|
Duisburg, 3. August 2009 -Im Zeitraum vom
1. Oktober 2008 bis 30. September 2009 haben sich bislang 4.195
Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, bei der Duisburger
Agentur für Arbeit gemeldet. Genau 2.939 von ihnen sind schon versorgt;
die verbleibenden 1.256 Jugendlichen sind noch auf der Suche. Seit
Beginn des oben genannten Berichtsjahres wurden der Agentur 2.429
Berufsausbildungsstellen gemeldet, von denen 730 noch nicht besetzt
sind. In Duisburg gibt es genau 0,58 Berufsausbildungsstellen je
Bewerber. Diese Zahlen konnte Dr. Petra Hoffmann, als Bereichsleiterin
unter anderem für die Berufsberatung Jugendlicher zuständig, in einer
Pressekonferenz Anfang August 2009 vermelden.
"Es hängt sicherlich mit sinkenden Schulabgangszahlen zusammen, dass
sich in dem Berichtsjahr weniger Jugendliche bei uns gemeldet haben als
früher," betont Hoffmann. "Der Markt ist gesättigt. Wir haben nicht für
jeden Bewerber eine Lehrstelle. Von den Kammern ist zu hören, dass der
Ausbildungsmarkt schwierig ist und dass es weniger Lehrstellen gibt als
früher. Davon bekommen wir nichts mit. Der Anteil der noch nicht
Versorgten ist in diesem Jahr in Vergleich zu früheren Jahren gesunken.
Fertigungsberufe wie der Mechatroniker und Dienstleistungsberufe sind
bei den Jugendlichen sehr beliebt.
Krise bedeutet: Die Arbeitgeber zögern, Nachwuchskräfte einzustellen.
Sie suchen auch immer bessere Jugendlichen und klagen, wie schlecht sie
(angeblich?) sind. Wir werden versuchen, den Jugendlichen mit unseren
Instrumenten zu helfen. Wir beraten über Alternativen. Die guten
Bewerber finden sehr schnell eine Ausbildung und tauchen gar nicht erst
auf dem Ausbildungsmarkt auf. Wir arbeiten mit den Schulen zusammen und
führen Veranstaltungen im Berufsinformationszentrum durch. Dort können
sich Berufe und Betriebe vorstellen. Im Internet (z. B. bei der
Lernbörse der Arbeitsagentur oder bei www.planet-beruf.de) gibt es
Selbstinformationsmöglichkeiten. Ferienjobs oder Praktika können
hilfreich sein."
Eine persönliche Bemerkung sei hier erlaubt. Die Ausführungen zeugen von
einer gewissen Hilflosigkeit. Ferienjobs und Praktika kann man durch die
Agentur für Arbeit nicht finden; sie werden dort nicht ausgewiesen. Ob
Selbstinformationprogramme wirklich helfen, sei einmal dahingestellt;
schließlich schätzen sich die wenigsten Jugendlichen selbst so gut ein,
dass sie über diese Programme den richtigen Beruf finden. Ein Blick ins
Schulzeugnis und man findet mögliche Talente und Abneigungen. Liegen mir
Sprachen, Mathematik oder Kunst? Oder bin ich eher praktisch veranlagt?
Da können das Zeugnis oder ehrliche, verantwortungsbewusste Eltern viel
besser helfen.
Beim Arbeitsamt, um bei dem alten Ausdruck zu bleiben, ist auch kein
Wort darüber zu hören, wie das Arbeitsamt helfen kann. Das
Berufsinformationszentrum ist schlecht ausgerüstet. Es gibt keinen
Computer, an dem man Bewerbungen schreiben kann. Manche Lehr- und
Arbeitsstellen kann man nur aufrufen, wenn man sich an der Info-Theke
ein Passwort besorgt; ansonsten verhindert die Firewall, daß die
entsprechende Seite aufgerufen werden kann. Es ist nicht möglich, einen
USB-Stick an den BIZ-Computern zu benutzen. Die Telefone sind schlecht
positioniert; ein ungestörtes, ruhige Telefonieren ist hier nicht
möglich. Vorbeifahrende Feuerwehrautos und Krankenwagen sind hier
genauso zu hören wie die oft sehr lauten Demonstranten der Linkspartei.
Es war auch kein Wort darüber zu hören, wie die Arbeitsverwaltung eine
Bewerbung bzw. Ausbildungsstelle finanziell unterstützen kann. Früher
gab es den Topf der "Förderung der Arbeitsaufnahme - FdA". Behaupte ich
jetzt etwas Falsches, wenn ich sage, dass dieser Topf heute
"Vermittlungsbudget" heißt? Keine Ahnung. Früher konnten
Ausbildungsstellenbewerber in einem bestimmten Rahmen ihre Bewerbungen
vom Arbeitsamt finanziert bekommen. Ob dies heute immer noch so ist,
sollte jeder Jugendliche nachfragen.
Welche anderen finanziellen Hilfen können Lehrlinge und Lehrherren heute
von der Arbeitsverwaltung erhalten? Eine Antwort darauf blieb Frau Dr.
Hoffmann bei dem Pressetermin schuldig. Behaupte ich etwas Falsches,
wenn ich von der Arbeitsagentur verlange, dass sie unaufgefordert auch
über ihre finanziellen Hilfen für Zielgruppen wie die
Ausbilungsstellernbewerber, sprich: arbeitswillige Jugendliche, die sich
aktiv bemühen, eine Ausbildungsstelle zu erhalten, informiert? Die
Informationspolitik und Öffentlichkeitsarbeit der Duisburger
Arbeitsverwaltung hinterlässt an dieser Stelle einen eher unangenehmen
Eindruck. Da bei Rückfragen sehr leicht der Eindruck einsteht, dass sie
als unangenehm empfunden werden, drängt sich der Eindruck auf, dass die
Arbeitsverwaltung etwas zu verbergen hat. Oder? Andreas Rüdig |
|
Duisburg, 30. Juli 2009 -Die anhaltende
konjunkturelle Schwäche zusammen mit saisonalen Einflüssen wie dem
Schuljahresende und der Beendigung betrieblicher Ausbildungen lässt die
Arbeitslosigkeit im Juli in Duisburg wieder ansteigen. Mit 32.387
Duisburgern waren im Juli 300 Personen oder 0,9 Prozent mehr Menschen
arbeitslos gemeldet als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg
damit leicht um 0,1 Prozentpunkt. Sie liegt nun damit bei 13,3 Prozent.
Duisburg liegt damit gleichauf mit Gelsenkirchen. Es gibt keine andere
Stadt in ganz (!) Nordrhein-Westfalen, die eine höhere Arbeitslosigkeit
hat. "Angesichts der Krise sind die Zahlen aber positiv zu beurteilen.
Es hätte schlimmer kommen können. Die arbeitsmarktpolitischen
Kann-Leistungen, die wir rege nutzen, entlasten uns doch deutlich,"
betont dagegen Angela Schoofs, Chefin der Duisburger Agentur für Arbeit.
Mehr Meldungen aus vorheriger Erwerbstätigkeit und Berufsausbildung
haben im Juli für einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit im
Rechtskreis SBG III geführt, während im Rechtskreis SGB II die
Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat stagniert. Im Juli waren 7.327
Duisburger im Rechtskreis SBG III arbeitslos gemeldet, 294 oder 4,2
Prozent mehr als im Juni. Dieser Anstieg wären nach Angaben der
Arbeitsagentur noch stärker ausgefallen, gäbe es nicht die Abfederung
durch das Instrument Kurzarbeit. Im Bereich der Grundsicherung im
Rechtskreis SGB II stagniert im Juli bei 25.060 Menschen (6 Personen
weniger als im Vormonat).
Die Zugänge in Arbeitslosigkeit im Juli sind von 5.490 auf 5.767
angestiegen (+277 oder +5,0 % gegenüber dem Juni). Von den 5.767 neu
gemeldeten Arbeitslosen kamen 1.880 aus vorhergehende Erwerbstätigkeit.
Auf der anderen Seite hat sich mit 1.583 Personen (-46 oder -2,8 %
gegenüber dem Juni) die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit wieder
abgeschwächt. Im Vergleich zum Vormonat waren dies 46 oder 2,8 Prozent
weniger.
Parallel dazu ist die angemeldete Kurzarbeit im Juli weiter angestiegen.
In Duisburg haben aktuell 387 (im Vormonat 377) Betriebe Kurzarbeit
angemeldet, die für 24.904 (Vormonat: 24.469) Arbeitnehmer zum Tragen
kommen kann. Leicht angestiegen, aber immer noch auf einem viel zu
niedrigen Niveau ist der Zugang an Stellenangeboten. Mit 706 neu
gemeldeten ungeförderten Stellen war der Zugang um 62 oder 9,6 Prozent
höher als im Vormonat.
Wie schon im Vormonat wirken sich auf die Zahlen der
Jugendarbeitslosigkeit das Ende von Berufsausbildungen,
Berufsvorbereitungslehrgängen und zusätzlich das Ende des Schuljahres
aus. Der Übergang von Schule in Berufsausbildung und später von der
Ausbildung in die Erwerbstätigkeit führt regelmäßig zu einem deutlichen
Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Sie erhöhte sich im Juli auf 2.994
arbeitslose junge Duisburger. Dies sind 408 oder 15,8 Prozent mehr als
im Vormonat.
Die Situation bei den älteren Arbeitslosen ist entgegen dem Trend der
letzten Monate durch einen leichten Rückgang der gemeldeten
Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Bei den über 50 Jahre alten Personen
sank die Arbeitslosigkeit auf 7.004 (-84 oder -1,2 Prozent), bei den
arbeitslosen Personen über 55 Jahren auf 3.534 (-35 oder -1,0 Prozent).
Während es mit der Arbeitslosigkeit der Ausländer in diesem Jahr
überwiegend nach oben ging, ist im Juli wieder ein leichter Rückgang zu
verzeichnen. 8.904 Ausländer waren im Juli von Arbeitslosigkeit
betroffen. Dies sind 67 Personen oder 0,7 Prozent weniger als im
Vormonat.
"Ein Großteil der Personen, für die Kurzarbeit angemeldet wurde,
arbeitet am Ende auch kurz, allerdings im unterschiedlichen zeitlichen
Umfang. Wir hoffen, daß die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wir haben
unsere Anstrengungen im Bereich der Weiterbildung intensiviert. So
erhalten die Betroffenen einen besseren Start bei der Stellensuche. Die
Konjunktur springt in Asien wieder an. Wir hängen aber stärker von den
USA ab. Ob die Konjunktur dort tragfähig ist, wir sich erst noch zeigen
müssen. Wir können helfen und unterstützen, aber keine neuen
Arbeitplätze schaffen.
"Was auf dem Arbeitsplatz zählt, ist die berufliche Qualifikation,"
betont Schoofs. "Eine abgeschlossene Berufsausbildung und aktuelle
berufliche Kenntnisse sind die besten Weggefährten auf einem
erfolgreichen beruflichen Lebensweg."
Wer in Duisburg sich jetzt nach seiner Berufsausbildung mit einer
abgeschlossenen Berufsausbildung bei der Agentur für Arbeit arbeitslos
melden muß, den erwartet bis zur Aufnahme einer erneuten
Erwerbstätigkeit nach den Statistiken der Agentur für Arbeit Duisburg
eine halb so lange Dauer der Arbeitslosigkeit wie den Gleichaltrigen,
der über keine Berufsausbildung verfügt (68 Tage mit Ausbildung / 132
ohne Ausbildung). Außerdem ist das Risiko, von Arbeitslosigkeit
betroffen zu werden, mit der abgeschlossenen Berufsausbildung deutlich
geringer. Im Juni waren in der Personengruppe der unter 25jährigen
Arbeitslosen in Duisburg ein Drittel mit einer abgeschlossenen
Berufsausbildung, zwei Drittel hatten demgegenüber keine Ausbildung.
"Festanstellung, auf Dauer, möglichst von der Ausbildung bis zur Rente,
das steckt noch immer bei uns in Deutschland in den Köpfen der Menschen.
Nehmen Sie das europäische Ausland. Dort wechseln die Arbeitnehmer
leichter, haben eher eine zeitlich befristete Stelle," so Schoofs.
Eine persönliche Erfahrung sei an dieser Stelle noch berichtet. Im
Anschluss an die Präsentation der Juni - Zahlen hatte die der
Pressestelle der Duisburger Arbeitsagentur noch einige weitere Fragen
vorgelegt, die normalerweise in den jeweiligen Pressekonferenzen
besprochen werden. "In welchem Umfang werden Berufsausbildungsbeihilfe
und Insolvenzgeld gezahlt? In welchem Umfang wurden der Psychologische
Dienst und der Ärztliche Dienst im 1. Halbjahr 2009 in Anspruch
genommen? "Was verbirgt sich hinter dem Vermittlungsbudget? In welchem
Umfang wurde er bislang in Anspruch genommen?" Diese Fragen sind bislang
genausowenig beantwortet worden wie etwa (die nicht ausdrücklich
gestellten) Fragen, wie viele Vermittlungsgutscheine und
Bildungsgutscheine ausgegeben und eingelöst wurden, wie hoch der
Marktanteil von Arge und Arbeitsagentur bei den Vermittlungen sind, wie
viele (prozentual) von allen zu besetzenden Arbeitsstellen der
Arbeitsverwaltung überhaupt bekannt ist und in welchem Umfang die
Arbeitsverwaltung finanziell und organisatorisch bei Firmengründungen
beteiligt ist. Was die Statistiken anbelangt, wird nur sehr ungenau
gearbeitet. Ob hier Schönrederei vorliegt, kann ja jeder Leser selbst
entscheiden. Andreas Rüdig
Wer was kann kommt gut an
Eine gute Berufsausbildung und aktuelle Kenntnisse im Beruf senken das
Arbeitslosigkeitsrisiko und verkürzen die Dauer der Arbeitslosigkeit
Wer sich nach einer Berufsausbildung in diesen Tagen arbeitslos
melden muss, hat gute Chancen, rasch wieder in Arbeit zu kommen. Zudem
ist das Risiko, mit einer qualifizierten Ausbildung arbeitslos zu
werden, deutlich niedriger, wie neue Zahlen der Agentur für Arbeit
Duisburg zeigen. „Was auf dem Arbeitsmarkt zählt, ist die berufliche
Qualifikation“, betont Angela Schoofs, Chefin der Duisburger
Arbeitsagentur. „Eine abgeschlossene Berufsausbildung und aktuelle
berufliche Kenntnisse sind die besten Weggefähr-ten auf einem
erfolgreichen beruflichen Lebensweg.“
Wer in Duisburg sich jetzt nach seiner Berufsausbildung mit einer
abgeschlossenen Berufsausbildung bei der Agentur für Arbeit arbeitslos
melden muss, den erwartet bis zur Aufnahme einer erneuten
Erwerbstätigkeit nach den Statistiken der Agentur für Arbeit Duisburg
eine halb so lange Dauer der Arbeitslosigkeit, wie den Gleichaltrigen,
der über keine Berufsausbildung verfügt (68 Tage mit Ausbildung / 132
Tage ohne Ausbildung).
Zudem ist das Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu werden, mit der
abgeschlossenen Berufsausbildung deutlich geringer. Im Juni waren in der
Personengruppe der unter 25 jährigen Arbeitslosen in Duisburg ein
Drittel mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, zwei Drittel hatten
demgegenüber keine Ausbildung.
„Was diese Zahlen für die jüngeren Arbeitslosen ausweisen, gilt in
gleichem Maße auch für die übrigen Altersgruppen. Eine gute
Berufsausbildung, ge-paart mit Berufserfahrung und ständiger
Fortentwicklung der Kenntnisse ist der beste Schutz vor
Arbeitslosigkeit“, so Schoofs. „Auch in Krisenzeiten hat diese Botschaft
ihre Gültigkeit nicht verloren, denn auch jetzt suchen Unternehmen nach
guten Fachkräften.“
Informationen über den Arbeitsmarkt erhalten Sie im Internet unter
www.Arbeitsagentur.de .

Beauftragte für Chancengleichheit
im BIZ
Am Donnerstag, den 6. August 2009, informiert die Beauftragte für
Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Duisburg,
Annette von Brauchitsch-Lavaulx über den "Wiedereinstieg nach der
Familienphase". In der Zeit von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr gibt sie im
Beurfsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagentur, Wintgensstr. 29-33,
47058 Duisburg, Raum C Orientierungshilfen zu individuellen Wegen aus
der Familienzeit oder Pflege von Familienangehörigen zurück in den
Arbeitsprozess. Sie zeigt dabei, wie die hohe Motivation der betroffenen
Frauen und Männer und die in der Familienzeit oder der Pflegetätigkeit
erworbenen Kompetenzen für die Bewerbungssituation genutzt werden
können. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist
kostenlos. |