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"Vereinigung der Vertragsfußballspieler VDV"
Fußball ist unser Leben. So heißt es in einem bekannten Lied. "Stimmt. Wer der `Vereinigung der Vertragsfußballspieler VDV' angehört, verdient seine Brötchen mit dem Sport," berichtet Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der in Duisburg ansässigen Sportlergewerkschaft.
Die Vereinigung wurde 1987 gegründet. Leute wie Ewald Lienen, Benno Möhlmann und Frank Pagelsdorf seien hier als Gründungsmitglieder genannt.
"Die VDV vertritt die Interessen der Fußballprofis und unterstützt ihre über 1.200 Mitglieder in den Bereichen Vorsorge, Recht, Bildung, Berufsplanung, Medizin und Training. Außerdem stellt die Spielergewerkschaft Beisitzer im DFB - Bundesgericht, im DFB - Sportgericht und im Ständigen Schiedsgericht für Lizenzspieler," stellt Baranowsky die Aufgaben des VDV vor, wie sie in der Satzung festgeschrieben sind. Doch wie sieht die Praxis aus? Die VDV überprüft Gehaltsabrechnungen, Arbeitsverträge und Verträge mit Spielervermittlern. Vereinslose Spieler und Rekonvaleszenten können an Trainingscamps teilnehmen. Die VDV bietet eine Karriereplanung, Bewerbungstrainings und die nachfußballerische Berufsplanung an. Dies sind aber nur einige Angebote, die die VDV für ihre Mitglieder bereithält, wie Baranowsky betont. Wer Einzelheiten wissen möchte, kann im Internet unter www.spielergewerkschaft.de nachschlagen.

Doch warum gibt es überhaupt eine Gewerkschaft für diese Sportler? "Natürlich gilt das allgemeine staatliche Arbeitsrecht auch für Fußballer. Im Sport gibt es aber Besonderheiten. Die Transfers, die U23 - Regeln, die freie Arztwahl und die Arbeitszeitgestaltung seien hier als Beispiele genannt. Wir können die Sportregeln fachlich kompetent mit den Verbänden und Vereinen aushandeln. Die Musterarbeitsverträge sollen den staatlichen Gesetzen entsprechen. Wir sind Kooperationspartner von DFB und DFL und satzungsgemäße Gewerkschaft. Der Sport braucht eine hoch spezialisierte Gewerkschaft. Uns geht es um Fair Play und ein gutes Miteinander und nicht so sehr um den Kampf. Wir suchen den Dialog und Ausgleich. Die gerichtliche Auseinandersetzung ist immer das letzte Mittel. In Ländern wie Italien, Spanien, Belgien, Dänemark, Norwegen und Österreich gibt es Kollektivarbeitsverträge. Dies macht auch Sinn, weil es Rechtssicherheit bedeutet," betont Baranowsky.
Warum der VDV ausgerechnet in Duisburg ansässig ist? Ganz einfach: "Hier gibt es gute Trainingsmöglichkeiten für Arbeitslose und Rekonvaleszenten. Hinzu kommt die gute Lage - von hier aus können wir viele Vereine erreichen," berichtet Baranowsky.
Der Frauenfußball ist derzeit noch kein großes Thema. Die VDV ist zwar im Prinzip auch für Frauen offen; trotz des Erfolges wird Frauenfußball derzeit aber nur semiprofessionell betrieben.
Anders sieht die Situation da schon im Jugendbereich aus. "Nach der schlechten Leistung bei der EM 2000 änderte der DFB seine Politik. Es gibt Stützpunkte für Jugendliche. Es wurden viele neue Trainer eingestellt. Die Vereine bauten ihre Nachwuchsleistungszentren aus. Die Nachwuchsförderung ist auf einem guten Weg. Der U19 - EM - Titel ist ein schöner Beweis dafür," berichtet Baranowsky.
"Viele Fußballmannschaften sind Kapitalgesellschaften und mittelständische Unternehmen. Für die Strukturen, die es gibt, hat Deutschland eine gute 1. Liga. Es gibt faire Preise, gute Leistungen und Nachwuchsförderung," hebt Baranowsky zum Abschluß die Bedeutung des deutschen Fußballs heraus.
Fußball ist unser Leben? So kenntnisreich und auch ansprechend, wie Baranowsky berichtet, scheint es auf ihn auf jeden Fall zuzutreffen