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Pudel gehören
einer bestimmten Hunderasse an. Oder? "Auch beim Kegeln gibt es
Pudel; dies sind aber dann Fehler," berichtet Brigitte Schunk von
den Vereinigten Sportkeglern Duisburg.
"Kegeln ist eine Sportart, bei der der Spieler zumeist von einem
Ende einer glatten Bahn (Kegelbahn) aus mit kontrolliertem Schwung
eine Kunststoffkugel ins Rollen bringt, um die am anderen Ende der
Bahn aufgestellten neun Kegel umzulegen. Es besteht eine
Verwandtschaft mit dem Bowling: Beim traditionellen Kegeln gibt es
neun Kegel, beim Bowling dagegen zehn (die Pins genannt werden).
Kegeln wird auch als Präzisionssport bezeichnet.
Bahnarten
Der Kegelsport wird in Deutschland auf vier verschiedenen Bahnarten
betrieben: Asphalt- (Classic-), Bohle-, Scheren- und Bowlingbahn.
Auf jeder dieser Bahnarten, deren Verteilung außer beim bundesweit
anzutreffenden Bowling regional unterschiedlich ist, finden eigene
Meisterschaften, Ligenspiele, Vereinspokale und Turniere im Rahmen
der jeweiligen Sportordnung statt. Darüber hinaus werden alljährlich
nach vorheriger Qualifikation über die Länder bundesweit die
Deutschen Meisterschaften auf Dreibahnen ausgetragen: Hierbei müssen
sich die Sportler nacheinander auf den drei Bahnarten Bohle, Schere
und Asphalt/Classic bewähren und dabei die recht unterschiedlichen
Kegeltechniken anwenden. Allen Bahnarten ist das Ziel gemein, die
größtmögliche Anzahl von Kegeln mit einem Wurf (Schub) umzuwerfen.
Eine weitere Variante des Spiels ist es, bestimmte Konstellationen
von Kegeln (Kegelbilder) zu werfen.
Asphaltbahn (Classicbahn)
Der Anlauf und die Auflagebohle (Länge: 5,5m-6.5m, Breite: 0,35 m)
bestehen aus Linoleum. Die Kugellauffläche besteht aus Asphalt oder
Kunststoff und hat über die gesamte Länge von 19,50 m einen Breite
von 1,50 m. Für einen optimalen Kugellauf muss der Belag vollkommen
glatt sein. Die gesamte Lauffläche liegt waagerecht. Die Asphaltbahn
wird überwiegend im süddeutschen Raum (Baden-Württemberg, Bayern) in
Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin sowie in allen neuen
Bundesländern (Ausnahme: Mecklenburg-Vorpommern) gespielt.
International ist die Asphaltbahn in 19 Ländern (darunter
Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, den Nachfolgestaaten den
ehemaligen Jugoslawien, Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn und
Rumänien) verbreitet.
Bohlebahn
Der Anlauf und die Auflagebohle (Länge: 5,50 m, Breite: 0,35 m)
bestehen aus Linoleum. Die Kugellauffläche besteht aus Holz oder
Kunststoff und ist gekehlt. Wie die Scherenbahn hat auch die
Bohlebahn eine Gesamtsteigung von 10 cm vom Beginn der Auflagebohle
bis zum Kegelstand. Aufgrund der Maße der Lauffläche (23,50 m Länge
und 0,35 m Breite) ist auf der Bohlenbahn Abräumen nicht möglich und
es kann nur in die Vollen gespielt werden. Auf Bohlebahnen wird
hauptsächlich in Norddeutschland (Bremen, Hamburg,
Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein), in den
Bundesländern Berlin und Brandenburg sowie international in
Dänemark, Polen und Namibia gespielt
Scherenbahn
Der Anlauf und die Auflagebohle (Länge: 5,50 m, Breite: 0,35 m)
bestehen aus Linoleum. Bei Kunststoffbahnen ist die Aufsatzbohle
auch sehr oft aus Kunststoff. Die Kugellauffläche besteht aus Holz
oder Kunststoff und ist gekehlt (3,6mm - 4,0mm). Die Bahn hat eine
Gesamtsteigung von 10 cm vom Beginn der Auflagebohle bis zum
Kegelstand. Die Lauffläche hat von der Aufsatzbohle bis zur Schere
auf einer Länge von 9,5 m eine Breite von 0,35 m und verbreitert
sich dann auf einer Länge von 8,5 m scherenartig bis auf 1,25 m beim
Kegelstand. Scherenbahnen sind im westdeutschen Raum
(Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland) sowie im südlichen
Niedersachsen und in Hessen verbreitet, im Ausland in den
Benelux-Ländern, in Frankreich, Italien und Brasilien.
Bowlingbahn
Die Bowlingbahn ist von den oben genannten Kegelbahnen völlig
verschieden. Statt neun Kegeln werden zehn Pins aufgestellt. Die
Auflagebohle besteht aus der gesamten Bahnbreite, und Anlauf und
Lauffläche entweder aus Holz oder Kunststoff. Die gesamte Lauffläche
liegt waagerecht. Sie hat eine Länge von 18,30 m und eine Breite von
1,05 m.
Beim Kegeln in Gaststätten und bei Turnieren war es früher üblich,
dass ein 'Kegelbub' (oft Sohn eines Clubmitgliedes) die Kegel gegen
Bezahlung entsprechend den jeweiligen Regeln (z.B. Abräumen) wieder
aufstellte und die Kugel zurückrollte. (Karl May traf - laut seiner
Autobiographie - als Kegelbub die ersten "Rückkehrer", die ihm von
den USA erzählten).
Seit den 1950er-Jahren wurden die Kegelbuben durch elektrische
Kegelbahnen verdrängt. Diese zeigen auf einem Display die
umgefallenen Kegel an, stellen die Kegel selbsttätig auf und
befördern die Kugeln elektrisch zurück. Während anfangs noch die
einzelnen Hubvorrichtungen von Hand (über Drucktaster) bedient
wurden, übernehmen computergesteuerte Anlagen inzwischen komplette
Spielabläufe: Aufstellen der Kegel, zählen von Punkten, Foulanzeige
per Lichtschranke etc.
Bei elektrischen Bahnen werden die Kegel entweder an Seilen
hochgezogen und - nach dem "Auspendeln" - abgestellt, oder sie
werden von einem "Rechen" in eine Grube am Bahnende gefegt und mit
einer Förderanlage in die Halterung befördert, die sie auf der Bahn
abstellt. Diese Lösung ist zwar technisch komplexer, vermeidet
jedoch das Problem der verhedderten Seile. Sie hat sich deshalb
besonders auf großen Bowlinganlagen - wo ein Eingreifen des
Personals besonders schwierig ist - rasch durchgesetzt.
Bundeskegelbahn
Eine Bundeskegelbahn entspricht besonderen Kriterien, die von dem
Landesfachverbandverantwortlichen abgenommen wird. Außer
Anforderungen an Abmessungen, Aufbau, Steuerung usw. müssen auch
Umkleidekabinen oder Duschen für Turnieraustragungen abgenommen
werden.
Das Kegelspiel ist eine der bekanntesten und ältesten Sportarten,
deren Geschichte vielerorts falsch beschrieben und ausgelegt wird.
Antike und Germanenzeit
Fest steht, dass der Ursprung des Kegelns bis zur Hochkultur der
alten Ägypter zurückreicht. Bei archäologischen Ausgrabungen fand
man Teile eines Kinder-Kegelspiels aus dem Jahre 3.500 vor unserer
Zeitrechnung und Wandreliefs in Grabstätten. Das heutige Kegeln
dürfte seine Urform im Spiel der germanischen Stämme
(Steinzielwerfen auf drei, sieben oder neun Kegel-Knochen) haben.
Mittelalter
1157 wird in der Chronik von Rothenburg ob der Tauber Kegeln als
weit verbreitetes Volksvergnügen geschildert. Seinerzeit stand
indessen nicht der sportliche Aspekt im Vordergrund, sondern
Menschen waren von den Wetten fasziniert, die dabei abgeschlossen
wurden.
Aus Xanten am Niederrhein stammt eine Handschrift von 1265, die
belegt, dass dort eine Kegler-Gilde bestand. Die Aufnahmegebühr
musste in Naturalien entrichtet werden. Weitere Chroniken und alte
Schriften sprechen davon, dass es beim Kegeln offene Regeln gab. Mal
wurde auf einen Gegenstand (Kegel?), dann auf mehrere (bis zu
elf)geworfen oder gerollt.
Das mancherorts verfluchte Kegelspiel fand den ersten Eingang in
gesellschaftliche Kreise, von denen man es nicht gerade erwartet
hatte: In der Abgeschiedenheit der kirchlichen Klöster wurden
plötzlich aus Klosterbrüdern Kegelbrüder. Dort wurde es zumeist
?Heidentöten� genannt.
Außerhalb der Klostermauern war das Kegeln zeitweise verboten,
beispielsweise auch in England (1388 König Richard II). Erste
Besitzer von eigenen Kegelbahnen waren die Kirchengemeinden in
Deutschland. Zur Zeit der Reformation versuchten die
protestantischen Obrigkeiten, die herrschenden Kegelsitten zu
ordnen. Eine dieser ersten Reformen war 1529 in Basel das Verbot des
vormittäglichen Kegelns an Sonn- und Feiertagen. Regional und zu
unterschiedlichen Zeiten wurde das Kegelspiel in Deutschland
wiederholt von den Behörden verboten. Als das Kegeln wieder erlaubt
war, wurde ausschließlich in die Vollen gespielt, doch da das
Aufstellen der Kegel den Kegeljungen zu anstrengend war, wurde erst
wieder aufgestellt, als alle neun Kegel ?umlagen�. Das war der
Beginn des Abräumspiels.
18./19. Jahrhundert
Bis ins 18. Jahrhundert wurde ausnahmslos im Freien gespielt, es
fehlte auf keinem Jahrmarkt und auf keiner größeren Hochzeit. Dabei
traten die sportlichen Ehren in den Hintergrund, und es ging oftmals
um Gut und Geld. Zuweilen wurde man gewalttätig, es wurde auch
getrunken. Vor allem wird berichtet, dass das öffentliche Kegelspiel
auf den Volksfesten seine harmlose Form behielt.
1786 schrieb der Berliner Mediziner und Gelehrte Johann Georg
Krünitz in seinem Lexikon erstmals von ?13 Regeln für das
Kegelspiel�, die teilweise heute noch gelten, etwa dass nicht
übergetreten werden darf und die Kugel vor einer bestimmten
Markierung aufgesetzt werden muss. Die klassischen Dichter Friedrich
Schiller und Johann Wolfgang von Goethe waren eifrige Anhänger des
Kegelns.
Die deutschen Auswanderer brachten das Kegeln in ihre neue Heimat
mit. Schon bald gab es die süddeutschen Lattenbahnen im Banat, in
Siebenbürgen und in der Herzegowina. In Brasilien und sogar in
Australien wurden Scherenbahnen gebaut. Auch englische und
niederländische Einwanderer brachten das Kegelspiel in die Neue
Welt.
In den USA war das Kegeln sehr schnell weit verbreitet. Hier kam es
auch mit dem Gesetz in Konflikt, und das Verbot von 1837 in
Hartfurt/Connecticut sollte der Legende zufolge Kegelgeschichte
schreiben: Da nun das Spiel auf neun im Quadrat angeordnete Kegel
verboten war, kam man auf den Gedanken, die Kegel im Dreieck
anzuordnen und um einen zehnten Kegel zu ergänzen. Dies soll die
Geburtsstunde des heute weit verbreiteten Bowlingspiels gewesen
sein.
Zur Entstehung des Kegelspiels mit zehn Kegeln existiert noch eine
weitere Version. Zum Zeitpunkt des Verbotes sollen bereits Bahnen
mit zehn Kegeln existiert haben. Auch in Europa wurde im Laufe der
Zeit auf Bahnen mit unterschiedlicher Kegelzahl gekegelt. Wer die
englische ?Skittle Alley� (= Kegelbahn) kennt, wird zudem leicht
feststellen, dass auch sie Vorläufer des heutigen Bowling sein
könnte und es vielleicht eher war als die aus Deutschland stammende
Lattenbahn. Dafür spricht die Tatsache, dass sich bis heute in den
USA eine Sonderform des Bowlings erhalten hat: Das Candlepin-Bowling.
Die dabei verwendeten Kegel sind und waren in Deutschland unbekannt,
in England werden ähnliche Kegel bis heute verwendet. Diesen
Verboten und Dekreten zum Trotz, wurde das Kegeln Anfang des 18.
Jahrhunderts von den feinen Herrschaften der damaligen Zeit gepflegt
und stand in der sportlichen Betätigung hoffähiger Vergnügen ganz
oben an.
Die Umwälzungen in den abendländischen Kulturen in der Mitte des 19.
Jahrhunderts brachten auch die Gründung erster fester
Kegelgemeinschaften mit sich. Das Hauptaugenmerk lag zunächst in der
Unterstützung bedürftiger Menschen, doch schon bald trat mehr und
mehr der sportliche Gedanke in den Vordergrund - das Sportkegeln war
geboren.
1885 wurde die organisatorische Grundlage für den deutschen
Kegelsport in seiner heutigen Form geschaffen: Im sächsischen
Dresden wurde der ?Zentralverband deutscher Kegelklubs� ins Leben
gerufen. In diese Zeit fällt auch die Ausübung des Kegelsports nach
einem einheitlichen Regelwerk und auf genormten Bahnen in
geschlossenen Räumen. 1887 erfolgte die Umbenennung der nationalen
Dachorganisation in ?Deutscher Keglerbund� (DKB).
20. Jahrhundert
Mit rasanter Geschwindigkeit verbreitete sich das Sportkegeln an der
Zeitenwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Nach der Gründung des DKB
in Deutschland kam es auch in vielen anderen europäischen Staaten
und in Nordamerika zur Gründung nationaler Kegelverbände. Der Erste
Weltkrieg führte dazu, dass der interne Aufbau des DKB erst in den
1920er Jahren abgeschlossen werden konnte. 1923 fanden die ersten
Deutschen Meisterschaften auf der Asphalt- und Bohlebahn statt.
1924 entstand in Chemnitz der ?Deutsche Arbeiter-Keglerbund�,
welcher im Laufe seiner Geschichte bis zu zehntausend Mitglieder
hatte. 1933 wurde dieser Verband im Zuge der
?Gleichschaltungspolitik� der nationalsozialistischen Machthaber
aufgelöst.
1926 wurden erstmals die Deutschen Meisterschaften auf der I-Bahn
(Bowling) ausgetragen. Im selben Jahr kam es zur Gründung der
International Bowling Association (IBA), die sich während des
Zweiten Weltkrieges auflöste. Schon 1947 traf man sich in der
schwedischen Hauptstadt Stockholm, um über die Zukunft der IBA zu
reden.1952 schlossen sich von neun westliche nationalen Verbände zur
?Fédération Internationale des Quilleurs� (FIQ) zusammen, die
seither alle vier Bahnarten einschließlich Bowling vertritt. Bereits
1953 traten mehrere nationale Verbände der Staaten des Warschauer
Paktes, darunter auch die Deutsche Demokratische Republik, der FIQ
bei.
1973 faßte der FIQ-Kongress, auf dem mittlerweile mehr als sechzig
Nationen vertreten waren, die kegelsportlichen Aktivitäten
organisatorisch zu untergliedern. Dies war die Geburtsstunde der
World Ninepin Bowling Association (WNBA), die alle Länder und
Verbände vertritt, die das Kegeln auf neun Kegel betreiben (Asphalt/Classic,
Bohle und Schere), und der World Tenpin Bowling Association (WTBA),
die alle Bowling spielenden Länder und Verbände vertritt.
1979 erklärte die 81. Vollversammlung des Internationalen
Olympischen Komitees in Montevideo den internationalen Kegel- und
Bowlingverband für olympiawürdig. Anfang der 1980er Jahre hatte die
FIQ über 93 Mitgliedsverbände mit weltweit über elf Millionen
Mitgliedern im Bereich des Kegel- und Bowlingsports.
Sportkegeln im Bereich Classic
Sportkegeln wird im allgemeinen als Mannschaftssportart gespielt.
Eine Mannschaft besteht aus sechs Spielern in manchen unteren
Klassen auch vier Spieler. Auch werden Einzel- Paar- und
Mixed-Meisterschaften abgehalten. Neu dazugekommen sind Tandem- und
Sprintbewerbe, die im KO System gespielt werden.
100/200 Wurf im DKB
Das im DKBC (also dem Classic-Bereich des DKB) betriebene
Spielverfahren gliedert sich in Mannschaftsspiele zu je sechs
Spielern (außer in der untersten Klasse, in der mit je vier Spielern
gespielt wird). Bei Damen- und in den unteren Herrenklassen werden
pro Spieler/in 100 Wurf über zwei Bahnen, ab der Kreisliga (bzw.
Bezirksklasse) werden bei den Herren pro Spieler 200 Wurf über vier
Bahnen gespielt. Ein Durchgang ist zeitlich auf 20 Minuten begrenzt.
Jeder Spieler/in absolviert pro Bahn 50 Wurf kombiniert (25 Wurf in
die Vollen und 25 Wurf Abräumen) wobei zuerst auf die Vollen
gespielt wird. Nach einem Durchgang wechselt der Spieler mit seinem
Gegner die Bahn. Sein Ergebnis wird auf die jeweilige Bahn
übertragen. Alle Spielergebnisse von allen sechs oder vier Spieler
werden zusammengezählt und dem Gegner gegenübergestellt. Gewonnen
hat jene Mannschaft, die mehr Kegel hat. Unentschieden ist bei
Kegelgleichheit. Weiterhin werden neben den
Mannschaftsmeisterschaften in jedem Jahr auch Einzelmeisterschaften
im DKBC zur Ermittlung der deutschen Einzelmeister durchgeführt.
Hierbei müssen sich die Einzelspielerinnen und -spieler über Kreis-,
Regional- und Landesmeisterschaften für das Finale qualifizieren.
120 Wurf International
International und in den meisten anderen Europäischen Ländern wurden
120 Wurf kombiniert (30 Wurf je Bahn : 15 Wurf Volle, 15 Wurf
Abräumen) über vier Bahnen mit sechs Spieler eingeführt. Gewertet
wird Mann gegen Mann. Die 120 Wurf werden von Damen und Herren in
allen Altersklassen gespielt ! Der Heimverein beginnt immer auf den
ungeraden Bahnen. Nach jedem Durchgang (Satz), der zwölf Minuten
dauern darf, wird ein Satzpunkt ausgespielt. Bei Kegelgleichheit
gibt es einen halben Punkt für jeden Spieler. Danach wird die Bahn
gewechselt. Nach vier Durchgänge bekommt der Spieler mit mehr
Satzpunkten einen Mannschaftspunkt. Bei Satzgleichstand 2:2 bekommt
der Spieler mit mehr Kegelanzahl den Mannschaftspunkt. Ist bei
Satzgleichstand auch die Kegelanzahl gleich, so bekommt jeder
Spieler einen halben Mannschaftspunkt. Zusätzlich gibt es für die
Mannschaft mit mehr Gesamtkegeln zwei Mannschaftspunkte. Bei
Kegelgleichheit jede Mannschaft einen Mannschaftspunkt. Anschließend
werden die Mannschaftspunkte (sechs Spieler + Mannschaft)
zusammengezählt. Insgesamt werden acht Mannschaftspunkte
ausgespielt. Es ist daher ein Sieg von 8:0 bis 4,5:3,5 möglich sowie
ein Unentschieden bei 4:4 Mannschaftspunkte. In die Tabelle bekommt
der Sieger zwei Punkte, bei Unentschieden einen Punkt, der Verlierer
null Punkte. Als zweite Wertung bei Punktegleichstand
(Torverhältnis) werden auch die Mannschaftspunkte und die Satzpunkte
in die Tabelle eingetragen.
Durch die Einführung der 120 Wurf wollte man ein einheitliches
Spielsystem einführen, dass von allen Sportkeglern in allen
Altersklassen gespielt wird, da jedes Land verschiedene
Wurfdistanzen und Punktesysteme hatte. Weiters wollte man die
Spannung erhöhen, da bei jedem Satz bereits ein Punkt ausgespielt
wird und eine Mannschaft auch mit mehr Gesamtkegel das Spiel
verlieren oder unentschieden beenden kann.
Die 120 Wurf werden auch international bei Weltmeisterschaften,
Europapokal, Einzelweltpokal, Championaten usw. gespielt.
Insgesamt gibt es 115.000 Classic-Kegler weltweit. Davon 82.000
aktive Spieler in Deutschland. Der Weltverband der Classic-Kegler
(NBC) versucht entgegen den Wünschen der Mehrheit der Spieler in
Deutschland, dieses System per Beschluss einzuführen. Da sich der
Deutscher Keglerbund Classic (DKBC) gegen einen Eingriff in die
nationale Hoheit wehrt, war Deutschland mehrfach international
gesperrt. Bei den Weltmeisterschaften 2006 konnte Deutschland seine
Spitzenstellung sofort wieder untermauern. Im Februar 2007 vor einem
Gericht in Wien ein Vergleich geschlossen, der besagt, dass die
deutschen Kegeler bei ihrem System bleiben können, jedoch ein
Play-Off nach internationalem System spielen müssen, um
international bei den Pokalwettbewerben startberechtigt zu sein.
Kegel
Derzeit werden im Aktivenbereich zwei unterschiedliche Kegelformen
gespielt: Der gerade geschnittene 2000-Kegel und der bauchige
Top-Kegel. Die Wahl der Kegelform, welche auf einer Kegelbahn zum
Einsatz kommt, kann während der Saison geändert werden solange auf
allen Bahnen die gleichen Kegel eingebaut sind. Aktuell (2006)
werben Hersteller und manche Verbände für den bauchigen Top-Kegel,
da mit diesem ein besserer Kegelfall und bessere Schlagergebnisse
verbunden sein sollen. Außerdem reduzieren sich die ?Durchläufer�(ein
Schub der zwischen allen Kegeln durchläuft) mit der Jugendkugel.
Ergebnisse, Holzzahlen
Die Ergebnisse (Kegelsumme oder auch Holzzahl, da ein
gefallener/umgeworfener Kegel als ein Holz gerechnet wird) im (Sport)kegeln
hängen von vielen Faktoren ab, die gemeinsam zusammenspielen und auf
die sich ein (Sport)kegler einzustellen hat. Die wesentlichen
Faktoren sind: die Kegelform (tatsächlich hat sich herausgestellt,
dass durch den Top-Kegel im Allgemeinen bessere Zahlen möglich
sind), die Bahnpflege (durch das Aufbringen von Gleitmitteln gemäß
Reglement kann das Schlagverhalten maßgeblich verbessert werden),
der Kugel-Lauf (Gerade, Bogen, Drall) usw. Entscheidend ist daher,
wie gut sich ein Spieler auf eine Kegelbahn einstellen kann.
Durch die genannten Faktoren können die erzielten Einzelergebnisse
teilweise stark voneinander abweichen. Die folgenden Zahlen sind
also als grobes Mittel zu verstehen.
Am Ende eines Spiels erreicht ein durchschnittlicher Spieler auf 100
Wurf etwa 400-450 Holz.Auf Bohlebahnen beträgt die durchschnittliche
Holzzahl eines Sportkeglers 700 Holz. Ein durchschnittlicher Spieler
erreicht auf 200 Wurf etwa 850-950 Holz, gute Spieler erreichen hier
1050 Holz und mehr. Jedoch sind auch mehr Holz bei
Bundesligaspielern möglich und werden auf guten Bahnanlagen (s.o.)
des öfteren erreicht.
Bei 120 Wurf erreicht eine durchschnittliche Spielerin etwa 520
Holz, der Weltrekord liegt aktuell bei 694 Holz; ein Sportkegler
(Bohle) etwa 840 Kegel.
Sportkegeln im Bereich Schere
120 Wurf beim Schere-kegeln
Sportliches Kegeln in der Sektion Schere, setzt sich aus zwei
grundsätzlichen Spieltechniken, dem Spiel in die Vollen und das
Abräumspiel, zusammen. Beim Spiel in die Vollen hat der Sportler bei
jedem Wurf ein komplettes Kegelspiel, in der Fachsprache auch Bild
genannt, auf das er spielt. Gewertet wird bei vorgeschriebener
Wurfzahl, die Zahl der abgespielten Kegel. Demgegenüber muss der
Spieler beim Abräumspiel � wie der Name schon aussagt � solange auf
die Kegel spielen, bis alle abgespielt worden sind. Lediglich der
Mittelkegel, König genannt, darf stehen bleiben. Dies alles
geschieht mit Gassenzwang. Auf den ungeraden Bahnen wird mit der
linken Gasse Volle, auf den geraden mit der rechten Gasse Volle
begonnen. Nach 15 Wurf folgt dann das Abräumen in die andere Gasse
statt. Sowohl das Spiel in die Vollen als auch das Abräumspiel ist
sehr variantenreich, da keine Scherenbahn gleich ist wie die andere.
Der Kegler ist daher gezwungen, sich bei wechselnden Kegelbahnen
immer wieder an die besonderen Verhältnisse der Kegelbahn anzupassen
um sein Ziel, viele Kegel abzuspielen, zu erreichen. Dies kommt
davon, weil jede Bahn eine andere Kehlung hat, da jede Bahn
irgendwann einmal von Hand gehobelt und geschliffen wird.
Gespielt werden im Wettkampfbetrieb, in der Sektion Schere ab dem
14. Lebensjahr, 120 Wurf Kombiniert. Dies Bedeutet, dass auf jeder
Bahn 30 Kugeln geworfen werden, davon sind jeweils 15 Volle und 15
Abräumen. Bei dieser Spielpraxis gilt 700 landläufig als Schnitt,
doch wer in höheren Klassen spielen möchte, der muss auch höhere
Zahlen werfen, also 800 und mehr. In der Bundesliga werden oftmals
900 Pins geworfen. Der Weltrekord (kann nur bei Weltmeisterschaften
geschlagen werden) liegt zwar bei 962, in der 1. Bundesliga warf
Holger Mayer (einer der besten deutschen Kegler) allerdings am 3.
November 2007 1010.
Kegel
Im Bereich Schere konnte sich der bauchige Kegel nicht durchsetzen,
da der Faktor Glück extrem zunahm. Und da der 2000-Kegel ordentlich
fällt, wird dieser auf fast allen Bahnen weitergespielt.
Kegeln als Freizeitbetätigung
Allgemeines
Im Classic-Bereich unterscheidet man Breitensportkegeln und
Freizeit- oder Hobbykegeln. Breitensportkegler sind seit 2006 im
DKBC organisiert und messen sich wie die Sportkegler in Ligen, auf
Landes- und Deutschen Meisterschaften. 2007 wurde die erste
Europameisterschaft ausgerichtet, 2008 wird es einen Europapokal
geben, Veranstalter der EM und des Europapokals ist die Europäische
Breitensport-Freizeitkegel Union (EBFU). Der Unterschied zu den
Sportkeglern besteht lediglich dadurch, dass Breitensportkegler
anstelle der Vollkugeln auch mit Lochkugeln spielen dürfen und die
Ligen meist auf regionaler Ebene ausgetragen werden. Außerdem werden
im Breitensport maximal 100 Kugel gespielt. Landesligen oder eine
Bundesliga gibt es (noch) nicht. In Bayern wird ein überregionaler
Wettbewerb, der Bayernpokal ausgespielt. Als Veranstalter agiert
hier der Bayerische Sportkeglerverband (BSKV), Ausrichter ist die
Vereinigung Bayerischer Freizeitkegler (VBFK).
Beim Freizeitkegeln stehen nicht wie beim Breitensport- oder
Sportkegeln die sportliche Betätigung und der Wettkampf im
Mittelpunkt, sondern vor allem die Geselligkeit und der Spaßfaktor.
Freizeitkegeln ist daher strikt vom Breitensport- oder Sportkegeln
zu trennen. In vielen Orten haben sich Männer und/oder Frauen zu
Freizeit-Kegelklubs zusammengefunden. Zumeist wird eines oder
mehrere aus der Vielzahl von Kegelspielen gespielt, und bestimmte
Würfe wie ?Pumpen� (?Pudel�, ?Ratten� = Nullwürfe), ?Klingel� (?Kranz-Acht�,
Neunerwurf), ?Verpasster Einsatz� usw. werden mit finanziellen
Strafen belegt, um so Treffen und Ausflüge zu finanzieren. Berühmt
in diesem Zusammenhang sind die oft mehrtägigen Ausflüge der
Freizeitkegler, die sich selbst als ?Kegelbrüder� (oder ?-schwestern�)
bezeichnen, die gemeinhin als ?Kegeltouren� bekannt sind,"
beschreibt die Internetenzyklopädie Wikipedia die Randsportart.
Rund 80 Mitglieder gehören dem Verein an, der 1924 gegründet wurde.
2 Herrenclubs mit jeweils 3 Mannschaften und 1 Frauenclub mit 1
Mannschaft sind hier aktiv. "Wir sind heute nicht mehr so
erfolgreich wie früher," beschreibt Schunk den aktuellen
Leistungsstand. Waren es in den `70er bis `90er Jahren noch
zahlreiche Deutsche, Europa- und Weltmeister, kann der Verein
aktuell auf 1 Teilnehmerin bei den Westdeutschen Meisterschaften
verweisen.
Die Abwanderung der guten Spieler und eine fehlende Jugendarbeit
sind die Ursachen für den Niedergang. "Es fehlt ein Betreuer, der
die Zeit und das Geld hat, den Nachwuchs zu betreuen. Und die
Konkurrenz durch andere Sportarten ist riesig. Wir sind zwar in
Schulen und auf Sonderveranstaltungen gegangen; die Resonanz war
langfristig gesehen gering."
Einmal im Jahr führt der Verein eine Stadtmeisterschaft für
Gesellschaftskegler durch. "So mancher Freizeitkegler merkt: Kegeln
mach auch als Sport Spaß. Und sucht dann die sportliche
Herausforderung und den Erfolg. Die nächste Stadtmeisterschaft wird
im Herbst sein. Wir sind ja zum Glück nicht wetterabhängig.
Zu den hausgemachten Problemen kommt auch des schlechte Image des
Sports. Man verbindet Kegeln mit Geselligkeit, Kneipen und Kellern.
"Kegeln ist nicht nur Kraft, sondern auch Konzentration und Technik.
Allein schon die richtige Körperbewegung entscheidet mit über den
Erfolg," hält Schunk dagegebm.
Duisburg präsentiert sich als Stadt des Sports. Unterstützung erhält
der Verein aber trotzdem nicht, da dort keine aktive Förderung von
Jugendlichen stattfindet. "Es ist wie eine Schlage, die sich in den
eigenen Schwanz beißt," so Schunk. "Ich habe kein Geld, also habe
ich keinen Erfolg. Ich habe keinen Erfolg, also gibt es kein Geld.
Die gestiegenen Kosten müssen mit geschrumpften Einnahmen gestemmt
werden. Ohne Ehrenamt wäre das alles nicht zu stemmen." Ob es der
städtischen Sportförderung wohl zur Ehre gereichen würde, diesem
Verein zu helfen? Ja, auf jeden Fall.
Der Westdeutsche Fußballverband ist Vermieter der Räumlichkeiten des
Vereins. "Wir haben eine eigene Anlage. Wir fühlen uns hier an der
Wedau wohl. Wenn möglich, möchten wir hier noch so lange wie möglich
bleiben. Es hat was mit Tradition zu tun." Eine Sache möchte Schunk
dann zum Abschied doch noch loswerden. "Wir sind überaltert, suchen
aber trotzdem - oder vielleicht auch deswegen? - Nachwuchs. Wer Spaß
am Kegel hat, ist herzlich eingeladen, zu uns gekommen. Wir
trainieren montags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 21 Uhr.
Unsere Kegelbahnen liegen genau gegenüber der Bettenburg an der
Wedau, da, wo das Lokal ist," berichtet Schunk.
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