Duisburgern waren im August 151 Personen oder 0,5 Prozent mehr Menschen
arbeitslos gemeldet als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt
unverändert bei 13,3 Prozent. Duisburg ist damit auch weiterhin
landesweit - zusammen mit Gelsenkirchen - Spitzenreiter bei der
Arbeitslosigkeit.
Während geringere Zugänge aus Erwerbstätigkeit zu einem Rückgang der
Arbeitslosigkeit im SGB III - Bereich führten, sorgt demgegenüber das
Ende überbetrieblicher Ausbildungen im Rechtskreis SGB II für einen
Anstieg der Zahl arbeitslos gemeldeter Personen. Im August waren 7.048
Duisburger im Rechtskreis SGB III arbeitslos gemeldet. Dies waren 279
oder 3,8 % weniger als im Juli. Diese Anstieg wäre wie schon in den
Vormonaten noch stärker ausgefallen, gäbe es nicht die Abfederung durch
das Instrument Kurzarbeit. Im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis
SGB III) steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im August
auf 25.49 Menschen (430 oder 1,7 % mehr als im Vormonat). 48.090
Personen erhalten aktuell Arbeitslosengeld II. Die Rückkehr in Arbeit
hat sich mit 1.434 Personen (- 149 oder - 9,4 % gegenüber Juli) weiter
abgeschwächt.
Nach dem leichten Anstieg der neu gemeldeten Stellenangebote im Vormonat
verzeichnet die Agentur für Arbeit im August wieder einen Rückgang der
Stellenmeldungen. Mit 620 neuen ungeförderten Stellen war der Zugang um
86 oder 12,2 % geringer als im Vormonat. Der Bestand an offenen Stellen
ist im August zwar gegenüber dem Vormonat mit 1.815 Stellen zwar wieder
leicht um 60 oder 3,4 % angestiegen, gegenüber dem Vorjahresmonat ist er
jedoch um 1.261 oder 41,0 Prozent geringer.
In den beiden Vormonaten war der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit
bestimmt durch das Ende von Berufsausbildungen und das Schuljahresende.
Im August ist er überwiegend auf das Ende der außerbetrieblichen
Ausbildungen im SGB II - Bereich zurückzuführen. Die Zahl der
arbeitslosen jungen Duisburger stieg dadurch auf 3.394. Das sind 400
oder 13,4 Prozent mehr als im Vormonat. "Die Ferienzeit zeigt deutliche
Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt," berichtet Angela Schoofs, Chefin der
Duisburger Agentur für Arbeit. "Wir sehen mit großem Bedauern, dass die
Zahl der arbeitslosen Jugendlichen gestiegen ist. Wir hegen den hohen
Anspruch an uns selbst, bis zum Ende des Monats möglichst viele
Jugendliche in eine Ausbildung zu bringen. Die Ausbildung garantiert
zwar keinen Arbeitsplatz, erleichtert aber den Einstieg in das
Berufsleben. Mit einer guten Ausbildung ist die Arbeitslosigkeit kürzer.
Berufsvorbereitende Maßnahmen und überbetriebliche Ausbildung können
eine Alternative zur Arbeitslosigkeit sein. Ausbildung und in der Folge
Weiterbildung wird für unsere Wirtschaft immer bedeutsamer. Das
Wohlergeben der Betriebe hängt zunehmend von qualifizierten Mitarbeitern
ab. Deswegen plädiere ich nicht nur für eine qualifizierte
Erstausbildung, sondern auch für eine Kultur der Weiterbildung am
Arbeitsplatz in den Unternehmen."
Der leichte, aber kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den
älteren Arbeitslosen setzte sich auch im August fort. Bei den über 50
Jahre alten Arbeitslosen sank die Arbeitslosigkeit auf 6.972 (-21 oder
-0,5 % weniger), bei den arbeitslosen Personen über 55 Jahre auf 3.511
(-23 oder -0,7 %). Nun schon im zweiten Monat in Folge ist die
Arbeitslosigkeit bei Ausländern leicht rückläufig. 8.791 Ausländer waren
im August arbeitslos. Das sind 113 Personen bzw. 1,3 % weniger als im
Juli.
Im März gab es 12.166 Kurzarbeiter. Das waren 72,4 % der angemeldeten
Kurzarbeiter. Es ist noch unklar, wie viele Stunden kurzgearbeitet
wurde. Derzeit ist für 703 Betriebe / Betriebseinheiten mit 26.894
Mitarbeitern Kurzarbeit angemeldet. "Die Krise ist nicht vorbei. Der
Abwärtstrend ist aber gestoppt. Die Entscheidung, wie es weitergeht,
liegt jetzt bei den Betrieben," so Schoofs. "Ursprünglich waren 900.000
? in unseren Haushalt eingestellt. Bis jetzt sind schon 7,2 Millionen
gebunden. 400.000 ? kommen bis zum Jahresende hinzu. Dieser unser
Haushalt ist bereits genehmigt. 600.000 bis 700.000 ? kommen noch aus
Töpfen des Bundes hinzu. Wir werden deutlich mehr als 8 Millionen ?
dieses Jahr für berufliche Bildung ausgeben. Das Spektrum reicht vom
Kranführerschin bis zum Beschwerdemanagement.
Die Mediennutzung hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Die
Duisburger Agentur für Arbeit nutzt jetzt erstmals das Internet, um vor
allem junge Menschen besser zu erreichen. Die Agenturen für Arbeit haben
ja schon länger einen eigenen Internetauftritt. Die Agenturen aus
Duisburg, Oberhausen, Wesel und Essen schalten jetzt gemeinsam ein
Inserat im Internet. Kostenpunkt: 5.000 ?. Zielgruppe sind junge
Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind. "Gerade
in dieser Altersschicht hat sich die Mediennutzung sehr stark
verändert," hat inzwischen auch Hans-Georg Grein, Pressesprecher der
Agentur für Arbeit Duisburg, erkannt.
"Die klassische Anzeige in einer der örtlichen Tageszeitungen erreicht
nicht unbedingt den Personenkreis, den wir mit dieser Anzeige erreichen
wollen," berichtet Angela Schoofs. "Untersuchungen haben gezeigt, daß
die Printmedien, aber auch Radio und Fernsehen immer stärker durch das
Internet verdrängt werden. Wenn wir die Zielgruppe der jungen Menschen
mit unseren Botschaften erreichen wollen, müssen wir uns dieser
Entwicklung anpassen. Die Anzeige in www.DerWesten.de ist hier ein
erster Versuch."
Die Anzeige ist seit dem 17. August 2009 auf www.DerWesten.de, dem
Internetportal der WAZ-Mediengruppe in den Städteausgaben Duisburg,
Essen, Oberhausen, Mülheim und den Orten des Kreises Wesel zu sehen.
Eine persönliche Bemerkung sei an dieser Stelle schon erlaubt. Ich bin
gespannt, wann die Duisburger Arbeitsagentur die Bürgerzeitung
duisburgweb als Werbepartner erkennt und auch ein wenig Geld für eine
Anzeige hier übrig hat.
Die Duisburger Arbeitsagentur reagiert mit ihrem Internet-Werbeversuch
auf die Tatsache, das nach einer Untersuchung des Instituts Allenbach
die Zahl der täglichen Zeitungsleser in den letzten zehn Jahren von 84,7
auf 71,7 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Bundesländern
gesunken ist. Nach dieser Untersuchung sind junge Leute in der Regel
zwar neugierig auf Neues. Das Lesen von Zeitungen ist ihnen aber
vielfach zu anstrengend, mühsam und macht zu wenig Spaß.
Andreas Rüdig
Arbeitsagentur Duisburg auf neuen Wegen
im Netz
Die Mediennutzung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Um
vor allem die jungen Menschen besser zu erreichen, inseriert die
Duisburger Arbeitsagentur erstmals im Internet. Einen eigenen
Internetauftritt haben die Arbeitsagenturen schon länger. Die Duisburger
Arbeitsagentur geht jetzt zusammen mit den Agenturen Essen, Oberhausen
und Wesel den Weg, im Internet ein Inserat zu schalten. Zielgruppe sind
junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind.
Gerade in dieser Altersschicht hat sich die Mediennutzung sehr stark
verändert.
„Die klassische Anzeige in einer der örtlichen Tageszeitungen erreicht
nicht unbedingt den Personenkreis, den wir mit dieser Anzeige erreichen
wollen“, so Angela Schoofs, Chefin der Duisburger Arbeitsagentur.
„Untersuchungen haben gezeigt, dass die Printmedien, aber auch Fernsehen
und Radio immer stärker durch das Internet verdrängt werden. Wenn wir
die Zielgruppe der jun-gen Menschen mit unseren Botschaften ansprechen
wollen, müssen wir uns dieser Entwicklung anpassen. Die Anzeige in
www.DerWesten.de ist hier ein erster Versuch.“
Seit dem 17. August ist die Anzeige der vier Arbeitsagenturen für vier
Wochen auf www.DerWesten.de, dem Internetportal der WAZ-Mediengruppe in
den Städteausgaben Duisburg, Essen, Oberhausen, Mühlheim und der Orte im
Kreis Wesel zu sehen. Aktuell zum Ende des Ausbildungsjahres 2008/2009
werden hier noch einmal die Dienstleistungen der Arbeitsagenturen für
Ausbildungsstellensuchende mit Links zu allen wichtigen Seiten der
Arbeitsagentur dargestellt, die Hilfestellungen bei der Suche nach dem
passenden Ausbildungsplatz bieten.
Die Duisburger Arbeitsagentur reagiert mit ihrem Internet-Werbeversuch
auf die Tatsache, das nach einer Untersuchung des Instituts Allensbach
die Zahl der „täglichen“ Zeitungsleser in den letzten zehn Jahren von
84,7 auf 71,7 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Bundesländern
gesunken ist. Nach dieser Untersuchung sind junge Leute zwar in der
Regel neugierig auf Neues, das Lesen von Zeitungen ist ihnen aber
vielfach zu anstrengend, mühsam und macht zu wenig Spaß. „Hier
wollen wir ansetzen und erste Erfahrungen in diesem neuen Markt
sammeln“, betont Schoofs. |