|
Badminton ist ein
Rückschlagspiel, das mit einem Federball (Shuttlecock) und jeweils
einem Badmintonschläger pro Person gespielt wird. Dabei versuchen
die Spieler, den Ball so über ein Netz zu schlagen, dass die
Gegenseite ihn nicht den Regeln entsprechend zurückschlagen kann. Es
kann sowohl von zwei Spielern als Einzel, als auch von vier Spielern
als Doppel oder Mixed gespielt werden. Es wird in der Halle
ausgetragen und erfordert wegen der Schnelligkeit und der großen
Laufintensität eine hohe körperliche Fitness. Weltweit wird
Badminton in mehr als 160 Nationen von über 14 Millionen Spielern
wettkampfmäßig betrieben.
Der Begriff Badminton wird oft fälschlicherweise mit dem
Freizeitspiel Federball gleichgesetzt, das im Gegensatz zu Badminton
möglichst lange Ballwechsel zum Ziel hat, während Badminton ein
Wettkampfsport ist und nach festen Regeln gespielt
wird.
Badminton ist ein Rückschlagspiel für zwei Spieler (Einzel) oder
vier Spieler (Doppel). Ziel des Spieles ist es, den Ball so über das
Netz in die gegnerische Feldhälfte zu schlagen, dass der Gegner ihn
nicht regelgerecht zurückschlagen kann.
Badminton hat gewisse Ähnlichkeit mit Tennis, unterscheidet sich
davon jedoch in grundlegenden spieltechnischen und taktischen
Aspekten. Das Badmintonspielfeld ist, verglichen mit dem
Tennisspielfeld, deutlich kleiner. Ein Badmintonschläger ist
wesentlich leichter als ein Tennisschläger. Der Spielball
(Federball) darf den Boden nicht berühren. Er ist mit einem Feder-
oder Plastikkranz bestückt, wodurch er seine besonderen
Flugeigenschaften erhält.
Badminton stellt hohe Ansprüche an Reflexe, Grundschnelligkeit und
Kondition und erfordert weiterhin für ein gutes Spiel
Konzentrationsfähigkeit, Spielwitz und taktisches Geschick. Lange
Ballwechsel und eine Spieldauer ohne echte Pausen fordern eine gut
entwickelte Ausdauer. Die Tatsache, dass durch den leichten Schläger
Änderungen in der Schlagrichtung ohne deutliche Ausholbewegungen zu
erreichen sind, macht Badminton zu einem extrem raffinierten und
täuschungsreichen Spiel. Dem schnellen Angriffsspiel ist nur durch
gute Reflexe und sehr bewegliche Laufarbeit zu begegnen. Der Wechsel
zwischen hart geschlagenen Angriffsbällen, angetäuschten Finten
sowie präzisem, gefühlvollem Spiel am Netz ist es, was die
Faszination von Badminton ausmacht.
Gezählt wird nach Punkten und nach Sätzen. Seit 2006 wird nach einer
neuen Zählweise � der so genannte Rally-Point-Methode � gezählt.
Dabei wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt, und jede
Partei erzielt, unabhängig vom Aufschlagsrecht, bei einem Fehler des
Gegners einen Punkt. In den Jahren davor wurden zwei Gewinnsätze bis
15 Punkte gespielt (Ausnahme Dameneinzel � bis 11 Punkte), wobei nur
die aufschlagende Partei punkten konnte.
Als Fehler gilt es unter anderem, wenn der Ball das Netz nicht
überfliegt oder Boden/Wand außerhalb des Spielfeldes und in den
meisten Fällen auch die Decke (Ausnahmen sind Sonderregelungen bei
Hallen, die aufgrund ihrer Höhe nicht uneingeschränkt bespielbar
sind) berührt, oder wenn Spieler bzw. Schläger das Netz berühren. Im
Gegensatz zu den meisten anderen Rückschlagspielen wird bei
Badminton auch dann weitergespielt, wenn der Ball beim Aufschlag das
Netz berührt, solange er danach seinen Weg weiter in das
Aufschlagfeld des Gegners fortsetzt.
Bereits lange vor der Entstehung des Namens Badminton gab es
Rückschlagspiele, die dem heutigen Federball ähnelten. In Indien
gefundene Höhlenzeichnungen belegen, dass dort bereits vor 2000
Jahren mit abgeflachten Hölzern kleine, mit Hühnerfedern gespickte
Holzbälle geschlagen wurden. Auch bei den Inkas und den Azteken
waren Rückschlagspiele mit gefiederten Bällen bekannt. In Europa zur
Zeit des Barock entwickelte sich ein unter dem Namen Battledore and
Shuttlecock oder Jeu de Volant bekanntes Federballspiel zu einer der
beliebtesten Freizeitbeschäftigungen des höfischen Adels. Ziel bei
dieser Variante des Federballspiels war es, dass zwei Spieler sich
mit einfachen Schlägern einen Federball so oft wie möglich
zuspielen, ohne dass dieser den Boden berührt. Ein urkundlich
erwähnter Rekord aus dem Jahre 1830 beläuft sich auf 2117 Schläge
für einen Ballwechsel zwischen Mitgliedern der Somerset-Familie.
Das heutige Spiel verdankt seinen Namen dem englischen Landsitz des
Duke of Beaufort aus der Grafschaft Gloucestershire. Auf diesem
Landsitz mit dem Namen Badminton wurde 1872 das von dem britischen
Kolonialoffizier aus Indien mitgebrachte und als Poona bezeichnete
Spiel vorgestellt. 1893 wurde in England der erste Badmintonverband
gegründet, und schon 1899 fanden die ersten All England
Championships statt, die heutzutage unter Badmintonanhängern den
gleichen Stellenwert haben wie das Turnier von Wimbledon für die
Tennisfreunde.
Der neue Sport erfreute sich großer Beliebtheit. Schwierigkeiten
bereitete es nur, geeignete Sportstätten zu finden. Es musste oft an
ungewöhnlichen Orten gespielt werden, denn die einzigen
uneingeschränkt geeigneten Räumlichkeiten zu dieser Zeit waren
Kirchen. Das hohe Mittelschiff einer Kirche bot dem Federball freie
Flugbahn, und die Kirchenbänke dienten den Zuschauern als
Logenplätze.
Spielfeld
In der Regel wird Badminton in der Halle gespielt, da schon leichte
Luftbewegungen den Ball stark beeinflussen können. Die Halle muss
dabei eine Mindesthöhe von 5 m aufweisen. Üblicherweise gilt es als
Fehler, wenn der Ball während des Spiels die Decke berührt, jedoch
wird bei Deckenberührung beim Aufschlag oder bei Berühren von
herunterhängenden Teilen (z. B. der Deckenkonstruktion) auf
Wiederholung entschieden. Erst ab 9 m Deckenhöhe ist eine Halle
uneingeschränkt bespielbar und damit jede Deckenberührung ein
Fehler.
Das Spielfeld ist dem des Tennis sehr ähnlich, ist allerdings mit
13,40 m Länge und 6,10 m Breite deutlich kleiner. Das Netz ist nach
den Regeln so zu spannen, dass die Netzhöhe an den Pfosten 1,55 m
und in der Netzmitte 1,524 m beträgt. Die Linien sind 4 cm breit und
Teil des Spielfeldes, das sie begrenzen.
Einzel
In der Einzeldisziplin stellt die innere Begrenzungslinie die
seitliche Feldbegrenzung dar, der Aufschlag darf von der vorderen
Aufschlaglinie bis zur hinteren Grundlinie ausgeführt werden.
Doppel
Beim Doppel ist das komplette Feld zu bespielen, der Aufschlag
muss allerdings zwischen vordere und hintere Aufschlaglinie
geschlagen werden. Derzeit sind in den internationalen
Badmintongremien Diskussionen im Gange, ob auch im Doppel und Mixed
der Aufschlag bis zur hinteren Grundlinie erlaubt werden soll.
Schläger
Die Form des Badmintonschlägers ist mit der eines Tennisschlägers
vergleichbar, ist jedoch etwas kleiner, leichter und dünner
besaitet. In der einfachsten Form ist der Stahlschaft/Stahlkopf ca.
120 Gramm schwer. Gehobenere Modelle bestehen aus einem Stück und
wiegen nur noch bis zu 80 Gramm.
Je härter der Rahmen, desto präziser läßt sich damit spielen. Dabei
ist aber eine gute Schlagtechnik erforderlich, da bei ungenauem
Treffen des Balles Vibrationen entstehen, die durch den harten
Rahmen durchgeleitet werden und unter Umständen zum sog. Tennisarm
führen können. Je weicher der Rahmen, desto ungenauer ist der harte
Schlag, aber desto armschonender ist der Schläger bei normalem
Spiel.
Zur Bespannung bieten die Hersteller unterschiedliche Varianten an
Saiten an. Im Anfängerbereich werden Schläger hauptsächlich mit
einfachen, aber günstigen Kunststoffsaiten bespannt.
Fortgeschrittene und Profis verwenden eher die teureren
Naturdarmsaiten oder mehrfach geflochtene Kunststoffsaiten, die
bessere Ballkontrolle und längere Haltbarkeit bieten. Je nach
Spielertyp können Badmintonschläger unterschiedlich hart bespannt
werden (Zugbelastung ca. 7 � 13 kg). Wegen der ovalen Form des
Schlägerkopfes werden die Längssaiten eines Schlägers meist mit 0,5
� 1 kg härter bespannt als die Quersaiten.
Zur Verbesserung des Griffs wird i. d. R. ein zusätzliches Griffband
eingesetzt.
Spielball
Bei Wettkämpfen oder Turnieren wird in den höheren Spielklassen und
auf internationaler Ebene mit Naturfederbällen gespielt. Der Kopf
ist aus Kork, der Federkranz besteht in der Regel aus 16 Gänse- oder
Entenfedern, die in den Kork eingeklebt und miteinander verschnürt
sind. Sie werden hauptsächlich in Asien handgefertigt und zeichnen
sich durch besondere Flugeigenschaften aus.
Durch die spezielle Anordnung der Federn wird der ca. 5 g leichte
Naturfederball während des Fluges von der durchströmenden Luft in
Rotation um seine Längsachse versetzt, wodurch der Flug stabilisiert
wird. Dennoch wird er in besonderem Maße von den
Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit
beeinflußt. So können Flughöhe, Geschwindigkeit und damit Reichweite
eines lang geschlagenen Balles in Hallen unterschiedlicher Höhenlage
stark variieren. Um solche Einflüsse zu kompensieren, sind
Naturfederbälle in unterschiedlichen Geschwindigkeiten erhältlich.
Vor einem Spiel testen die Spieler durch das so genannte
Durchschlagen die Geschwindigkeit der verwendeten Federbälle, indem
sie mit kraftvollen Unterhandschlägen von der hinteren Grundlinie
flach über das Netz geschlagen werden. Bälle, die innerhalb des
Spielfelds in einem Bereich zwischen 53 bis 99 cm entfernt von der
gegenüberliegenden Grundlinie landen, haben die richtige
Geschwindigkeit. Alle anderen werden bei internationalen Spielen
meistens direkt aussortiert, oder es wird versucht, die
Ballgeschwindigkeit zu beeinflussen, indem man die oberen Spitzen
der Federn nach außen bzw. innen biegt (knicken). Der Ball bietet
dadurch mehr oder weniger Luftwiderstand und fliegt entsprechend
kürzer bzw. weiter. Es muss dafür gesorgt werden, dass stets
genügend durchgeschlagene Bälle einer Sorte für die Dauer des Spiels
zur Verfügung stehen. Dadurch soll vermieden werden, dass vor allem
konditionsschwache Spieler das Durchschlagen von neuen Bällen mitten
in einem Satz als Erholungspause nutzen.
Naturfedern brechen relativ leicht, besonders bei unsauber
ausgeführten Schlägen. Bedingt durch den größeren Verschleiß und
wegen der etwas höheren Kosten von Naturfederbällen haben sich im
Freizeit- und Jugendbereich Imitate aus Kunststoff durchgesetzt. Sie
sind günstiger und haltbarer, haben allerdings andere
Flugeigenschaften als Naturfederbälle und bieten weniger
Möglichkeiten für ein variantenreiches, schnelles Spiel. Fällt ein
Echtfederball bei einem Clear (langer, hoher Ball) fast senkrecht,
folgt der Kunststoffball noch weitgehend einer parabelförmigen
Flugbahn, wodurch mit einem Plastikball weite Bälle leichter
erlaufen werden können.
Schlägerhaltung
Es existieren verschiedene Möglichkeiten, den Badmintonschläger zu
greifen. Typischer Anfängerfehler und aus dem Freizeitbereich
bekannt ist der so genannte Bratpfannengriff, der für effizientes
Spielen nicht brauchbar ist. Vor allem Finten, geschnittene Bälle
und Rückhandschläge sind mit diesem Griff nur unzureichend zu
realisieren.
Bei der optimalen Schlägerhaltung bildet die Schlagfläche quasi eine
Verlängerung der geöffneten Handfläche. Um dies zu erreichen, legt
man die Handfläche auf die Bespannung und führt die Hand, ohne den
Winkel zum Schläger zu verändern, in Richtung Griff. Am untersten
Ende kurz vor dem spürbaren Wulst umschließt die Hand den Griff. Mit
dieser Griffhaltung können im Prinzip alle Vorhandschläge ausgeführt
werden. Für Schläge mit der Rückhand gibt der Daumen den nötigen
Druck auf den Schläger. Ein Ausstrecken des Zeigefingers ist hierbei
ein typischer Fehler, den man bei Federballspielern immer wieder
beobachten kann.
Bei fortgeschrittener Spielweise sind weitere Schlägerhaltungen
üblich. Der Schläger wird schlagabhängig in allen Positionen
gehalten, wie z. B. der sog. Pinzettengriff für Spiel am Netz oder
beim Aufschlag oder der Rush-Griff beim Smash. Ebenso wird die
Griffhaltung der Schlaghärte angepasst. Für die weiten, kräftigen
Schläge wird eher an der Basis (Langgriff) zugegriffen. Bei kurzem
und präzisem Netzspiel wandert die Hand dagegen weiter den Griff
nach oben (Kurzgriff).
Schlagarten
Zum Schlagrepertoire eines guten Badmintonspielers gehört eine Reihe
von Grundschlägen, die in zahlreichen Varianten angewendet werden
können. Die wichtigsten Schläge sind:
Clear
Langer, hoher Ball bis zur Grundlinie als Befreiungsschlag;
daher der Name (Clear, engl.: klar, frei). Eine Variante ist der so
genannte Angriffs-Clear, der flacher und schnell gespielt wird, um
den Gegner unter Druck zu setzen.
Drive
Schneller, flacher Ball auf Augenhöhe, knapp über das Netz
geschlagen.
Verschiedene Schlagvarianten
Smash
Der klassische Angriffsschlag. Ein hart geschlagener,
geradliniger Schmetterschlag steil nach unten. Der Ball kann dabei
eine Anfangsgeschwindigkeit von über 300 km/h erreichen!
Drop
Auch Stoppball genannt. Kurzer Ball knapp hinter das Netz. Er
ist besonders wirkungsvoll, wenn bei der Schlagbewegung ein Clear
oder Smash angetäuscht wird. Unterschieden werden dabei der langsame
und der schnelle Drop.
Der langsame Drop wird sehr dicht hinter das Netz geschlagen und
soll dem Gegner eine möglichst tiefe Schlagposition aufzwingen und
es damit schwer machen, den Ball hoch in die hinteren Regionen des
Feldes zurückzubefördern. Daher wird er oft als Auftakt zum
Angriffsspiel eingesetzt, da der Gegner im günstigsten Fall
gezwungen ist, den Ball steil nach oben zu spielen und sich dadurch
die Gelegenheit für einen Smash bietet. Durch den langsamen Flug
birgt er allerdings das Risiko, am Netz vom Gegner ?getötet� zu
werden. Der schnelle Drop, auch ?geschnittener Drop�, zeichnet sich
durch einen schnellen Ballflug aus, um dem Gegner wenig Zeit zu
lassen, den Ball zu erreichen. Er sollte jedoch nicht weiter als bis
zur vorderen Aufschlaglinie fliegen, da ansonsten der Vorteil dieses
Schlages verloren geht.
Stop (Drop am Netz)
Auch Netzspiel genannt. Der Ball muss so knapp wie möglich über
die Netzkante gehoben werden.
Gespielt werden können diese Schläge geradlinig (engl. longline)
oder diagonal (cross). Daraus ergeben sich typische Spielzüge, die
jeder Spieler auf sich und sein Spiel abstimmt und versucht, in sein
Spiel einzubauen.
Schlagbereiche
Bei den einzelnen Schlägen unterscheidet man auch, wo der Ball
getroffen wird. Aus der Schlagart und den Schlagbereichen setzt sich
die genaue Beschreibung eines Badminton-Schlages zusammen:
Treffseite Treffbereich Schlagart Richtung (Geschnitten)
VH (Vorhand) ÜK (Überkopf) Clear die Linie entlang
RH (Rückhand) UH (Unterhand) Drop Cross Geschnitten
VH (Vorhand) SH Seithand Drive die Linie entlang
? ? ? ? ?
Aufschlag
Neben den Grundschlägen aus dem Spiel heraus gibt es zahlreiche
Aufschlagvarianten. Grundlegend unterscheidet man jedoch
Vorhandaufschläge und Rückhandaufschläge. Bei den Vorhandaufschlägen
wird der Schläger seitlich am Körper des Spielers vorbei
beschleunigt und der Ball in die Bahn des Schlägers geworfen. Diese
Variante eignet sich besonders für den hohen Aufschlag. Im Doppel
und in höheren Spielklassen auch im Einzel wird zumeist auf den
Rückhandaufschlag zurückgegriffen. Bei diesem wird der Schläger mit
dem Griff nach oben vor dem Körper platziert, der Ball davor in
Position gebracht und dann unter Einsatz des Daumens und mit einer
Drehung des Handgelenkes gespielt.
Der Aufschlag beim Badminton bietet zwar kaum die Möglichkeit,
direkt zu punkten wie z. B. beim Tennis, Volleyball oder Faustball.
Dennoch versucht der Spieler, sich schon beim Aufschlag einen
Vorteil zu verschaffen und die Oberhand für den kommenden
Ballwechsel zu gewinnen.
Ein regelgerechter Aufschlag muss beim Badminton in den diagonal
gegenüberliegenden Teil des Spielfelds erfolgen. Des weiteren muss
der aufschlagende Spieler mit beiden Füßen im Aufschlagfeld stehen,
ohne dabei die Linien zu berühren, und den Ball unterhalb seiner
Taillenhöhe treffen. Berührt der Ball beim Aufschlag das Netz, so
ist das im Gegensatz zu vielen anderen Ballsportarten kein Fehler.
Kurzer Aufschlag
Der kurze Aufschlag ist die Standard-Spieleröffnung beim Doppel
und hat sich vorwiegend in höheren Spielklassen auch im Einzel
durchgesetzt. Die Flugkurve des Balles sollte ihren höchsten Punkt
vor dem Überqueren des Netzes haben und möglichst flach sein, so
dass es dem Gegner nicht oder nur schwer möglich ist, mit einem
direkten Angriff zu reagieren. Ein getäuschter (z. B. geschnittener)
kurzer Aufschlag Richtung Außenlinie kann gerade im Doppel als
erfolgreiche Variante eingesetzt werden, wenn der Gegner versucht,
die Angaben besonders aggressiv zu attackieren.
Drive-Aufschlag
Ein Überraschungsaufschlag, bei dem versucht wird, durch einen
schnellen, harten und möglichst flachen Aufschlag z. B. die
Rückhandseite des Gegners anzuspielen oder direkt auf den Körper zu
treffen. Der Schläger wird dabei möglichst hoch genommen, muss aber
der Regel genügen, dass der Schlägerschaft abwärts gerichtet ist
(Griff oben) und der Ball unterhalb der Taille getroffen wird. Eine
Variante ist der Drive-Aufschlag vom Spielfeldrand. Der von der
Seite kommende Ball ist schwer abzuschätzen, und die
Aufschlagannahme ist schwierig, wenn der Ball auf die Rückhandseite
gespielt wird.
Swip-Aufschlag
Bei dieser Variante wird ein kurzer Aufschlag angetäuscht, der
Schläger aber im letzten Moment aus dem Handgelenk beschleunigt und
der Ball überfliegt den Gegner. Der Aufschlag muss dabei so
ausgeführt werden, dass der Gegner den Ball nicht schon im
Vorbeiflug erwischt, sondern nur im Zurücklaufen. Die Flugbahn
sollte auch nicht zu hoch sein, um dem Gegner möglichst wenig Zeit
zum Erlaufen des Balles zu geben. Misslingt dieser risikoreiche
Aufschlag, beendet meist ein Smash den Ballwechsel zu Ungunsten des
Aufschlägers.
Hoher Aufschlag
Der hohe Aufschlag wird in der Regel mit der Vorhand ausgeführt.
Er stellt besonders im Einzel eine Alternative zum kurzen Aufschlag
dar. Der Ball wird kraftvoll möglichst hoch und bis zur hinteren
Grundlinie des Feldes geschlagen. Im Idealfall ist der höchste Punkt
der Flugkurve kurz vor der Grundlinie. Der Gegner wird so gezwungen,
zum Erreichen des Balles bis zum Spielfeldende zu laufen. Der
schnelle und steile Fall des Balles erschwert zudem das Abschätzen
des optimalen Balltreffpunktes für den Rückschlag. Nachteilig wirkt
sich jedoch die direkte Angriffsmöglichkeit des Gegners aus, weshalb
diese Aufschlagvariante mit wachsendem Niveau des Gegners und der
Spielklasse immer seltener gesehen wird.
Lauftechnik
Um aus der Ausgangsposition, der Spielfeldmitte, schnell die
Feldecken erreichen zu können, ist eine ausgefeilte Lauftechnik
erforderlich. Im Laufe der Zeit entwickelten sich, vor allem in den
international erfolgreichen Badminton-Nationen, unterschiedliche
Lauftechniken. So bevorzugten etwa die Engländer noch bis vor
einigen Jahren lange, weiche, raumgreifende Schritte ohne Sprünge,
während die Chinesen Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts
dazu übergingen, schnelle, kurze Schritte kombiniert mit einem
abschließenden Sprung zum Ball in ihr Spiel zu integrieren. Diese
Techniken wurden von den meisten asiatischen Spielern erfolgreich
kopiert, da für sie die englischen Schrittfolgen aufgrund ihrer
meist geringeren Körpergröße nicht hinreichend effektiv waren.
Gute Lauftechnik zeichnet sich dadurch aus, dass der Spieler
möglichst schnell und mit geringem Energieaufwand den Ball erreicht
und anschließend zur Spielfeldmitte zurückkehrt. Automatisierte
Schrittfolgen sorgen dafür, dass dies kraftsparend, raumgreifend und
effektiv geschieht, sind jedoch kräfteintensiv und nur durch
jahrelanges Training zu erreichen.
Zentrale Elemente der Lauftechnik sind:
Ausfallschritt
Um einen Ball im vorderen oder seitlichen Spielfeldbereich zu
erreichen, stellt der Spieler am Ende seiner Vorwärtsbewegung das
sich auf der Schlaghandseite befindliche Bein mit einem großen
Ausfallschritt nach vorne, ähnlich wie ein Fechter beim Stoß.
Dadurch bremst er abrupt seine Vorwärtsbewegung ab und kann nach dem
Schlag sofort wieder in eine Rückwärtsbewegung übergehen.
Umsprung
Mit dieser Technik wird die Rückwärtsbewegung nach einem Schlag
gestoppt. Beim Schlag findet während des Sprungs eine Drehung der
Hüften statt, und das Bein, das sich auf der entgegengesetzten
Körperseite der Schlaghand befindet, wird nach hinten gestellt, um
die Rückwärtsbewegung abzufedern und den Körper wieder nach vorne zu
beschleunigen.
Chinasprung
Diese Technik wurde in China entwickelt und dient dazu, einen
Ball im Sprung zu erreichen. Im Gegensatz zum Umsprung wird die
Bewegung jedoch mit dem Bein auf der Schlaghandseite gestoppt, was
wegen der leichten Verdrehung des Oberkörpers beim Schlag anatomisch
gesehen zwar ungünstig, aber in der Praxis dennoch effektiv ist.
Sowohl der Absprung als auch die Landung finden hier immer mit
beiden Beinen gleichzeitig statt. Ein Chinasprung kann sowohl
parallel zum Netz auf die Vorhand- und Rückhandseite als auch
diagonal nach hinten erfolgen. Der Schlag, der während des Sprunges
ausgeführt wird, ist jedoch immer ein Vorhandschlag.
Sprung-Smash
Eine weitere chinesische Technik. Der Spieler springt beidbeinig
hoch in die Luft und schlägt den Ball mit vollem Körpereinsatz ins
gegnerische Feld, ähnlich wie beim Smash im Volleyball.
Untersuchungen haben ergeben, dass hierdurch zwar keine höheren
Geschwindigkeiten erzeugt werden können, jedoch kann der Spieler
einen früheren Treffpunkt und einen besseren Winkel erreichen.
Rallypoint-Zählweise
Jede Partei kann unabhängig vom Aufschlag punkten. Es werden zwei
Gewinnsätze bis 21 Punkte je Satz gespielt. Eine Partei hat einen
Satz gewonnen, wenn sie als erste 21 Punkte erreicht und dabei
mindestens 2 Punkte mehr als die gegnerische Partei hat. Bei 21:20
wird das Spiel solange verlängert, bis eine Partei mit 2 Punkten
führt (bis maximal 30 Punkte). Ein Satzergebnis von 30:29 ist
demnach möglich.
Für jeden gewonnenen Ballwechsel wird ein Punkt vergeben. Zusätzlich
erhält die Partei, die den vorangegangenen Ballwechsel für sich
entschieden hat, das Aufschlagsrecht.
Zu Beginn des Spiels wird ausgelost, wer Seitenwahl bzw. den ersten
Aufschlag erhält. Eine gängige Methode der Auslosung ist, einen
Badmintonball hochzuwerfen oder ihn umgekehrt auf die Netzkante zu
legen und fallen zu lassen. Diejenige Partei, zu welcher der Korkfuß
des Balles zeigt, darf wählen,
* ob sie den ersten Aufschlag machen möchte,
* ob sie den ersten Rückschlag machen möchte oder
* auf welcher Feldhälfte sie beginnen möchte (Seitenwahl).
Die andere Partei entscheidet sich für eine der verbleibenden
Möglichkeiten. Die Auslosung kann statt mit einem Federball auch mit
einem anderen Los stattfinden. Bei der Seitenwahl ist es aus
taktischen Gründen sinnvoll, zunächst auf der Seite mit der
?schlechteren� Sicht zu spielen, weil man dann in der Schlussphase
eines möglichen dritten Satzes auf der ?besseren� Seite spielen
darf.
Die in anderen Rückschlagspielen weitgehend unbekannte Regelung,
sich zwischen erstem Aufschlag und erstem Rückschlag entscheiden zu
dürfen, hatte hauptsächlich nach der früheren Zählweise in den
Doppeldisziplinen seinen Sinn, als man Punkte nur bei Besitz des
Aufschlagrechts erzielen konnte.
Eine weitere Neuerung ist die Erweiterung der Coaching-Regel. Ein am
Feld sitzender Coach darf nun auch zwischen den Ballwechseln seinem
Spieler durch Zuruf Ratschläge erteilen. Dies darf jedoch nicht den
Gegner stören und darf auch nicht während eines laufenden
Ballwechsels passieren.
Es gibt noch weitere Änderungen. Der Deutsche Badmintonverband
publiziert die Regeln nicht selbst. Allerdings ist auf den Seiten
von diversen Landesverbänden die Einsicht und der Download der ab
dem 1. August 2006 gültigen Regeln möglich.
Disziplinen
Badminton wird wettkampfmäßig in fünf verschiedenen Disziplinen
ausgetragen:
* Damen-Einzel
* Herren-Einzel
* Damen-Doppel
* Herren-Doppel
* Gemischtes Doppel (Mixed)
Damen- und Herreneinzel
In der Einzeldisziplin stehen sich zwei Spieler gleichen Geschlechts
gegenüber. Beim Aufschlag muss der Aufschläger in seinem
Aufschlag-Halbfeld stehen, der Rückschläger im Feld diagonal dazu.
Der Federball muss beim Aufschlag in das diagonal gegenüberliegende
Aufschlagfeld gespielt werden. Während des laufenden Ballwechsels
dürfen sich beide Spieler beliebig in ihrer Feldhälfte aufhalten.
Bei geradem Punktestand des Aufschlägers (0, 2, 4 ?) erfolgt der
Aufschlag aus der rechten Feldhälfte, bei ungeradem Punktestand (1,
3, 5 ...) von links. Beide Spieler können, unabhängig vom
Aufschlagrecht, Punkte erzielen. Jeder Fehler führt also automatisch
zu einem Punktgewinn für den Gegner. War der Gegner im
vorangegangenen Ballwechsel der Rückschläger, erhält er zusätzlich
das Aufschlagrecht.
Aus taktischen Gründen versucht man, den Gegner durch Anspielen in
die Eckpunkte des Spielfeldes in Schwierigkeiten zu bringen. Um alle
Feldecken gleich schnell erreichen zu können, versucht deshalb jeder
Spieler, nach jedem gespielten Ball so schnell wie möglich in die
beste Ausgangsposition für den nächsten gegnerischen Ball zu
gelangen. Diese befindet sich ca. eine Schrittlänge hinter dem
T-Punkt. Von hier aus sind alle Feldbereiche mit wenigen kurzen,
schnellen Schritten erreichbar.
Damen- und Herrendoppel
In der Doppeldisziplin stehen sich zwei Spielerpaare gleichen
Geschlechts gegenüber. Beim Aufschlag befinden sich Aufschläger und
Rückschläger im jeweiligen Aufschlag-Halbfeld, der Aufschlag muss
diagonal gespielt werden. Die beiden nicht am Aufschlag beteiligten
Spieler dürfen sich beliebig auf dem Spielfeld positionieren.
Nach der alten Zählweise erfolgte der erste Aufschlag eines Satzes
und jeder erste Aufschlag nach dem Wechsel des Aufschlagsrechts aus
dem rechten Aufschlagfeld. Bei der neuen Rallypoint-Zählweise
hingegen wechselt die Reihenfolge der Aufschläger nach jedem Fehler
wie folgt:
* Erster Aufschläger (0:0, Beginn im rechten Aufschlagfeld)
* Partner des ersten Rückschlägers
* Partner des ersten Aufschlägers
* Erster Rückschläger
* Erster Aufschläger usw.
Diese Reihenfolge merken sich die Spieler, sie gilt für alle
weiteren Aufschläge dieses Satzes. Bei einem Satzwechsel schlägt das
Doppel auf, das den letzten Satz gewonnen hat.
Es gibt, entgegen der alten Zählweise, keinen zweiten Aufschlag
mehr. Auch die Regel, den Aufschlag beim Wechsel des Aufschlagrechts
immer von rechts auszuführen, existiert nicht mehr.
Die Positionen der Spieler eines Doppels bleiben bei Aufschlag oder
Rückschlag so lange bestehen, bis sie bei eigenem Aufschlag einen
Punktgewinn erzielen. Erst dann wechseln sie zum nächsten Aufschlag
das Halbfeld. Bei Punktgewinn mit gleichzeitigem Aufschlagwechsel
wird die Position nicht gewechselt. Die Spieler merken sich also
ihre letzte Position, nicht mehr (wie früher) die Aufstellung zu
Satzbeginn.
Aus der Aufschlagreihenfolge in Verbindung mit der neuen Zählweise
im Doppel folgt, dass das Aufschlagfeld bei einem Aufschlagwechsel
stets von der eigenen Punktezahl bestimmt wird (wie im Einzel):
* Aufschlagwechsel bei eigenem geraden Punktestand (0, 2, 4, ?):
Aufschlag durch den Spieler, der rechts steht
* Aufschlagwechsel bei eigenem ungeraden Punktestand (1, 3, ?):
Aufschlag von links
?0� gilt dabei als gerade Zahl, und somit wird auch bei der neuen
Zählweise der erste Aufschlag jedes Satzes von rechts ausgeführt.
Punkte können bei jedem Ballwechsel erzielt werden. Jedes Doppel hat
solange Aufschlagrecht, bis es einen Fehler macht. Dann erhält die
gegnerische Partei einen Punkt, zusätzlich wechselt entsprechend der
Aufschlagreihenfolge das Aufschlagrecht zum gegnerischen Doppel.
Die Aufstellung beider Spieler einer Doppel-Paarung während des
laufenden Ballwechsels ist beliebig und wird von der aktuellen
Spielsituation und den technischen Fähigkeiten der Spieler abhängig
gemacht. Idealerweise stellen sich beide zur Abwehr nebeneinander
und decken die jeweils eigene Seite des Spielfelds ab. Beim eigenen
Angriff dagegen steht man hintereinander, der hintere attackiert mit
harten, steil nach unten geschlagenen Angriffsbällen (Smash) oder
mit gefühlvoll kurz hinter das Netz geschlagenen Stoppbällen (Drop),
während sein Partner vorne am Netz agiert und versucht, schlecht
abgewehrte gegnerische Bälle zu erreichen und zu verwerten. Diese
ständig wechselnde Aufstellung innerhalb eines Ballwechsels
erfordert jahrelange Übung, ein gutes Auge für die Spielsituation
und Verständnis im Zusammenspiel mit dem Partner.
Gemischtes Doppel
Beim gemischten Doppel oder Mixed (engl.: gemischt) bilden ein
weiblicher und ein männlicher Spieler zusammen eine Doppel-Paarung.
Die Regeln sind identisch mit denen des Damen- bzw. Herren-Doppels.
Aufstellung und taktisches Verhalten im gemischten Doppel weichen
üblicherweise von dem der beiden anderen Doppel-Disziplinen ab, da
man versucht, geschlechterspezifische Fähigkeiten ins eigene Spiel
zu integrieren. So bewegt sich der Mann in der Regel hauptsächlich
im hinteren Feldbereich, von wo aus er seine Reichweiten- und
Kraftvorteile zu druckvollem Angriffsspiel nutzen kann. Die Frau
dagegen, häufig flinker und gewandter, übernimmt das präzise Spiel
in der vorderen Feldhälfte, insbesondere am Netz.
Spielklassen
Die Bezeichnung und Anzahl der Spielklassen, in denen Badminton
wettkampfmäßig betrieben wird, ist abhängig von den Ländern bzw.
Landesverbänden. In den deutschsprachigen Ländern wie folgt:
Deutschland
1. Bundesliga
2. Bundesliga
Regionalligen (Nord, West, Mitte, Südost Ost und Südost Süd)
Oberligen (Nord A, Nord B, Mitte, Südwest)
Verbandsligen
Landesligen
Landesklassen
Bezirksligen
Bezirksklassen
Kreisligen (Kreisklassen)
1) Die Bezeichnung und Anzahl der einzelnen Spielklassen kann je
nach Bundesland variieren.
2) Die Landesligen und -klassen sind nicht einheitlich und von
den jeweiligen Ländern abhängig
3) Die 5. und die 6. Liga sind Hobbyligen und erst in den
letzten Jahren entstanden. Die Resultate werden für die offizielle
Klassierung nicht gewertet," stellt die Internetenzyklopädie
Wikipedia die Sportart Badminton.
"Wir treffen uns jeden Mittwoch um 18.15 Uhr und jeden Freitag um
19.45 Uhr," berichtet Christiane Wilke, 1. Vorsitzende des
Duisburger Badminton Club 73. Ihr Treffpunkt: die Turnhalle der
Städtischen Grundschule Böhmer Straße. 48 Mitglieder gehören dem
Verein an. 15 von ihnen spielen aktiv Badminton. Der Verein ist in
der Bezirksliga angesiedelt.
"Neue Mitglieder sind durchaus erwünscht," betont Wilke, nur um zu
betonen: "Wir haben allerdings keinen Trainer, der Kinder und
Jugendliche betreuen könnte. Daher ist der Nachwuchs nicht unbedingt
gut bei uns aufgehoben. Bei uns steht der Sport im Vordergrund."
Seit 17 Jahren spielt die heute 35jährige Badminton. Es war ihr
Bruder, der damals schon Badminton spielte und sie für den Sport
begeisterte. "Wir waren immer ein kleiner Verein und sind auch heute
noch ein kleiner Verein. Wir wollen unsere Spiele gewinnen und die
Klasse halten. Der Spaß an der Freude und des gesellige
Beisammensein stehen bei uns im Vordergrund."
|