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American Football ist eine vor allem in den USA außerordentlich
populäre Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je elf Spielern
versuchen, den ?eiförmigen Spielball in die gegnerische Endzone zu
bringen. Die Mannschaft im Ballbesitz (Offense) versucht dabei,
Raumgewinn zu erzielen und eine bessere Feldposition zu erreichen.
Sie kann den Ball werfen oder tragen. Die verteidigende Mannschaf (Defense)
versucht, dies zu verhindern und selbst in Ballbesitz zu kommen.
Football ist vor allem von taktischen und physischen Elementen
geprägt. Jeder Spieler hat eine bestimmte Position und eine ganz
bestimmte Aufgabe. Die jeweiligen Spielzüge der Offense sind dabei
auf den Meter genau vom Trainer vorgegeben. Um diese Aufgabe zu
erfüllen, setzt der Spieler je nach Position Kraft, Masse,
Gewandtheit oder Schnelligkeit ein. Die Spieler sind dabei durch die
charakteristische Schutzausrüstung mit Schulterposter und Helm
geschützt. Angefeuert werden sie meistens durch die Cheerleader.
American Football wurde ab 1869 an Universitäten der Ostküste der
USA entwickelt. Er hat seine Wurzeln im Fußball (vor allem in dessen
englischen Vorläufern) und im Rugby sowie im Canadian Football. Die
Football Regeln entstanden dabei vor allem, weil die Colleges für
Spiele untereinander auf ein verbindliches Regelwerk einigen
mussten. So fand das erste offizielle Footballspiel zwischen Rutgers
und der Princeton Universität statt. Die erste Serie über drei
Spiele gab es zwischen der Harvard Universität und der McGill
Universität aus Montreal, Kanada. Später gab es erste Turniere, vor
allem zwischen Harvard, Princeton, Yale und Columbia. Football war
jahrzehntelang gleichbedeutend mit diesem College Football, der
durch die National Collegiate Athletic Association reguliert wird.
Der inzwischen bekanntere Profi Football der National Football
League (NFL, gegründet 1919 / 1920) hat erst in den 1930er Jahren
abgewandelte Regeln eingeführt.
Pionier der ersten Stunde war vor allem Walter Camp. Er führte
beispielsweise 1880 das Scrimmage anstellte des Gedränge beim Rugby
ein. 1882 wurde das System der Downs eingeführt, um Strategien zu
unterbinden, die nur auf Ballkontrolle aus waren. Camp begrenzte
auch die Anzahl der Spieler auf elf (1883) und entwickelte auch
heute noch gültige Standard Offense Formationen.
In seinen Anfangsjahren war American Football weitaus gefährlicher
als heute. Die Spieler hatten keine Schutzausrüstung. Es gab
fliegende Formationen. Viele der heute gültigen Regeln zum Schutz
der Spieler existierten nicht. Insbesondere wurde der Ballträger oft
von seinen Teamkameraden vorwärts geschoben. Nach einem traurigen
Rekord von acht Toten im Jahre 1905 forderte US Präsident Theodore
Roosevelt neue Regeln, um das Spiel sicherer zu machen. Dies führte
1906 zur Einführung der neutralen Zone zwischen den Linien, zur
Regel, daß mindestens sechs (heute sieben) Spieler an der Line of
Scrimmage stehen müssen und verschiedene andere Schutzregeln. Die
weitreichendste Änderung war die Einführung des Vorwärtspasses.
1910 wurden nach weiteren Todesfällen die verschränkten Formationen
verboten, 1912 die Größe des Spielfeldes und die Zählweise der
Punkte festgelegt. Es wurde ein vierter Versuch erlaubt. Damit
erhielt das Spiel schließlich seine moderne Form. Bis heute werden
allerdings jedes Jahr Regeln modifiziert, nicht zuletzt, um die
Sicherheit der Spieler zu erhöhen, aber auch, um das Spiel für den
Zuschauer attraktiver zu machen.
Zum American Football im engeren Sinne gehören auch Canadian
Football und Arena Football, ach sie sich in ein paar Regeln
deutlich unterscheiden. Das Spielprinzip, die Grundlagen, das
Spielgerät, die Aufteilung des Feldes und viele andere Bestandteile
sind aber absolut identisch. Auf den ersten Blick erkennbar sind die
wesentlich größeren bzw. kleineren Spielfelder und eine entsprechend
größere bzw. kleinere Anzahl an Spielern. Der Australian Football
gehört nicht zu dieser Gruppe, sondern ähnelt stark dem Rugby. Im
Freizeitbereich wird Flag Football in kleinen Teams ohne jegliche
Schutzausrüstung gespielt, wobei ein Tackle durch das Wegnehmen
einer am Gürtel befestigten ?Flagge simuliert wird.
Gespielt wird auf einem 120 Yards (109,7 Meter) langen und etwa 53
Yards (48,5 Meter) breiten Spielfeld, das in zwölf große Abschnitte
zu je 10 Yards eingeteilt ist (sogenanntes ?Eisengitter). Die 100
Yards in der Mitte werden als aktives Spielfeld genutzt, die
restlichen 10 Yards an jedem Spielfeldende haben im Spielablauf eine
besondere Bedeutung und werden ?Endzonen genannt. Am Ende jeder
Endzone befinden sich zusätzlich noch die sogenannten Torpfosten.
Diese dienen als Tore und ähneln der Form einer überdimensionalen
Stimmgabel. Da der Ball beim Fieldgoal über die Latte fliegen muß,
wurden die beiden für das Spiel irrelevanten Pfosten darunter aus
Sicherheitsgründen entfernt und durch einzelne zurückversetzte und
gepolsterte Stützen ersetzt.
Ausgehend von den Endzonen sind im Abstand von je 10 Yards
Querlinien eingezeichnet und entsprechend beschriften. Die Zählung
der Yards Linien beginnt an den beiden Endzonen bei Null und trifft
sich dann in der Mitte an der 50 Yards Linie. Der Bereich von der 20
Yards Linie bis zur Endzone wird als die sogenannte ?red zone
bezeichnet, da bei einem Ballbesitz in diesem Bereich die
Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu punkten, relativ hoch ist.
Darüber hinaus wird das Spielfeld in Längsrichtung von zwei
parallelen Reihen von hash marks unterteilt. Endet der letzte
Spielzug außerhalb dieser Markierungen, startet der nächste Spielzug
auf der nächstgelegenen hash mark. Die ?hash marks haben außerdem
eine 1 Yard Unterteilung, die den Schiedsrichtern beim korrekten
Plazierung des Balles helfen.
Die hash marks haben beim Profifootball einen Abstand von 18,6 Fuß
(= 5,67 Meter), beim Amateur- und Collegefootball von 40 Fuß (= 12,2
Meter).
Amateur Football Partien in Europa werden meist auf einem
Fußballplatz ausgetragen. Da diese deutlich breiter als ein
Footballfeld sind und der Abstand der Tore nicht den 120 Yards bzw.
110 Metern entspricht, die ein Footballfeld erfordert, wird das Feld
in zwölf gleichgroße Abschnitte unterteilt und die Kette in ihrer
Länge entsprechend angepaßt. Falls die Fußballtore selbst nicht
durch ein Footballtor ersetzt werden können, wird mittels Polster an
den Pfosten das Verletzungsrisiko der Spieler verringert. Mit
zusätzlichen Peilstangen an den Pfosten wird dann ein Footballtor
improvisiert.
Grundgedanke des Spieles ist es, Raum zu gewinnen. Da ein Spielfeld
mit 100 Yards räumlich begrenzt ist, wird das Erreichen der Endzone
mit Punkten belohnt. Dabei wechselt dann auch das Angriffsrecht.
Punkte in unterschiedlicher Anzahl können auf verschiedene Weise
erzielt werden.
Punkte können erzielt werden, wenn der Football mittels eines Lauf-
oder eines Paßspielzugs (run bzw. pass) über die gegnerische
Goalline getragen oder in der Endzone gefangen wird. Der Spieler muß
bei einem Paßspielzug mit beiden Beinen in der Endzone ankommen und
dabei den Ball kontrollieren, d. h. in sicher gefangen haben. Bei
einem Laufspielzug genügt es, wenn der Ball die imaginäre Goalline
durchstößt, während der ihn kontrollierende Spieler sich innerhalb
des Spielfeldes befindet bzw. die Innenseite eines Cones
(Begrenzungen der Endzone) berührt. Selbiges gilt, wenn ein Paß
vollständig ist und der reciever nach dem catch bis in die Endzone
läuft. dies ist ein Touchdown, der sechs Punkte zählt. Touchdowns
können auch nach interceptions oder fumbles erzielt werden
(defensive Touchdowns).
Falls ein Touchdown nicht mehr erreichbar erscheint, wird meist ein
Kick durch die gegnerischen Torstangen versucht, wobei durch ein
solches field goal drei Punkte erreicht werden.
Nach einem Touchdown hat die angreifende Mannschaft außerdem die
Möglichkeit, den Spielstand relativ sichern durch eine PAT (Point
after touchdown, das Kicken des Balles durch die gegnerischen
Torstangen) um einen oder durch eine ?2 point conversion (das
erneute Tragen oder Werfen des Balles in die Endzone des Gegners) um
zwei Punkte zu erhöhen. Die 2 Point conversion ist aber erheblich
schwieriger zu erreichen. Beide Varianten werden in der Regel von
der gegnerischen 2 Yards Linie ausgeführt, können aber durch eine
Strafe bedingt auch aus größerer Entfernung beginnen. Darüber hinaus
kann die verteidigende Mannschaft einen Safety erzielen, der der
betreffenden Mannschaft zwei Punkte und das Angriffsrecht gibt.
American Football wird als eine Folge von Spielzügen gespielt. Alle
aufeinanderfolgenden Spielzüge einer Mannschaft ohne daß das
Angriffsrecht wechselt nennt man drive. Der Offense stehen dabei
jeweils vier Versuche (downs) zur Verfügung, um mindestens zehn
Yards Raumgewinn zu erreichen und damit das Angriffsrecht für
weitere vier Versuche zu erhalten (neues first down). Schafft sie
das nicht, muß sie den Ball abgeben und die andere Mannschaft erhält
das Angriffsrecht. Wenn nach drei Versuchen absehbar ist, daß der
nötige Raumgewinn nicht erreicht werden kann, wird im vierten
Versucht der Ball meistens durch einen Punt möglichst weit in die
gegnerische Hälfte gekickt, damit der Gegner das Angriffsrecht in
einer möglichst schlechten Position übernehmen muß. In guter
Feldposition wird mitunter auch die field goal versucht. Zu Beginn
eines Spielzuges befindet sich eine Mannschaft in Ballbesitz und
somit im Angriff. Sie muß versuchen, durch Paß- oder Laufspielzüge
Raum zu erobern, um schließlich die Endzone zu erreichen und Punkte
zu erzielen. Ein Spielzug startet, wenn der Ball bewegt wird (Snap).
Der Quarterback oder ein anderer offensiver Spieler versuch, den
Ball einem legalen Passempfänger zuzuwerfen, der eine vorher
festgelegt Passroute läuft. Dabei muß sich der Werfer hinter der
line oft scrimmage befinden. Der Paß kann unvollständig, gefangen
oder von der Defense abgefangen werden. Ein Paß ist unvollständig,
wenn er den Boden berührt (durch einen schlechten Werfer oder einen
Verteidiger) oder out of bounds ist (=gefangen, ohne daß der
Paßempfänger beide Füße in bounds hatte). Der nächste Versuch
startet dann auf der Höhe der alten Ballposition. Nach einem Catch
kann der Spieler so weit laufen, wie er kann. Wird er zu Boden
gebracht oder verläßt er das Spielfeld, ist der Spielzug beendet.
Das nächste Down startet dann aber an der stelle, wo der vorherige
Spielzug gestoppt wurde. Bei einem Paßspielzug dürfen die Spieler
der InteriorOffensive Line nicht vor dem Paß über die line of
scrimmage gehen. Pro Spielzug ist nur ein Vorwärtspaß erlaubt, wobei
dieser von hinter der line of scrimmage kommen muß. Wird der
Quarterback getackled, bevor er die line of scrimmage überquert oder
bevor er einen Paß wirft, zählt das als sack. Eine besondere
Variante des Paßspiels ist der sogenannte Lateral Paß. Dabei wird
der Ball parallel zur Line of scrimmage bzw. nach hinten geworfen.
Dies darf genau wie Handsoff so oft pro Spielzug gemacht werden wie
man möchte.
Laufspielzüge werden durch ein Übergeben des Balls an einen anderen
Träger oder durch ein einfaches Zuwerfen eingeleitet. Der Ballträger
versucht nun, so weit wie möglich vorwärts zu kommen, während seine
Mitspieler die Verteidiger zu blocken versuchen, was eigentlich nur
ein vom tacklen Abhalten ist. Der Spielzug endet auch mit einem
Tackle oder dem Verlassen des Spielfeldes.
Das Wort Turnover bedeutet den Wechsel des Angriffsrechts auf die
andere Mannschaft.
Die Spielzeit in den USA beträgt vier mal 15 Minuten. Die
Amateurmannschaften in Europa spielen lediglich vier mal 12 Minuten.
Die Uhr stoppt dabei bei einer Auszeit, einem unvollständigen Paß,
wenn der Ballträger out of bounds geht, nach erzielten Punkten, bei
manchen Strafen und den zwei two minutes warnings zwei Minuten vor
dem Ende jeder Halbzeit. Wenn der Ballträger in bounds gestoppt
wird, läuft die Uhr weiter. Ein Spielzug muß in der NFL 40 Sekunden
nach dem Ende des letzten beginnen, nach einem time out nach 60
Sekunden (angezeigt auf der Spieluhr). Im Collegesport sowie in
Europa muß ein Spielzug 25 Sekunden nach der Ballfreigabe durch den
Schiedsrichter beginnen. Daraus ergeben sich je nach Spielsituation
gegen Ende des Spiels viele strategische Möglichkeiten. Hat die
führende Mannschaft den Ball, kann sie Zeit schinden, indem sie
Laufspielzüge ausführt und die Uhr herablaufen läßt. Die Defense
kann dann mit time - outs das Verstreichen von 40 Sekunden
verhindern. Im Gegenzug wird das kurz vor Ende zurückliegende Team
Pässe nahe der Seitenlinie spielen.
Regelverletzungen werden mit Strafen geahndet. American Football hat
eines der umfangreichsten Regelwerke aller Sportarten. Wegen seiner
physischen Härte besteht ein hohes Verletzungsrisiko. Die meisten
Regeln dienen daher dazu, Verletzungen der Spieler zu vermeiden.
Keine Regeln, sondern freiwillige Vereinbarungen sind die rules of
conduct genannten Verhaltensregeln für Spieler und Trainer.
Beim American Football werden Strafen durch die Schiedsrichter mit
Hilfe von gelben Flaggen auf den Ort des Fouls angezeigt. Der Grund
ist, daß viele Strafen nicht sofort zur Unterbrechung des Spielzuges
führen, sondern erst im Anschluß verhängt werden. Bei Strafen gegen
beide Teams heben diese sich unter Umständen gegenseitig auf.
Grundsätzlich werden Regelverstöße mit Raumverlust bestraft. Das
gegnerische Team kann dabei meist entscheiden, ob es die Strafe
annimmt (dann wird der Versuch mit dem entsprechenden Yard Verlust
wiederholt) oder ablehnt (dann wird ganz normal der nächste Versuch
gespielt). Wird durch eine Strafe gegen die Defense die line to gain
(die Linie, die die Offense erreichen muß, um vier neue Versuche zu
bekommen) erreicht, erhält die Offense ein neues First Down. Einige
Strafen beinhalten auch ein automatisches First Down.
Die Endzone kann allerdings nicht durch Strafen erreicht werden. Der
Abstand zur Endzone wird maximal halbiert. Dies gilt aber nicht bei
paß interference, da dort am Punkt des Fouls weitergemacht wird.
Bei besonders schweren Vergehen kann ein Spieler auch vom Spiel
ausgeschlossen werden. das gilt insbesondere bei Fouls mit
Verletzungsabsicht, grob unsportlichem Verhalten sowie Beleidigung
von Schiedsrichtern. Priorität hat immer der Schutz der Spieler vor
Verletzungen und die Kontrolle des Spielgeschehens.
Aufgrund der Komplexität und des oft unübersichtlichen
Spielgeschehens gibt es beim American Football eine ganze
Schiedsrichtergruppe. Sie besteht aus mindestens drei, in den
Amateurligen normalerweise fünf, in den höheren Ligen sieben
Schiedsrichtern, wobei jeder Schiedsrichter einen bestimmten Bereich
des Spielfeldes beobachtet und für spezielle Aufgaben zuständig ist.
Oberschiedsrichter ist der Referee, umgangssprachlich hin und wieder
auch Whitehat genannt. Erkennbar ist er an seiner weißen Kappe; die
anderen Schiedsrichter haben schwarze Kappen. Der Legende nach soll
die Kappe das weiße Haar eines erfahrenen Mannes symbolisieren. In
der Tat waren im Verlauf der Geschichte (speziell in der Profiliga
NFL) auch schon sechs Schiedsrichter mit weißen Kappen unterwegs und
nur der Referee trug eine schwarze. In der Regel positioniert er
sich hinter dem Quarterback und richtet über Downs und Strafen.
Weitere Schiedsrichter sind der Umpire, der sich jeweils zwischen
oder hinter den Linebackers aufstellt und meistens den Ball sichert
und für den nächsten Spielzug positioniert. An die Line of scrimmage
stellen sich jeweils der Linesman und Line Judge. Ersterer ist für
die Kette verantwortlich. Für die weiten Pässe sind Back Judge (auch
verantwortlich für die 25 Sekunden Uhr), Field Judge und Side Judge
(in der Regel der Zeitnehmer) zuständig. In Deutschland ist es
mittlerweile so, daß der Back Judge die Spielzeit mißt und der Side
Judge die 25 Sekunden Uhr verwaltet. In den Profiligen ist diese
Aufgabenverteilung mitunter abweichend. Zur Ausrüstung der
Schiedsrichter gehören unter anderem die gelben Flaggen zum
Markieren eines Fouls und die weißen (in Profiligen blauen)
Bohnensäcke zum Markieren wichtiger Spots.
Die NFL ist bis heute eine der wenigen Sportligen, in der der
Videobeweis zur Überprüfung strittiger Szenen eingeführt wurde.
Zweimal pro Halbzeit kann ein Trainer eine solche Überprüfung durch
das Werfen einer roten Flagge auf das Spielfeld veranlassen, die
dann unter Umständen revidiert werden. Strittige Entscheidungen
sind. Waren beide Beanstandungen gerechtfertigt, erhält der Trainer
eine dritte Berechtigung.
Die Spieler beim American Football sind üblicherweise Spezialisten
für ihre Position. Da bei jedem Spielzug ausgewechselt werden darf,
können immer die für den geplanten Spielzug am besten geeigneten
Akteure eingesetzt werden, wenn dies nicht die Absichten verrät.
Insbesondere die Angriffsformationen können auf mehrere Hundert
Spielzüge und Kombinationen zurückgreifen. Als Gedächtnisstütze und
zur Vermeidung von Fehlern tragen viele Spieler ein Schweißband am
Arm, an dessen Innenseite Zahle, Namen, Positionen, Spielzüge und
andere Daten zum Spielverlauf in Stichpunkten notiert sind.
Der Quarterback ist der zentrale Spieler der Offense. Er ist der
Spielmacher und erhält zu Beginn eines Spielzuges den Ball von
seinem Center, der vor ihm steht, durch dessen Beine nach hinten
zugespielt. Damit ist der Center bei jedem Spielzug am Bal. Der
Quarterback hat die Aufgabe, den vom Haupttrainer geplanten Spielzug
umzusetzen und notfalls als Reaktion auf die Spielsituation
anzupassen. Üblicherweise übergibt er den Ball dann an einen
Ballträger oder wirft ihn zu einem Paßempfänger. Ohne Quarterback
kommen nur Spezialmannschaften aus.
Vor dem Quarterback stehen die Offensive Linemen. Sie werden in
Center, Guards und Tackles von innen nach außen unterschieden. Diese
üblicherweise sehr großen und sehr schweren Spieler haben die
Aufgabe, den Quarterback vor den Verteidigern zu schützen und bei
Laufspielzügen den Weg für den Ballträger freizublocken. Tackels
sind dabei die schwersten und kräftigsten Spieler im Angriff. Ihre
Aufgabe ist kräftezehrend und erfordert eine hohe Konzentration. Dem
steht meist nur wenig Publikumsaufmerksamkeit gegenüber, was diese
wichtige Position recht undankbar macht. Guards haben ähnliche
Aufgaben wie Tackles. Ein Guard wird gelegentlich auch für
sogenannte Pull Manöver eingesetzt. Dabei blockt er nicht von seiner
ursprünglichen Position aus, sondern zieht hinter der Offensive Line
nach außen, läuft dann erst feldabwärts und räumt dem Ballträger den
Weg frei.
Bei einem Paß wird der Ball vom Quarterback in der Regel zu einem
der Wide Receiver geworfen, der aufgrund seiner hohen
Geschwindigkeit sehr schnell und weit in das gegnerische Territorium
vordringen kann oder kürzere Strecken läuft. Legale Paßempfänger
sind alle Spieler außer der Offensive Linesmen. Mindestens sieben
Spieler müssen beim Anstoß an der Line of Scrimmage stehen.
Der Tight End ist an einem Ende der Offensive Line aufgestellt, wie
ein zusätzlicher Lineman. Er ist aber paßempfangsberechtigt. Der
Tight End ist ein Allroundspieler, der je nach Situation blockt wie
ein Offensive Linemen oder den Ball fängt wie ein Wide Receiver.
Außerdem wechselt er oft vor dem Anstoß seine Position, um dann
beispielsweise auch als Vorblocker für Laufspielzüge oder auch
selbst als ?Runningback zu fungieren.
Allen defensiven Spielern ist gemein, daß sie Raumgewinn verhindern
sollen, indem sie den Ballträger stoppen, Pässe verhindern oder
sonstwie störend eingreifen sollen. Positionsspezifische Aufgaben
kommen noch hinzu.
Die Defensive Linemen stehen der Offensive Line direkt gegenüber,
wobei diese Spieler auch eine vergleichbar schwere Statur haben. Die
Abwehrlinie soll das Freiblocken von Lücken für den gegnerischen
Runningback verhindern. Bei Paßspielzügen sollen sie den Quarterback
durch Druck zu Fehlern verhindern oder gleich sacken. Bei den
Defensive Linemen wird zwischen Defensive Ends und Defensive Tackles
unterschieden. Die Defensive Ends stehen an den Enden der Defensive
Line. Sie sind agiler als ihre Defensive Line Kollegen, da sie Läufe
des gegnerischen Ballträgers über die Außenseite verhindern bzw. von
außen Druck auf den gegnerischen Quarterback ausüben sollen und
damit längere Wege gehen müssen. Die Defensive Tackles sollen in der
Mitte die Stellung halten und verhindern, daß dort Raumgewinne
erzielt werden.
Die Linebacker stehen dicht hinter der Defensive Line. Sie müssen
kräftig genug sein, um den Durchbruch eines Runningbacks zu stoppen
oder bei Pässen druckvoll zum Quarterback vorzudringen. Bei
Spielzügen mit vier oder fünf Paßempfängern müssen die Linebacker
allerdings auch so flink sein, daß sie die Paßempfänger decken
können, damit die Offense aus dieser momentanen Überzahlsituation
nicht zu viele Vorteile ziehen kann. Daher werden eher Cornerbacks
gegen Wide Receiver eingesetzt.
Die hintere Verteidigungsreihe bilden die Safeties, die zusammen mit
den Cornerbacks die Defensive Backs darstellen. Die Cornerbacks
verteidigen hauptsächlich gegen ein gegnerisches Paßspiel. Die
Safeties sind dagegen eher eine Art letzte Bastion, wenn es den
vorderen Reihen nicht gelungen ist, einen Ballträger zu stoppen. Bei
den Safeties unterscheidet man zwischen dem ?Strong Safety, der
kräftiger ist und etwas an der Line of Scrimmage spielt, weil er
gegen den Laufspielzug arbeitet, wohingegen der Free Safety eher
cornerbackartige Eigenschaften besitzt und als zusätzlicher
Manndecker agiert oder was meistens der Fall ist tiefe Pässe
verhindern soll.
Damit die Abwehrspieler nicht unkontrolliert eigenständig agieren,
gibt es hier (wie auch in der Offense) sehr genau vorausgeplante
Spielzüge, die vom Defensive Coordinator und dem Cheftrainer während
des Spiels angesagt werden, um auf die Offense zu reagieren.
Dass Football häufig als Rasenschach bezeichnet wird, kommt nicht
von ungefähr. Durch die Vielzahl an Aufstellungsmöglichkeiten,
Spielsituationen und die individuellen Stärken und Schwächen der
Mannschaft sind ganze Philosophien über Spielsysteme und Taktik
entstanden. Nicht zuletzt lassen die komplexen Regeln Freiraum für
allerlei ausgefallene Spielzüge. Es ist theoretisch möglich, aus
jeder Feldposition zu punkten und das mit den verschiedensten
Spielzügen.
Das Laufspiel könnte man als Basis der Spielzüge bezeichnen.
Laufspielzüge sind relativ leicht ausführbar, da der Ball vom
Quarterback üblicherweise einfach an einen Runningback übergeben
wird, der dann versucht, so viel Raumgewinn wie möglich zu erzielen.
Daß sogenannte Passspiel ist im Gegensatz zum Laufspiel weit
schwieriger auszuführen. Es bedarf eines wurfstarken und präzisen
Quarterbacks und eines sicheren Fängers. Damit der Ablauf eines
Passes reibungslos verläuft, müssen der Quarterback und seine
Paßempfänger gut aufeinander eingespielt sein, da bei vielen Pässen
das Timing eine große Rolle spielt. Viele Quartebracks haben
?Lieblingsmitspieler, mit denen das Zusammenspiel besonders gut
funktioniert. Weiterhin muß der Quarterback ein hohes
Spielverständnis an den Tag legen, um die Defense lesen zu können.,
um also die Schwachpunkte in der Verteidigung zu erkennen. Und
schließlich ist Nervenstärke unerlässlich, da der Quarterback gleich
nach dem Anstoß durch die Defense unter Druck gesetzt wird und er
schnell entscheiden muß, welchen Mitspieler er anwerfen kann. Ein
gewöhnlicher Pass dauert vom Anstoß bis zum Wurf in der Regel etwa
drei, selten mehr als fünf Sekunden. Außerdem ist es dem Quarterback
erlaubt, selbst als Ballträger zu fungieren und Raumgewinn zu
erzielen. Der Spielzug zählt dann aber als Laufspielzug.
Viele Spielzüge im American Football sind extra dafür ausgelegt, die
Verteidigung zu narren. Bei solchen Fakes werden Ballübergaben und
Paßversuche angetäuscht, vorgetäuscht, es handele sich um einen
Laufspielzug, der in Wirklichkeit ein Paßspielzug ist und umgekehrt.
Fakes machen einen nicht unbedeutenden Teil der Taktiklastigkeit des
Spieles aus. Für die Defense ist es nämlich dadurch fast unmöglich,
schnell zu erkennen, was wirklich auf dem Platz passiert.
Bei Fernsehübertragungen von Spielen ist häufig zu sehen, daß die
angetäuschten Ballübergaben so gut sind, daß der Kameramann nicht
mehr weiß, wo der Ball ist und deswegen das Bild kurzzeitig ganz
zurück zoomen muß, um alle möglichen Ballträger im Bild zu haben.
Da die Defense flexibel auf die Spielzüge der Offense reagieren
muss, gibt es außer den Grundaufstellungen und den zu verteidigenden
Zonen oder Gegenspielern kaum festgelegte Spielzüge. Eine Ausnahme
bilden die Blitzes. Dabei versucht die Defense, Druck auf den
Quarterback auszuüben, indem ein oder mehrere Spieler die Offense
Line durchbrechen bzw. umgeben. Der blitzende Spieler kann dabei ein
Linebacker oder (riskant, aber effektiv) ein Cornerback sein,
manchmal sogar ein Safety. Wie bei den Offense Spielzügen hängt der
Erfolg eines Blitzes neben der Athletik und Schnelligkeit der
Spieler vor allem vom Überraschungsmoment ab. Erkennt der
Quarterback, woher der Blitz kommt, hat er eine verwundbare Stelle
der Verteidigung vor sich. Teilweise werden Blitze auch nur
angetäuscht, um den Quarterback zu verunsichern oder ihn zu einer
schlechten Entscheidung zu verleiten.
American Football ist vor allem in Nordamerika verbreitet. In den
USA gilt es seit den 1970er Jahren als die populärste Sportart.
Vorher dominierte Baseball. Praktisch jede High School und jedes
College besitzt ein Team auf unterschiedliche hohem Leistungsniveau.
Die mehreren hundert Mannschaften in den oberen Ligen des College
Football spielen jeden Herbst etwa 12 Spiele innerhalb ihrer
jeweiligen Gruppe. Die besten Teams werden zu den Bowl Spielen zu
Neujahr eingeladen, etwa zur Rose Bowl in Pasadena. Dieses Spiel
besitzt eine über 100jährige Tradition.
Die bekannteste nordamerikanische Profiliga ist die National
Football Liga (NFL), die seit 1920 existiert, mithin erst Jahrzehnte
nach dem College Football entstand. Das Finale der NFL, der
sogenannte Superbowl, ist das wichtigste Fernsehereignis der USA und
gilt als weltweit populärste jährliche Sportveranstaltung. Hier
treten die Champions der beiden NFL Ligen NFC und AFC gegeneinander
an. Diese Tradition begann 1967, als die NFL und die Konkurrenzliga
AFL als Vorbereitung einer Fusion ihre Champions gegeneinander
spielen ließen. Daneben gab und gibt es immer wieder
Konkurrenzligen, etwa die USFL oder die XFL.
Im Gegensatz zu den USA, wo nur von Sommer bis Januar Football
gespielt wird (auch unter den widrigsten Witterungsbedingungen),
wird in Europa im Sommerhalbjahr von Frühling bis Herbst gespielt.
In Deutschland wurden Ende der 1970er Jahre mit den Frankfurter
Löwen (Gründungsjahr 1977) und den Düsseldorf Panther die ersten
Vereinmannschaften gegründet, wobei hier stationierte US Amerikaner
als Spieler und Trainer mitwirkten.
Die höchste reguläre Liga in Deutschland ist die German Football
League GFL, die in eine Nord- und eine Südgruppe eingeteilt ist und
zwölf Mannschaften beinhaltet. Das Finale der GFL ist der German
Bowl. Darunter befindet sich eine ebenso zweigeteilte 2. Bundesliga
mit 16 Mannschaften. Es folgen diverse weitere Ligen (Regionalligen,
Oberligen, Verbandsligen, Landesligen, Aufbauligen). Es gibt auch
einen umfangreichen Spielbetrieb im Jugendbereich.
Seit den 1980er Jahren werden Europa Meisterschaften unter Nationen,
der Eurobowl der Vereine sowie der EFAF Cup durch die European
Federation of American Football (EFAF) ausgetragen. Seit einigen
Jahren werden Weltmeisterschaften ausgetragen, wobei Japan
dominierte.
(Quelle: Wikipedia)
Grau ist alle Theorie. Ich möchte jetzt die Praxis kennenlernen. Es
ist ein sonniger Samstag Mitte September 2006; für mich ist dies die
letzte Chance, live ein offizielles Football Spiel zuhause in
Duisburg zu erleben. An diesem Samstag führen die Duisburg Dockers
nämlich ihr letztes Liga Heimspiel der Saison gegen die Düsseldorf
Bulldozer durch. Da der Entschluss, hoch in den Duisburger Norden
zum Schwelgern Stadion als Austragungsortes des Spiels zu fahren,
recht spontan erfolgte, habe ich mir keine Gedanken über die
Sportart sowie Stärke und Schwäche der Dockers machen können. Ich
kenne also American Football als Sportart nur rudimentär und die
Mannschaft der Dockers oder den Verlauf der aktuellen Saison
überhaupt nicht. Frech, wie ich bin, behaupte ich auch, daß es mich
auch nicht sonderlich interessiert. Ich möchte die Atmosphäre des
Spieles jenseits aller Hochglanz Broschüren kennenlernen.
Und das Schwelgern Stadion bieten die beste Gelegenheit dazu. Das
Stadion selbst ist ja nicht unbedingt groß. Vor ein paar Jahren
wurde es mit staatlichen Geldern renoviert. Eine Gastronomie gibt es
dort; einen Kinderspielplatz auch. Das Spielfeld liegt in der Mitte
in des Geländes, eine Laufbahn führt drumherum und wo sind die
Tribünen? Dort, wo früher wohl Tribünen waren, gibt es heute viele
(ungenutzte?) Rasenflächen. Nein, ?Tribünen wäre hier wohl der
falsche Ausdruck. Sie kennen diese Art der Sportplätze sicher, in
denen das eigentliche Spielfeld von einer Art Böschung umgeben ist,
von der aus die Zuschauer zuschauen können. Natürlich gibt es auch
ein paar offiziell aussehende Stehplätze, die aus Stein gemauert und
treppenförmig angelegt sind. Sie werden an diesem angenehmen
Samstagnachmittag zu Sitzplätzen umfunktioniert. Viele Zuschauer
sind nicht gekommen. Daher hat das Spiel tatsächlich so etwas wie
einen familiären Charakter. Grölende und alkoholisierte Fans sehe
ich jedenfalls nicht.
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