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Sommer Sonne Strand - so lässt
sich ein beliebter Urlaubstraum beschreiben. Man liegt in warmen
südlichen Gefilden am Strand, räkelt sich in der Sonne und bräunt
den Astralkörper. Ein gelegentliches Bad im tiefblauen Naß ist in
den Urlaubsfreuden inbegriffen. Sportlich ambitionierte Zeitgenossen
nutzen die freie Zeit zum Tauchen und entdecken dabei eine stille
und doch faszinierende Welt für sich. Nicht so Uwe Veltjens:
Unterwasserrugby heißt die Sportart, die er für sich entdeckte.
?Als ich 15 Jahre alt war, bin ich in den Deutschen Unterwasser Club
in Krefeld eingetreten, erzählt der Krefelder Immobilienkaufmann.
Ich wollte damals einen Tauchlehrgang mitmachen. 25 Jahre ist dies
nun her. Veltjens nahm an dem Kurs teil, lernte dabei
Unterwasserrugby kennen und war sofort Feuer und Flamme für den
jungen Sport. ?Unterwasserrugby entstand zu Beginn der `60er Jahre
als eine attraktive Trainingsmethode für den Tauchsport. Was folgte,
war eine enorme Karriere in einer Sportart, die ein Schattendasein
führt: hartes Training, Spiele in der 1. Bundesliga, Deutscher
Meister, Aufstieg in die Nationalmannschaft, Europameister,
Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.
Was ihn an dieser Randsportart fesselt, kann Veltjens gut
beschreiben: ?Die Faszination ist das Spielen mit dem Ball. Man kann
genauso spielen und passen wie bei anderen Ballsportarten auch. Es
ist auch ein Mannschaftssport, was für mich sehr wichtig ist. Ich
möchte gewinnen, den Ehrgeiz habe ich schon. Und Tauchen, na ja, das
ist Natur pur. Tauchen ist eine Domäne für Leute, die Natur erleben
möchte, nur an anderen Stellen.
Vor über 10 Jahren nahm Veltjens auch das Amt des Trainers an, als
sein Vorgänger in dem Amt in die 2. Mannschaft wechselte. Ein
besonderer Lehrgang war nicht erforderlich. Als aktueller
Nationalspieler, der er damals war, traute ihm die Mannschaft
durchaus zu, sie auch ohne Ausbildung zu trainieren.
Und heute? Mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren sei die
Mannschaft total überaltert, meint Veltjens. ?Wir spielen in der
Bundesliga zwar in der Spitzengruppe mit, Ambitionen auf den Titel
haben wir allerdings nicht. Einmal Deutscher Meister (1992) und
mehrfacher Vize so ganz erfolglos war man ja nicht in den
vergangenen Jahren. Etwa 2500 Spieler gibt es in ganz Deutschland,
gespielt wird in 4 Ligen. Ist es Bewunderung oder schon ein bisschen
Neid, wenn Veltjens erzählt, dass die Freien Schwimmer aus Duisburg
die schärfsten Konkurrenten sind? Ein Handicap hat die Krefelder
Mannschaft jedenfalls: ?In Krefeld gibt es nur ein sporttaugliches
Bad. Es wird aber zur Zeit saniert. So weichen wir nach
Mönchengladbach oder in private Trainingsmöglichkeiten aus. Wer
trotzdem interessiert ist, die exotische Sportart kennenzulernen,
könne ihn ruhig anrufen (Telefon: 02151 3773717). ?Reich werden kann
man mit Unterwasserrugby nicht. Der Sport bietet andere Reize. Wer
gut ist und an internationalen Turnieren teilnimmt, sieht etwas von
der Welt.
Blessuren wie Prellungen können zwar vorkommen, ernsthafte
Verletzungen sind aber selten. Wasser dämpft. Ein bisschen
räumliches Denken sollte man schon mitbringen; schließlich ist
Unterwasserrugby eine dreidimensionale Sportart. Ach ja: Wasserscheu
sollte man auch nicht sein. Das Geschlecht ist egal, auch Frauen
können mitspielen.
Sommer Sonne Strand? Auch bei einem Spitzensportler verschieben sich
gelegentlich die Prioritäten. Frau, Kind und Beruf wollen zu ihrem
Recht kommen. Irgendwann muß da der Sport zurücktreten. Ein Verein,
der nicht den Nachwuchs fördere, verliere den Anschluß, sinniert
Veltjens. Neue Kräfte seien in Krefeld jedenfalls willkommen.
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