|
Hawaii ist der 50. Bundesstaat
der USA. Sagen die Politiker. Hawaii ist ein Paradies. Meinen die
Surfer. Hohe Wellen und Sonnenschein sorgen für ideale Bedingungen.
?Dafür kommen die besseren Surfer aus dem Rheinland, meint Hans
Jürgen Bongartz. Der Inhaber einer Malermeister Werkstatt ist
Sportart beim Windglider Club Krefeld (WCKR).
Jemand steht auf einem Brett und gleitet mit oder ohne Segel über
das Wasser. Eigentlich ist Surfen ja leicht erklärt. Auf einen
Unterschied legt Bongartz jedoch Wert: ?Windsurfen findet mit Segel
statt, Surfen ohne. Ein Surfbrett besteht im Innern aus
Kunststoffschaum und außen aus einer Polyesterschicht. Daß es keine
scharfen Kanten und sonstigen Verletzungsmöglichkeiten bietet,
sollte fast schon selbstverständlich sein. Der Surfanzug besteht aus
Neopren, einer Gummiart. Die Stärke an Neopren bestimmt, wie viel
Kälte durch Wasser und Wind von außen an den Körper gelangt. Die
Bünde an Armen, Hals und Beine sollten also relativ eng sitzen.
Weitere Bestandteile der Ausrüstung sind das Segel und das Wachs,
das das Brett geschmeidig erhält.
Der Elfrater See. Er bietet ein Naherholungsgebiet in Krefeld.
Zusammen mit 2 Segelclubs und einem Kanuclub ist dort der WCKR
angesiedelt. ?Das Gelände ist von der Stadt gemietet. Für uns ist es
eine ideale Freizeitmöglichkeit, erzählt Bongartz. Einen gewissen
familiären Charme versprüht das Gelände mit dem eleganten
Clubgebäude und der sichtbar benutzten Wiese. 160 Mitglieder gehören
dem Verein an. ?Für die meisten ist Surfen eine ideale
Freizeitbeschäftigung im Sommer, ergänzt Bongartz. ?Wir sind ein
Club, bei dem sich die ganze Familie treffen und Spaß haben kann.
Gleichzeitig ist aber auch Leistungssport möglich.
Sichtbares Zeichen: 2001 wurde das Bundesligateam deutscher
Vizemeister. 4 Mann gehören zu einem Team. Sie fahren zunächst auf
Landesebene verschiedene Regatten und ermitteln hier einen
Landesmeister. Das Krefelder Team wurde 2001 westdeutscher
Landesmeister und qualifizierte sich so, zusammen mit 7 weiteren
Mannschaften aus NRW, für das Bundesligafinale. ?Dort werden dann
die Deutschen Meister ermittelt. Im gleichen Jahr stieg auch die 2.
Mannschaft in die 1. Liga auf und surft nun um die Deutsche
Meisterschaft mit. Hinzu kommen noch 3 Jugendliche im Olympiakader.
?Die Landestrainer suchen regelmäßig die talentiertesten
Nachwuchstrainer. Und bereiten sie auf die Olympiaden und anderen
internationalen Meisterschaften vor.
Surfen im Binnenland für Bongartz nichts ungewöhnliches. ?Ich würde
auch gerne in Holland surfen. Dort kann jeder surfen. Aber ich lebe
hier. Natürlich sind Krefeld und der Niederrhein kein klassisches
Surfgebiet. Hier fehlen Wind und Wellen. Dafür gibt es aber
spezielle Bretter, die länger und schwerer sind. Bei uns sind eher
Taktik und Sport gefragt, die jeden Hauch ausnutzen. Die besten
Surfer kommen ehŽ aus dem Binnenland. Dort ist die Jugendarbeit
besser: Man lernt die Technik von der Pike auf. Wir sind der
einzigste reine Surfverein am ganzen Niederrhein. Mir gibt das Spiel
mit dem Wind ein befreiendes Glücksgefühl.
|